Suche Kampfsportart für Verteidigung??

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4 Antworten

Zunächst einmal gibt es einige Unterschiede zwischen Kampfsport, Kampfkunst und Selbstverteidigungssystemen.

Moderne Kampfsportarten sind meist Wettkampfsportarten, so dass zu gefährliche Techniken häufig entschärft wurden. Dadurch ist ihr Hauptaugenmerk nicht auf Selbstverteidigung ausgerichtet.

Traditionelle Kampfkünste beinhalten dagegen oft noch gefährliche Techniken, sehen die Disziplin jedoch meist nicht als Selbstverteidigungsmethode, sondern als einen Weg zur Entwicklung der Persönlichkeit.

Heutige Selbstverteidigungssysteme (SV) sind eine Kombination verschiedener Stile mit dem Versuch, möglichst effektive Techniken unterschiedlicher Herkunft für den Ernstfall zu kombinieren.

Doch egal welche Herangehensweise man bevorzugt - wichtig ist es, eine Disziplin langfristig zu üben, wenn man positive Veränderungen sehen will.

Selbstbehauptung

Am besten ist es, wenn durch Selbstbehauptung gar keine Selbstverteidigung notwendig wird - also bereits das Auftreten deeskalierend wirkt und den potentiellen Angreifer von seiner Absicht abbringt

Das dazu erforderliche Selbstbewusstsein und eine gefestigte Persönlichkeit kann man sowohl durch das Training eines Kampfsports, als auch einer Kampfkunst, oder eines SV-Systems entwickeln.

Der jeweilige Stil ist dabei zweitrangig, also suche dir eine Disziplin, die dir persönlich Spaß macht, denn langfristige Motivation ist das wichtigste.

Der beste Stil

Manche Anbieter werben damit, den besten/effektivsten Stil zu lehren. Das ist nichts anderes als ein unseriöses Werbeversprechen, denn den besten Stil für alle Menschen gibt es nicht.

Wie schon gesagt, ist im Ernstfall vor allem mentale Stärke gefragt, denn auch jemand mit 30 Jahren Trainingserfahrung ist völlig wehrlos, wenn er sich der ungewohnten Situation nicht anpassen kann.

Auch unter diesem Gesichtspunkt ist also eher entscheidend, mit welcher Disziplin du dich wohlfühlst und nicht, welche Versprechen gemacht werden.

Was also machen?

Ich empfehle dir, zunächst einmal das Angebot aller Vereine in deiner Umgebung zu sammeln.

Dann kannst du dich über die angebotenen Disziplinen informieren - ist es ein Kampfsport, eine Kampfkunst, oder eine SV-Methode? Welche Techniken werden eingesetzt? gibt es Waffentechniken?

Wenn du meinst, ein interessantes Angebot gefunden zu haben, vereinbare einen Termin für ein Probetraining. Entweder es gibt eine kostenlose Schnupperstunde, oder man kann gegen eine kleine Gebühr, etwas länger am Training teilnehmen.

Denk daran - die Disziplin soll dir Spaß machen und dir nicht wie ein Bootcamp für leidenschaftliche Masochisten vorkommen. ;-)

Ein Probetraining  hat gleich mehrere Vorteile für dich

Du spürst die Techniken am eigenen Körper und machst selbst die Erfahrung, wie es sich anfühlt. Zusätzlich kannst du dir dabei auch einen Eindruck vom Verein selbst verschaffen.

Wie gehen die Menschen miteinander um? Gibt es viel Druck und Konkurrenzdenken? Wie offen und hilfsbereit ist man dort?

Vielleicht findest du den Stil spontan super, magst aber die Atmosphäre im Verein nicht, oder der Mitgliedsbeitrag scheint dir zu hoch. Dann kannst du nach einem anderen Verein gucken, der die selbe Disziplin lehrt, jedoch sympathischer wirkt.

