Dafür oder dagegen? Bitte auch mit stichpunktartiger Begründung und Altersangabe!! Bisten Dank ;-)
Voll für Studiengebühr. Begründung, gewerbliche Weiterbildung und Aufstieg sind mit sehr hohen eigenen Kosten und Schulgebühren verbunden. Im Vergleich dazu, sind sehr viele Studenten nicht in der Lage Semesterferien zum arbeiten zu verwenden. Sicherlich der Einwand das dies auch keine Pflicht ist. Dennoch aus dem Familienkreis, und auch frühere gute Bekannte, waren höchsten zum arbeiten bereit um irgendwelchen Urlaub in ferne Länder zu finanzieren oder das Auto, Motorrad zu tunen oder zu pflegen. Auch kenn ich genügend Studenten die lieber ein, zwei oder mehr Semester studieren und dafür genügend Party mitnehmen. Bekomm jetzt sicherlich Dresche aus der Studierten Kaste, wer aber selbst reflektiert genug ist und einen gewissen Fleiß und eine Zielorientiert besitzt, wird feststellen das eben jene "Schwarzen Schafe" wie überall das Bild des Studenten negativ beeinflussen.

Bin eindeutig für Studiengebühren, weil sonst die "Nichtstudierten" das Studium allein finanzieren müssen für diejenigen, die später ihre Chefs werden und mehr verdienen - das kanns doch nicht sein!
Ich gebe Dir insofern Recht, dass die Gebühren von denjenigen gezahlt werden können, die es sich finanziell auch erlauben können. Ansonsten: Siehe meine heutige Antwort.

Ich gebe Vollebach und loopwithme völlig recht: Und was sind 500 Euro für ein halbes Jahr? Für 83,33 Euro im Monat bekommt ein junger Mensch eine fundierte Bildung, die es ihm ermöglicht, einen Beruf zu ergreifen der ihm später eine gute Einnahmequelle sichert. Diesen Betrag im Monat zu zahlen, hat für mich nichts mit arm oder reich zu tun - wer wirklich begabt ist, kann auch immer noch ein Stipendium bekommen und die Kredite für Studiengebühren sind m.W. zinslos, bzw extrem niedrig bezinst. Und wo ist der Unterschied, später einmal Raten fürs Studium oder Raten für ein Auto abzubezahlen?
Diese ganze Diskussion zeigt nur, dass Dinge als selbstverständlich hingenommen werden, wenn sie zur Gewohnheit werden, sei es nun kostenfreies Studium oder Weihnachts/Urlaubsgeld.
PS.: Blöder Vergleich, aber - geht ein Kind in den Kindergarten, müssen die Eltern auch was dafür bezahlen :-)
Schön :-) Ich habe gute betuchte Eltern, drum kann ich sorgenfreier studieren?
RolfHoegemann am 5. Mai 2007 14:05 Ja klar - aber auch ohne die kannst Du studieren. Nur mit etwas mehr Fleiss als wenn die Eltern alles zahlen (würden.)
RolfHoegemann am 5. Mai 2007 14:07 Sorry, habe mein Alter vergessen - 47.
Für viele "Betuchte" sowieso kein Problem. Für die weniger begüterten hat doch die BRD soviele Modelle von Förderung. Wer fähig ist, arbeitet und innerhalb vernünftiger Zeit abschliesst erhält vom perfekt organisierten Staat diese Möglichkeiten. Also ist für alle die chancengleichheit gewahrt.

Bei den derzeit 500 Euro, die das kostet, sind das in der Regel gerade mal insgesamt 4000 bis 5000 Euro, die fürs komplette Studium hingelegt werden müssen. Wenn ich mir mal die Autos so mancher Studenten ansehe...
Was spricht dagegen, dass man 400-Euro-Jobs annimmt und in der sehr langen Semesterferien mal arbeiten geht?
Fragt mal jemanden, der eine Meisterschule besucht hat, was der von diesen Preisen halten würde...
