Frage von ingwer16, 226

Tägliche , vertraglich geregelte Arbeitszeit " anpassen "?

Guten Abend ! Im März 2015 wechselte ich neue Arbeitsstelle . 30 Stunden/ Woche , tägliche Arbeitszeit war unterschiedlich , auf AG zugeschnitten . Im September haben sich die Bedürfnisse , AG , geändert , Stunden wurden neu verteilt - was für mich ok war / ist . Jedoch nicht vertraglich fixiert .
Mo. 8-15.30
Di.  8-13.00
Mi. 8-16.00
Do. 8-13.00
Fr. 8-12.30
Nun war ja Montag Feiertag , Dienstag & Mittwoch hab ich Urlaub .
Mein AG teilte mir heute per whatsapp mit das ich Do & Fr. diese Woche je 6 Stunden arbeiten soll .
Auf nachfragen bekam ich zur Antwort : AG teilt wöchentliche Arbeitszeit auf Tage auf - 6 Stunden täglich - . Wenn ich , angenommen einen langen Tag Urlaub möchte , zB . Termine , Beerdigung was auch immer , würden AG zu viele Stunden verlorengehen .....
Ist das Vorgehen , Denkweise von AG rechtens ?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 118

Ist das Vorgehen , Denkweise von AG rechtens ?

 

Nein, ist es nicht.

Dein AG hat Dir den Feiertag so zu bezahlen wie Du ohne Feiertag gearbeitet hättest. Das nennt man Lohn- oder Entgeltausfallprinzip.

Durch Urlaub, Krankheit oder Feiertag darf im Zeitkonto weder ein Plus noch ein Minus erscheinen. Wenn die Arbeitszeiten an den einzelnen Wochentagen festgelegt sind, müssen sie auch so bezahlt werden.

Mich würde mal interessieren, wie er Dir den Karfreitag angerechnet hat. Nach seiner Aussage müsste er Dir ja diesen auch mit 6 Stunden bezahlen und nicht die 4,5 Stunden die Du Freitags arbeitest.

Kommentar von Allexandra0809 ,

Das hab ich mir auch überlegt, als ich die Frage gelesen hab. Vor allem, ist in dieser Zeit auch eine Pause enthalten?

Kommentar von ingwer16 ,

Karfreitag war heute kein " whatsapp Thema " .
Nur eben die Woche jetzt , wie beschrieben .

Kommentar von ingwer16 ,

Nein ich mach keine Pausen

Kommentar von Allexandra0809 ,

Du arbeitest mittwochs 8 Stunden ohne Pause? Das geht gar nicht. Dein Chef muss Dir hier eine halbe Stunde abziehen.

Na ja, Karfreitag wird er nicht zum Thema machen, da er Dir ja nicht mehr zahlen wird, als Du eigentlich arbeiten würdest.

Kommentar von ingwer16 ,

Ich denk , ich müsste Do/Fr, wie vereinbart arbeiten , also 9,5 Stunden , nicht 12 , wie AG meint - richtig ? Vielleicht kann mir dazu jemand nen Link schicken ?
- dankbarbin -!

Kommentar von ingwer16 ,

Mittwoch , die 8 Stunden ohne Pause , sind nicht ok , weiß ich. Ich war lang in Gastronomie ... Da hab ich ganz anderes hinter mir , bis zu 14 Stunden ohne ... Da ist der Job / die Zeiten eigendlich ein Genuss ...

Kommentar von Hexle2 ,

Zuerst einmal zu Deinen Arbeitszeiten:

Im § 4 Arbeitszeitgesetz steht, dass nach spätestens 6 Stunden eine Pause von mindestens 30 Minuten gemacht werden muss. Arbeitet man länger als 9 Stunden müssen die Pausen gesamt mindestens 45 Minuten betragen. Eine Pause muss mindestens 15 Minuten dauern und im Voraus feststehen.

Was die Entlohnung an Feiertagen betrifft: Schau mal § 2 Entgeltfortzahlungsgesetz an. Hier steht im Absatz 1:

"Für Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, hat der AG dem AN das Arbeitsentgelt zu zahlen, das er ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte."

Kommentar von ingwer16 ,

Vielen Dank ! Aber s geht nicht um den Feiertag .

