Frage von msforlyfe, 80

Studienwerte zu Schwangerschaften durch Vergewaltigungen?

Ich beschäftige mich momentan mit dem umstrittenen Thema Abtreibung. Da viele Leute an der proAbtreibung-Seite mit dem "Schwangerdurchvergewaltigung"-Argument kommen, was ich einfach lächerlich finde, da man diese Ausnahmen für ein generelles Gesetz nutzen möchte, will ich meine Annahme durch Studienwerte stützen. Ich finde allerdings nur angebliche Ergebnisse auf Feministen-Seiten, die diese Rate sehr hoch einschätzen, oder religiöse/proLife-Seiten, die diese Rate sehr niedrig angeben. Kann hier jemand einen Link für objektive, zuverlässige Daten nennen? Mit objektiv und zuverlässig meine ich z.B. Ergebnisse von offiziellen Instituten oder Landes-/Bundesämtern, nicht irgendwelche Werte aus einem Blog, denn diese Daten sind irgendwie immer unterschiedlich, weil so gut wie jeder denkt, er müsse die Daten doch mal etwas verändern, um seine Haltung zu unterstützen.

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Expertenantwort
von CalicoSkies, Community-Experte für Gesundheit, Medizin, Sexualitaet, 31

Servus msforlyfe,

Das scheitert einfach schon daran, dass es dafür keine offizielle Statistik gibt.

Es gibt zwar eine Kriminalstatistik zu Vergewaltigungen, aber keine Statistik drüber, wieviele Frauen die Schwangerschaft abbrechen und wieviele sic hdagegen entscheiden.

Es gibt Statistiken, aus welchem Grund ein Abbruch vorgenommen wird - allerdings wird die kriminologische Indikationsstellung auf die du dich benutzst längst nicht von allen betroffenen Frauen gewählt.

Wie du dir bereits denken kannst, ist die Dunkelziffer hier sehr hoch - und viele Frauen werden daher einen Abbruch mit der Fristenregelung machen lassen, da sie dort keine Begründung für den Abbruch vorbringen müssen, sondern er einfach durchgeführt werden kann.

Daher ist auch diese Zahl selbstverständlich nicht aussagekräftig (und macht auch nur einen kleinen Teil der Abbrüche aus)

Im Endeffekt ist das aber völlig irrelevant, da wir eine funktionierende Fristenregelung haben.

Im Gegensatz zu deiner Haltung ist ein Abbruch vor Eintritt der Geburtswehen niemals Mord - nie. Unter keinen Umständen, völlig egal was passiert!

Um es auf die Spitze zu treiben: Mit einer kriminologischen Indikation kannst du eine Schwangerschaft zwei Tage vor dem geplanten Geburtstermin abbrechen lassen - und es ist dennoch kein Mord.

Da Mord ein rechtlicher Begriff ist und kein ethisch-moralischer, liegst du daher falsch mit deiner Aussage.

Ich selbst lehne ein "Lebensrecht" für Ungeborene, besonders für Föten und Embryonen vor der 24. SSW strikt ab.

Das Grundgesetz äußert sich dazu nicht, es gibt nur ein äußerst umstrittenes Urteil des BVerfG dazu (aufgrund dessen die Fristenregelung auch mit "straffrei, aber rechtswidrig" verkorkst wurde); ich halte einfach das Recht der Frau auf ihren eigenen Körper für derart hoch, dass irgendwelche [nichtvorhandenen] Interessen eines Ungeborenen schlicht und ergreifend irrelevant sind.

Ich persönlich wäre daher für eine Fristenrelugung, die nicht nur straffrei, sondern erlaubt ist (so wie die anderen Indikationsstellungen) und wäre für eine Erhöhrung der Frist auf die 24. SSW - ich halte nämlich die Fähigkeit zu Bewusstsein und Schmerzempfinden als den besten Indikator dafür, bis wnan die Fristenregelung gelten sollte.

Ab der 24. SSW ließe sich darüber streiten - denn dort sind die neuronalen Anlagen schon so weit, dass Schmerzen empfunden werden können; in der 24. SSW sollte auch wohl jede Frau gemerkt haben, dass sie schwanger ist und rechtzeitig bereits abgebrochen haben, falls sie kein Kind bekommen möchte.

Lg

Kommentar von carn112004 ,

"Das Grundgesetz äußert sich dazu nicht, es gibt nur ein äußerst umstrittenes Urteil des BVerfG dazu (aufgrund dessen die Fristenregelung auch mit "straffrei, aber rechtswidrig" verkorkst wurde);"

Schön, dass du es erwähnst.

