Frage von DeadToast92, 33

Suche Wortherkunft von "Taktlos", woher kommt das Wort, wann und wie wurde es erfunden?

Hallo! Ich und meine WG diskutieren gerade darüber, woher das Wort kommt, wie und wann es erfunden wurde.

Kennt jemand gute Seiten für so was?

Thx, schönen Sonntag noch

Antwort
von chog77, 33

Ich habe bei mir den Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen bei mir im Schrank stehen. Das ist der Klassiker, wenn man nach der Wortherkunft sucht. Da findet man bezüglich der Wortherkunft folgendes:

"Takt m. ‘feines Gefühl für Anstand und Schicklichkeit, rücksichtsvolles Verhalten’, Übernahme (Ende 18. Jh.) von gleichbed. mfrz. frz. tact, eigentl. ‘Gefühlssinn, Berührung’, dann ‘Feinheit, Sicherheit bezüglich des Geschmacks’ und ‘guter Ton im gesellschaftlichen Verkehr, Gefühl für Schicklichkeit im Umgang mit Menschen’, entlehnt aus lat. tāctus (s. ¹Takt). – taktlos Adj. ‘ungeschickt, plump-vertraulich, unverschämt’ (Mitte 19. Jh.);Taktlosigkeit f. (Mitte 19. Jh.). taktvoll Adj. ‘rücksichtsvoll, zurückhaltend’ (Ende 19. Jh.)."

Vielleicht findet ihr online noch ein anderes etymologisches Wörterbuch.

Kommentar von DeadToast92 ,

Danke aber wir wollten eigentlich wissen, wie es zu der heutigen gebrauchs- und bedeutungsform zustandegekommen ist

Kommentar von chog77 ,

Das steht doch im Artikel drin:

Im 18. Jahrhundert (als französisch die gepflegte Hochsprache war, aus der Takt entlehnt ist) bezeichnete man mit Takt die Umgangsformen einer Person, also einen Menschen, der die die gesellschaftlichen Normen und Regeln kannte und sicher damit umgehen konnte. ohne dass es peinlich wurde. Und gesellschaftliche Fettnäpfchen gab es zu dieser Zeit sehr viel mehr als heute. Schon wie Männlein und Weiblein in gehobenen Kreisen miteinander reden durfte - wer, wen ansprechen und vor allem wie - war streng festgelegt. 

Wer diese gesellschaftlichen Umgangsformen kannte, der hatte Takt, kannte Sitte und Anstand. Wer dies nicht hatte, der war eben taktlos und musste mit der Ächtung der feinen Oberschicht rechnen.

Im Grunde hat sich an dieser Bedeutung bis heute nichts geändert, auch wenn die gesellschaftlichen Normen lange nicht mehr so streng reglementiert sind. Es gibt immer noch Dinge, die die Mehrzahl der Leute als gesellschaftliches No-go empfindet.

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