Frage von alx500,

teldafax + creditreform: Urteile zugunsten des Insovenzverwalters?

Viele sind ja von der TelDaFax-Pleite betroffen - so auch ich.

Letzte Woche erhielt ich einen Anruf vom Inkassobüro Creditreform, die die Forderungen des Insolvenzverwalters Binar Bähr (White & Case GmbH) eintreiben. Sie wollten mich überzeugen, angeblich ausstehende Forderungen der Teldafax Services zu begleichen. Eine Verrechnung mit dem Guthaben sei nicht möglich. Ich hatte damals (Jan. 2011) der Forderung mit dem Musterschreiben der Verbraucherzentrale widersprochen.

Im Telefonat hat der Herr von Creditreform behauptet, dass mittlerweile Gerichte in vielen Fällen zugunsten des Insolvenzverwalters entschieden hätten. Er nannte mir folgende Gerichtsurteile:

  • AG Kiel AZ 110 C 146/13
  • AG Bünde AZ 5 C 643/12
  • AG Lingen AZ 12 C 913/12
  • AG Unna AZ 15 C 791/12

Leider konnte ich diese Urteile im Netz nicht finden. Deswegen zwei Fragen:

  1. Wie finde ich diese Urteile?
  2. Weiß vlt. jemand was über Gerichtsurteile zugunsten des Insolvenzverwalters?
Antwort von kevin1905,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Inkassobüros erzählen viel Schwachsinn, da sie von der Unwissenheit der Gläubiger leben.

Der Forderung wurde widersprochen demnach hätte man dich gar nicht kontaktieren dürfen. Warte auf einen gerichtlichen Mahnbescheid, bis dahin einfach Füße hoch.

Antwort von Helmi123,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

So etwas sollte nur schriftlich ausgehandelt werden. Telefongespräche haben keine Beweiskraft (Aussage gegen Aussage). Also warte ab, bis etwas Schriftliches kommt oder die nochmal anrufen. Dann verlangst Du, sie sollen Dir die Forderung schriftlich zusenden.

Hier habe ich eine interessante Seite gefunden:

http://www.bauerundkollegen.com/teldafax_abwehr_klage_insolvenzverwalter.html

Kommentar von alx500,

Von dieser Webseite (bzw. den zwei Urteilen) wusste der Herr bei Creditreform auch. Als ich ihn darauf ansprach, verwies er auf die "zahlreichen" Urteile zugunsten des Insolvenzverwalters und gab mir die Aktenzeichen, nach denen ich jetzt suche.

Kommentar von kevin1905,

Die Urteile gibt es nicht.

Kommentar von alx500,

Wie hast du das raus gefunden?

Kommentar von jonnypleite,

Zumindest für Bünde AZ 5 C 643/12 findet sich im Netz ein Hinweis zum Sitzungstermin, allerdings nicht das Urteil.

Vielleicht wurden genau deswegen die 4 Urteile genannt, weil der Laie im Netz nichts dazu findet?

Kommentar von alx500,

Ich habe erfahren, dass das Urteil des AG Bünde existiert, aber noch nicht rechtskräftig ist. Siehe auch meinen anderen Kommentar zu den zwei telefonischen Stichproben.

Kommentar von alx500,

Ich habe eine Stichprobe gemacht. Ich habe beim AG Kiel angerufen und die Situation erklärt. Mir wurde bestätigt, dass:

  1. das Urteil zu AG Kiel AZ 110 C 146/13 existiert!
  2. Der Kläger der Insolvenzverwalter Binar Bähr war.

Weiter kann ich zunächst nicht gehen, denn das Urteil kann nur nach richterlicher Prüfung herausgegeben werden.

Kommentar von jonnypleite,

Soeben habe ich die Post geöffnet.

Die Klage wird zurück gezogen!!!

Wird sicherlich bald auf der Seite von Bauer & Kollegen zu finden sein.

Kommentar von User11000,

Hallo an alle,

ich benötige dringend Hilfe.

Die Anwaltskanzlei BLONIGEN POERTING KLEIBER (Anwaltskanzlei und Notariat) schreibt mir zum wiederholten mal. In 2012 hat mir auch Dr. Biner Bähr geschrieben.

Ich hatte bereits früher in 2012 das Musterschreiben des Verbraucherschutzes an Dr. Biner Bähr geschickt. Allerdings werde ich seit 2013 nur noch von der Anwaltskanzlei kontaktiert und die wollen ab dem 18.10.2013 das Klageverfahren gegen mich einleiten.

Es geht um eine angebliche Schlussrechnung in Höhe von rund 900,- Euro. Keine Gas-Rechnung sondern eine normale Stromrechnung von 2010. Rund 2 Jahre habe ich gar nichts von denen gehört. Dann ging es auf einmal los. Verjährt die Geschichte nicht irgendwann mal?

