Suizid/ Köperverltzung/ Strafe?

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12 Antworten

Das kommt auf den Fall an; aber prinzipiell nein.
Prinzipiell ist Suizid nicht strafbar - klar, der "Schuldige" ist ja schließlich tot.
Wenn jemand jemand anderen z. B. schlägt,  der langfristige Verletzungen davon trägt (z. B. Behinderung, Narben, etc.), ist das einfach eine (evtl. schwere) Körperverletzung.
Bringt sich der Betroffene dann aufgrund dieser Verletzung um, kann man zwar sagen, dass man den Verursacher kennt, aber gesetzlich ist eine solche Tat tatsächlich nicht strafbar.
Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
LG Willibergi

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Kommentar von Clavin
28.03.2016, 21:16

Dankeschön für die Antwort ich hätte noch eine Frage was ist damit gemeint "Suizid wird nicht bestraft. Wenn jedoch jemand einen dazu Anstifter schon oder wenn es aus etwas resultiert. Ich bin kein Jurist aber glaube dass es so stimmt. :)"?

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Kommentar von Willibergi
29.03.2016, 10:52

Weder Suizid selbst, noch die Anstiftung zum Suizid ist strafbar, denn es gibt keine strafbare Haupttat.
Es gibt die Anstiftung zu einer Strafrat, die strafbar ist, aber da Suizid selbst keine Straftat ist, ist die Anstiftung auch nicht strafbar.
Suizid wird ja auch "Freitod" genannt, und genau das ist es auch - der Betroffene kann noch selbst entscheiden, was er tut.
Das ist eine kleine Grauzone in Gesetz, denn wenn jemand so verprügelt wird, dass er nicht mehr leben will, resultiert daraus nur der Straftatbestand der (schweren) Körperverletzung.
Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
LG Willibergi

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Deine Frage ist unter Juristen sehr umstritten. Grundsätzlich muss bei einer Körperverletzung zwischen der Körperverletzungshandlung oder dem Körperverletzungserfolg und der Todesfolge ein spezifischer Gefahrzusammenhang bestehen.

Wie dieser Gefahrzusammenhang beschaffen sein muss, ist sehr umstritten. Ein solcher kann jedenfalls auch darin bestehen, dass ein Opfer einer lebensgefährdenden Körperverletzung (möglicherweise unbesonnene) Fluchtmaßnahmen ergreift, die naheliegend und nachvollziehbar sind wegen der Furcht vor lebensgefährdenden Verletzungen.

Wenn also das Opfer einer solchen lebensgefährdenden Körperverletzung (z.B. will Täter A das Opfer B mit einem Baseballschläger schlagen) aus Furcht vor diesen Verletzungen über eine viel befahrene Straße rennt, um dem Angriff zu entkommen und dabei zu Tode kommt, dann ist es sehr gut möglich, dass hier ein Fall von KV mit Todesfolge vorliegt.

Natürlich kommt es immer auf den Einzelfall an.

Bei einem "normalen" Suizid besteht aber ein solcher spezifischer Gefahrzusammenhang nicht, sodass bei einem freiverantwortlichen Suizid, der nicht durch eine Flucht oder dergleichen verursacht wurde, der Täter nur wegen Körperverletzung dran ist.

Natürlich gibt es auch andere Situationen, bei denen der Täter das Opfer zwingt (zB durch Körperverletzungen), sich selbst umzubringen. Hier ist dann aber eher an Totschlag oder sogar Mord zu denken.

Für alle möglichen Straftaten gilt aber, dass der Täter mit Vorsatz gehandelt haben muss, d.h. den Tod entweder gewollt oder billigend in Kauf genommen hat. Bei der KV mit Todesfolge muss der Täter die KV vorsätzlich ausgeführt haben und bezüglich der Todesfolge muss mindestens Fahrlässigkeit vorliegen.

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Kommentar von Clavin
28.03.2016, 21:37

Danke für die antwortet!! Was wenn Person A und Person B ein Streit hatten sich schlagen und Person A für 1 Tag paar Naben hat und von Person B gemobbt wird ist es dann eine normale KV? 

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Hat der Suizidgefährdete noch seinen freien Willen, dann ist ein Schlag eine simple KV, nichts weiter. Auch wenn er sich danach umbringt. 

Würde aber jemand mit einer tiefgreifenden Bewusstseinsstörung durch einen Schlag bewusst dazu gebracht, sich umzubringen, könnte es ein Tötungsdelikt, ggf. sogar Mord sein. 

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Kommentar von Clavin
28.03.2016, 19:53

Wie ist es gemeint Bewusstseinsstörung ? Wenn er behindert ist ? 

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nein, das ist wahrscheinlich °°nur körperverletzung°° denn es hat ja mit dem tod ansich nichts zu tun - der geschlagene hat sich , so doof das jetzt auch klingen mag, selber zum freitod entschlossen - er wurde ja nicht genötigt

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Nein, ganz sicher nicht. Niemand wird für den Suizid einer anderen Person verantwortlich gemacht, es heißt Selbst(!)mord und das ist es auch im strafrechtlichen Sinne.

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Nö, das sind zwei verschiedene, getrennte Dinge.

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Nein, das kann man dem Schläger nicht anhängen. Er muss sich lediglich für die Körperverletzung durch den Schlag verantworten.

Der Geschlagene hat schließlich die Möglichkeit, auf sinnvolle Weise auf die Attacke zu reagieren. Wenn er sich deshalb das Leben nimmt, ist es seine Entscheidung.

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Nein, es war ja grundsätzlich immernoch die entscheidung der Person. Die Person hätte jedoch Anzeige wegen Körperverletzung erstatten können. Anders könnte es vlt. aussehen wenn man beabsichtigt hat dass die Person sich umbringt.

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Suizid wird nicht bestraft. Wenn jedoch jemand einen dazu Anstifter schon oder wenn es aus etwas resultiert. Ich bin kein Jurist aber glaube dass es so stimmt. :)

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Kommentar von Clavin
28.03.2016, 19:43

Wie ist es gemeint mit "resultiert"?

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Nein ist es nicht.

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Nein, es bleibt ein Selbstmord.

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Nein außer man wird zum Selbstmord gezwungen.

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