Zum Thema Mädchengruppe

Ich persönlich halte nicht viel davon, Männer und Frauen getrennt zu unterrichten - unter anderem deshalb, weil ein Großteil der überführten Gewalttäter nun einmal Männer sind.

Es macht also bereits vom Standpunkt der Selbstverteidigung durchaus Sinn, in gemischten Gruppen zu trainieren. Männer sind in der Regel körperlich kräftiger, haben einen anderen Körperbau und ihr Körperschwerpunkt ist oft höher, als bei Frauen

Auch psychologisch ist gemischtes Training von Vorteil, denn man hat es dann mit sehr unterschiedlichen Menschen zu tun.

Vom muskelbepackten 1,90m Grizzly-Bären bis zur 1,50m zierlichen Frau ist dann alles dabei und auch die Charaktere unterscheiden sich - von offensiv und direkt, bis defensiv und zurückhaltend ist alles dabei.

In einem Ernstfall kann man sich auf die unterschiedlichen Typen besser einstellen, wenn man gemischt trainiert, als immer mit Personen des gleichen Geschlechts und ähnlichem Körperbau zu trainieren.

Zu meiner Person

Ich selbst trainiere die japanische Kampfkunst Aikido. Sie verfolgt eine pazifistisch geprägte Philosophie und ist auf Verteidigung, statt auf Konfrontation und offensive Angriffe ausgelegt.

Weshalb ich Aikido schätze und welche Besonderheiten es hat, habe ich hier erklärt und mit einigen Videos illustriert;

https://www.gutefrage.net/frage/welche-kampfsportart-gefaellt-euch-und-warum-welche-macht-ihr?foundIn=list-answers-by-user#answer-202694589

Obwohl ich Aikido bereits im Ernstfall einsetzen musste, ist für mich nicht der Selbstverteidigungsaspekt entscheidend, sondern die Freude am Training und die positiven Veränderungen in meinem Leben.

Egal für welche Disziplin du dich entscheidest - ich wünsche dir viel Spaß :-)

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Kommentar von OnkelSchorsch
23.04.2016, 18:09

Genau so ist das.

DH!

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Kommentar von WiseGirl3213
23.04.2016, 22:02

Vielen Dank! Was ist denn passiert dass du dein Aikido einsetzen musstest wenn ich fragen darf?

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MMA oder Kickboxen
MMA bringt dir das Kämpfen im Stehen und auf dem Boden bei, aber wenn du nur auf selbstverteidigung lernen willst dann mach Krav Maga oder Wing Tsun :)

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Auf jeden Fall krav maga weil sowas wie Kickboxen bringt die im Ernstfall zwar eventuell etwas aber krav maga ist deutlich besser da hier genau auf das Thema Selbstverteidigung eingebauten wird die anderen Sportarten sind, wie soll man das erklären, halt kampfsportarten und Krav maga ist Selbstverteidigung. 🤔 schwer zu erklären aber schau dir auf youtube einfach mal Videos dazu an. 👍🏼

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Wenn der aspeckt der selbstverteidigung im vordergrund stwht würde ich definitiv zu krav maga raten. Mache ich selbst auch seit 4 jahren.

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Kommentar von WiseGirl3213
23.04.2016, 16:42

und wie ist das so?

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Kommentar von LeBaboon
23.04.2016, 16:48

Kampfsportarten lehren den kampf zwischen zwei gegnern in einem ring mit regeln.
Krav maga ist genau genommen kein kampfsport sondern ein selbstverteidigungssystem. Hier wird auch der kampf gegen mehrere angreifer gelehrt. Es gibt keine regeln. Das system ist darauf ausgelegt, so effektiv wie möglich zu sein. Auch werden entwaffnungen (stöcke, messer, schusswaffen) sowie der kampf damit gelehrt.

Auch sind die basics vergleichsweise leicht zu erlernen.

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Kommentar von LeBaboon
23.04.2016, 22:28

Kein problem :)

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