Nur die Wertung "äußerst umstritten" finde ich seltsam; denn damit irgendwas äußerst umstritten ist, muss darüber gestritten werden, und genau das passiert in Bezug auf dieses Urteil kaum; es sagt vielmehr kaum irgendwas dazu, weshalb man eigentlich gar nicht das Ausmaß der Strittigkeit bewerten kann.

In meinen Augen wird das Urteil eher totgeschwiegen.

Kommentar von isebise50 ,

Auch bei der kriminologischen Indikation dürfen seit der Empfängnis nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sein.

Jedoch ist ein Schwangerschaftsabbruch mit Indikation im Gegensatz zur Fristenregelung eine Kassenleistung.

Expertenantwort
von Pangaea, Community-Experte für Gesundheit, 23

Wenn eine Frau vergewaltigt wird, dann wird man ihr im Zuge der medizinischen Versorgung immer die "Pille danach" oder eventuell auch die "Spirale danach" anbieten.

Es sei denn natürlich, sie nimmt sowieso die Pille oder verhütet anderweitig, oder der Vergewaltiger benutzt ein Kondom (Stichwort DNA-Spuren).

Zu einer Schwangerschaft muss es also gar nicht erst kommen.

Antwort
von carn112004, 14

Du wirst wohl keine zuverlässigen Daten finden, das beste dürfte noch schlicht die Zahl der Abtreibungen in D nach kriminilogischer Indikation sein, wobei das mehr oder minder eine quasi untere Schätzung oder Grenze sein könnte.

Grund ist ganz einfach nachzuvollziehen:

In einem Land könnte Abtreibung auch bei Vergewaltigung verboten sein; erzählen dann Frauen, die vergewaltigt wurden, schwanger wurden und abgetrieben haben das bereitwillig in irgendwelchen Untersuchungen? Nein, denn sie würden damit eine Straftat zugeben.

In einem Land könnte Abtreibung bei Vergewaltigung zulässig sein, aber ansonsten kaum. Kann man dann davon ausgehen, dass jede Frau, die aufgrund Vergewaltigung abtreibt auch wirklich vergewaltigt wurde? Nein, denn wenigstens einige Frauen werden angeben vergewaltigt worden zu sein, um an eine Abtreibung zu kommen; wird man durch nachfragen ermitteln können, welche wirklich vergewaltigt wurde und welche das nur zwecks Abtreibung vorgegeben haben? Nein, denn sie würden damit eine Straftat zugeben.

In einem Land könnte Abtreibung bei Vergewaltigung zulässig sein aber auch z.b. innerhalb einer Frist möglich sein (wie z.b. D). Werden dann die Frauen, die aufgrund Vergewaltigung schwanger wurden, alle nur nach der Vergewaltigungsregel abtreiben und keine einzige nach der anderen Möglichkeit? Nein, denn viele Vergewaltigungsopfer schämen sich für die Tat und neigen dazu, sie zu verschweigen; solche Frauen würden´, obwohl sie nach krimineller Indikation abtreiben könnten, häufig nach der Fristenregelung abtreiben.

In einem Land könnte Abtreibung sowieso nahezu immer erlaubt sein (z.b. Kanada); warum sollten Frauen, die wie gesagt sich teilweise für die Tat schämen, alle bereitwillig Angaben über ihre Gründe für Abtreibungen machen?

Folglich ist eine zuverlässige Statistik nicht erwartbar.

Anzumerken ist, dass es wenigstens in den USA ausreichend Fälle von Frauen gibt, die sich bei Schwangerschaft durch Vergewaltigung für das Kind entscheiden, dass in einigen Bundesstaaten spezielle Gesetze hinsichtlich der Rechte des (Vergewaltiger-)Vaters gemacht wurden, denn das Kind eines Vergewaltigers auszutragen kann schon emotional ziemlich heikel sein, aber spätestens wenn der klingelt um das Kind fürs Wochenende abzuholen, wirds finster; die Existenz solcher Gesetze impliziert also, dass das vorkommt; aber auch da keine genaue Statistik (ich habe mal was gelesen, dass es irgendwas zwischen 5 und 30% sein könntne, die trotz Vergewaltigung austragen; aber das war wohl eher nur gerate)

Kommentar von carn112004 ,

Ändert übrigens nichts daran, dass es natürlich gut ist, wenn du dir Gedanken darüber machst, wie man ungeborene Menschen besser schützen kann.

