Frage von Kalmear, 68

Tätigkeiten und Arbeitsumfeld als Elektrochemiker ?

Ich beginne im Oktober mein Chemiestudium und möchte später gerne in Richtung Elektrochemie gehen (Batterietechnologie/Speichersysteme).

Mich würde interessieren, wie das Arbeitsumfeld und die möglichen Tätigkeiten eines Chemikers in diesem Bereich aussehen und welche Unternehmen (in Deutschland) sich damit beschäftigen.

Ich habe mich im Internet schon etwas umgeschaut, aber noch keine zufriedenstellende Antwort bekommen, somit hoffe ich, dass es hier vielleicht jemanden mit Informationen gibt.

Vielen Dank

Expertenantwort
von mgausmann, Community-Experte für Chemie, 28

Am besten du informierst dich zunächst mal, welche (elektrochemischen) Forschungsschwerpunkte dein Institut hat. Freie Themenwahl ist nunmal in der Chemie nicht, weswegen du dann nur die Möglichkeit hast, an den Themen mitzuarbeiten, die in den Arbeitskreisen deines Chemieinstituts Forschungsthema sind.

Aber momentan ist Elektrochemie glaube ich überall der Renner, deshalb hast du sehr wahrscheinlich Glück, wenn du nicht gerade an einem Mini-Institut studierst.
In Köln z.B. wird sowohl in der Physikalischen, als auch am Institut für Anorganische Chemie an elektrochemischen Themen geforscht.

Während die Elektrochemie bei der PC sich bei uns vor allem mit organischen LED's (OLEDs) und organische Solarzellen beschäftigt, beschäftigt sich die AC sich vor allem mit Nanoschichten, die per CVD (Chemical Vapour Deposition) abgeschieden werden. Diese werden dann z.B. als Anodenmaterial für Li-Ion-Akkumulatoren getestet.
Alles in allem solltest du dir bewusst sein, dass du seeeehr viel mit Physik und Mathematik am Hut haben wirst, die Synthese ist meist eher der kleinere Teil (ok die Farbstoffe der OLED's machen teilweise Organiker am PC-Institut).
Gängige Methoden mit denen man da arbeitet sind z.B. Spincoating/Electrospinning (für OLED's, org. Solarzellen), CVD (für Nanomaterialien). Analysiert wird meist mit Circularvoltammetrie (CV) und bei allen Nanostrukturen mit diversen Mikroskopen STM, SEM, TEM, AFM, ...

Alles in allem also mit sündhaft teuren Geräten im kleinen Maßstab unter Schutzgas. Rundkolbenchemie eher weniger ;)

So jetzt hast du erstmal genug Begriffe zum Googeln.  Wie gesagt, das war nur ein kleiner Einblick, was bei uns gemacht wird. Womit deine Uni sich beschäftigt, musst du selbst nachschauen. Jeder Arbeitskreis hat normalerweise eine Homepage wo du dich informieren kannst. wie z.B. hier: http://www.meerholz.uni-koeln.de/home.html (Der Arbeitskreis der physikalischen Chemie)

Kommentar von mgausmann ,

Unternehmen kenne ich in Deutschland leider keine. Komme jedoch auch nicht aus dem Forschungsumfeld... Denke da sind die meisten Jobs eher bei Samsung & Co in Asien oder an Forschungsinstituten (Fraunhofer, Jülich, etc.)

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