Frage von Fragen9899, 14

Target Salden wo ist das Problem?

Deutschland hat Targetsalden von ca 800 Millarden Euro. Diese Salden sind ja Forderungen der Bundesbank an die EZB. Falls Griechenland aus dem Euro austreten sollte oder Ähnliches, müsste die Bundesbank ihre Forderungen abschreiben. Aber wer hat den Geld verloren ? Also wie würde das den deustchen Steuerzahler treffen ? danke im voraus für jede antwort ein daumen hoch

Antwort
von FrageSchlumpf, 8

Erst mal zur Entstehung.

1. Wenn Daimler früher mal Autos nach Griechenland geliefert hat, muss das Geld dafür nach Griechenland. Das geschah seinerzeit problemlos, weil irgendjemand - z.B. aus Deutschland- den Griechen das Geld geliehen hat. Wenn nun später - z.B. durch eine vermeintliche oder tatsächliche Schuldenkrise - der Verleiher sein Geld zurückfordert, und der Grieche das Geld von niemand anders außerhalb Griechenlands bekommt, leiht er es sich im Inland und zahlt ins Ausland. Und dann entsteht der Target-Saldo.

2. Wenn der griechische Multimillionär, der ja die Gegenpostion zu den horenden Staatsschulden dort hält, sich aus der Verantwortung stielt, und sein Geld lieber innerhalb der Eurozone in Sicherheit bringt , entsteht auch ein Target-Saldo, wenn nicht in gleicher Höhe ein Ausländer in Griechenland anlegt.

Was die Haftung angeht, so sind zunächst mal die Staaten nicht involviert. Es ist erst mal eine Forderung der Bundesbank ( oder anderer Zentralbank ) gegen die EZB und eine Verbindlichkeit der Nationalbank Griechenlandes gg. der EZB. Daher wäre z.B. von einer Pleite ( oder Schuldenschnitt ) des Staates Griechenlands der Targetsaldo erst mal unberührt. Es ist daher auch falsch anzunehmen, dass in diesem Fall grundsätzlich alles ausfällt und grundsätzlich der Steuerzahler zahlen muss.

Antwort
von Sonnenstern811, 14

Die offen stehenden Summen sind ja nicht nur Schulden der Griechen. Geht einer der Schuldnerstaaten pleite, so ist dieses Geld verloren.

Somit erhöhen sich die deutschen Schulden, sprich die, nicht nur der Steuerzahler, sondern der gesamten Bevölkerung.Bereits die jetzigen 2000 Milliarden Euro Staatsschulden sind regulär in keinem auch nur angemessenen Zeitraum rückzahlbar. Zumal die Summe in Wahrheit ca. doppelt so hoch ist. Pensionen, Renten-, Krankenkassenzuschüsse und vielerlei mehr müssen auch bezahlt werden. Außerdem können die Zinsen nicht bis zum jüngsten Tag nahe Null bleiben. Der volkswirtschaftliche Schaden bei Sparern und Versicherungen ist schon heute immens. Jeder kann sich leicht selber ausrechnen, was auch nur minimale Zinserhöhungen den Staat kosten werden.


Ex Goldman Sachs Mann Draghi schmeißt ja wie wild Staatsanleihen in inflationärer Manier auf den Markt, da die Inflation angeblich bei Null liegen soll. (Hätten wir noch den selben Warenkorb für die Bemessung wie 1980 sähe es ganz anders aus. Dieser wird ja immer angepasst. TV, Video, smartphones und Kanarienvögel kaufen wir ja auch alle paar Monate)

Entweder geschieht die Begleichung der immensen Staatsschulden unseres angeblich so reichen Landes auf Inflationsbasis, (einmal in Fahrt, wird sie sehr schwer zu bremsen sein), oder es muss eine Geldentwertung mit entsprechendem Umtauschverhältnis erfolgen.

Warum wohl wird weder in den USA, in UK noch bei uns den eindeutig erkennbaren Kursmanipulationen bei Gold ein Ende bereitet?Es wäre zugleich das Ende zumindest des Euro, wenn die Bevölkerung das Vertrauen in die schönen Schuldscheine des Staates verlöre und sich dafür mit Gold eindeckte.

Das hat nämlich über Jahrtausende, natürlich unter starken Schwankungen, seinen Wert behalten. Eine auch nur ähnlich vergleichbare Währung kenne ich nicht.

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