Kommentar von Hexle2 ,

Zur Urlaubsberechnung kann ich Dir mal was aus dem Arbeitsrechtkommentar von Prof. Dr. Peter Wedde zitieren. Der schreibt zum § 11 Bundesurlaubsgesetz (Urlaubsentgelt) u.a.:

"Ermittlung des Zeitfaktors: Urlaubsentgelt ist tageweise zu berechnen, da auch der Urlaub nach Tagen gewährt wird. Das tägliche Urlaubsentgelt bemisst sich nach den am konkreten Arbeitstag ausgefallenen Arbeitsstunden. Es ist die Zeit zugrunde zu legen, die der AN gearbeitet hätte, wenn er nicht urlaubsbedingt von der Arbeit freigestellt worden wäre (BAG 9.11.1999 - 9 AZR 771/98). Die Pflicht zur Fortzahlung des Entgelts bezieht sich auch auf die Überstunden, die der AN ohne die Arbeitsbefreiung während des Urlaubszeitraums verrichtet hätte. Es gilt insoweit das Lohnausfallprinzip."

Wenn Du also am Freitag einen Urlaubstag nimmst, muss Dein AG Dir nur die Zeit von 8.00 bis 12.30 Uhr bezahlen. Nimmst Du am Mittwoch Urlaub, muss er die Zeit von 8.00 bis 16.00 Uhr berechnen. Auch bei Urlaub dürfen weder Plus- noch Minusstunden entstehen. Man muss also weder zusätzliche Stunden arbeiten, noch hat man Überstunden.

Kommentar von ingwer16 ,

👍🏻danke , gibt s vielleicht nen Link dennoch AG senden kann ?!

Kommentar von Hexle2 ,

Der zitierte Abschnitt ist so im Gesetz nicht zu finden da er ein Kommentar eines renommierten Arbeitsrechtlers ist.

In diesen Kommentaren zum Arbeitsrecht werden ausführliche Erklärungen und z.T. auch Beispiele zu den einzelnen Punkten eines Gesetzes gegeben und das "Beamtendeutsch" in verständliche Sprache "übersetzt".

Kommentar von ingwer16 ,

🙄 AG bombardierte mich heut per whatsapp , ich bat um ein Gespräch , morgen ..... Kam zurück ..... Dann änder ich einfach die Stunden . Montag - Freitag 8-14 Uhr .... Für mich nicht gut weil ich an 2 Nachmittagen meiner krebskranken Freundin Helf .
Das kann AG doch auch nicht einfach so machen oder ?

Kommentar von Hexle2 ,

Das Problem ist, die Arbeitszeiten sind nicht vertraglich so festgelegt wie Du momentan arbeitest.

Wenn im Arbeitsvertrag nur die zu arbeitenden Wochenstunden stehen, es sonst aber keine Regelungen über die Verteilung auf die einzelnen Wochentage gibt, hast Du leider schlechte Karten. Auf ein Gewohnheitsrecht kannst Du Dich leider nicht berufen.

Ich nehme mal an, es gibt keinen Betriebsrat. Dieser hätte Dir sonst evtl. helfen können, da er bei der Verteilung der Arbeitszeit und der Genehmigung von Schichtplänen mitzureden hat.

Kommentar von Familiengerd ,

Auf ein Gewohnheitsrecht kannst Du Dich leider nicht berufen.

... aber auf die Beachtung des zwingenden "billigen Ermessens" bei Entscheidungen, wie es auch in der Gewerbeordnung GewO § 106 "Weisungsrecht des Arbeitgebers" ausdrücklich vorgeschrieben ist!

Ohne zwingende betriebliche Notwendigkeit darf der Arbeitgeber in diesem Fall den Arbeitnehmer - wegen dessen persönlichen Bedürfnissen (Pflege einer krebskranken Freundin) - nicht zu anderen Arbeitszeiten verpflichten!

Kommentar von ingwer16 ,

März 2015 bekam ich den Vertrag in dem tägliche Zeiten geschrieben waren , September 15 wurden die Zeiten geändert - nicht schriftlich , jedoch mit meinem Einvernehmen

Kommentar von ingwer16 ,

... Also nicht nur die Wochenstunden !

Kommentar von Hexle2 ,

Wie sind denn die Stunden ursprünglich verteilt gewesen?

Kommentar von ingwer16 ,

Guten morgen ! Ich habs grad nicht auswendig im Kopf . Auch 5 Tage , nur die Zeiten waren etwas anders

Kommentar von Hexle2 ,

Wenn Dir die schriftlich vereinbarten Zeiten besser passen als die, die Dein Chef Dir jetzt "aufs Auge" drücken will, kannst Du auf diese bestehen. Wenn er dann sagt, dass Du ja jetzt anders arbeitest, sag ihm dass das ja freiwillig ist und Du ihm entgegengekommen bist.

