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Teenager, 13, pöbelt und schüchtert einen Jungen ein. Wie stelle ich ihm -mit Wörter- ruhig?

gefragt von MortimerMortimer am 18.10.2007 um 6:46 Uhr

In der vollen U-Bahn passiert. Habe den Jungen als Einziger angesprochen, alles wurde still. Dem agressiven Jungen gesagt, er soll den Anderen in Ruhe lassen. Da pöbelte er mich munter an, wie erwartet.

Ich habe ihm gefragt, ob er kein Benehmen hätte, gesagt, daß er niemandem imponiert und still sein sollte. Kam aber nicht weiter, meine Argumenten schlugen fehl und kein weiterer Passagier sagte was.

Was hätte ich besser machen können, wie kriege ich den Pöbler ruhig?


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gerwitt
beantwortet von gerwitt am 18. Oktober 2007 08:08
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Hilfreichste Antwort

Mortimer, ich glaube, dein Ansatz war schon richtig. Du hast in der Öffentlichkeit deutlich gemacht, dass du diese Anpöbelei wahrnimmst. Schade ist nur, dass Umstehende sich nicht dazu geäußert haben. Ein oder zwei Personen mehr hätte es nur bedarf, die couragiert sich ebenfalls gegen diese Aktion geäußert hätten und es hätte gut sein können, dass er sofort Ruhe gegeben hätte. Aber die schweigende Menge scheint ihm "Recht gegeben" zu haben.

Das müssen wir uns immer vor Augen halten: Schweigen ist oft schweigende Zustimmung. Wer dieses Verhalten des jugendlichen Pöbelers nicht akzeptiert, der hätte sich - wenigstens kurz - äußern müssen.

Ich weiß nicht, ob ich den jungen Mann "festgehalten" hätte, wie es hier vorgeschlagen wurde. Ich würde versuchen, keinen Körperkontakt aufzunehmen, weil das nur zu Handgreiflichkeiten führen kann. Sich dazwischen zu stellen, ist eine Möglichkeit. Dann muß man aber auch die Möglichkeit in Kauf nehmen, körperlichen Attacken ausgesetzt zu werden.

Ich finde, deine Zivilcourage war prima ... und hoffe, sie findet beim nächsten Mal mehr Zustimmung. Laß' dich nur nicht durch die schweigende Menge verunsichern.

Vielen Dank für deine Initiative und für deinen Einsatz für einen jungen Menschen, der solchen Pöbeleien ausgesetzt war! :-)

Kommentar von A59fcad20db57ac7f500d44e0c645515smallMortimer am 6. Oktober 2009 12:47

"Schweigen ist oft schweigende Zustimmung." So sehe ich das auch und ich kann es nicht hinnehmen, da sträubt sich alles bei mir.

Nur, wenn man hört, was letzter Zeit in Bahnhöfen passiert ist, wo Couragierte Männer übelst verprügelt oder gar getötet wurden, wird einem auch mulmig. Meine Frau sagt auch, irgendwann passiert mir was. Und fordert mich, wenigstens zuerst den Typ einzuschätzen, bevor ich mich einmische. Sie hat angst um mich. Schlimm, daß es mittlerweile so weit gehen kann.

Deine ausführliche Antwort küre ich jetzt zur "hilfreichste", wobei es mir sehr schwer fiel, zwischen all den guten Antworten.


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WolfRichter
beantwortet von WolfRichter am 18. Oktober 2007 07:03
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Mit Worten allein geht das nicht.

Körperlich dazwischenstellen. Mit fester Stimme sprechen. Ruhig bleiben. Innerlich den Vorsatz erzeugen zuzuschlagen; das drückt sich in der Körpersprache aus - und Du mußt gar nicht zuschlagen.

Kommentar von A59fcad20db57ac7f500d44e0c645515smallMortimer am 6. Oktober 2009 12:35

Das mit dem Aufbauen praktiziere ich genauso, dazu meine große, "böse" Stimme, tiefer als sonst. Ohne zu schreien, dafür sehr laut. Die habe ich früher in der Uni eingesetzt, um mühelos aus den hinteren Reihen eine Frage stellen zu können. Sorgte damals für Staunen und Gelächter, heute, hoffe ich, für Respekt...