Du musst allerdings damit rechnen, dass dir von der "Gegenseite" sehr selten irgendjemand glauben wird, dass es dir um den Schutz ungeborener Menschen geht; tatsächlich werden die häufig, egal wie felsenfest du das Gegenteil behauptest, erläuterst, belegst oder was auch immer, davon ausgehen, dass du entweder ein religiöser Irrer bist und/oder aus chauvinistischen Gründen staatliche Kontrolle von Frauen willst.

Es ist für viele auf der "Gegenseite" scheinbar einfach nicht vorstellbar, dass jemand rational zu dem Schluss kommt, dass ungeborene Menschen zu schützen sind, da es sich um Menschen handelt.

Du kannst auch nicht viel dagegen machen, solltest aber bei Wortwahl und Argumenten trotzdem darauf achten, dass du diesen Irrtum nicht auch noch erleichterst.

Und ein Problem was du unbedingt bedenken solltest ist, dass auch wenn ungeborene Menschen durch den Staat zu schützen sind und bei Abtreibungen ungeborene Menschen getötet werden, der Staat trotzdem nicht zwingend ungeborene mit genau den gleichen Mitteln schützen darf, wie er üblicherweise geborene schützt; denn zum Schutz der ungeborenen bedarf es wenigstens bis etwa 24.SSW zwingend des Körpers der Frau und selbst zur Rettung eines Menschenlebens ist es für den Staat nicht unbedingt eindeutig zulässig, jemanden mehrere Monate lang praktisch aufzuzwingen, was er/sie mit seinem Körper zu tun hat bzw. zu lassen hat.

Antwort
von Steffile, 72

Auf Seite 3 stehen Quellen:

http://schwanger-und-gewalt.de/pdf/ErzwungeneSchwangerschaft.pdf

Kommentar von msforlyfe ,

Sehr gut, danke, lese es mir so bald wie möglich durch. :)

Antwort
von Evoluzzer213, 59

Das ist wohl das schwächste Argument der Seite, viel gravierender ist die Selbstbestimmung.

Es ist schon gut so, dass jeder Schwangerschaftsabbrüche unter Voraussetzungen vornehmen kann, alles andere ist rückständig.

Das Recht auf Selbstbestimmung kann man nicht untergraben und das ist nicht so lächerlich wie die Schwangerschaft durch rape.

Kommentar von msforlyfe ,

Das Recht auf Selbstbestimmung endet dann, wenn das Baby im Mutterleib bereits zu leben beginnt. In der 1-4 SSW kann ich ein Auge zudrücken, alles folgende ist faktisch Mord. Ab der 5. SSW beginnt das Kind im Mutterleib u.A. einen eigenen Herzschlag zu entwickeln. Damit lebt das Kind eindeutig und das "Recht auf Selbstbestimmung" dann über die Grundrechte des Ungeborenen zu stellen ist absolut ekelhaft. Die betroffenen Personen hätten zum allergrößten Teil (Vergewaltigungen ausgenommen) vielleicht einfach mal selbstbestimmend verhüten können. Das Grundrecht des Ungeborenen auf Leben überwiegt m.M.n. 100%ig das "Recht auf Selbstbestimmung" der Frau. Verhütung ist kein optionales Mittel um Krankheiten zu verhindern, sondern primär ein Mittel um ungewollte Schwangerschaften zu verhindern.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Nein, es endet da nicht.

Wie definierst du menschliches Leben? Bis zu einem gewissen Punkt ist dieser ""Mensch"" nicht mehr als ein bloßer Zellhaufen, damit weder ein Mensch, noch der Rede wert.

Ein Herzschlag macht einen Zellhaufen nicht zum Menschen. Küken haben auch ein schlagendes Herz, dann mach dich auf und rette die Million männliche Küken, die jeden Tag alleine in Deutschland LEBENDIG in einen Schredder geworfen werden! 

Der Zellhaufen lebt übrigens schon lange vorher oder hast du in Biologie nicht aufgepasst? Eine einzige Zelle ist lebendig. Dazu braucht es kein Herz!

Ein Zellhaufen besitzt auch keine Grundrechte, er ist einfach kein Mensch. 

Du kennst also nicht mal den Unterschied zwischen Mord und Totschlag. Das ist kein Mord. Das wäre Totschlag.

Außerdem kannst du keine Frau zwingen, gegen ihren Willen auszutragen, einem Zellhaufen mehr Wert als einem vollständigen Menschen mit Familie zuzusprechen ist pervers.

Vielleicht gibts ja auch mal Verhütungspannen? Hast du daran mal gedacht?