Jetzt will er Dir zeigen dass er der Boss ist, weil Du auf Dein Recht zur Entgeltfortzahlung bestehst. Wenn es keine Argumente gibt (und rechtliche Grundlagen) und ein AG so reagiert, ist das schon ein Armutszeugnis. Aber Willkür brauchst Du Dir nicht gefallen lassen.

Entweder Dein Chef hält sich jetzt an die vertraglich vereinbarten Zeiten oder an die Arbeitszeiten die er wollte und die Du momentan hast. Einseitig wieder etwas ändern und völlig neue Arbeitszeiten weil er Dich "bestrafen" will, geht nicht

Kommentar von ingwer16 ,

Hab Vertrag geholt . Montag 8-14, Di 8-13, Mi 8-13, Do 8-17, Fr 8-13

Kommentar von Hexle2 ,

Wenn Dein AG Dir die jetzigen Arbeitszeiten ändern will, kann er das (außer auf die vereinbarten Zeiten zurückgehen) nur mit Deinem Einverständnis. Ansonsten kannst Du auf die Arbeitszeiten im Vertrag bestehen.

Kommentar von ingwer16 ,

Schriftlich , nehm ich an ....glaub sowas nennt man Änderungsvertrsg ?
Mir graust vor heut , der Diskussion ... Aber ok nu hab ich deutlich mehr wissen & Argumente . Vielen lieben Dank !!!!!

Kommentar von Hexle2 ,

Einen Änderungsvertrag brauchst Du nicht unterschreiben.

Wenn Dein AG andere Arbeitszeiten möchte, muss er Dir eine Änderungskündigung geben. Da hat man verschiedene Möglichkeiten:

  1. Man nimmt an und arbeitet zu den neuen Bedingungen
  2. Man lehnt ab und aus der Änderungskündigung wird eine Beendigungskündigung
  3. Man nimmt unter Vorbehalt an und lässt die Rechtmäßigkeit der Änderungskündigung beim Arbeitsgericht prüfen. Das hat den Vorteil dass man, im Gegensatz zu 2., auf jeden Fall den Job behält. Stellt das Arbeitsgericht fest, dass die Änderungskündigung nichtig ist, kannst Du zu den alten Bedingungen weiter arbeiten.

Bei 2. und 3. musst Du aber innerhalb von drei Wochen Klage beim Arbeitsgericht einreichen. Außerdem muss auch bei einer Änderungskündigung die vereinbarte, tarifliche oder gesetzliche Kündigungsfrist eingehalten werden. Von jetzt auf gleich geht das nicht.

Ich nehme mal an, es handelt sich nicht um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften. Ist es allerdings ein Kleinbetrieb, ist das ein Problem weil hier das Kündigungsschutzgesetz nur in Ausnahmen greift.

Kommentar von ingwer16 ,

Ich bin die einzige !offiziell ! Angestellte / angemeldet

Kommentar von Hexle2 ,

Sch....eibenkleister.

Wie dringend braucht Dich Dein Chef? Versuch noch mal in Ruhe mit ihm zu reden. Du bist ihm doch auch entgegengekommen und wenn er mit Deiner Arbeit zufrieden ist sollte die Entgeltfortzahlung doch wirklich kein Grund sein, das Arbeitsklima zu verschlechtern. Viel Glück

Kommentar von ingwer16 ,

Das Gespräch .....
Erst mal wurde ich in jeder Hinsicht gelobt , dank ausgesprochen .
S wurde bedauert das nu wohl bei jedem " der Magen grummelt ".
In dem Moment dachte ich " das klingt gut ".
Dann hab ich angebracht das Denkweise , verfahren , gesetzlich nicht ok ist , ich mich informiert hab - nicht nur hier , hatte sich ne Arbeitsrechts Beratung , telefonisch kontaktiert .
Naja , dann kam der Text von AG .... "   Was im Gesetz steht , interessiert mich nicht , weil für mich zu viel Stunden verloren gehen ".
- war selten so baff wie in diesem Moment . Wir schreiben hier über einen AG dessen Steuerrückzahlung , mehr als 3 Jahre brutto Gehalt  von mir deutlich überschreitet . Wobei ich in dem Job , 30 Stunden,deutlich mehr verdiene als in meinem erlernten Beruf , mit 26 , Vollzeit .
Letztendlich " darf" ich mir bis Montag überlegen , welches der 2 Angebote ich annehme.

