Frage von Licht08, 76

Systole und Diastole (Bio)?

Hi;-) Ich schreibe Mittwoch eine Bioarbeit und da kommen auch "Systole" und "Diastole" vor. Ich habe das nicht so ganz verstanden (war an dem Tag wo wir das gemacht haben nicht da). Kann mir das vielleicht jemand erklären? LG

Antwort
von garfield262, 51

Hey,

ich beschreibe die Begriffe am besten zunächst am Herz, genauer den Herzkammern: Die Systole ist die Phase der Herzaktion, in der die Kammermuskulatur erregt wird und zu kontrahieren beginnt. Der Beginn der Systole ist gleichzeitig das Ende der Diastole. Sobald der Druck in der Kammer jenen im Vorhof übersteigt, schließen die Segelklappen. Sobald der Druck in der Kammer den der ihr nachgeschalteten Arterie übersteigt, öffnen die Taschenklappen und der Auswurf beginnt. Die Systole endet und die Diastole beginnt, sobald der Druck in der Kammer wieder fällt. Fällt dieser unter jenen der Arterie, schließen die Taschenklappen. Fällt dieser weiter und unterschreitet jenen seines Vorhofs, öffnen die Segelklappen wieder und die passive Füllung der Herzkammer beginnt. Nachdem der Vorhof sich zusammenzieht und die aktive Füllung der Kammer geschehen ist, wird die Kammer erregt und der Kreislauf beginnt von vorne.

Soviel zum Herz, kommen wir zu den Gefäßen: Der systolische Blutdruck ist jener Druck, den das Herz maximal aufwendet, um das Blut in die Arterien auszutreiben. Wenn der Blutdruck also z.B. 120/80 mmHg beträgt, hat das Herz einen Druck von 120 mmHg auf das Blut ausgeübt. Der diastolische Druck kommt nicht durch das Herz, sondern durch die Wandspannung der Gefäße, die Windkesselfunktion der Aorta und den peripheren Gefäßwiderstand zustande. Der diastolische Blutdruck überbrückt damit die Phase der Herzaktion, in der das Herz keinen Auswurf macht (also der Diastole). Das Zusammenspiel aus systolischem und diastolischem Blutdruck soll aus einem stoßartigen Auswurf von Blut durch das Herz eine kontinuierliche Durchblutung des Gewebes machen.

In der Intensivmedizin wird übrigens lieber auf einen anderen Parameter, den mittleren arteriellen Blutdruck (MAD) zurückgegriffen, da dieser ein besseres Maß für die Gewebeperfusion (das heißt Gewebedurchblutung) ist.

Sorry, dass die Antwort erst nach deiner Bioklausur kam, ich habe die Frage vorher nicht gesehen. Ich hoffe, es lief trotzdem gut :)

Hast du sonst noch Fragen?

Lieben Gruß :)

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