Völlig richtig !!! Und als Meister verdienst Du nachher deutlich weniger wie als Akademiker, Arzt oder Ing. Selbst wenn Du wirklich gut bist
neurodoc am 5. Mai 2007 14:10 Ich glaube nicht, daß man als Meister für 1900 DM brutto 18 Monate arbeitet, dafür 3 mal 36 Stunden am Stück die Woche! Das war das Anfangsgehalt für Ärzte im Praktikum. Nicht zu reden von den 6 Jahren Studium, die von den Eltern getragen werden müssen, während jemand, der direkt nach der Schule arbeitet in diesen 6 Jahren ein festes Einkommen hatte und die Familie nicht belasten musste.

Ja, ich bin dafür. Grund: der Ehrgeiz ist vorhanden, das Studium schnell durchzuziehen. Mein Alter: 37
Begründung wie Vollebach und die anderen Bejaher.
Aufgrund der Studiengebühr hat meine Tochter beschlossen, das sie auf keinen Fall studieren will, da sie nicht mit Schulden leben will. Falls sie keine Stelle bekommt, hat sie womöglich lebenslang die Schulden am Hals. Und das will sie sich zu Recht nicht antun. Das Risiko ist heute einfach zu groß. So wird sie sich nach der Schule eine Ausbildungsstelle suchen, was leider auch nicht so einfach ist.

Mit der Studiengebür wird wieder die Zweiklassengesellschaft gefördert.

Absolut dagegen! Da könnte man ja schon beim Abitur oder früher anfangen! Nein, Ausbildung darf nichts kosten!Bildung ist keine Sache des Reichtums!
RolfHoegemann am 5. Mai 2007 14:23 Für 83,33 Euro im Monat muss man nicht reich sein - das hat man z.B. selber mit nur 17 Stunden Arbeit zu 5,- Euro selbst verdient.
neurodoc am 5. Mai 2007 20:32 Auch 8 Euro. Wofür eine Gebühr? Bei einer Lehre bekommt man ein Gehalt und zahlt nicht eine Gebühr. Warum soll für ein Studium eine Gebühr bezahlt werden? Mit welchem Argument?
Ich bin gegen Studiengebühren. Durch sie wird der Zugang zum Studium für begabte Kinder von Eltern mit niedrigem Einkommen erschwert. Das beginnt schon in der Grundschule, wenn Kinder aus Arbeiterfamilien nicht das Gymnasium besuchen können. Unsere Gesellschaft ist auf Bildung für die Zukunft angewiesen. Eigene Erfahrung: Ich bin von fünf Kindern das einzige gewesen, das studieren durfte. Mein Vater war Arbeiter bei der Deutschen Bundesbahn. Meine Familie hat mich finanziell unterstützen müssen: Wohnung im Studentenwohnheim am Studienort, Lebensunterhalt, Bücher, Arbeitsmaterialien. Während der Semesterferien habe ich gearbeitet, während des Studiums nebenamtliche Tätigkeiten verrichtet, dazu kam Förderung nach dem "Honneffer Modell", die ich nach Abschluss des Examens zum Teil zurückgezahlt habe. Heute sieht das bei den Studenten nicht anders aus. Das Bild des "lustigen" und "ewigen" Studenten, das früher vereinzelt vorkam, gehört längst der Vergangenheit an: Studiengänge sind so organisiert, dass Lehrveranstaltungen und damit die Zulassung zur Prüfung nur mit entsprechendem Leistungsnachweis (Klausur, Facharbeit etc.) anerkannt werden. Das Niveau der Anforderungen ist gestiegen. Während ich noch meine Examensarbeiten auf einer alten Remington aus Familienbesitz getippt habe, wird heute der Computer verlangt mit entsprechendem "outfit" der Arbeiten. Ein Jurastudent berichtete mir kürzlich, wie schwer es sei, für die Examina an die jeweils aktuellen Gesetztestexte und Kommentare heranzukommen. Er muss seinen Lebensunterhalt selbst finanzieren und arbeitet während des Studiums und in den Semesterferien als Lagerarbeiter. Ich meine daher, dass es für unsere Gesellschaft Pflicht ist,die Kosten für die Bildung zu übernehmen, damit die Zukunft gesichert werden kann.- Zudem herrscht Unklarheit über die tatsächliche Verwendung der Studiengebühren, wie kürzlich der Presse zu entnehmen war. Vielmehr sollte die Wirtschaft, die ja von den Studenten künftig profitiert, mehr in die Pflicht genommen werden! Also: Studiengebühren sind für mich ein unzumutbarer Selektionsmechanismus, den ich ablehne. PS.: Ich bin 59 Jahre alt.