Kommentar von msforlyfe ,

Nach §218a Straflosigkeit des Schwangerschaftsabbruch ist eine Schwangerschaft nicht strafbar wenn [...]
seit der Empfängnis nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sind.

Du sprichst von einer einzelnen Zelle, der ich angeblich Grundrechte zuschreibe. In der 12. Woche wäre eine Abtreibung nach §218a straflos. Hier ist die befruchtete Eizelle aber keine Zelle, oder ein Zellhaufen mehr. Der Embryo bewegt sich, Organe und Gliedmaßen sind vorhanden, Zehen, Nase und Ohren entwickeln sich. Nur weil das Baby jetzt noch zu klein und hilflos ist, um alleine zu überleben, ist es okay es zu töten, weil ich keine Lust auf ein Baby habe? Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz schränkt das Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung zusätzlich ein ("
Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt"). Wenn der "bloße Zellhaufen" von dem du sprichst, ein Zellhaufen mit Organen, Herzschlag, Zehen, Nase und Füßen geworden ist, dann hat er ganz klar genau die selben Rechte wie jeder andere Mensch auch. Wenn ich ungewollt schwanger bin, dann kann ich schnell abtreiben, z.B. zwischen der 1. und 4. SSW, in denen tatsälich der von dir besagte Zellhaufen besteht, damit habe ich kein großes Problem. Der Fakt, das der Abbruch nach §218a aber bis in die 12. SSW reicht, wo das Baby ganz klar als menschliches Wesen besteht, nicht mehr als bloßer Zellhaufen, ist abstoßend.

Dein Vergleich von dir mit den Küken finde ich außerdem demagogisch. Hier geht es um menschliches Leben, welches du nicht mit Tieren vergleichen kannst. Tiere haben (in Deutschland) keine Menschenrechte, Menschen wohl, Menschen und Tiere zu vergleichen ist also völlig irrsinnig.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Wie man es nennt ist doch ziemlich egal. Jedenfalls ist es kein eigenständiger Mensch, sondern eine körperliche und seelische  Symbiose. Es ist also ein Menschenrechtsverstoß gegen die Schwangere ihr keine Freiheiten über sich selbst zu gewähren statt ein Rechtsproblem gegenüber einem werdendem Kind.

Kommentar von msforlyfe ,

Es hat als nicht eigenständiger Mensch also keine Menschenrechte? Haben deiner Meinung nach dann Behinderte, die Rund um die Uhr auf Pflege angewiesen sind, auch keine Menschenrechte? Die sind ja auch nicht eigenständig. Der Unterschied ist aber, dass das nicht eigenständige Baby mit höchster Wahrscheinlichkeit eigenständig wird, der Behinderte je nach Problem jedoch nicht. Sollten wir Behinderten dann also deiner Meinung nach die Menschenrechte aufgrund der fehlenden Eigenständigkeit aberkennen?

Kommentar von DreiGegengifts ,

Es hat als nicht eigenständiger Mensch also keine Menschenrechte?

Du scheinst  den springenden Punkt nicht zu begreifen. Es geht nicht darum, wie sehr "eigen" das Heranwachsende ist, sondern die Tatsache, dass es Teil der Schwangeren ist und damit vor allem ihre Rechte berührt.

Haben deiner Meinung nach dann Behinderte, die Rund um die Uhr auf Pflege angewiesen sind, auch keine Menschenrechte?

Behinderte sind doch eigenständige Menschen. Ob die gepflegt werden oder nicht hat damit so rein gar nichts zu tun.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Du hältst den Vergleich also eher für unsinnig, anstatt zu sehen dass das Konstrukt von Menschenrechten so irgendwie nicht so richtig Sinn macht. wieso sprechen wir dem Menschen Rechte zu, er ist ein Tier und dazu kein besonders intelligentes. Geben wir dem Menschen Rechte müssen wir Tieren auch Rechte geben. Es gibt nichts, was den Menschen vom Tier unterscheidet. Also wir wissen nicht, inwiefern dieses Tier im Mutterleib Fähigkeiten aufweist, die wir Menschen zusprechen. ungeborene Kinder haben keine Rechte, anscheinend haben nicht mal Säuglinge wirklich Rechte, oder warum können Sie vorbehaltlos beschnitten werden? jedes Tier auf dieser Welt besitzt Organe. Viele andere Tiere ein Herz und Hände und Füße und die können wir auch einfach umbringen, na und? Deine Haltung würde offen gesagt nur dafür sorgen dass viele Frauen ihre neugeborenen Kinder umbringen würden und das sind wirklich Menschen. Und ich kann das verstehen, wenn ich mir vorstelle dass ich eine Frau wäre, die 9 Monate zur Austragung gezwungen wurde, dann würde ich mein Kind so sehr hassen dass ich es töten würde bevor es das erste Mal schreit. stell dir vor du wirst gezwungen, 9 Monate lang einen Parasiten in dir aufzuziehen, wie fühlst du dich dabei?