1.  5 Tage , je 6 Stunden
2.  1 langen " flexiblen " Tag , rest der Stunden gleichmäßig aufgeteilt .

Der Spruch " von den reichen kannst sparen lernen " , stimmt wohl.
😔.  🤔

Kommentar von Hexle2 ,

Der Spruch " von den reichen kannst sparen lernen " , stimmt wohl.
😔.  🤔

Da stimme ich Dir zu. Leider hilft Dir das überhaupt nicht weil es sich ja um einen Kleinbetrieb handelt.

Ich habe ja keine Ahnung wie Du Dich jetzt entscheidest. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Zur Berechnung von Urlaubs-, Krankheits- und Feiertagsentgelt sind die täglichen 6 Stunden allerdings übersichtlicher.

Kommentar von ingwer16 ,

Ich denk ich werd mich für 5x6 entscheiden .
.... Es ist mir schon fast peinlich zu fragen .... Du hast schon so viel Zeit in meine Sache investiert ....
Welche Nachteile siehst Du bei 5x6?

Kommentar von Hexle2 ,

Ich finde es ist eine gute Wahl. Die andere Variante hätte mehr Nachteile.

So hast Du jeden Tag die gleiche Arbeitszeit und bei Krankheit, Urlaub und Feiertag muss der AG Dir immer 6 Stunden pro Tag bezahlen, egal was für ein Wochentag das ist.

Bei der anderen Möglichkeit hätte der AG evtl. den "langen" Tag immer vor oder nach einem Feiertag gelegt und Du hättest dann die kürzeren Tage bezahlt bekommen und anschließend länger arbeiten müssen. Das hätte nur dann keinen Vorteil für den AG gehabt, wenn dieser lange Tag z.B. jede Woche um einen Wochentag verschoben würde. Da kann man die Ausfallzeiten die Dein AG evtl. bezahlen muss nicht planen können. Bei kurzfristiger "flexibler" Planung hätte sehr wahrscheinlich nur der AG etwas davon

Kommentar von ingwer16 ,

Danke !
Ich kann dir nicht mal n " Sternchen " geben 😔.
Also auf diesem Weg , ein herzliches  DANKE für deine Mühe , Zeit ,usw ...💐  Klasse !! Hab wieder mal dazu gelernt 👍🏻💐, dir alles erdenklich gute

Kommentar von Hexle2 ,

Sehr gerne. Wenn ich Dir helfen konnte ist das doch viel wichtiger als ein Stern. Da wiegt ein "Danke" von Herzen sehr viel mehr. Schönes Wochenende

Kommentar von ingwer16 ,

Guten Abend Hexe2 !
Hast mir schon mal tolle Hilfe gegeben ....
Bin grad mit Ablauf wütend , geht um Urlaub . Heuer hatte ich bis dato 6 Tage Urlaub . Einen für ne Beerdigung im meinem Freundeskreis , einen für ne Autoreperatur . 4 nach Wunsch / AG .
Im August soll ich auf Wunsch AG 15-17 Tage nehmen , was vom Arbeitspensum nicht möglich ist .... Einsicht gibt es nicht 😡🙄. Der Rest sollte kurzfristig genommen werden ..... Meinte AG!!!
Sooo ich kletter für mein Leben gern , bat heute um Urlaub für Mittwoch - bestes Wetter ist angesagt , wir könnten ne tolle Tour gehen . AG meinte .... Ich hätte nach SEINEM Urlaub , seinen Vorstellungen zu nehmen , Mittwoch möchte er nicht .
Mich koffert das sooo an ! Bin flexibel ... Wenn ich mal nen Wunsch hab um mich sportlich auszukoffern ... Aufzutanken .... Grump!!!!
Wie sind meine Möglichkeiten ?

Kommentar von ingwer16 ,

.... Ich mach nie Pausen , würde das Arbeitspensum nicht erlauben , AG erwartet das ich 10- 15 Minuten vor Arbeitsbeginn da bin , dem werde ich gerecht . Auch kurzfristige AG bedingte Angelegenheiten werden von mir kurzfristig erledigt , ohne Murren& Knurren ...
Bin wirklich grad soweit das ich nur noch nach ! Ursprünglichem ! Vertrag arbeite . 🙄

Kommentar von Hexle2 ,

Dein Chef soll sich mal das Bundesurlaubsgesetz anschauen und da speziell den § 7. Hier steht u.a.:

"Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des AN zu berücksichtigen, es sei denn, dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer AN, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen."

"Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, dass dringende betriebliche oder in der Person des AN liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen. Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden, und hat der AN Anspruch auf Urlaub von mehr als zwölf Werktagen, so muss einer der Urlaubsteile mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage umfassen."

Die Gesetzgebung erlaubt dem AG dass er 3/5 des Jahresurlaubs eines AN verplanen kann. Das bedeutet aber nicht, dass er willkürlich kurzfristig MA in Urlaub "schicken" darf.

Hier wird berücksichtigt dass in vielen Betrieben z.B. Betriebsferien gemacht oder nach Feiertagen geschlossen wird (Brückentag). Dies muss aber im Voraus geplant sein und das meint nicht zwei oder drei Wochen sondern mehrere Monate.

Auf Kollegen musst Du ja wohl keine Rücksicht nehmen und dringende betriebliche Belange schiebt Dein AG wohl nach Gutdünken vor.

Rechtlich hast Du die Möglichkeit Deinen gewünschten Urlaubstermin durch eine Leistungsklage beim Arbeitsgericht durchzusetzen. Oft kann wegen der kurzen Frist zum gewünschten Termin kein Urteil erlangt werden, das Arbeitsgericht kann aber durch eine einstweilige Verfügung dem AN die Urlaubserteilung zum gewünschten Termin geben. Hier wird anschließend geklärt ob der Urlaub berechtigt verlangt wurde.

Was die Pausen betrifft: Da gibt es kein "Wunschkonzert". Die sind gesetzlich vorgeschrieben und müssen zwingend gewährt werden. Zudem müssen sie im Voraus feststehen und können nicht willkürlich nach Bedarf genommen werden. Unter 15 Minuten wird eine Unterbrechung der Arbeit nicht als Pause gewertet.

Was hindert Dich eigentlich, Dich nach einem neuen Job umzusehen? Meint Dein AG er könne alles machen was ihm gefällt und Gesetze gelten für ihn nicht?

Verlange doch mal ein "Zwischenzeugnis". Da wird sich der AG evtl. seine Gedanken machen, ob Du ihn "verlassen" willst. Wenn er Deine Arbeit und Deinen Einsatz schätzt und Dich nicht verlieren will, wird er Dich eventuell darauf ansprechen und sein Verhalten ändern.

Oft genügt ein "Schuss vor den Bug" um einen AG aufzurütteln und ihm zu zeigen, dass man nicht gewillt ist, sich alles gefallen zu lassen.

Mehr kann ich Dir hier leider nicht raten, umsetzen musst Du selbst. Alles Gute.

Kommentar von ingwer16 ,

Hab versucht nochmal mit Chef zu sprechen , mit dem Erfolg das es höchst unverschämt gewertet wird , die Tatsache das ich Gesetze zitiert hab kam gar nicht gut an .... Mein Chef ist Anwalt ....

Was mich am Jobwechsel hindert ... Nun ja , bin vor kurzem geschieden worden . Ehezeit war kurz aber heftig . Durfte keine sozialen Kontakte pflegen ...... August 14 hat Polizei meinen " Mann " nach der x- ten Prügelatacke entfernt .
Den Teilzeit Job hab ich bewusst gewählt um mich in jeder Hinsicht zu kurieren .
Wollte das noch ein Jahr lang machen .
Nun stehen die Sterne anders - werd mich neu orientieren ....

Kommentar von ingwer16 ,

Hexe, nun bräuchte ich bitte nochmal deinen guten Rat .
Ich bin mir recht sicher das ich nächste Woche die Kündigung bekomm, dazu hab ich fragen ....
1, im Vertrag steht " bei ordentlicher Kündigung ist AG berechtigt AN während der Kündigungsfrist ganz oder teilweise freizustellen .
Was genau bedeutet freistellen ?

2. iwo hab ich gehört das wenn AG dem AN keine 14 Tage Urlaub / Jahr gibt , der AN auch zum Jahresende , 14 Tage geben muss egal ob so viel Resturlaub vorhanden ist oder nicht . Ist das richtig ?Mein Urlaub hat AG diktiert .... Fast immer nur einzelne Tage . Ich hätte noch 5 Tage Urlaub .

