Tengelmann edeka Fusion kann mir dass jemand erklären?

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1 Antwort

Zu unseren marktregelnden Gesetzen (die gibt es nicht im reinen Kapitalismus, aber bei uns) gehört es z. B. Monopole oder Oligopole zu verhindern. Nicht ein einzelnes Unternehmen oder eine kleine Gruppe darf am Markt so stark sein, dass alle anderen Mitbewerber keine Chance haben. Darauf passt die Kartellbehörde auf. Die prüft ob gegen das Gesetz verstoßen wird.

Nun wollte die Edeka-Gruppe 450 deutschen Kaiser's-Tengelmann-Märkte aufkaufen. Das Kartellamt hatte den Deal verboten

Natürlich versuchen große Firmen immer wieder Wege und Schlupflöcher zu finden ihre Interessen doch durchzusetzen. Diese Interessenvertreter nennt man Lobbieisten. Lobbieisten treten als Ratgeber auf, wenn Entscheidungsträger in der Politik sich beraten lassen wollen, weil sie von einem Thema keine Ahnung haben. Das Hauptargument für die Fusion hieß in diesem Fall: Sicherung der Arbeitsplätze.

Wirtschaftsminister und Vizekanzler Gabriel hat sich entgegen der Marktgewohnheiten nun in diesen Streit eingebracht. Ihn überzeugte das Arbeitsplatzargument (das immer von Lobbieisten benutzt wird bei jeder Gelegenheit und somit lahmt) und er überstimmte das Kartellamt mit einer Ministererlaubnis. Das Amt ließ sich dies nicht gefallen und zog zusammen mit den Gegenern der Fusion vor Gericht.

Das Oberlandesgericht in Düsseldorf urteilte eine von Gabriels kühnsten Entscheidungen seiner bisherigen Amtszeit mit harschen Worten ab und warf ihm schwere Fehler vor. Das ganze hat noch einen Beigeschmack, weil bei den Verhandlungen mit allen Beteiligten die Protokolle fehlen.

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