Ich musste bereits Widerspruch beim Amtsgericht erheben und habe jetzt ein letztes Schreiben erhalten, in dem die Anwälte auf folgende Urteile verweisen: AG Kiel AZ 110 C 146/13 konnte ich nicht finden AG Bünde AZ 5 C 643/12 http://openjur.de/u/646423.html AG Lingen AZ 12 C 913/12 konnte ich nicht finden AG Unna AZ 15 C 791/12 gibt es auch bei openjur.de

Unterschrift ist jetzt immer von einem Jünemann.

Gibt es noch eine Chance das Geld nicht zahlen zu müssen?

Ich benötige dringend Hilfe. Gerne auch per Telefon.

Vielen Dank im Voraus!

Kommentar von Helmi123,

Foderungen aus 2010 sind am 1.1.2014 verjährt. Falls ich noch etwas dazu finden sollte, gibt es noch einen Kommentar.

Kommentar von User11000,

Wenn ich das Gerichtsverfahren bis 2014 hinaus zögere bringt mir das aber nichts, weil ich mit dem Widerspruch bestimmt die Verjährungsfrist aufgehoben habe - richtig? ;)

Kommentar von Helmi123,

Ein Widerspruch hebt die Verjährungsfrist nicht auf!

Eine Ratenzahlungsvereinbarung würde die Frist aufheben. Oder natürlich ein Titel.

Kommentar von Helmi123,

Sorry, habe es eben erst so richtig registriert!

"Ich musste bereits Widerspruch beim Amtsgericht erheben"

Du hast also einem Mahnbescheid widersprochen!

Schaue mal hier, was ich eben aus dem Ärmel geschüttelt habe :):

http://www.ksta.de/wirtschaft/teldafax--die-klage-wird-abgewiesen-,15187248,2393...

Kommentar von User11000,

Den Artikel habe ich schon gelesen. Danke trotzdem!

Ich weiß nur nicht ob es bei mir auch noch eine zu verrechnende Gutschrift gab, die eventuell falsch verschoben wurde.

In 2010 habe ich gekündight. In 2012 kam Post von Biner Bähr. In 2013 kam Post von der Anwaltskanzlei BLONIGEN POERTING KLEIBER.

Und in 2012 entstand auf einmal diese dubiose Schlussrechnung die nicht nachvollziehbar ist.

Antwort von michi57319,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wenn die Creditreform meint, sie hätte Anspruch auf Eintreibung der Summe, darf sie dir das schriftlich zukommen lassen. Alles andere, vor allem eine telefonische Erläuterung, hat rechtlich keinen Bestand.

Du kannst es also weiter aussitzen und hoffen.

Kommentar von alx500,

Ich habe mich sehr über die telefonische Kontaktaufnahme gewundert. Bedeutet sie doch recht viel Arbeitszeit für das Inkasso. Außerdem, haben sie sich recht freundlich gegeben und wollten mich überreden zu zahlen. Sie sagten, es wäre ja besser für mich, den ganzen Ärger mit dem Inkassogebühren, dem Gerichtsverfahren und den negativen Schufa-Einträgen zu vermeiden indem ich zahle.

Kommentar von jonnypleite,

Verständlich. Die sehen ihre Felle davonschwimmen.

Bekommt doch die Creditreform, sollte der Fall vor Gericht gehen, wahrscheinlich keinen Cent. Es gilt, vereinfacht formuliert, entweder Inkassogebühren oder Anwaltsgebühren.

Kommentar von alx500,

Um diesen Punkt geht es natürlich auch. Gesetzt in den Fall, dass wirklich einige Urteile zugunsten des Insolvenzverwalters gesprochen wurden, dann wäre es für mich (finanziell gesehen) günstiger meine recht kleine Forderung von ~80 Euro zu bezahlen.

Kommentar von jonnypleite,

Nicht unbedingt. Wenn du die 80 € "freiwillig" zahlst, kann der IV durchaus die Kosten, die ihm bzw. dem Inkassobüro entstanden sind, von dir verlangen. Ob die Höhe dann gerechtfertigt ist (zB unnötige Kosten für Adressauskunft), steht auf einem anderen Blatt.

Wenn dich der IV verklagen sollte (und das muss er, da er alle rechtl. Mittel auszuschöpfen hat), musst du, wenn du klein bei gibst, seine Anwaltskosten tragen. Gehts vor Gericht und du verlierst, auch noch die Gerichtskosten und ggf. deinen Anwalt, falls du einen hast. Kannst dich auch selbst verteidigen.

Wenn du gewinnst, hast du trotzdem deinen eigenen Anwalt zu bezahlen. TDF ist ja pleite.

