Frage von Lemontear77, 122

Stute kreuzt im Schritt die Vorderbeine- was tun?

Hallo zusammen :) Habe erst vor kurzem eine 7jährige Stute gekauft, und es ist soweit alles gut, aber eine Sache bereitet mir Sorgen: Im Schritt kreuzt sie exterm (besonders mit dem einem Bein) die Vorderbeine. Im Trab und im Galopp läuft sie normal. Gesundheitlich bedingt ist das wohl nicht. Sie hat einen guten TÜV und wir haben selbstverständlich eine Ankaufsuntersuchung machen lassen. Sie hat das wohl schon immer gemacht, mir wurde aber mehrfach gesagt, dass man das vielleicht durch richtigen Muskelaufbau vermindern (!) kann. Dass es nie ganz weggehen wird, weiß ich, das ist eben ihr kleiner Makel. Aber vermindern wäre schön nicht schlecht... Fällt euch was ein, wie man das lösen könnte? Oder gibt es besondere Übungen, die da helfen könnten? Bin gespannt auf eure Antworten :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Punkgirl512, 44

Guter TÜV heißt nicht, dass das Pferd keine Blockaden hat. Bitte abchecken lassen!

Ich kann mir zum Einen gut vorstellen, dass z.B. der Sattel drückt und das Pferd im Schritt mit den Beinen dahin zwingt.

Noch viel wahrscheinlicher ist eine mangelnde Grundausbildung des Pferdes - ich kenne es z.B. von jungen Friesen, die den Laufsteg-Gang drauf haben im Schritt. Alles andere als gut, aber durch gute und korrekte Arbeit im Schritt verringert sich das immer mehr, weil das Pferd selbst über mehr Schulterkontrolle verfügen wird dann und dieses Schwanken nicht mehr nötig hat, wenn es dann mal ausbalanciert ist.

Hierzu helfen Schulterherein, Travers, Renvers auf gerade und gebogenen Linien, immer entsprechend so, dass die Schulter, auf die das Pferd sowieso fällt, nicht doppelt belastet wird. Fällt das Pferd z.B. auf die rechte Schulter mehr, macht Schulterherein linke Hand keinen Sinn - denn damit schiebt man das Gewicht ja wieder auf die rechte Schulter.

Ebenso Zirkel verkleinern ODER vergrößern - abhängig von der Schiefe des Pferdes.

Und unentbehrlich: ein guter Trainer.

Kommentar von Lemontear77 ,

Danke! Und sie macht das ja immer, auch ohne Sattel... Einen guten Trainer habe ich ;)

Kommentar von Punkgirl512 ,

Dann bring das Pferd in eine bessere Balance, über die Seitengänge.

Was auch helfen könnte, wäre ein guter (!) Huforthopäde. z.B. von der DIfHO oder DHG. Der kann die Hufe dann entsprechend korrekt bearbeiten - ein Schmied baut bei so einem Fall garantiert wieder nur Mist und will dann einen "Korrekturbeschlag" drauf packen, anstatt den Huf in Balance zu bringen.

Kommentar von Lemontear77 ,

Okay, ich werde es versuchen. Unser Schmied macht Hufkorrektur in dem Sinne, wir hatten mal ein Pferd, dass etwas Xbeinig gelaufen ist und da hat er das auch gemacht... Mal sehen :)

Kommentar von Punkgirl512 ,

Und ein Huforthopäde bearbeitet das Pferd so, dass der Huf gerade wächst und der Huf in Balance ist - dadurch auch das Pferd in Balance sein kann. Das traue ich nur ganz wenigen Schmieden zu - bisher ist mir noch keiner davon untergekommen.