demosthenes am 6. Mai 2007 18:28 Sicher ist es nicht einfach, ohne familiären Rückhalt zu studieren, aber doch möglich.
Und wenn Du noch nach dem Honneffer Modell gefördert wurdest: Da gab es das Geld nicht "einfach so", wie das BaföG heute, sondern da mussten nach jedem Semester Leistungsnachweise vorgelegt oder es musste eine mündliche Prüfung absolviert werden - sonst war es aus mit der Förderung.
Ausserdem gab es auch damals schon Studiengebühren: Semestergebühren und Gebühren für jede belegte Vorlesung - schon vergessen?
Wenn Du meinst, die Gesellschaft sei verpflichtet, die Kosten für das Studium zu übernehmen, um ihre eigene Zukunft zu sichern, dann könnte ich Dir nur dann zustimmen, wenn die Gesellschaft auch bestimmen könnte, wer welches Fach studiert.
Solange wir erheblichen Mangel an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern haben, dagegen überfüllte Vorlesungen in den als "leicht" geltenden "Laberfächern" wie BWL und Jura, wäre ein Selektionsmechanismus, der die Studienanfänger zwingt, auch einmal darüber nachzudenken, ob sie mit dem angestrebten Studium später einmal ihre Schulden zurückverdienen können, vielleicht gar nicht so schlecht.
Semestergebühren gab es, aber die beliefen sich um auf einen geringeren Betrag als 1000 DM. Vorlesungsgebühren gab es bei mir nicht. Wer studiert, richtet sich einerseits nach persönlichen Interessen und Fähigkeiten, aber auch nach den gesellschaftlichen Erfordernissen, sprich zukünftigen Arbeitsmöglichkeiten. Außerdem habe ich Schwierigkeiten damit, bestimmte Fächer als "Laberfächer" abzuqualifizieren. Was ist mit Philosophie? Es wäre wünschenswert, dass Juristen und Ökonomen auch Philosophie studierten, dann wäre Einiges im Staate vielleicht anders!
heute muss man noch viel mehr nachweise erbringen damit man bafög erhält. bei uns sind beispielsweise mittlerweile ALLE fächer pflichtleistungen, die bestanden werden müssen - und ohne leistungsnachweis gibts auch kein bafög. Jura ist ein einfaches laberfach? aha. alles klar.
Ich habe niemals behauptet, dass Jura ein einfaches Laberfach ist, im Gegenteil! Kein Fach, das studiert wird, ist ein solches. Gemeinhin wird Philosophie als Laberfach angesehen. Ich habe in meiner Antwort mir erlaubt, g e g e n einen anderen Kommentar zu reden.

Bei Kindergartengebühren wird nicht so ein Buhei gemacht - da wird berappt. Fragt mal jemanden, der eine Ausbildung zum Physiotherapeuthen machen möchte - der bezahlt noch ganz andere Gebühren.
