Frage von Luckydanger, 122

Tempo des pferdes regulieren?

Ich bin total frustriert nach manchen Reitstunden,da es einfach wieder nicht geklappt hat,obwohl es manchmal sehr gut läuft... Dass Pferd was ich reite ist zu anfangs im trab ,noch ganz okay zu reiten(So mag ich es mal nennen) Ein normales tempo halt. Nach dem ich dann dass erste mal gallopiert bin ist sie aber fast garnicht mehr zu kontrollieren für mich ( an den einen Tagen besser ,an den andren Tagen schlechter) Sie ist dann so als hätte sie blut geleckt ,wenn ich nach dem gallop wieder traben will,schießt sie los wie eine irre.. Meine Frage ist einfach wie ich nun letzendlich dass tempo in den verschiedenen Gangarten regulieren kann,dass sie langsamer wird ? Meine reitlehrerin sagt ich solle die zügel annehmen und wieder nachgeben . Ich habe es so gelernt und mache es so dass wenn sie zu schnell wird : Treiben,äusseren zügel annehmen ,nachgeben,treiben ,äusseren zügel annehmen ,nachgeben,treiben ....... Ist dass falsch ? oder kann man mir jetzt bitte mal vernünfgig ohne blöde antworten erklären wie ich mich verbessern kann?

Antwort
von MsCaroline, 79

Erstmal: das schlechteste was du machen kannst wenn das Pferd losrennt ist 1. zu ziehen

2. dich mit den Beinen fest zu klammern und 

3. die Nerven zu verlieren! 

Am besten ist es, wenn du das Pferd jedesmal schon kurz bevor das Pferd losrennt es versuchst zum halten zu bringen und wenn du das dann so schnell wie möglich geschafft hast richtest du es rückwärts. 

Denn es denkt es könnte immer mit dir machen was es will. Aber wenn du vorher schon reagierst hat es irgendwann keine Lust mehr weil dann erst mal stehen zu bleiben und rückwärts zu laufen ist viel zu mühsam für das Pferd. Dann sollte eigentlich nach einer Zeit aufhören. 

(könnte auch sein dass das Pferd einfach zu wenig bewegt wid oder zu viel Essen bekommt)

Also viel Glück und nicht die Nerven verlieren! ;D

Antwort
von Berry24, 54

Ich vermute mal, dass das Problem bei deinem Sitz liegt. Gerade bei eher unerfahrenen Reitern ist es so, dass sie bei schnelleren Pferden nach vorne fallen und mit den Knien klemmen. Ganz doof für das Pferd.

Also erstmal gerade hinsetzen und die Knie locker am Sattel, nicht Wegstrecken aber auch auf keinen Fall klemmen. Falls du das bisher benutzt: Sporen und Gerte weglassen. Kann man such vom Reitlehrer immer noch widergeben lassen, wenn es ohne nicht geht.

Die Zügel: schwieriges Thema, wie ich den anderen Antworten entnommen habe. Die Zügel langzulassen, wie ein User das vorgeschlagen hat, ist eine schlechte Idee, weil das Pferd dann nichts mehr zum Anlehnen hat. Wichtig ist, dass der äußere Zügel immer immer immer ansteht. Man sagt auch: "Der äußere Zügel darf platzen." Das ist die Führung für dein Pferd. Der innere Zügel ist für Stellung und Biegung wichtig, aber nicht essentiell. Bei einem flotten Pferd hilft es auch, wenn du den inneren (!) Zügel einfach mal vorgibst, z.B. wenn du mit der inneren Hand über den Hals streichst. Der äußere muss dabei aber unbedingt weiter anstehen.

Zuletzt noch ein Tipp. Pferde sind keine Schmusehäschen. Die testen auch gerne mal aus, wie weit sie gehen können. Ich bin auch eher eine zögerliche und vorsichtige Reiterin. Manchmal musst du einem Pferd aber auch zeigen, dass du der Boss bist. Da darfst du die Zügel auch mal härter anfassen und kräftige Paraden rechts links im Wechsel geben. Danach aber auch wieder nachgeben. Am Ende muss man sich da "einfuddeln". Nicht jedes Pferd ist gleich und manche harmonieren mit einem Reiter besser als andere. Ist ja bei den Menschen nicht anders.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

LG 

Kommentar von Luckydanger ,

Danke für deine Antwort !

ich bin nur was verwirrt...mir wurde es so beigebracht dass der äussere zügel für die regulierung des tempos da ist..

ist dass also falsch ?

Kommentar von Berry24 ,

Das ist schon richtig. Am äußeren Zügel gibst du Paraden. Deswegen darf er aber noch lange nicht durchhängen. Eine Parade heißt ja nur, dass der Zügel anstehst und du die Hand bewegst, als würdest du einen Schwamm ausdrücken. Dafür muss der Zügel anstehen, sonst ruckt es ordentlich im Maul.