Kommentar von msforlyfe ,

Wie kommst du von Menschenrecht auf Mensch ist Tier, also müsste ein Tier auch
Menschenrechte erhalten. Menschen sind Säugetieren, das ist denke ich allgemeines
Wissen, das jeder haben sollte. Der Fakt, dass du auf solche Formulierungen eingehst zeigt mir
ehrlich gesagt, dass du scheinbar keine wirklichen Argumente (mehr) hast. Menschen sind Tiere. Tiere
sind eine Gruppe von Lebewesen. Menschenrechte gelten für die Tiere, die Menschen sind. Alle Menschen sind Tiere, die Menschenrechte
besitzen, aber nicht alle Tiere sind Menschen, folglich haben nicht alle Tiere Menschenrechte. Geklärt? Gut.
"Also wissen wir nicht, inwiefern dieses Tier im Mutterleib Fähigkeiten aufweist, die wir Menschen zusprechen [...]". Wir können also
dem Ungeborenen keine Rechte zusprechen, weil es erstmal nur ein Tier ist, von dem wir nicht wissen, ob es später menschliche
Fähigkeiten aufweist? Was denkst du denn? Ich behaupte einfach mal, dass bei 0% der Geburten plötzlich ein Zebra aus der Mutter kam.
Wir wissen, dass das Baby menschliche Fähigkeiten aufweist, weil das Baby ein kleiner Mensch ist, es kann nicht "als Tier" im Mutterleib
plötzlich entscheiden, dass es ein Hase oder Vogel wird, statt ein Mensch. Du kannst dir sehr sehr sicher sein, dass am Ende ein Mensch
herauskommt, der logischerweise menschliche Fähigkeiten aufweist. "Oder warum können sie [Neugeborene] vorbehaltlos beschnitten werden?". Du
willst also die eine Problematik durch einer weitere, existierende Problematik legitimieren? Abtreibung, die Tötung des Babies soll
legal sein und bleiben, weil Beschneidung legal ist? Was ist das denn für eine Logik?
"Deine Haltung würde offen gesagt nur dafür sorgen dass viele Frauen ihre neugeborenen Kinder umbringen würden". Diese Aussage legitimiert
also auch die Abtreibung? Die Tötung des Kindes im Mutterleib ist gut, weil die Frau es dann nach der Geburt nicht tun muss? Deine Argumente
nehmen was Logik und Plausibilität angeht echt extrem ab.

Kommentar von DreiGegengifts ,

wieso sprechen wir dem Menschen Rechte zu

Warum sollten wir uns selbst keine Rechte zusprechen. Nonsense Aussage.

, er ist ein Tier und dazu kein besonders intelligentes

Ein seht intelligentes. Pass in Biologie besser auf.

Es gibt nichts, was den Menschen vom Tier unterscheidet.

Es gibt zahlreiche Unterschiede zw. Tier und Mensch. Angefangen von der Art bis hin zur Komplexität, Intelligenz, wobei das auch ein bisschen am Individuum hängt, wie wir immer wieder erfahren dürfen.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Du verstehst meine Argumente einfach nicht. Dieses Tier im Mutterleib besitzt jetzt nichts, was es menschlich macht. Empathieempfinden, Moralbewusstsein usw. Ich finde es besser, wenn ein ungewolltes Kind so früh wie möglich abgetrieben wird, das Baby erst nach der Geburt um die Ecke zu bringen ist die denkbar schlechteste Variante aber die, die bei einem solchen Gesetzesentwurf vermehrt vorkommen wird. Und wir sind uns doch alle einig dass die Tötung eines Neugeborenen ethisch schwerwiegender ist als die Tötung des Tieres im Mutterleib. Nein ehrlich gesagt regt es mich auf, dass Beschneidung von Jungen erlaubt ist, das sollte auf Gefängnisstrafe verboten werden. 10 Jahre mindestens für schwere Körperverletzung.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Ich bin gut in Biologie aber ernsthaft? Ein intelligentes Tier? zerstört ein intelligentes Tier Stück für Stück LACHEND seinen Lebensraum ohne auch nur irgendwas zu merken?

Kommentar von Evoluzzer213 ,

inwiefern ist der Mensch komplexer als andere Tiere?