Eine Studiengebühr wird einerseits den Großteil der Dünnbrettbohrer (eyh Mann, geh' ich doch 'n paaar Jahre studieren) abschrecken und andererseits einen zügigen Abschluß begünstigen. Damit will ich nicht saagen, dass Studenten generell Dünnbrettbohrer sind - die meisten arbeiten hart und fleißig. Aber der Parasitismus an der Gesellschaft wird abnehmen. Außerdem entzieht der Staat bzw. das Land den Unis immer mehr Geld - ein Wahnsinn - was haben wir denn sonst als know-how hier? Daher muss Geld von woanders her. Im internationalen Vergleich dauert ein Studium in Deutschland ohnehin zu lange ohne dass die Qualifikation deutlich besser ist. Ich bin deshalb dafür! Shag d'Albran

Ich bin für Studiengebühren. Zurück zu bezahlen natürlich erst, wenn auch ein entsprechendes Einkommen aus einen Beruf generiert wird. In der Regel erzielen Studierte im Leben höhere Gehälter als Nichtstudierte. Somit ist es nur gerechtfertigt, dass sie auch für die Ausbildung zahlen.

Freie Bildung, oder dürfen/können sich das nur Reiche leisten ?
Alter: 1-100
RolfHoegemann am 5. Mai 2007 13:52 83,33 Euro im Monat hat nichts mit arm oder reich zu tun sondern mit dem Setzen der richtigen Prioritäten :-)
meine mutter ist hartz4-empfängerin, mein vater schriftsteller mit einkommen am existenzminimum. ich habe volles bafög bekommen bis zum 6. semester (bei 6 semestern regelstudienzeit). nun, alle die hier für ja gestimmt haben - wer von euch kann von 530,- pro Monat (selbstständig) leben ohne sein Konto zu überziehen? ich jedenfalls nicht. (225 euro miete (und das ist verdammt billig!), 150 euro essen (5 euro am tag), 20 euro strom (informatiker), 30 euro internet + telefon (informatiker), 20 euro handy, macht 445, bleiben 85 euro für sonstige ausgaben - WOW)! also musste ich nach den ersten 4 semestern nebenbei arbeiten gehen, nachdem meine 7.000 euro die ich in den zwei jahren die ich zuvor gearbeitet hatte angespart hatte, aufgebraucht waren. das nebenbei arbeiten hat meine erfolge im studium natürlich auch überhaupt nicht eingeschränkt....
studenten sollen also in den achso langen semesterferien arbeiten? arbeiten berufstätige auch in ihrem urlaub? ich glaube irgendwas um die 30 tage ist gesetzt, oder? das sind 6 wochen. bei uns haben wir im jahr ca. 14 wochen semesterferien. in diesen semseterferien gehen die meisten studenten arbeiten um für die kommenden monate genügend geld zum überleben zu haben. 12,50,- brutto sind für einen studentenjob normal. wenn man mal die 6 wochen gesetzlichen urlaub abzieht, bleiben 8 wochen zum geld verdienen. wenn man in diesen 8 wochen 5 tage die woche 8 stunden pro tag arbeiten geht kann man ca. 4000,- euro verdienen. das wiederum aufgeteilt auf's jahr sind 333,- pro monat. macht dann zusammen mit bafög wenn man davon ausgeht, das man den höchstsatz erhält 860,- euro. ich z.b. habe für 7,50 während des ganzen semesters UND in den semesterferien in einem lager arbeiten müssen um meine kosten decken zu können und einen halbswegs vernünftigen lebenststandard finanzieren zu können. für wirklich gesunde ernährung hat es da leider nicht mehr gereicht (nicht nur mangels geld, sondern auch mangels zeit) davon mal abgesehen dürften wir studenten in den semesterferien eigentlich garnicht arbeiten gehen, so unsere politiker. denn die semesterferien sind dazu da, den stoff den man erlernt hat zu vertiefen.
nun. nachdem ich kein bafög mehr bekommen habe, da ich über der regelstudienzeit war, musste ich noch mehr arbeiten gehen. in den letzten vier monaten habe ich, und das ist nicht gelogen, von morgens nach dem aufstehen, bis abends zum schlafen gehen gearbeitet, vorlesungen besucht, meine praxisphase absolviert und studiert. ich hatte keine wochenenden, keine freizeit, kein garnichts. jetzt, in meinen langen semesterferien habe ich zeit meine bachelor-arbeit zu schreiben, die nach den semesterferien abgegeben werden muss. allerdings muss ich davor noch einges nacharbeiten, da ich während des semester nicht genügend zeit für die praxisphase gefunden habe. heute beispielsweise habe ich bis um 23:00 uhr an meinem praktikums-arbeitsplatz gessessen, nachdem ich gestern bis um 3 uhr nachts an meiner bachelorarbeit geschrieben hatte, um dann nach 6 stunden schlaf wieder aufzustehen.
