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taufe auch wenn ich nicht gläubig bin

gefragt von frosch07frosch07 am 18.08.2007 um 12:37 Uhr

ich bin nicht kirchlich und mein lebensgefährte ist ausgetreten aus der kirche,trotzdem wohnen wir an einem ort wo alle sehr gläubig sind.soll ich meine tochter taufen lassen oder ist das heute nicht mehr so dramatisch


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Reply


anonym
beantwortet von heiuwe am 18. August 2007 12:45
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Man tauft doch nicht, weil andere das so wollen.Wo sind wir denn?! Wenn du selber nicht überzeugt bist, wie willst du dann dein Kind nach den Regeln der Kirche erziehen? Ausserdem ist ungetauft sein heutzutage kein Problem mehr.

Kommentar von 9b85b66051896eea13c16b994607a8desmallfrosch07 am 18. August 2007 12:48

ich habe mich damit noch nie beschäftigen müssen und irgendwann muss ich mich mal damit auseinander setzen...wenn sie in der schule religionsunterricht hat und irgendwann getauft werden möchte hab ich ja das gleiche in grün

Kommentar von heiuwe am 18. August 2007 12:52

meine beiden Kinder sind nicht getauft- in der Schule konnten sie Ethik wählen. Meine große war eine zeitlang im evangelischen Unterricht- getauft werden wollten sie bis heute nicht. Und wenn , ist es auch gut. Ist doch besser sie entscheiden sich aktiv dafür, als wenn du es ihnen schon vorgibst.

Kommentar von 9b85b66051896eea13c16b994607a8desmallfrosch07 am 18. August 2007 18:42

hast du recht...seh ich grundsätzlich genauso.wollte mir nur einmal ein paar meinungen dazu anhören.ich wohne in einem italienisch sprechendem dorf da gibt es nur eine ganz kleine schule und da is nix mit aussuchen...danke für deine offenheit


Agnes10
beantwortet von Agnes10 am 18. August 2007 12:59
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Deine Frage und deine Sätze dazu sagen mir, daß ihr euch überhaupt noch nicht mit dem Thema befaßt habt. Taufen läßt man sich nicht, weil alle es tun oder alle getauft sind. Getauft zu werden hat auch was mit der Einstellung der Eltern zu tun. Natürlich kann man auch ohne Taufe leben. Ich wäre der Meinung, daß eine Taufe für euer Kind wenig sinnvoll wäre, denn man sollte ja auch das Kind im christlichen Glauben erziehen. Wo soll das herkommen, wenn ihr nicht gläubig seid?

Kommentar von 9b85b66051896eea13c16b994607a8desmallfrosch07 am 18. August 2007 18:42

das sagte ich ja das ich mich noch nicht mit beschäftigt habe


barnabas
beantwortet von barnabas am 19. August 2007 15:33
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Als ich Deine Frage so mehrmals las - besonders die erklärenden Zeilen - wurde mir etwas eng in der Brust. Das scheint mehrschichtiger zu sein, als sich das beim ersten Lesen Deiner Frage darstellt.

Zunächst die Frage, was Taufe an sich eigentlich ist. Die großen Kirchen sagen, Taufe ist ein Sakrament, eine heilige Handlung, die eine eigene Wirkmächtigkeit nur dadurch entfaltet, dass sie nach den anerkannten Regeln der Kirche "gespendet" wurde. Daher werden eben auch Kinder getauft, um sie durch die Taufe quasi in Gott zu gründen und sie der ewigen Seligkeit zuzuführen. Dazu ist ganz interessant, warum die beiden großen Kirchen die so genannte "Nottaufe" vorsehen (ein eben geborenes Kind darf im Notfall - also bei dringender Lebensgefahr - auch von einem "Laien" getauft werden, damit auch dieses Kind an Gott gekoppelt ist, wenn es gleich nach der Geburt sterben sollte).