Kommentar von msforlyfe ,

Ob ein Mensch komplexer oder intelligenter ist als andere Tiere tut hier gar nichts zur Sache, ich glaube du schweifst extrem vom Thema ab. Aber um dein Verständnisproblem vielleicht endlich zu beseitigen. Menschen sind Säugetiere und gehören zu den Tieren. Wir sind Mitglieder der Gruppe Mensch, Menschen sind eine definierte Gruppe in der Gruppe Tiere. Die Menschenrechte schreiben wir den Menschen zu. Das bedeutet, dass alle Menschen Menschenrechte haben (sollten). Das bedeutet aber auch, da zwar alle Menschen Tiere sind, nicht aber alle Tiere Menschen, dass Menschenrechte nur für diese eine Gruppe in der Gruppe Tier gelten, aber nicht für alle Tiere. Wir sind hier aber beim Thema Abtreibung, ob du Tieren also Rechte zusprichst, was ich gut finde, oder ob du das nicht tust und ob du gut oder schlecht in Biologie bist, tut hier absolut nichts zur Sache.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Er ist in praktisch allen Dingen komplexer aufgebaut. Emotional, sozial, psychisch und geistig.

zerstört ein intelligentes Tier Stück für Stück LACHEND seinen Lebensraum

Jedes Tier tut das vollkommen unbekümmert. Der Mensch ist da grundlegend anders. Der beobachtet sich selbst und triffst aus dieser Beobachtung heraus Entscheidungen.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Du brauchst dich nicht zu wiederholen

Kommentar von msforlyfe ,

Wie es scheint ja doch.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Nein, deine Argumente gewinnen auch durch Wiederholen keinen Sinn. psychisch und geistig ist das gleiche. emotional nicht wirklich Forschung zeigt auf dass auch Tiere emotional sind. Du beschreibst hier wohl deine Wunschvorstellung von Menschen. Tatsächlich ist der Mensch das einzige Tier, welches seinen Lebensraum und seine Lebensgrundlage ohne Selbstreflexion. Der Mensch ist damit dümmer als jedes beobachtbare Tier.

Kommentar von carn112004 ,

Immer wieder interessant zu sehen, wie sinnlos Diskussionen mit Verfassungsfeinden ist, die sogar nicht mal kapieren, dass sie Verfassungsfeinde sind.

Art. 1 Abs. 1 GG lautet:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu schützen ist Aufgabe aller staatlichen Gewalt.

Heißt also der Staat hat das Tier Mensch zu schützen, während der Schutz aller anderen Tiere demgegenüber zurückzutreten hat. Ferner ist der Schutz praktisch unabhängig von irgendwelchen Eigenschaften, solange es halt ein Mensch ist und lebt.

Wer hingegen einen quasi gleichen Schutz für zu Empfindungen fähigen Tiere möchte, aber gleichzeitig den Schutz für Menschen, bei denen man vielleicht noch gewisse geistige Mängel sehen könnte (z.b. kein Schmerzempfinden, kein Bewusstsein, ...), auf null oder nahe null reduzieren möchte, ist ein Verfassungsfeind.

Und weitere Diskussionen sind dann eigentlich sinnlos, solange der andere nicht kapiert, dass er die Abschaffung von Art. 1 Abs. 1 GG fordert.

Antwort
von armeskaenguru, 26

Hallo

Ich bin auch für Abtreibung. Abtreibungen wegen Vergewaltigung sind aber eher selten. Meistens sind es andere Gründe wie finanzielle Situation, arbeitslos, alleinerziehend, zu jung, noch in Schule/Ausbildung/Studium, Kinderplanung abgeschlossen, überfordert, Behinderung des Kindes etc.