LG

Kommentar von Luckydanger ,

Kannst du mir event. Noch einen tipp geben wie man sich im sattel schwer macht?

Ich zweifel manchmal ziemlich an mir selbst :/

Kommentar von Berry24 ,

Stell dir vor, du hast hinten eine Lehne am Sattel und du kannst dich daran anlehnen. Deswegen darfst du natürlich nicht im Hohlkreuz sitzen, aber es hilft, wenn du eher nach vorne geneigt sitzt. Dann ist es wichtig, die Zügellänge zu kontrollieren. Wenn die zu kurz sind, kannst du ja gar nicht nach hinten einsitzen. Also lieber ein bisschen länger lassen und die Arme leicht anwinkeln. So hast du auch viel mehr Gefühl.

Als letzten (vielleicht etwas unkonventionellen) Trick: Meine Reitlehrerin hat mir mal einen 5-Euro-Schein auf den Sattel gelegt. Ich durfte das Geld behalten, wenn er am Ende der Stunde noch da war. Was denkst du, wie ich mich angestrengt habe, tief im Sattel zu sitzen :-D

Kommentar von Luckydanger ,

Haha :D

Gute übung!!!

danke dass probiere ich demnächst direkt aus

Kommentar von Hoeboehinkel ,

die Idee ist super

Antwort
von eexFree, 74

Hi,

den Zügel anzunehmen um langsamer zu werden ist recht unsinnig. Mit dieser Bewegung zieht man sich gleichzeitig im Sattel nach vorne, was dem Pferd dann über den Rücken zu verstehen gibt, sich nach vorne zu bewegen. Von hinten Schub, von vorne der Druck im Maul, an den Seiten die Beine... wo soll es denn da hin? Manche Pferde finden so den Weg nach oben.
Um langsamer zu werden einfach locker werden, Beine lang lassen, nicht irgendwie festklemmen, tief einsitzen. Wenn Du Dich entspannst, dann tut das Pferd das auch, wird also langsamer. Die Zügel brauchst Du dafür nicht.

LG

Kommentar von Berry24 ,

Du meinst also, dass es dem Pferd hilft, die Führung vorne wegzugeben? Damit das arme Tier keine Anlehnung mehr hat oder wie?

Auch dass man sich automatisch aus dem Sattel zieht, wenn man die Zügel aufnimmt, ist Unsinn. Man kann die Zügel auch aufnehmen und trotzdem im Sattel sitzen. Deswegen sind die Arme ja auch leicht angewinkelt, damit es nicht zum Robo-Style wird.

LG

Kommentar von eexFree ,

Man pariert ein Pferd nicht über den Zügel durch. Und ebenso benötigt man sie nicht, um innerhalb einer Gangart das Tempo zu regulieren. In meiner Antwort steht nichts davon die Anlehnung wegzuschmeißen, sondern dass ein weiteres Annehmen der Zügel für den Zweck des langsamer werdens nicht nötig ist.
Und natürlich schiebt man sich im Sattel nach vorne, wenn am Zügel mehr Druck aufgebaut wird. Das hängt natürlich von der Stärke der Kraft ab, aber man kann nicht die gesamte Kraft nur mit den angewinkelten Armen aufffangen. Ich habe schon oft genug in Reitschulen gesehen, wie mehr und mehr Druck aufgebaut wurde und sich die Reiter schließlich nur verkrampften um eben diesem Schieben nach vorne entgegenzuwirken. Genützt hat das im Endeffekt nichts.

LG

Kommentar von Berry24 ,

Natürlich pariert man auch, aber nicht ausschließlich, über den Zügel durch. Wie soll man denn bitte eine halbe Parade ohne Zügelhilfe geben?

Du hast mit den Tipps, die du gegen hast schon Recht. Mich stört nur die Aussage, dass man die Zügel zum parieren nicht braucht. Das ist nämlich schlichtweg falsch.

LG

Kommentar von eexFree ,

Meine RB kann ich problemlos ohne weitere Zügelhilfen durchparieren. Und auch auf anderen Pferden hatte ich bisher keine Schwierigkeiten damit. Auch andere Reiter in meinem Umfeld machen es nicht anders und auch ihre Pferde bleiben dennoch in Anlehnung etc.. Daher stelle ich mir genau die gegenteilige Frage: Wozu braucht man den Zügel beim parieren?

Kommentar von Berry24 ,

Naja eine Parade setzt sich naturgemäß aus Schenkelhilfe, Gewichtshilfe und surprise surprise Zügelhilfe zusammen.

