Frage von Grido, 88

Studium steuerlich absetzen – brauche ich eine Steuererkläung oder mehrere?

Hallo zusammen,

ich bin im Jahr 2015 nach einem Master-Studium in den Beruf eingestiegen und würde nun gerne die Kosten für mein Master-Studium (Zweitausbildung) als Werbungskosten absetzen. Das Studium ging von Oktober 2012 bis Februar 2015. Gebe ich die jeweiligen Kosten in der Steuererklärung für das Jahr 2015 an, oder sollte ich für die Jahre 2012-2014 eine eigene Einkommenssteuererklärung anfertigen? Zur Info: Zwischen 2012 und 2014 hatte ich kein zu versteuerndes Einkommen.

Und zudem: Mein Einkommen 2015 war recht gering, sodass ich unter 2.000 Euro an Lohnsteuer von meinem Bruttoeinkommen einbehalten wurde. Da hiervon bereits die Pendlerpauschale und Sonderausgaben abgesetzt werden, bleibt nicht mehr viel. In diesem und vor allem im nächsten Jahr werde ich voraussichtlich mehr verdienen und entsprechend mehr versteuern. Sollte ich mein Studium dann erst in ein bis zwei Jahren von der Steuer absetzen? Ist es rechtens, die Ausbildung erst 5 Jahre nach Beginn der Ausbildung abzusetzen?

Besten Dank im Voraus für die Beratung!

Antwort
von MenschMitPlan, 49

Die Kosten für das Studium sind in dem Jahr anzusetzen, in dem sie auch verausgabt wurden. Es wäre für jedes Jahr von 2012-2015 eine Steuererklärung abzugeben. Es wird dann für jedes Jahr der vortragsfähige Verlust festgestellt, der im Jahr 2015 erstmals (teilweise) mit deinen Einkünften verrechnet wird. Der übriggebliebene Rest wird in 2016 verrechnet.

Kommentar von Grido ,

Besten Dank für die Antwort! Dann noch abschließend eine Frage zur Einschätzung: Da ich vorhabe 4 Steuererklärungen anzufertigen und dort keine Erfahrungswerte habe, sollte ich mir Hilfe von einem Lohnsteuerhilfeverein besorgen? Die Kosten belaufen sich wohl auf etwa 200 Euro für die Mitgliedschaft, da nachträglich eine Mitgliedschaft ab dem Jahr 2012 (in meinem Fall) beantragt werden muss. Lohnt sich so etwas?

Antwort
von mausespitz, 53

Hallo Grido erst einmal zu deinem Denkfehler die Fahrkosten werden nicht von der Lohnsteuer abgesetzt, sondern verringern dein zuversteuerndes Einkommen nach dem die Steuer berechnet wird.

Für die geltend Machung der Studienkosten gilt das Zuflussprinzip, d.h. in deinem Fall im Jahr der Entstehung müssen auch die Kosten angesetzt werden. Für dich gilt das du nur ab dem Jahr 2013 noch eine Einkommensteuererklärung für jedes Jahr machen kannst und das Jahr 2012 ist pP (persönliches Pech). Da hättest du ehern was unternehmen müssen.

Auf Grund deines Nichteinkommen erhältst du vom Finanzamt eine Verlustbescheinigung, welche du im Jahr 2015 dann einreichen mußt. Diese Verlustbescheinigung verringert wiederrum das zuversteuernde Einkommen bis gegen Null der Rest wird für das Jahr 2016 aufgehoben.

Das heißt zwar du könntest die gesamten Einkommenssteuern zurück erhalten die du dem Finanzamt gezahlt hast, aber nicht mehr.

Ich hoffe ich konnte dir helfen, ansonsten melde dich.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

Frage: wieso sollte das Jahr 2012 pP sein?

Kommentar von mausespitz ,

Weil nach § 170 Abs. 1 Nr. 2 AO der Termin zum 31.12.2015 vorbei war.

Kommentar von kevin1905 ,

Nos.

Festsetzungsverjährung tritt zum 31.12.2016 ein.

Kommentar von mausespitz ,

No. ....spätestens jedoch mit Ablauf des dritten Kalenderjahrs, das auf das Kalenderjahr folgt, in dem die Steuer entstanden ist,...

d.h. Entstehung 31.12.2012,
spätestens im 3. Kalenderjahr
1. Kalenderjahr 31.12.2013
2. Kalenderjahr 31.12.2014
3. Kalenderjahr 31.12.2015

Kommentar von Grido ,

Besten Dank für die Antwort! Dann noch abschließend eine Frage zur
Einschätzung: Da ich vorhabe 4 Steuererklärungen anzufertigen und dort
keine Erfahrungswerte habe, sollte ich mir Hilfe von einem
Lohnsteuerhilfeverein besorgen? Die Kosten belaufen sich wohl auf etwa
200 Euro für die Mitgliedschaft, da nachträglich eine Mitgliedschaft ab
dem Jahr 2012 (in meinem Fall) beantragt werden muss. Lohnt sich so
etwas?

Kommentar von mausespitz ,

Wenn du keine Ahnung hast wäre es besser einen guten LHV aufzusuchen, damit keine Kosten verloren gehen, da dieser am besten bescheid weiß.

Kommentar von spung ,

Es ist wirklich nicht schwierig, eine Einkommenssteuererklärungs auszufüllen, du weist deine Kosten nach (Bücher, Gebühren, Kopien, Computer), dafür muss man keine 200 Euro ausgeben, finde ich.

Antwort
von kevin1905, 38

§ 11 EStG.

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