Freundlichen Gruss

tm

Kommentar von msforlyfe ,

Abtreibungen wegen Vergewaltigung sind (eher) selten. Meistens sind die Gründe: "finanzielle Situation, arbeitslosigkeit, alleinerziehend, zu jung, noch in Schule/Ausbildung/Studium, Kinderplanung abgeschlossen, überfordert". All die Gründe die du hier nennst kommen nicht von jetzt auf gleich. Wird man wenn man schwanger wird plötzlich jünger, rutscht in die Schul-/Ausbildungszeit zurück? Das sind alles Dinge die man vorher weiß, wenn man zu jung ist dann sollte man eben verhüten, bei einem "Unfall" dann die Pille danach nehmen. Das ist alles kein Grund wieso man nach §218a straffrei bis zur 12. SSW abtreiben dürfen sollte. Wenn man finanziell, psychisch oder sonst wie nicht in der Lage ist, das Kind zu bekommen, dann soll man eben erst gar nicht schwanger werden, oder sofort reagieren falls es doch passiert. Der einzige Punkt bei dem ich dir teilweise zustimme ist "Behinderung des Kindes". Sollte das Kind medizinisch nachgewiesenermaßen Schwerbehindert zur Welt kommen akzeptiere ich auch eine Abtreibung. Der einzig andere Fall in dem ich das tun würde ist die Gesundheit der Schwangeren. Wenn Komplikationen in der Schwangerschaft zum Tod der Frau führen könnten, okay, dann stehen die Rechte der Mutter auf Unversehrtheit über denen des Ungeborenen. Das heißt aber nicht, dass dieses Recht auf Abtreibung zum allgemeinen Recht für alle werden soll. Wer finanziell oder alterstechnisch nicht in der Lage ist ein Kind großzuziehen hat in keinem Fall das Recht sich trotzdem um die Welt zu vögeln und sich zu denken "Oh bis zur 12. Woche kann ich das Ding eh abtreiben".

Kommentar von armeskaenguru ,

Hallo

Zuerst einmal: eine Abtreibung ist bis zur 14. SSW möglich (12. Wochen nach Befruchtung=14. SSW).

Keine Verhütung ist zu 100% sicher. Die Pille danach wirkt auch nicht immer. Und wenn es kein Unfall war und die Verhütung versagt hatte, dann hilft auch keine Pille danach. Für mich sind das halt Gründe, abtreiben zu dürfen. Wenn man (ungewollt) schwanger wird, soll man also sofort reagieren. Das heisst ja dann die Abtreibung rasch vornehmen lassen. Finde ich sicher gut, aber wenn eine Frau mehr Zeit braucht, dann soll sie diese auch haben. Die meisten denken wohl kaum, ich "vögle" mal rum und kann ja dann abtreiben.

Freundlichen Gruss

tm

Kommentar von carn112004 ,

Bitte bedenken, dass Verhütung auf die Masse gesehen gar nicht so sicher ist.

Z.b. hat Kondom einen Peral-Index von 8; heißt also 8 von 100 sexuelle aktiven Frauen werden innerhalb eines Jahres schwanger.

Wieviele Frauen sind so in einer durchschnittlichen Abijahrgangsstufe? vielleicht 40.

Wenn die also alle munter mit 16 losgelegt hätten, nur mit Kondom verhütet hätten und keine abgetrieben hätte, wieviele würden dann nach Übergabe des Abizeugnis wieder ihr Baby in den Arm nehmen?

So ca. 40 * (0,08)= 3,2~ 3.

Also einfach nur verhüten, löst das Problem nicht; entweder müsste man sehr gründlich verhüten oder ggf. nicht alle mit 16 beginnend regelmäßig Sex haben.

Kommentar von carn112004 ,

Und 3-4 weitere sind dann natürlich auch bei Übergabe des Abizeugnisses schwanger.

Kommentar von armeskaenguru ,

Hallo

Da bist Du viel zu optimistisch. Ich habe mal die Zahlen der Schweiz von 2013 herausgesucht, die sind etwa gleich wie im 2015. Da haben 860 Frauen im Alter von 15-19 Jahren abgetrieben. Deutschland ist 10 x grösser, somit ist für Deutschland mit etwa 8'600 pro Jahr zu rechnen oder vielleicht so 9% der Abtreibungen.

Freundlichen Gruss

tm

Kommentar von carn112004 ,

Falls sich das auf meinen Kommentar bezog, ich habe keine Aussage über reale Zahlen gemacht, sondern nur darüber, wieviele Schwangerschaften zu erwarten wären, wenn alle beginnend mit 16 durchgehend sexuell aktiv wären und nur und ausschließlich mit Kondom verhütet wird.

Dieses hypothetische Beispiel um deutlich zu machen, dass msforlyfe eben damit irrt:

"Das sind alles Dinge die man vorher weiß, wenn man zu jung ist dann
sollte man eben verhüten, bei einem "Unfall" dann die Pille danach
nehmen."

Selbst wenn sich alle an diesen Rat halten würden, gäbe es trotzdem noch ungeplante Schwangerschaften.

Dass die realen Zahlen anders sind, ist klar, da ja nicht jeder/jede ab 16 absolut konstant regelmäßig Sex hat und auch andere Verhütungsmittel als Kondome oder auch mal keine genutzt werden.