zu den 500 euro semestergebühren kommen übrigens in der regel noch 100 bis 200 (bei uns zurzeit 190,-) euro semesterbeitrag pro semester hinzu. und weiter 200 euro für jedes semester, das man über der regelstudienzeit ist (20% schaffen es in der regelstudienzeit - die anderen 80% sind alles faule hunde, zu denen ich natürlich auch gehöre)
und von wegen für 83 euro im monat bekommt man eine gute bildung die einem nachher eine einahmequelle SICHERT. wie viele studierte ingineure stehen auf der strasse? wieviele ingineure haben unterbezahlte jobs weil sie sonst nichts gefunden haben? welcher job ist heutzutage bitte denn noch wirklich sicher? überall werden angestellte in allen schichten entlassen, damit sich die vorstandsmitglieder ihr gehalt von 100.000 auf 200.000 euro verdoppeln können (wie z.b. gerade bei sat 1 ...) . genjale sache.
aber all das ist eher nebensächlich.
das schlimmste ist, das sich menschen aus ärmeren familien künftig kein studium mehr leisten können, ohne sich haushoch zu verschulden, was in der heutigen zeit fatale folgen haben kann.
viele die hier erwähnt haben, das andere viel mehr für ihre ausbildungen bezahlen, vergessen dabei vielleicht, das studenten nebenbei kein einkommen mehr haben, von keiner firma weiterhin bezahlt werden, und in der regel auch kein erspartes haben, auf das sie zurückgreifen können, weil sie vorher schon gearbeitet haben.
für ein vollzeitstudium braucht man geld für die gebühren UND geld für zum leben - und man bekommt NICHT genug vom staat um das hinzubekommen. das weiss ich aus eigener erfahrung.
und meiner meinung nach ist der staat alles andere als gut organisiert. milliarden von euros werden jedes jahr für sinnlose bürokratie aus dem fenster geworfen - so viele viele vorgänge könnten im heutigen digitalen zeitalterso viel unkomplizierter und einfacher gehandhabt werden... (beispielsweise durch digitale wahlen)
die zahl der studierenden wird durch die einführung der gebühren sinken! ...oder wird den menschen, der sozial schwächeren familien durch studiengebühren die möglichkeit gegeben, zu studieren? ...oder wird es für diese erschwert, da eine weitere finanzielle belastung hinzukommt? das ist der wichtigste grund aller gründe warum man studiengebühren in der form wie sie eingeführt werden nicht einführen sollte. menschen aus sozial schwächeren familien haben keine chance mehr ein studium zu absolvieren ohne sich dafür in wahnsinnige schuldenberge zu stürtzen, und das ist nicht fair, und treibt in der tat die kluft zwischen arm und reich nur weiter auseinander und sorgt nicht für soziale gerechtigkeit, sondern bewirkt das gegenteil.
kommentare wie: "warum sollen die nichstudierenden die studenten bezahlen" sind so ohne weitere erleuterung einfach nur ....nicht weit genug gedacht.
meine meinung: als allererstes erhöhung der steuern für vielverdiener. (aber sie werden ja kräftig gesenkt... kopfschüttel) - am besten durch invertierung der einkommenssteuer-grenzen-kurve - die verläuft genau falschrum.... und zum zweiten ein automatisches!!! (sofern die eltern keine gross-verdiener sind, sonst tragen die die kosten natürlich!!!) dahrlehnen vom staat für das studium, das abhängig vom gehalt automatisch zurückgezahlt wird. aber nur dann wenn auch wirklich ausreichend gehalt vorhanden ist (nach abzug vernünftiger altersvorsorge-kosten etc.) - wenn jemand keinen job hat, oder nur genau so viel verdient wie ein mensch mit abgeschlossener lehre bleibt ihm die rückzahlung verschont bis er mehr verdient.