Kommentar von Punkgirl512 ,

Danke für den Stern - scheint geholfen zu haben ;)

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 63

Ich würde mal meinen Tierarzt fragen, was er dazu sagt. Unter Umständen lässt sich bei einem Stellungsfehler etwas durch einen Korrekturbeschlag machen. Vielleicht könnte ein Osteopath helfen, unter Umständen gezieltes Training. Doch welches, kann Dir hier keiner sagen, der das Pferd nicht in der Bewegung erlebt und vor allem wirklich Ahnung von der Materie hat - deswegen würde ich da ehr den Rat eines guten Tierarztes einholen, als hier diffuse Tipps nacheinander durchzuprobieren und aufs Blaue hin irgendwas zu versuchen, weil das eben auch nach hinten losgehen kann, wenn es kontraproduktiv für die Fehlstellung ist.

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 28

Mir fallen da sofort die Hufe ein. Sehr viele Pferde bewegen ihre Beine nicht geradlinig, weil sie nicht korrekt bearbeitete Hufe haben. Zeig mal einem Huforthopäden Huffotos oder lade ihn mal zu einem Beratungsgespräch ein. Da wird er Dir dann gleich noch erklären, welche Einschränkungen das Pferd aufgrund seines Handicaps wirklich hat, welcher Verschleiß vorprogrammiert ist und wie man das (noch) abfangen kann. Wenn Dir gesagt wurde, das sei schon immer so, dann hat man mit gewisser Wahrscheinlichkeit eine im Fohlenalter notwendige Korrektur versäumt und kann nun nur noch Schadensbegrenzung betreiben.

Antwort
von beglo1705, 79

Korrektes Longieren am Kappzaum kann hier helfen, um mögliche Blockaden zu lösen (bitte nur, wer auch longieren kann!!! ansonsten: https://www.wege-zum-pferd.de/produkte/longenkurs/  )

Ansonsten würde ich mal den TA bzw den Physio drüber schauen lassen, nicht dass da was an der Wirbelsäule oder den Halswirbeln nicht okay ist.

Ist das immer gleich ausgeprägt oder gibt´s Situationen, wo es mal stärker oder mal schwächer zu beobachten ist? Hatte sie mal einen Unfall oder so?

Kommentar von Lemontear77 ,

Wie gesagt, TA hat sich das schon angeguckt, an den Röntgenbildern ist auch nichts zu erkennen, alles gut. Und es ist immer gleich ausgeprägt, obwohl, etwas deutlicher wenn sie langsamer läuft. Einen Unfall hatte sie nie.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 72

mir würde da ein stellungsfehler einfallen. oder ein anatomischer fehler.

was sagt die beurteilung, die sie als fohlen bekommen hat?

aber wie immer bei solchen sachen - man müsste das pferd laufen sehen.

Kommentar von Lemontear77 ,

Eher ein anatomischer. Es scheint einfach in ihrer Natur zu liegen, ich möchte ja nur wissen, wie man es etwas mindern kann. Im Pferdepass steht nichts auffälliges bei der Fohlenbeurteilung, eine andere haben wir nicht.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 21

Hufbearbeitung durch einen HO machen lassen und auf gar keinen Fall Eisen drauf machen.

Kommentar von Lemontear77 ,

Eisen hat sie schon.

Kommentar von friesennarr ,

Dann liegt es an den Eisen - hol lieber mal einen HO der kann auch den beschlagenen Huf beurteilen und dir raten.

Kommentar von Lemontear77 ,

An den Eisen wird es kaum liegen, da sie es ja auch schon hatte, als noch keine Eisen drauf waren.

Antwort
von Weymez, 64

Kann mir vorstellen das Stangenarbeit oder Berg auf im Schritt arbeiten helfen könnte..  

Was sagt den die vorbesitzerin dazu?  Wäre ja für dich vielleicht auch interessant...  

Kommentar von Lemontear77 ,

Werde es versuchen :)

Die Vorbesitzerin sagt, das sei schon immer so gewesen....

Antwort
von CalouHO, 24

Sorgen würde ich mir keine machen. Ich würde sie auch viel im seitwärts gymnastizieren.

Sieht man denn irgendetwas vom Gebäude bzw. Stellung der Beine, oder etwas von den Hufen, das diese unterschiedlich sind? 

Kommentar von Lemontear77 ,

Nein, man sieht nichts, gebaut ist sie ganz normal.

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