Frage von AdrianSiegler, 23

Subventionen für deutsche Schiffswerften?

Es ist ja nicht unbekannt, dass deutsche Schiffswerften zur Zeit einige Probleme auf dem Markt haben. Sie sind gegenüber dem asiatischen Markt im Nachteil, da dieser zusätzlich über massive staatliche Subventionen verfügt. Wäre es nun theoretisch sinnvoll den deutschen Schiffsmarkt ebenfalls mit Subvention auszustatten, um ihn Konkurrenzfähig zu halten?

Antwort
von Dampfschiff, 3

Subventionen verzerren den Markt und verhindern eine richtig funktionierende internationale Arbeitsteilung (in jedem Land wird das hergestellt, was unter den dortigen Verhältnissen besonders gut + besonders günstig gemacht werden kann).

Subventionen sind nur in folgenden Fällen sinnvoll:

1. Aus politischen Gründen (z. B. nationale Unabhängigkeit von Importen, Bewahrung von nationalem Einfluss auf einen bestimmten Industriezweig, gewünschte positive Nebeneffekte einer bestimmten wirtschaftlichen Betätigung - wie etwa der Erhalt bestimmter Kulturlandschaften oder die Bewahrung eines bestimmten Know-Hows) soll eine Herstellung bestimmter Güter unbedingt (zumindest teilweise) im eigenen Land erfolgen. "Arbeitsplätze erhalten" ist KEIN solcher Grund - denn Arbeitsplätze kann man vielleicht besser und billiger in anderen Wirtschaftszweigen neu schaffen, als sie in sterbenden Wirtschaftszweigen mit Subventionen zu erhalten.

2. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten eines bestimmten Unternehmens oder eines ganzen Wirtschaftszweigs hängen nur mit einer momentanen konjunkturellen Schwäche zusammen, aber prinzipiell sind diese Unternehmen international konkurrenzfähig. Dann ist es sinnvoll, in Not geratenen Unternehmen z. B. mit Subventionen zu helfen, eine Durststrecke zu überstehen.

Zum speziellen Thema des Schiffbaus gilt das gleiche wie für viele andere Produktionsthemen auch: Die Herstellung von Standardprodukten mit hohem Material- und Arbeitsaufwand (z. B. normale Frachtschiffe etc.) kann in Schwellenländern mit billiger Industrieproduktion erfolgen. Da kann ein hoch entwickeltes Hochlohnland wie Deutschland niemals konkurrenzfähig sein, egal, wie ausgefeilt und rationalisiert die Produktion hier auch sein mag. Die Herstellung von Produkten, die ein sehr spezielles Know-How erfordert, das zudem sehr schnell veraltet, ist hingegen "ein Heimspiel" für Länder mit einer großen Industrie- und Forschungslandschaft.

Werften wie die Meyer-Werft (für Kreuzfahrtschiffe), die HDW (für spezielle Unterseeboote), die Fassmer-Werft (für hochspezialisierte Einsatzschiffe, beispielsweise für die Seenotrettung) können sich bis jetzt ganz gut behaupten - sie haben keine ernsthafte Konkurrenz aus Billiglohnländern.

Antwort
von DerTroll, 15

Dieser Sektor wird schon extrem stark subventioniert. Und es zeigt sich, daß das nicht viel bringt.

Antwort
von lesterb42, 7

Das muss der Markt richten. Subventionen sind immer Mist.

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