Also noch mal: Parieren: Gewichtshilfe, Kreuz anspannen, gegensitzen, Pferd einrahmen und Zügelhilfe geben, z.B. eine kurze Parade am äußeren Zügel. Bei Pferden die Western geritten werden sieht es natürlich anders aus.

LG 

Kommentar von eexFree ,

Mag sein, dass es nach den Englischen Gesetzen geht, aber auf meine Weise hat es bisher auch jedes Mal problemlos geklappt (sowohl bei Englisch als auch Western gerittenen Pferden). Sollte vllt jeder Reiter für sich selbst finden, wie er es am liebsten hat und wie das Pferd unter ihm es am besten versteht.
Meine Antwort basiert lediglich auf meinen Erfahrungen und wenn Du einen anderen Weg für den besseren hälst, dann hat die Fragenstellerin eben noch eine Möglichkeit mehr, die ihr weiterhelfen könnte. Das heißt ja nicht gleich, dass nur eine Antwort die richtige sein kann.

LG

Antwort
von Luckydanger, 64

Dazu möchte ich noch sagen ,dass ich Englisch reite.

Kommentar von Urlewas ,

Immer noch auf dem Springpferd in der Abteilung, wo Du ähnliche Fragen kürzlich gestellt hast? Rennt dein Pferd dann auf den Vordermann drauf, oder wie kann man sich das aktuell vorstellen?

Oder darfst du inzwischen etwas freier reiten?

Viele Tipps, die Du hier bekommst, gehen davon aus, dass man unter optimalen Bedingungen auf einem fein geschulten Pferd reiten lernt.

Für individuelles " Kriesenmanagement " sind aber nun mal leider manchmal andere Mittel nötig... ;-)

Kommentar von Luckydanger ,

Genau immernoch auf dem springpferd..seit 2 Monaten reite ich frei..zwar mit anderen in der halle wie unterricht aber ich darf ebend selber entscheiden ,wohin,auf welchem hufschlag,die figuren etc..

Dass ding ist einfaxh sie wird nicht langsamer :/

Ich gebe mir aber wirklich mühe :(

deswegen auch so frustrierend.

Kommentar von Urlewas ,

Brauchst nicht frustriert sein! Nur erwas Geduld. Mit dem Pferd, und auch mit Dir selber!

Möglicherweise hast Du da mit dem Pferd eine Aufgabe, wo ein Profi fast eine Jahr Arbeit dran hätte, und du als frisch gebackener Reiter bist enttäuscht, dass es noch nicht nach paar Wochen perfekt klappt!

Mit den Paraden, dass ist so ne Sache. Die meisten Leute wissen so genau, wie es im Schulbuch steht, und viele haben auch Vorraussetzungen, wo das so klappt. Und trotzdem lernt da jeder das ganze Leben dran...

Aber weißt Du - Du reitest erst 2 Monate frei, da muss man auch mal eine 5 grade sein lassen. Das wird das Pferd schon verkraften ;-)

Lieber, man packt mal fest zu, dann weis das Pferd, wo es dran ist, als so ein Hampelmann da oben drauf, der dem Pferd keinen Halt gibt - wörtlich wie bildlich.

Natürlichste es nicht die feine Art, feste am Zügel zu ziehen. Aber wenn das Pferd so Adrenalin gesteuert rennt, tust du ihm nicht weh, wenn du mal einen festeren Ruck gibst. Und zugleich stell dir vor, du wirfst mit den Absätzen Anker: Drück die Absätze runter, als würdest du damit im Erdboden bremsen wollen. Und wenn das Pferd reagiert hat, wirst du wieder weich.

Ach und nein was ist wichtig, was hier noch keiner sagte ( ich weiß nicht , ob dein Reitlehrer es dir erklärt...?) : Es stimmt schon, dass man das Pferd am äußeren Zügel aufnimmt. Aber du darfst deshalb den inneren keinesfalls  vernachlässigen! Der muss immer " gegenhalten", sonst ziehst Du dem Pferd das Gebiss durchs Maul oder den Kopf zur Seite - und das gefällt ihm zwar nicht, aber es fühlt sich dadurch in keinster Weise wirklich gebremst.

Vieleicht kannst Du deinen Reitlehrer auch fragen, ob er dir den leichten Sitz beibringt? Manche Pférde lassen sich da leichter regulieren. Springpferde sowieso, weil sie das gewohnt sind. Und  für dich ist es möglicherweise leichter, das Pferd nicht versehentlich  durch " Gehoppel" im Rücken weiter zu beschleunigen.

Vieleicht ist ja was davei, was Dir ein Stückchen weiter hilft...

Jedenfalls nur frohgemut - das wird schon! 😊


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