Nach freikirchlichem Verständnis ist die Taufe das Ergebnis und die Folge einer eigenen Hinwendung zu Gott. Getauft werden deshalb z.B. bei den Baptisten nur Leute, die gläubig geworden sind. Die Taufe ist kein Eintrittsritual oder eine Übertrittshandlung, sondern ein Zeichen, dass sich etwas in mir verändert hat. Der alte Mensch lebt nicht mehr. Er wird im Wasser begraben (daher taufen die Baptisten immer mit viel Wasser durch Untertauchen des ganzen Körpers). Aus dem Wassergrab erscheint quasi durch eine vorweggenommene Auferstehung der neue Mensch, der jetzt aus Gottes Gnade und in enger Bindung an den auferstandenen Herrn Jesus Christus lebt. Theologisch und symbolisch sehr umfassend und klar.

Da bei Euch die Dinge etwas anders liegen, wäre die nächste Frage, wieviel Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit bei Euch im Ort / in der Gegend kostet - und was es Euch selbst wert ist, geradlinig und Wahrhaftig zu sein. In mancher Gegend bekommt man z.B. keinen KiTa-Platz, wenn man selbst nicht in der Kirche und das Kind nicht getauft ist. Da kostet Wahrhaftigkeit für die "Nichtkirchlichen" eine ganze Menge. Andererseits geht Jesus gerade mit denen sehr kritisch um, die in seinem Namen sehr laut sind und bei genauerem Hinsehen doch nur Äußerlichkeiten aufbauschen. Solche Leute nennt er "Heuchler" und bezeichnet sie auch schon mal als "getünchte Gräber" (also außen weiß und fromm und innerlich voller Verkommenheit und Verwesung).

Die dritte Frage heißt, von welcher Art der Frömmigkeit / des Glaubens die Leute in Eurer Gegend sind. Nicht jeder, der an Gott glaubt, ist gleich ein Heuchler. Auf keinen Fall! Es gibt aber so etwas. Ehrliche Gläubige haben i.d.R. auch die innere Weite, keinen Gruppendruck aufzubauen, damit alle irgendwie getauft und kirchlich sind. Es ging Jesus nie um Äußerlichkeiten, sondern um Innerlichkeiten, um Wahrhaftigkeit.

Euch viel Weisheit - und die Kraft Eure Entscheidung durchzuhalten (vor den anderen und Euch selbst).

Gruß Barnabas

Kommentar von wiele am 19. August 2007 20:21

Sehr gute Antwort! Danke und Gruß
wiele

Kommentar von 9b85b66051896eea13c16b994607a8desmallfrosch07 am 30. August 2007 23:15

danke schön für die tolle erläuterung.


► tommmi ◄
beantwortet von ► tommmi ◄ am 19. August 2007 20:50
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Ihr habt doch bisher alles richtig gemacht. Warum nun diese Zweifel? Kindertaufe, Kommunion, Konfirmation u.ä. sind doch alles nur kirchliche Erfindungen. Man tauft, wenn man das glaubt und tut, was die Kirche sagt. Glaubst du aber an das, was die Bibel sagt, lässt du dein Kind nicht taufen, sondern lässt es segnen (Jesus hat die Kinder in die Arme genommen und sie gesegnet). "Taufen" heißt nämlich "untertauchen" und wird im biblischen Sinn niemals bei kleinen Kindern vorgenommen. Glaubst du aber auch nicht an die Bibel, so freue dich an deinem Kind über dein Kind und mit deinem Kind ohne Taufe oder Segnung. :-)


minister
beantwortet von minister am 19. August 2007 10:23
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Sie müssen sich jenseits Ihrer persönlichen Belange fragen, ob Sie Ihrem Kind etwas ermöglichen wollen, das Sie vielleicht (noch) nicht nachvollziehen können, oder ob Sie stellvertetend für Ihr Kind entscheiden, dass es mit Glauben nicht in Berührung kommt.

