Suktuformel beschreiben?

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3 Antworten

Moin,

na ja, das kommt ein bisschen darauf an, was du über Chemie schon so weißt. Ganz einfach wird es, wenn du zum Beispiel beim Atombau das Kugelwolkenmodell hattest und kennst.
Schwieriger ist es, wenn du zum Beispiel nur das Bohrsche Atommodell kennst.
Außerdem wäre es hilfreich, wenn du wüsstest, was Atombindungen (= Elektronenpaarbndungen), bindende und nichtbindende (freie) Elektronenpaare sind oder was die Oktettregel besagt. Auch Elektronegativitäten und Dipole wären hilfreiche Unterthemen.

Wenn dir das alles nichts sagt (oder nur wenig), dann wird's schwierig. Aber ich versuche trotzdem einmal, dir zwei Moleküle zu beschreiben.

Nimm als Beispiel das Wassermolekül. Es besteht aus drei Atomen, zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom. Die beiden Wasserstoffatome sind jeweils über eine einzelne Elektronenpaarbindung mit dem Sauerstoffatom verbunden. Da Wasserstoffatome nur zwei Elektronen zum Erreichen eines elektronischen Edelgaszustands (Edelgaskonfiguration) benötigen und das bindende Elektronenpaar gerade zwei Elektronen enthält, sind beide Wasserstoffatome "zufrieden".
Sauerstoffatome benötigen acht Valenzelektronen (Außenelektronen), um ebenfalls einen Edelgaszustand zu erreichen. Sauerstoffatome im Wassermolekül verfügen über zwei bindende Elektronenpaare (nämlich über die beiden Atombindungen zu den Wasserstoffatomen) und über zwei nichtbindende (freie) Elektronenpaare. Das macht zusammen die geforderten acht Elektronen (2 x 2 Bindungselektronen + 2 x 2 freie Elektronen). Darum ist auch das Sauerstoffatom "glücklich".
Aber weil die beiden freien Elektronenpaare am Sauerstoffatomrumpf einen gewissen Platz beanspruchen, "drücken" sie die beiden bindenden Elektronenpaare von sich weg. Das führt dazu, dass Wassermoleküle eine gewinkelte Geometrie haben. Und weil nun auch noch der Sauerstoff an den bindenden Elektronenpaaren stärker zieht als jeweils die Wasserstoffatome, sind die bindenden Elektronenpaare ungleich verteilt (nämlich zum Sauerstoff hin verschoben). Das führt dazu, dass der Sauerstoff etwas negativer geladen wird (immerhin zieht er Elektronenpaare, also negative Ladungsträger, stärker zu sich heran). Umgekehrt werden die Wasserstoffatome etwas positiviert (denn die Elektronenpaare werden von ihnen weggezogen). Dadurch entstehen polare Bindungen (Bindungen, in denen es das eine Ende negativ teilgeladen ist, während das andere Ende positiv teilgeladen ist). Die polaren Bindungen und die gewinkelte Molekülstruktur führen dazu, dass das Wassermolekül ein Dipol ist (also ein Teilchen, dessen eine Molekülhälfte etwas negativer ist und dessen andere Molekülhälfte positiver; Dipol heißt soviel wie zwei Pole).
O–H
 I
H

Nimm als zweites Beispiel das Kohlenstoffdioxidmolekül. Auch dieses Molekül besteht aus drei Atomen, nämlich aus zwei Sauerstoffatomen und einem Kohlenstoffatom. Die beiden Sauerstoffatome sind jeweils über eine Doppelbindung (also jeweils über zwei bindende Elektronenpaare) mit dem Kohlenstoffatom verbunden. Außerdem haben beide Sauerstoffatome jeweils auch wieder zwei nichtbindende (freie) Elektronenpaare. Nun hat das Kohlenstoffatom, das wie die Sauerstoffatome acht Elektronen braucht, um die angestrebte Edelgaskonfiguration zu erlangen, selbige erreicht, weil es 2 x 2 Doppelbindungen ausgebildet hat, die also von 2 x 2 x 2 = 8 Elektronen gebildet werden. Auch jedes Sauerstoffatom ist wieder "glücklich", weil es über 2 x 2 = 4 bindende Elektronen plus 2 x 2 = 4 nichtbindende Elektronen verfügt, also 8 Elektronen insgesamt.
Aber im Gegensatz zum Wassermolekül hat das Kohlenstoffdioxidmolekül keine gewinkelte, sondern eine lineare Geometrie. Das heißt, dass alle drei Atome in einer Linie angeordnet sind. Zwar "drücken" auch jetzt die freien Elektronenpaare des Sauerstoffs die bindenden Elektronenpaare von sich weg, aber das kann so erfolgen, dass das zentral gelegene Kohlenstoffatom in einer Reihe mit seinen beiden Bindungspartnern liegt: O=C=O
Kohlenstoffdioxid ist im Gegensatz zum Wassermolekül kein Dipol. Zwar zieht auch hier der Sauerstoff stärker an den bindenden Elektronenpaaren, so dass es auch hier zu polaren Atombindungen kommt, aber weil die beiden Sauerstoffatome in der linearen Reihe außen liegen, hast du ein Molekül, das außen jeweils negativ teilgeladene Pole hat. Und weil gleiche Teilladungen kein zweipoliges Gebilde ergeben, ist Kohlenstoffdioxid kein Dipol.

Wenn du von all dem nichts oder nur wenig verstanden hast, such dir das heraus, was du gebrauchen kannst oder hoffe auf eine hilfreichere Antwort.

LG von der Waterkant.

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Kommentar von MLeidinger
06.11.2016, 18:34

Das hat mir echt weitergeholfen.

 Vielen dank😊

PS. Danke das du dir so viel Mühe gemacht hast, dass weiß ich zu schätzen.

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Nimm dir Molekül 1 vor, beschreib die Strikturformel. Nimm dir Molekül 2 vor, beschreib die Strikturformel.

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Kommt drauf an von welchen Molkülen du redest :)

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Kommentar von MLeidinger
06.11.2016, 18:06

Chlorwasserstoffmolekül und kohlenstoffdioxidmolekül

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