Frage von heiderzaggn, 37

Teil der Einnahmen auf das PayPal Konto meiner Frau - sie schickt diese auf mein PayPal Konto, ich lasse auf mein Girokonto auszahlen - Wer zahlt Steuern drauf?

Hallo,

ich habe mal eine verzwickte Frage und wollte hier mal checken ob sich jemand damit auskennt und ich mit meinem Vorhaben nicht in Schwierigkeiten komme:

Ich bin selbständig und biete meine Dienstleistungen unter anderem auch auf der Plattform fiverr an. MIttlerweile habe ich allein auf fiverr ca. $2.500 monatlich. Da man hier allerdings nur 20 "Spots" hat um seine Services anzubieten, ich aber wesentlich mehr im Rahmen meiner Tätigkeit dort anbieten möchte, überlege ich nun folgendes:

  1. Ich eröffne einen 2. fiverr Account, registriert auf meine Ehefrau (e-mail und paypal verifiziert, d. h. sie hat eine eigene E-Mail Adresse und ein eigenes PayPalKonto, nach außen hin aber bleibt sie anonym, d. h. sie hat auf fiverr nur einen frei wählbaren Benutzernamen)

  2. Ich stelle dann auf fiverr weitere Services über ihren Account ein und generiere durch die Erweiterung meiner Service-Angebote über ihren Namen auch Einnahmen auf fiverr, die ich dann auf ihr PayPal Konto auszahlen lasse.

  3. Ist das Geld dann auf ihrem PayPal Konto, sendet sie mir die Einnahmen auf MEIN PayPal Konto und ich überweise es dann schlussendlich auf MEIN Girokonto, was dann auch MEINE zu versteuernden Einnahmen sind.

Jetzt ist die Frage: Muss da meine Frau auf die Einnahmen Steuern zahlen oder würde es so funktionieren, wie ich es mir vorstelle (dass also nur ich Steuern drauf zahle)?

Mein Gedankengang ist so: Dadurch dass meine Frau auf fiverr anonym bleiben würde und sie von ihrem PayPal Konto ja niemals auf ihr Girokonto überweist, sondern alle Einnahmen direkt auf mein PayPal Konto schickt, muss auch nur ich Steuern darauf zahlen...

Meine Frau hat kein Gewerbe, daher möchte ich da auf keinen Fall, dass sie/wir in Schwierigkeiten kommen.

Vielleicht weiß ja jemand (hilfreichen) Rat :)

Danke im Voraus!

Antwort
von maccvissel, 37

Stuerpflichtig ist der Unternehmer. Wohin die Einnahmen fließen, ist hierbei zunächst nebensächlich.

Beispielsweise ist der Unternehmer auch immer noch dann steuerpflichtig, wenn sein Konto vom Gerichtsvollzieher oder Finanzamts-Exekutor gepfändet wurde und die Einnahmen an den Gläubiger fließen.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 27

Ohne hier rechtlich was zu kommentieren: Meinst Du nicht,dass die Nutzung eines "fremden" Namens für DEINE Tätigkeiten irgendwie anstößig empfunden werden könnte? Und ob diese Anstößigkeit dann auch in irgend welchen konsequenten Zusammenhängen - z.B. strafrechtlich - in Gesetzen beschrieben werden könnte?

Es gibt zwar in verschiedenen Situationen immer mal wieder Treuhänder. Aber ob dies so ein Fall ist? Legale Treuhandverhältnisse müssen dem Finanzamt offen gelegt werden. Doch was dies alles im Einzelfall bedeutet? Da könnte eine ganze Menge an Folgen dran hängen. Und komme mir bitte nicht mit Beweisbarkeit. Das ist schneller aufgedeckt als jemand 'Muh' sagen kann. Weil es beispielsweise den faktischen Geschäftsführer gibt. Der ist immer dann ganz leicht bewiesen, wenn der Ehemann über Kenntnisse verfügt oder Fähigkeiten hat, die bei der Ehefrau nicht vorhanden sind. Da gilt zum Beispiel schon ein kurzes Gespräch mit dem Richter als Beweis genug.

