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Termine bei Spezialisten, ist das noch normal?

gefragt von Mokli1Mokli1 am 26.04.2007 um 22:06 Uhr

Seit ca. 2 Wochen wache ich mitten in der Nacht mit rasenden Kosfschmerzen auf. Mein Arzt gab mir eine Überweisung zum Neurologen. Wollte heute einen Termin machen. Hab ich auch bekommen, Anfang August. Dann haben wir einen Test gemacht, eine Kollegin rief an und gab an, sie sein privat versichert. Könnte einen Termin am Montag bekommen, kein Problem. Ich finde, dass ist eine Frechheit. Kann man als Kassenpatient nichts dagegen tun?

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Arztbesuch x 50

neurodoc
beantwortet von neurodoc am 26. April 2007 22:31
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Es liegt aber auch am System: wenn man sich als Arzt niederlassen könnte, wo man wollte, dann würde das die freie Marktwirtschaft lösen. Aber es ist politisch gewollt, daß es wenig Ärzte gibt, es wird errechnet, wieviel Neurologen eine Stadt braucht z.B.. Die Termine sind deswegen so knapp. Wenn eine Autowerkstatt 5 mal mehr Geld angeboten bekäme von einem Kunden, würde sie ihn sofort drannehmen. Da schreit keiner. Wenn ein Arzt 50 Cent für eine körperliche Untersuchung, eine genaue Anamnese bekommt, für deren Folgen er persönlich haftet, sagt keiner was. Soll das mal ein Automechaniker machen. Eine Fehlerdiagnose für 50 Cent, wenn er falsch liegt 500000 Euro strafe. Und dann noch wagen, einen eher dran zu nehmen,wenn er das dreißigfache zahlt!

Kommentar von ravenmuc am 27. April 2007 10:23

50 Cent für eine Diagnose? Wie kommst Du darauf? Mein Neurologe hat so ein nettes Infoblatt ausliegen, daß er für's Quartal ca. 30 - 35 (weiß nicht mehr genau) Euro für den Patienten bekommt, egal wie oft der erscheint. Daher wundert mich, wie Du auf Deinen Wert kommst.

Und daß ein Privatpatient bevorzugt wird, ist nachvollziehbar - aber 4 Monate halte ich für sehr fragwürdig. Da scheint der Arzt ja entweder nur noch Private zu haben, oder mehr Patienten als er verkraften kann.

Bei meinem ist das ähnlich gelöst wie ich hier schon gelesen habe - extra Termine für Privatpatienten zum Beispiel. Aber selbst ich als "Kassi" mußte noch nie 4 Monate bei ihm warten!!!

Oder, was noch dazukommt, auch der Kassenpatient hat die Möglichkeit den Termin freiwillig zu bezahlen, und wird dann so behandelt wie ein Privater. Auch keine schlechte Möglichkeit, wenn man die 30 Euro über hat.


RolfHoegemann
beantwortet von RolfHoegemann am 26. April 2007 22:13
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Du kannst, gerade wenn Du Deine Kollegin als Zeugin angibst, Dich bei der Ärztekammer über den entsprechenden Arzt beschweren. ZUsätzlich auch bei Deiner Krankenkasse. Dann eine Frage: Wie gut verstehst Du Dich mit Deinem Hausarzt? Der könnte nämlich auch direkt bei dem Neurologen anrufen, die Dringlichkeit Deines Falles schildern und einen schnellen Termin für Dich ausmachen. Das macht unser Hausarzt bei uns immer.

Noch härtere Mittel wären, wenn Du das Ganze mal bei der BILD publik machst - die freuen sich auch über solche beweisbaren Ärztefauxpas!


dock69
beantwortet von dock69 am 26. April 2007 22:32
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Das ist nicht ok, aber fast normal. Ich wollte kürzlich wegen plötzlicher Beschwerden einen Termin bei einem Facharzt. Bei drei Ärzten bot man mir einen Termin in 3 Monaten an. Beim letzten erwähnte ich dann zufällig meine Selbständigkeit und konnte innerhalb von einer halben Stunde vorbeikommen. Der Arzt organisierte dann noch nach der Behandlung einen kurzfristigen Termin bei einem Spezialisten an der Charité. Das Problem liegt an unserem "Gesundheitssystem". Viele Ärzte arbeiten von drei Monaten einen umsonst, weil die Budgets der gesetzlichen Kassen für Ihre Patienten "verbraucht" sind. Allein mit Kassenpatienten kommt eine Praxis kaum oder überhaupt nicht über die Runden, obwohl sie gut frequentiert ist. Da Ärzte auch wirtschaftlich denken müssen, bevorzugen sie aus nachvollziehbaren Gründen die für sie lukrativere Klientel. Vom Privatversicherten bekommen die Ärzte ein Vielfaches des Honorars als bei Kassenpatienten. Dieses Problem kann nur durch die Politik gelöst werden.