Für die Taufe eines Kindes ist es entgegen landläufiger Überzeugung nicht nötig, dass die Eltern Kirchenmitglieder sind. Sie benötigen lediglich ein Familienmitglied oder einen Freund, der als gefirmtes (katholisch) oder konfirmiertes (evangelisch) Kirchenmitglied die Patenschaft für Iht Kind übernimmt.

Sprechen Sie mit dem zuständigen Pfarrer ganz offen über Ihre Lage und er wird Ihnen sicher helfen - alleine sind Sie mit Ihrer Frage jedenfalls nicht.





anonym
beantwortet von wiele am 19. August 2007 20:35
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Ich würde das Kind nicht taufen lassen. Das hängt allerdings mit meinem Glauben und meinem Verständnis von Taufe zusammen. Für mich ist die Taufe ein öffentliches Bekenntnis, dass ich an Jesus Christus glaube. Insofern kann die Entscheidung kein anderer für mich treffen. Ich selbst wurde als Kind getauft, habe mich aber - weil ich diese Taufe nicht als von mir gewollt bezeichnen kann - als Erwachsener noch einmal taufen lassen.
Wir haben unsere drei Kinder nicht taufen lassen, obwohl wir gläubig sind! Das hindert uns nicht, sie im christlichen Glauben zu erziehen.
Ich stimme barnabas voll und ganz zu!
Es wäre bestimmt nicht verkehrt, sich mit dem Thema Taufe auseinander zu setzen - aber das machst Du ja gerade schon ;-)
Falls Du mehr Infos dazu haben möchtest, kann ich Dir auch Bibelstellen nennen oder auf weitere Nachfragen antworten.
Gruß wiele


Jaguar
beantwortet von Jaguar am 18. August 2007 23:56
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also mein mann ist nicht in der kirche, ich schon, aber ich kann nicht sagen, dass ich gläubig in diesem sinne bin. trotzdem haben wir unsere kinder taufen lassen. ich glaube trotz allem, das wir sie christlich erziehen können. außerdem habe ich als kind nicht immer gute erfahrungen als Ungetaufte gemacht. nur weil wir nicht glauben, dass da oben der liebe gott wohnt, vermitteln wir unseren kindern sehr wohl den christlichen glauben, wobei wir auch durch zb kindergarten unterstützt werden. das eine schließt das andere meiner meinung nicht aus. wir geben ihnen die taufe und den glauben mit, was sie später daraus machen, sollen sie selber entscheiden.


Teddylein
beantwortet von Teddylein am 19. August 2007 22:44
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Die christliche Wassertaufe ist ein äußeres Zeichen dafür, dass sich der Getaufte vollständig, rückhaltlos und bedingungslos Gott durch Jesus Christus hingegeben hat, um den Willen Gottes zu tun.
In Anbetracht dessen, dass jemand vor der Wassertaufe ‘das Wort hört’, ‘das Wort von Herzen annimmt’ und ‘bereut’ (Apostelgeschichte 2:14, 22, 38, 41) und dass die Taufe einen feierlichen Entschluss des Betreffenden voraussetzt, liegt es auf der Hand, dass er zumindest alt genug sein muss, um hören, glauben und diesen Entschluss fassen zu können. Eine Kindertaufe nur als Symbol oder weil es "üblich" ist, bringt also nichts.


frosch07
beantwortet von frosch07 am 30. August 2007 23:14
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wieso beanstandet jemand diese frage???entschuldigung aber ich wollte mir nur ein paar meinungen einholen da ich sicher nicht die erste bin die sich mit dem thema befasst

Kommentar von Gutefrage.net Support am 31. August 2007 09:50

Liebe frosch07,

es kommt immer auch vor, dass der Link aus Versehen oder aus nicht nachvollziehbaren / nicht geteilten Gründen geklickt wird. Das ist nicht weiter tragisch, da wir solche Beanstandungen ja prüfen. Und in solchen Fällen die Beanstandung aufheben.

Viele Grüße

Verena vom gutefarge.net-Support


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