Dann kommen ja noch andere Gesetze. Da ist das TMG. Da ist vom Dienstanbieter die Rede und nicht von jemanden, der jemanden kennt...

Angeblich kommen solche Dinge auch nie raus. Komisch, denn wenn mit jemandem gestritten wird, dann kommen solche Dinge ganz oft an die Oberfläche.

Ganz ehrlich: Wer sich seine Zeit mit solchen Konstrukten vertreibt hat entweder einen ganz tief liegenden Grund dafür, wie eine Gewerbeuntersagung oder hat keine Einsicht in die Erkenntnis sinnvolles zu machen.

Kommentar von heiderzaggn ,

Erst einmal herzlichen Dank für die Antwort.

Das hat in keinster Weise etwas mit einer Gewerbeuntersagung zu tun. Es geht lediglich darum einen Umweg zu gehen, da auf fiverr eben nur 1 Account pro Person mit 20 "Spots" gestattet ist und ich über einen Account meiner Frau weitere Spots bekommen würde, über die ich ebenfalls weitere meiner Service dort anbieten kann...

Und nur weil dies (aus Ihrer Sicht) kein "sinnvoller" 0815-Weg ist um Einnahmen zu generieren, verbitte ich mir meine Tätigkeit in Frage zu stellen. Denn ob dies sinnvoll ist oder nicht, können Sie von Ihrem Standpunkt her nicht beurteilen... Hier geht es eher darum über den Tellerrand zu schauen, was dem Durchschnittsmensch all zu oft sehr schwer fällt.


Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Kleine Welt, kleiner Teller? Ihr Sichtweise ist Unfug. Ganz deutlich. Sie wissen, dass Sie da korrekte Dienstleistungen anbieten. Alles gut und schön. Doch was ist mit dem Kunden, der über einen 'fremden' Account gelotst wird?

Es geht nicht um die heilige eigene Sicht auf die Dinge. Darum ist der Anspruch mit dem Tellerrand von Ihnen ja ganz gut, geht nur in die falsche Richtung. Dabei erheben Sie sich ja nicht nur über mich, sondern auch über Ihre potentiellen Kunden. Schließlich haben die ein berechtigtes Interesse. Ihr Vorgehen ist in meinen Augen moralisch bedenklich, weil es eben nicht offen ist.

Ich kenne die Plattform nicht. Doch Begrenzungen von Möglichkeiten haben auf der Seite des Anbieters auch einen Grund. Entweder er möchte Begrenzungen nur gegen Aufpreis frei geben. Oder er hat eine bestimmte Zielgruppe im Auge.

Sie scheinen ein kostenloses Angebot aber außerhalb dessen nutzen zu wollen, wofür es kostenlos angeboten wird. Schon einmal überlegt, dass die Anmeldung auf einer Plattform ein Vertrag ist?

Welche Bedingungen des Vertrages werden alle nicht eingehalten? Sicher dürfen Zugangsdaten nicht anderen zur Verfügung gestellt werden. Und vielleicht noch andere Bedingungen?

Wer jetzt als Kunde diesen Vertrag bricht, um als Anbieter eigene Kunden zu finden - Wie seriös ist dieser Auftritt?

Also bevor man hier Kommentare von mir nicht einmal in der Lage ist zu bedenken, sollte man nicht mit der Schrotflinte polemisieren. Das ist nämlich nicht nur peinlich - Abteilung fremd-schämen. Es ist genau so unseriös wie der ganze Rest.

Wenn Sie die ganzen Unaufrichtigkeiten nämlich berichtigen wollen, dann wäre Ihr Angebot vermutlich gar nicht mehr darstellbar. Hier der Hinweis, mein Account, aber nicht auf mich gemeldet. Ist aber dem Betreiber mitgeteilt. Im Impressum sind die Angaben meiner Frau, aber Vertragspartner bin ich... usw. usf.

Doch einfach mal die Brille von anderen aufziehen, geht relativ einfach und dann sich da mal in die Rolle rein versetzen. Wer dieses mit dem Volksmund verbindet kommt dann ganz schnell auf Ideen wie: Was Du nicht willst, das Dir man tut, das füge auch keinem anderen zu.

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