3. die Arbeitszeiten sind ja geändert worden ... Siehe oben ....
Kann ich die abweichenden Stunden die über die ursprünglich , vertraglich vereinbarte Zeit , hinaus gehen als Überstunden rechnen - evtl geltend machen ?

4. könnte ich eine Abfindung " verlangen "? Wenn ja in welcher Höhe ?

Lieben Dank schon mal vorweg 💐

Kommentar von Hexle2 ,

1. "Freistellen" bedeutet, der Arbeitgeber sagt Dir dass Du bis zum Ende der Kündigungsfrist nicht mehr zur Arbeit kommen brauchst. Dein Chef muss Dich dann aber trotzdem bezahlen als hättest Du gearbeitet.

Wenn es eine teilweise Freistellung gibt, musst Du nicht immer sondern nur dann wenn der AG das möchte, arbeiten bis die Kündigungsfrist abgelaufen ist.

Bei einer Freistellung oder Teilfreistellung darf der AG Dir aber evtl. noch vorhandenen Resturlaub nicht anrechnen. Das geht nur wenn er Dich "unwiderruflich" freistellt.

2. Das ist korrekt. Das Bundesurlaubsgesetz schreibt im § 7 Abs. 2 vor, dass jeder AN einmal im Jahr das Recht auf zwei zusammenhängende Wochen Urlaub hat. Hat ein AN nicht einmal im Jahr diesen Urlaub genommen, hat er selbst dann noch ein Recht darauf,  wenn er seinen Urlaub in kürzeren Abschnitten schon "verbraucht" hat.

Es liegt dann keine ordnungsgemäße Erfüllung auf diese vorgeschriebenen zwei Wochen vor und ist damit entgegen des Bundesurlaubsgesetzes. 

Auch das BAG hat schon vor längerem entschieden, dass dann der gesetzliche Mindesturlaub in zusammenhängender Form (eben diese zwei Wochen) nachgefordert werden kann.

3. verstehe ich die Frage nicht, sorry. Was willst Du warum verrechnen? Hast Du die Stunden die Du gearbeitet hast nicht bezahlt bekommen?

4. kann ich so nicht beurteilen. Da es sich um einen Kleinbetrieb handelt, greift das Kündiungsschutzgesetz nur in ganz seltenen Ausnahmen (wenn z.B. gegen das Grundgesetz bei Diskriminierung) und die werden hier nicht zutreffen.

Abfindungen sind gesetzlich nicht vorgeschrieben. Es gibt sie i.d.R. wenn AG ihren AN sonst nur schwer kündigen können, um längere Kündigungsfristen und auch Kündigungsschutzprozesse zu umgehen.

Dann wird eine Abfindung oft vom Arbeitsgericht vorgeschlagen oder es gibt sie im Rahmen eines Sozialplans.

Ich sehe hier leider keinen Grund, warum Du Anspruch auf eine Abfindung hättest. Das Kündigungsschutzgesetz greift nicht, der AG hat es leicht zu kündigen, Sozialplan kann es nicht geben und gegen die Kündigung selbst kannst Du sehr wahrscheinlich nichts unternehmen.

Es wäre nur ein Fall für das Arbeitsgericht, wenn z.B. die Kündigungsfrist nicht eingehalten würde. Aber selbst hier gibt es dann nur Geld, wenn der AG dann keine neue Kündigung schreiben möchte sondern Dir Geld für den vorzeitigen Ablauf der Frist bietet.

Kommentar von ingwer16 ,

Prima danke .
Zu 2.
wenn ich nun gekündigt & freigestellt werde , ist der Urlaub dann nach Kündigungsfrist zu geben / nehmen ?

Kommentar von Hexle2 ,

Wenn Du freigestellt oder teil-freigestellt wirst, wird Dein Resturlaub nach Beendigung der Kündigungsfrist nach § 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz ausgezahlt.

Bei einer unwiderruflichen Freistellung darf der AG den Resturlaub mit der Freistellung verrechnen.

Kommentar von ingwer16 ,

Vielen lieben Dank 💐

Kommentar von Hexle2 ,

Gerne

Kommentar von ingwer16 ,

Guten Morgen Hexe 2 !
Ich hab eine neue Frage / Arbeitsrecht / Kündigung eingestellt . Könntest du sie dir bitte angucken 💐

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