Kommentar von Ce19e92307de71c4c2e502d8d8b16da3smallwj2000 am 26. April 2007 22:42

Gute und vernünftige Ärzte sind mit Terminen überladen. Ich habe mich als Privatpatient im November angemeldet und habe im März einen termin erhalten (keine Schönheitsoperation sondern nur ein Zahnarzt).

Kommentar von carvogu am 27. April 2007 10:51

Völlig inakzeptabel, egal wie gut der Arzt ist. Mein Kunde wartet auch nicht 4 Mon auf einen Spezialisten sondern sucht sich einen anderen.

Kommentar von 6d37b037b2184af7bf00ec4a8dd64e05smalloohpss am 27. April 2007 08:37

Das Prblem kann nicht nur durch die Politik gelöst werden. Die Kassenärztliche Vereingung ist der Verein, der hier am meisten Macht und am wenigsten Veränderungewillen hat. Die Ärzte verteilen sich über diese Organisation ihre Budgets selbst! Und dieses System ist durchsetzt von Lobbyisten und Korruptheit bis zum Niedergang. Das römische Reich war dagegen ein Kindergarten.


anonym
beantwortet von Pferd am 26. April 2007 22:16
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Es ist sicherlich nicht einfach aber in diesem Fall gilt Hartnäckigkeit. Entweder bei der Krankenkasse anrufen und nach Spezialisten fragen, die auch Kassenpatienten früher nehmen oder den Arzt bitten beim Spezialisten anzurufen um den Termin zu vereinbaren. Ich habe schon beide Wege probiert und bekam in wenigen Wochen einen Termin beim Spezialisten. Gute Besserung!


HirnClaudia
beantwortet von HirnClaudia am 26. April 2007 22:15
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Traurig aber wahr: als Kassenpatient hast Du zu warten. Vielleicht sollte man schwindeln und sich den Termin als angeblicher Privater ergaunern. Schrecklich ... es gibt doch auch unter den Ärzten soooooooooooo viele Arbeitslose.

Kommentar von A7ee77a58b6a4f516be279d53e83a9aesmallevistie am 27. April 2007 07:50

Ich bin selbst Kassenpatient und kenne die Benachteiligungen gegenüber den "Privaten". Von den Ärzten aus gesehen, können sie aber von den Kassenpatienten allein nicht mehr leben. Und mit "leben" meine ich nicht nur die Butter aufm Brot, sondern den Praxisunterhalt, das Personal, die Geräte... von daher ist es verständlich, daß Privatpatienten hofiert und bevorzugt werden.


Kolibri
beantwortet von Kolibri am 26. April 2007 22:10
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August geht doch noch! ;)

Ich hatte vor 2 Jahren eine Überweisung von meiner Hausärztin zum Rheumatologen und musste ein halbes Jahr warten! Damals hatte ich schon über ein Jahr quälende Schmerzen überall - man sagte mir nur: Das haben alle, die zum Spezialisten kommen!

Wirklich was machen kann man da wohl leider nicht! :(

Gute Besserung!!!


anonym
beantwortet von armknecht am 27. April 2007 20:05
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natürlich sind kürzere Wartezeiten wünschenswert. Bei unseren europäischen Nachbarn (z.B. Frankreich, Italien, Großbritannien) wartet man aber bei einem Facharzt oft viele Monate auf einen Termin, im Vergleich sind wir Deutschen noch gut dran. Wir werden m.E. in wenigen Jahren aber auch zu einer ähnlichen Situation kommen. Grund: Immer härtere (v.a. bürokratische) Auflagen und Limitierungen der Leistungen, die bezahlt werden, zusammen mit Wochenarbeitszeiten über 70 Stunden führen schon seit einigen Jahren dazu, dass viele junge Ärzte sich nicht mehr niederlassen und der Durchschnitt der niedergelassenen Ärzte immer älter wird. Es werden also in den nächsten Jahren viele Arztpraxen mangels Nachfolger aus Altersgründen geschlossen werden.


Mokli1
beantwortet von Mokli1 am 27. April 2007 22:07
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Also - jetzt antworte ich mal generell auf all die Antworten. Heute nachmittag habe ich meine Kasse angerufen. Die haben da tatsächlich so eine Stelle, wo sich um solche Fälle gekümmert wird. Habe denen den Fall geschildert. Für die ist das doch so: Wenn ich krank werden, also krankgeschrieben und so, wird es doch für die erst recht teuer. Die werden sich mit der Praxis in Verbindung setzten und mich dann informieren. Bin mal gespannt.


anonym
beantwortet von ravenmuc am 27. April 2007 10:16
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Doch, Dir einen anderen Neurologen suchen! Termine bei Neurologen dauern nach meiner Erfahrung zwar manchmal etwas, aber länger als 2, 3 oder höchstens 4 Wochen solltest Du nicht warten müssen!


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