Antwort von alx500,

Ich will noch den Abschluss der Angelegenheit mitteilen. Auf Anraten habe ich mich außergerichtlich geeinigt . Alles lief recht unseriös ab: Telefongespräch, Summe (ca. 2/3 der ursprünglichen Forderung) ausgemacht, Geld mit einem spezifischen Vermerk auf das Konto bei Creditreform überwiesen. Seit dem herrscht Funkstille (was aber in der Teldafax-Sache auch täuschen kann).

Antwort von Phoenix2952,

Geh mal damit zur Verbraucherberatung.

Antwort von Alexuwe,

Telefonisch schon mal gar nicht. Sie sollen ihre Forderungen schriftlich einreichen. Telefonisch ist so was von unseriös. ..

Antwort von alx500,

Ich habe zwei telefonische Stichproben gemacht. In beiden Fällen wurde bestätigt, dass:

  1. Die Urteile AG Bünde AZ 5 C 643/12 und AG Kiel AZ 110 C 146/13 existieren.
  2. In beiden Fällen ist der Kläger der Insolvenzverwalter Binar Bähr
  3. Das Urteil des AG Bünde AZ 5 C 643/12 ist noch nicht rechtskräftig.

Bei beiden Gerichten kann man die Urteile anfragen. Im Falle vom AG Bünde findet man die Infos hier:

http://www.olg-hamm.nrw.de/infos/entscheidungsabdrucke/index.php

Der Spaß kostet 12,50 €. Das sind schon nicht unerhebliche Unkosten, wenn man das mal 4 multipliziert.

Kommentar von EXInkassoMA,

Da geh ich lieber ins Kino für 12,50 ;-))

Nicht verrückt machen lassen

Abwarten wie und ob der Inkassoladen überhaupt reagiert

Antwort von alx500,

Danke für die vielen Antworten. Insgesamt wollte genauso verfahren, wie von kevin1905, michi57319, EXInkassoMA und Helmi123 vorgeschlagen: Schriftliches abwarten und dann nach dem Vorschlag der Verbraucherzentrale antworten:

http://www.vz-nrw.de/Insolvenzverfahren-gegen-Teldafax-700-000-Kunden-betroffen

Die eigentliche Frage nach den Gerichtsurteilen bleibt jedoch nicht beantwortet.

Kommentar von Helmi123,

Ich habe auch mal nach den Gerichtsurteilen gegoogelt. Ergebnis: nichts!

Kommentar von alx500,

Gegoogelt habe ich natürlich auch. Deswegen habe ich ja auch die Frage hier gestellt :)

Kommentar von kevin1905,

Die Urteile gibt es nicht.

Antwort von EXInkassoMA,

Hier wird auf Unkenntnis gehofft

Warum sollte ausgerechnet ein Inkassobüro nicht flunkern ?

Das Operieren mit vermeintlich inkassofreundlichen Gerischtsurteilen ist in der Branche

leider obligatorisch

Du hast lediglich einen Anruf bekommen ?

Nichts schriftliches ?

Kommentar von EXInkassoMA,

Wahrscheinlich kennst Du diese Seite schon

http://www.energieverbraucher.de/de/Energiebezug/Strom/Stromwirtschaft/Stromvers...

Insolvenzverwalter scheitert vor Gericht

(11. Januar 2013) Der Insolvenzverwalter von Teldafax wollte von einem Exkunden von Teldafax Geld eintreiben. Das Amtsgericht Nordhorn hat dies für unzulässig erachtet. Denn der Abtretung der Forderung durch die Teldafax Energy an die Teldafax Marketing hatte der Kunde zustimmen müssen. (Urteil vom 29.10.2012, Az 3 C 743/12)

Download Urteil Amtsgericht Nordhorn vom 29. Oktober 2012 - Az: 3 C 743/12

Der Bund der Energieverbraucher e.V. rät allen ehemaligen Teldafax-Kunden zu einer sorgfältigen Prüfung von Forderungen des Insolvenzverwalters.

Kommentar von alx500,

Nur einen Anruf, den mich überreden sollte, zu bezahlen. Keine Mahnung, nichts Schriftliches.

Kommentar von EXInkassoMA,

Ich würde mir erst mal einen Legitimationsanchweis zukommen lassen

Vollmacht gem bgb § 174 bzw die Abtretungsurkunde bgb § 410

Andererseits : Es war ja nur ein simpler Telefon Anruf eines CreFO Inkasso Call Agent

Eigentlich ist es da nicht nötig überhaupt zu reagieren

Ich konnte ebenfalls keinerlei Infos über die Urteile finden

Bei Urteilen wird - wie gesagt - oft geflunkert da man hofft der "schuldner " schaut ohnehin nicht nach und überprüft

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