YuLy42
beantwortet von YuLy42 am 18. Oktober 2007 07:10
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ich habe ganz gute erfahrungen mit dem spruch gemacht: "krieg du erst mal einen bart, du gartenzwerg und dann unterhalten wir uns nochmal von mann zu mann." 2x angewendet und 2x einen klappenden unterkiefer geerntet.

Kommentar von A59fcad20db57ac7f500d44e0c645515smallMortimer am 6. Oktober 2009 12:24

Nur, mit gerade mal 1,75m Körpergröße kann ich mich nur schwer als Riesen-Typ ausgeben. Wobei es wiederum viel mit dem Auftreten zu tun hat.

Der spruch ist jedenfalls ertse Sahne. den gegner nicht für voll zu nehmen, kann ihm auch verunsichern. Oder richtig wütend machen! Egal, es ist immer Wert, daszwischen zu gehen.


jkadauke
beantwortet von jkadauke am 18. Oktober 2007 07:35
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ich glaube, in einem solchen Fall ist es am besten, den Jungen in der vollen U-Bahn "bloßzustellen", d.h. ihm zu zeigen, dass er, als so junger Mensch, unreif ist. sich dazwischenstellen, ja, aber auch gerne festhalten und ihn zwingen, sich der Strafe, dem Schimpfen, zu stellen und dann ganz konsequent sein.

Kommentar von Aae55b89c3f266f73ba2d36f48e932b3smallElster79 am 18. Oktober 2007 10:19

führt bloss zu weiteren handgreiflichkeiten, seh ich als bedenklich an...

Kommentar von A59fcad20db57ac7f500d44e0c645515smallMortimer am 6. Oktober 2009 12:38

Schon mal einem gesagt, ihr, Jungs spricht immer vom "Respekt", zeigt aber selber keins und auch kein Benehmen. Der hat zwar weiter blöd gegrinst, gab aber Ruhe.

Und ein Mädel, die in der U-Bahn laute Musik abspielte, habe ich gesagt, ihre Mutter würde sich ihres Benehmens schämen. Es wurde wieder still.

Funtionniert nicht immer, aber was soll's! ich mag nicht, solche unverschämheit hinzunehmen. Ganz schön reaktionär geworden?


anonym
beantwortet von teedame am 18. Oktober 2007 09:12
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Ich war mal in einer Disco an Weiberfasching(älteres Semester)anschließend sind wir noch in ein beliebtes Hamburger-Lokal gegangen. Aufeinmal eine Gruppe junger Burschen, da kommen ja die Omas wieder, lautes Gegröhle. Ich frag den, dann warst du das im Kinderwagen, abgestellt bei den Sekurities! Wieder Gegröhle, aber der Rest hat das Grossmaul ausgelacht.


Kommentar von A59fcad20db57ac7f500d44e0c645515smallMortimer am 6. Oktober 2009 12:30

Das habe ich auch schon mal geschafft. Immer riskant, weil derjenige sich auch für die Blamage rächen könnte. Wenn der Spruch aber gut ist, hast du seine Clique auf Deine Seite.


Henri
beantwortet von Henri am 18. Oktober 2007 10:47
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Ich denke Du hast alles richtig gemacht - nur leider sind wir mittlerweile ein Volk von Schlappschwänzen, dass vor einem 13jährigen schon den Schwanz einkneift... Armes Land... Ich denke, verbal hättest Du das nicht weiter klären können, der Typ war sicher nicht in der Lage, Dich zu verstehen. Mal wieder ein gutes Beispiel für das Versagen/nicht Vorhandensein der Erziehung.

Kommentar von A59fcad20db57ac7f500d44e0c645515smallMortimer am 6. Oktober 2009 12:28

Stimme Dir zu, Henri. Als ich selber Teenie war, "damals" (Grins), hätte sich schnell ein erwachsener Mann eingemischt und das Kerlchen eine backpfeife angedroht oder verpaßt, was für sofortige Ruhe gesorgt hätte. Heute aber wird man dafür eher bestrafft. Kopfschüttel


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