Kommentar von armeskaenguru ,

Hallo

Ja, es ging um Deinen Kommentar mit den Zahlen. Diese sind viel zu tief. In Deutschland gibt es etwa 9'000 Abtreibungen pro Jahr von 15-19 jährigen.

Freundlichen Gruss

tm

Kommentar von Evoluzzer213 ,

So denkt keiner. Eine Abtreibung ist mit Kosten und extremen psychischen Druck verbunden, das kann traumatisieren hier könnte ich auch fragen, wieso stellst du das Recht auf Leben eines ungeborenen gesunden und Prämenschen über das Recht auf Leben eines Prämenschen mit Downsyndrom?

Antwort
von DreiGegengifts, 56

da man diese Ausnahmen für ein generelles Gesetz nutzen möchte

Nein das "generelle Gesetz" existiert, weil viele gute Gründe dafür sprechen. Vergewaltigung ist auch nur ein Grund unter sehr vielen.

Kommentar von msforlyfe ,

Nenne mir einen weiteren guten Grund. "Recht auf Selbstbestimmung" ist kein guter Grund.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Das Recht auf Selbstbestimmung ist kein Grund sondern die gesellschaftliche Grundregel, die dafür verantwortlich ist, dass Menschen ihr Leben nicht aus der Hand geben müssen und wir nicht mehr im Mittelalter leben.

Gründe dagegen sind z.B. finanzielle Not, Krankheit, Unreife, persönliche oder seelische Not, Vergewaltigung, eine ungesunde Umgebung, Abhängigkeiten, gesundheitliche Gefahren durch die Schwangerschaft usw.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Unreife ist doch ein schöner Grund, kann man doch genauso gut sagen "Ich bin noch nicht bereit für ein Kind" anstatt "Ich will kein Kind"

Kommentar von DreiGegengifts ,

Unreife ist doch ein schöner Grund

Es gibt keine "schönen" Gründe. Wenn eine 14 Jährige schwanger wird und für eine Schwangerschaft zu unreif ist, dann darf sie Gott sei Dank die Schwangerschaft abbrechen.

Das ist so, weil die Gegner seit Jahrzehnten dagegen kämpfen und seit Jahrzehnten keine Argumente auf die Beine stellen.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Recht auf Selbstbestimmung gegenüber der Fremdinvasion eines ZELLHAUFENS ist ein verdammt guter Grund

Kommentar von msforlyfe ,

"Fremdinvasion eines Zellhaufens". Wenn die Frau Sex hat und eine Schwangerschaft z.B. durch weglassen der Verhütung praktisch fordert, ist das Wort "Fremdinvasion" jawohl völlig idiotisch. Die Frau bittet das Baby ja quasi einzutreten.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

auch Gäste dürfen des Grundstücks verwiesen werden, wenn der Zellhaufen nicht gewollt wird muss er einfach weg. Es gibt eine Menge schöner Gründe um nicht noch mehr abartige Menschen in diese kaputte Welt zu setzen

Kommentar von msforlyfe ,

"Gäste dürfen des Grundstücks verwiesen werden, wenn der Zellhaufen nicht gewollt wird, muss er einfach weg." Du vergleichst hier das Verweisen von Gästen mit dem Töten des Ungeborenen. Die Gäste gehen und leben weiter, das Ungeborene ist nach dem "Verweis vom Grundstück" aber tot.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Abtreibungen müssen weiterhin erlaubt sein. Allerdings ist eine frühe Abtreibung immer noch besser als eine späte aber es gibt wohl Gründe, warum 12 Wochen festgelegt wurden

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Ja und? Ist halt so. Das Tier hat nie bewusst gelebt also weiß es auch gar nicht was es verpasst. Wenn es eine Möglichkeit gäbe wäre ich persönlich auch dafür, die in Reagenzgläsern zu züchten aber solangs nicht geht töten wir sie halt und fertig

Kommentar von DreiGegengifts ,

Entweder deine Kommentiererei ist Ausdruck einer temporären geistigen Verwirrtheit oder du hast noch nicht begriffen, wie das hier funktioniert.

Kommentar von msforlyfe ,

Entweder bist du kognitiv gerade massivst beeinträchtigt, oder du hast dich als Troll zu erkennen gegeben. Vielleicht auch beides.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Ich mach das vom Handy aus, die App ist irgendwie nicht so angenehm

Antwort
von MantaManta2, 35

Viele die vergewaltigt wurden schämen sich und sagen nichts, das Kind kriegen sie dann trotzdem. 

Antwort
von DundF, 4

Probiere es doch mal mit dem statistischen Bundesamt.

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