Frage von jonaees, 36

T1 Musterung erhalten, dennoch muss ein Befund zur Faktor V Leidern Mutation nachgereicht werden. Kann das doch noch zu einer Ausmusterung führen?

Guten Tag liebe Community. Ich war vom 3-5.11 in Köln im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr, da ich mich nach meinem Abitur für die Offizierslaufbahn entschieden habe. Die Prüfung habe ich mit Erfolg bestanden und eine Sofortzusage für meinen Verwendungswunsch und den Studienwunsch erhalten. Allerdings durfte ich noch nicht unterschreiben, denn: Ich habe bei der Hauptuntersuchung beim Arzt währen des Prüfverfahrens eine T1 Musterung erhalten, d.h ich bin Körperlich Verwendungstauglich für alle Truppenteile ohne Einschränkungen. Nun zum schlimmen Teil: Ich habe die Blutgerinnungsstörung Faktor V Leiden Mutation. Die Ärztin meinte ich muss für diese Mutation einen Befund nachreichen, vorher kann die ärztliche Untersuchung nicht abgeschlossen werden.. Meine Frage an euch: Kann ich jetzt doch noch als Untauglich eingestuft werden? Ich habe so Angst das meine ganze Mühe von jetzt auf gleich durch diese blöde Mutation vernichtet wird, denn Bundeswehr war schon immer mein großer Traum! Vorallem beeinflusst Faktor V mich körperlich o.ä gar nicht, ich mache jede woche sehr viel sport ernähre mich gut bin fit. Womit muss ich rechnen? Oder annuliert meine T1 Musterung die Mutation? Ich bin am verzweifeln...

Antwort
von 19Sunny96, 22

Die Frage lässt sich nicht abschließend beantworten. Wie bei allen Fragen zur Musterung muss man ganz einfach auf die Einschätzung des Arztes warten.
ABER: Grundsätzlich kann man den Richtlinien für die Musterung (ZDv 46/1) folgendes entnehmen: T VI (untauglich) wird gemustert, wer "erhebliche Gerinnungsstörungen" aufweist. Angeführt werden als Beispiele einige Formen, wie beispielsweise das v.-Willebrand-Jürgens-Syndrom, was ebenfalls auf einen Faktormangel hinweist.
Der Musterungsarzt hat dir nun eine Facharztauflage erteilt. Das heißt konkret, dass er eine genauere, differentialdiagnostische Klärung deines Sachverhaltes haben möchte. Die schlichtweg im Raum stehende Tatsache, dass du eine Faktor-V-Leiden-Mutation (Leiden steht hier für das holländische Dorf) hast, möchte der Arzt fachärztlich belegt haben. 
Grund dafür ist, dass ein bestehender Faktor-V-Mangel ursächlich für eine APC-Resistenz sein kann. Wäre das der Fall und würde die Differentialdiagnose eine APC-Resistenz/ein besonders hohes Risiko ergeben, wäre das ein Grund dich auszumustern. Die APC-Resistenz ist sogar beispielhaft unter den "erheblichen Gerinnungsstörungen" aufgeführt.

Kurzum: 
JA, du kannst noch ausgemustert werden (grundsätzlich sogar relativ deutlich). NEIN, es ist noch nicht alles entschieden. Die Differentialdiagnose soll einen genaueren Überblick über das Syndrom und eine mögliche APC-Resistenz geben. JA, wenn sich das im FA-Befund widerspiegelt bist du mit ziemlicher Sicherheit raus. Und JA, das geht auch jetzt noch. Es verwundert mich dann aber doch irgendwie schwer, dass man dir angeblich schon eine Ziffer zugeordnet hat ... generell dürfte das bislang noch gar nicht möglich sein.
Vielleicht ein Zeichen, dass man durchaus an dir interessiert ist.

Kommentar von jonaees ,

Danke für deine ausführliche Antwort. Ich muss es dann also auf mich zukommen lassen, mal sehen was dabei rauskommt. Ich hoffe auf das Beste.

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