Teilzeitjob ALG 2 oder Wohngeld?

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4 Antworten

Deine Wohnkosten und die Wohnung ist zu groß für dich alleine,deshalb wirst du dann vom Jobcenter eine schriftliche Aufforderung zur Kostensenkung bekommen !

Es werden dann deine tatsächlichen KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) in der Regel für weitere 6 Monate übernommen,danach musst du die Differenz von angemessenen zu unangemessenen KDU - selber zahlen oder dir in dieser Zeit eine angemessene Wohnung suchen bzw.einen teil der Wohnung vermieten,wenn das möglich wäre.

Was dir dann mit dem Brutto an Wohngeld zustehen könnte kannst du dir im Internet von einem kostenlosen Rechner ausrechnen lassen.

Wenn du also derzeit 933 € ALG - 1 bekommst wird das beim ALG - 2 in etwa so aussehen.

Dir stehen für einen Single derzeit min. die 404 € Regelsatz für deinen Lebensunterhalt zu,davon musst du alles zahlen,auch dein Abschlag für Haushaltsstrom / Telefon usw.

Dazu kämen dann deine derzeitige KDU - von 680 €,dein Bedarf läge dann bei min. 1084 € pro Monat.

Von deinem ALG - 1 zieht dir das Jobcenter dann min. deine Versicherungspauschale von 30 € theoretisch ab,dazu könnten noch Beiträge für gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen kommen,so wie KFZ - Haftpflicht.

Also würden von deinen 933 € ca. 900 € anrechenbares ALG - 1 übrig bleiben,du müsstest dann zumindest für diese 6 Monate pro Monat ca. 180 € an Aufstockung bekommen.

Bei 960 € Brutto und ca. 760 € Netto würdest du sicher Probleme mit dem Anspruch auf Wohngeld haben.

Denn dein derzeitiger Bedarf nach dem SGB - ll liegt ja bei min. 1084 €.

Beim Wohngeld brauchst du in der Regel ein Mindesteinkommen von 80 % dieses Bedarfes,also dann ca. 870 €,dir würden dann also über 100 € am Mindesteinkommen fehlen.

Wenn du damit ALG - 2 beziehen würdest sieht es so aus,auf dein Bruttoeinkommen stehen dir erst mal 100 € Grundfreibetrag zu,von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch von deinem Netto abgezogen und das ergibt dann dein anrechenbares Nettoeinkommen,dass wird dann von deinem Bedarf abgezogen und der Rest stünde dir als Aufstockung zu.

Also hättest du bei 960 € Brutto 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 860 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) stehen dir noch mal 20 % Freibetrag zu,also kommen noch mal 172 € zu den 100 € Grundfreibetrag dazu.

Das ergibt dann 272 € Freibetrag,abzüglich von deinen 760 € Netto würden das 488 € anrechenbares Netto ergeben.

Da dein derzeitiger Bedarf bei min.1084 € liegt würden dir ca. 596 € an Aufstockung zustehen.

Also auf jeden Fall mehr als es mit Wohngeld möglich wäre,wenn du Anspruch hättest.

Im ALG - 2 Bezug wird man dich sicher nicht mit deinem Teilzeitjob über 1 Jahr zufrieden lassen,sie werden dann zumindest verlangen das du einen Nebenjob suchst.

Deine Einkommen musst du dann jeden Monat durch Einkommensnachweise vom AG - nachweisen und du selber auch noch aktuelle Kontoauszüge,auf dem dann der Eingang ( Zuflussprinzip ) deines Lohnes zu sehen ist.

Wenn du angenommen am 01.05.2016 deine Beschäftigung aufnehmen würdest und dein erstes Einkommen erst im Juni auf deinem Konto ( Zuflussprizip ) eingehen würde,dann stünde dir trotz Arbeit im Mai dein volles ALG - 2 zu,denn dein ALG - 1 würdest du ja nur für den April rückwirkend bekommen.

Bekommst du es aber dann im Mai schon aufs Konto,dann hättest du für Mai ALG - 2 bezogen und dein Einkommen erhalten,deshalb würde dann dein Einkommen nach dem Abzug von den oben genannten Freibeträgen vom Nettoeinkommen auf die bezogenen Leistungen vom Mai angerechnet.

Du müsstest dann den anrechenbaren Teil ans Jobcenter zurück zahlen,dass geht dann auf Antrag auch in Raten und würde ggf.mit laufenden Leistungen verrechnet.

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Hallo, zu einem Vollzeitjob drängen sie dich nicht gleich, Hauptsache ist für die, dass du erstmal sozialversicherungspflichtig beschäftigt bist. Klar wirst du, falls du aufstockst, eine Eingliederungsvereinbarung bekommen, in der du verpflichtet wirst, dich nach einer Vollzeitstelle umzusehen - aber das wirst du ja sicherlich sowieso bzw. wird die Zeit das Problem ja lösen.

Bezüglich deiner Wohnung müsstest du dir mal die KDU (Kosten der Unterkunft) für deine Stadt bzw. Kreis anschauen. Dort ist genau geregelt, was angemessen ist und was nicht. Falls die Kosten zu hoch sind, wirst du nach einem halben Jahr Schonfrist zur Senkung der Kosten oder Umzug in eine günstigere Wohnung angehalten werden. 

Du kannst natürlich Wohngeld beantragen aber das wird wesentlich weniger sein als das, was du vom Jobcenter bekommen würdest. Letztendlich musst du abwägen, ob du mit weniger Geld die nächste Zeit auskommen kannst oder dir aber Unterstützung vom Jobcenter holen musst. Bedenke aber, dass die jeden Monat von dir Lohnabrechnungen, Einkommensbescheinigungen (vom Arbeitgeber ausgefüllt) etc. haben wollen. Du musst alles haarklein offen legen.

Im Internet gibt es ALG2-Rechner, gib da mal deine Daten ein und du bekommst einen ungefähren Richtwert, was dir zusteht. Wenn du kein Geld mehr hast, würde ich einen Vorschuss beantragen. Von irgendwas musst du ja leben, bis der Antrag bewilligt wird.

LG

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Kommentar von Laury95
16.04.2016, 18:37

Die kdu sind auf jeden Fall zu hoch, für 3 Personen gilt meist 591 Euro warm.

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du wirst auf lange sicht deine kosten senken und drosseln müssen. deine miete ist zu hoch, die wohnung für eine person zu groß.also zieh um in eine wohnung die weniger kosten monatlich verursacht. telefon und internet ist luxus, den kannst du drosseln, das gibts um einiges günstiger. wenn du handy allflat hättest, brauchst du keine telefonflat mehr. die finanzierung stunden, das kannst du dir derzeit nicht leisten, beitragsservice könntest du anfragen eine härtefallprüfung durchzuführen.

du musst also recht zügig wieder in arbeit kommen oder dir anderen wohnraum suchen.

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Danke für eure Antworten. Ich habe jetzt einfach einen 450€ job zusätzlich zum Teilzeitjob angenommen. So hab ich die ganze sch... mit der Sozialhilfe von der Backe.

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