Frage von jeansgirl16, 37

Teilung der Macht im Römischen Reich?

Hallo :) Ich hab mal ne Frage zum Thema Geschichte: Wie war die Teilung der Macht in Rom, bevor es zu seinem Untergang kam? Irgendwie finde ich im Internet nichts dazu... Hoffe ihr könnt mir helfen :D Und Wikipedia ist dummerweise gesperrt... Vielen Dank im Voraus LG Jeansgirl

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 14

Wie war die Teilung der Macht in Rom, bevor es zu seinem Untergang kam?

Das Römische Reich ist nicht "untergegangen", es hat sich gewandelt.

Die Macht wurde im Römischen Reich seit der Zeitenwende durch eine kaiserliche Regierung ausgeübt. Im Laufe der Kaiserzeit kam ein (legitimes) Mehrkaisertum immer wieder vor. Seit dem 4. Jh. n. Chr. führte die Einsicht dazu, dauerhaft mindestens zwei Kaiserhöfe, gelegentlich auch mehr, die Regierungsgewalt ausüben zu lassen, was seit dem Ende des 4. Jh.s verstetigt wurde. Hauptresidenzen wurden im Westen Mailand und Ravenna, im Osten Konstantinopel/Byzanz.

Ende des 5. Jh.s wurde kein Kaiser mehr für das Westreich bestimmt und der Kaiser in Konstantinopel/Byzanz übernahm formal die Regierungsgewalt in beiden Reichsteilen. Die historische Entwicklung im Westen führte dazu, dass der Papst in Rom kaisergleiche Stellung einnahm und schließlich aus eigener Machtvollkommenheit im Jahre 800 einen neuen Westkaiser ernannte.

MfG

Arnold

Antwort
von Spot1978, 15


Bereits seit dem Tod Konstantins I. 337 waren die beiden Hälften des Römischen Reichs zumeist von mindestens zwei Kaisern regiert worden. Den Westen beherrschten (zum Teil als Usurpatoren): Konstantin II. (337–340), Constans (340–350), Magnentius (350–353), Julian (als Caesar, 355–360), Valentinian I.(364–375), Gratian (375–383), Magnus Maximus (383–388), Valentinian II. (383–392) und Eugenius (392–394). Diese für die Verwaltung und Verteidigung des Westens zuständigen Kaiser hatten dabei allerdings zumeist in Gallien (Trier) residiert; erst Valentinian II. und Theodosius I. hatten Mailand bevorzugt.

Zu beachten ist, dass Westrom formal niemals ein eigener Staat war. Seit dem Tod Kaiser Jovians Anfang 364 gab es stets mindestens zwei Augusti, und seit dem Bürgerkriegssieg über Magnus Maximus 388 gab es endgültig zwei Kaiserhöfe im Imperium Romanum. Für die Zeitgenossen, die längst an ein Mehrkaisertum gewöhnt waren, unterschied sich die Teilung von 395 daher nicht von den früheren – dass sie die letzte sein würde, war nicht absehbar. Vielmehr schien gerade der Umstand, dass Arcadius und Honorius Brüder waren, die Reichseinheit zu garantieren. Die Bezeichnung „Weströmisches Reich“ ist in der Spätantike selten und erst ab dem frühen 6. Jahrhundert bei Marcellinus Comes (Hesperium Romanae gentis imperium, Marc. Com. ad ann. 476) häufiger greifbar; nach vorherrschender zeitgenössischer Auffassung gab es stets nach wie vor nur ein Römisches Reich unter zwei gemeinsam regierenden Herrschern. Eine Spaltung des Reiches in zwei unabhängige Hälften war 395 nicht beabsichtigt und erfolgte auch nicht. Der spätantike GeschichtsschreiberEunapios von Sardes äußerte dazu: „Die Kaiser regieren in zwei Körpern ein einziges Reich“.[1]

Ebenso wie der „Anfang“ Westroms ist auch sein „Ende“ problematisch. Eine zunehmende Zahl von Althistorikern vertritt heute die Auffassung, dass es sich bei den Ereignissen der Jahre 475–480 lediglich um einen Militärputsch handelte: Somit sei damals zwar das weströmische Kaisertum, nicht jedoch der im Kern intakte, wenn auch zuletzt weitgehend auf Italien und den Alpenraum beschränkte „Staat“ Westrom untergegangen. Die zivile Verwaltung und der weströmische Senat bestanden nach 476 fast bruchlos fort und gingen erst nach 550 unter. Und zudem war der Westen formal nicht kaiserlos: Nach 480 sahen sich die in Konstantinopel residierenden Kaiser als Herrscher des Gesamtreiches, und ihre Ansprüche wurden im 6. Jahrhundert im Westen in der Regel auch noch grundsätzlich anerkannt. Aus diesem Grund kann man daher auch die folgenden neun Jahrzehnte bis zum Einfall der Langobarden im Jahre 568, der viele antike Strukturen endgültig vernichtete und die staatliche Einheit Italiens für Jahrhunderte beendete, als Bestandteil der weströmischen Geschichte auffassen.


Quelle: Wikipedia

Leider würde eine vollständige Auflistung hier jeden Rahmen sprengen


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