gäbe es keine staatsverschuldung, hätte der staat genug geld um ca. ein DRITTEL zusätzliche universitäten und fachhochschulen zu bezahlen...(waren es 60 MILLIARDEN, die zur zeit jedes jahr zur zinstilgung benötigt werden?) und jetzt versucht man die haushaltslöcher durch solche maßnahmen zu lindern. saugute idee. ...wenn man den karren noch weiter in den graben fahren möchte... denn bildung ist das einzige, was ein land nach vorne bringt. wenn man der bildung die mittel entzieht - dann gute nacht.
gute nacht.
ps: ich fahre einen 10 jahre alten renault twingo den ich zu einem freundschaftspreis von dem opa meines mitbewohners gekauft habe.
ps2: ich bin 26 jahre alt.
ps3: AnAnAn, oldpaed, elkera, PatBo (nur die aussage bezüglich der professoren), Luise ( den vorschlag finde ich nicht schlecht, jedoch würde ich eher NUR langzeitgebühren einführen (meinetwegen auch dann richtig saftige) - das würde genügen um mehr ernst in die sache zu bringen) sprechen wahre worte!!!!

Schwierige Frage... Ich bin nicht prinzipiell dagegen, aber die Schulden, die jemand aus nicht so betuchtem Elternhaus anhäufen muss (der vielleicht auch noch Bafög zurückzahlen muss) sind schon etwas abschreckend. Ich weiß, dass es in anderen Ländern wesentlich teurer ist zu studieren, finde das aber nicht gut - von daher ist für mich kein Argument für Studiengebühren. Was mich aber viel mehr aufregt, sind andere Dinge:
Die Studiengebühren verschwinden zum Teil in unsinnigen Posten, die nichts mit den angekündigten "verbesserten Studienbedingungen" zu tun hat (und die groß propagierte studentische Mitbestimmung bei der Verteilung besteht in ca. 3 Stimmen bei 15 Sitzen in einem Gremium...) Außerdem dienen sie wie gesagt eigentlich einer Verbesserung, werden de facto aber nur zum Stopfen der Löcher verwendet, die durch Reduzierung der staatl. Gelder entstanden sind (diese wurden halt nicht jetzt gekürzt, sondern schon früher, sodass man jetzt schön sagen kann, dass man nicht kürzt). Diese Verlogenheit und teilweise sinnlose Verwendung finde ich einfach daneben.
die Ahnungslosigkeit mancher Leute: So einfach ist das mit dem nebenher arbeiten nicht. Die gut 80 Euro Studiengebühren im Monat lassen sich vielleicht erarbeiten, aber für jemanden, der noch für seinen laufenden Unterhalt arbeiten muss, ist das schon einiges. V.a. bei den vollen Stundenplänen im Bachelor (es gibt sicher Ausnahmen und hängt vom Fach ab, aber in Mathe und Bio bleibt da nicht viel Zeit übrig). Mit dem Arbeiten in den Semesterferien ist das so eine Sache, da hat man Hausarbeiten, Praktika und lernt für Klausuren und Prüfungen. Ich habe die letzten Semesterferien komplett durchgelernt. Müsste ich noch groß nebenher arbeiten, würde ich auf jeden Fall fürs Studium länger brauchen und das ist ja auch nicht der Sinn der Sache. Ach ja, und manche wären gerne früher fertig, können das aber nicht schaffen, da sie in Pflichveranstaltungen (z.B. Seminare) nicht reinkommen, weil es viel zu wenig Plätze gibt (und sich das auch durch die Studiengebühren nicht verbessert). Lt. unserm Rektor fällt das bisschen Geld ohnehin nicht so ins Gewicht, dass wir etwas dafür erwarten können... Wäre ich nicht in einem entsprechenden Gremium, wüsste ich größtenteils nicht, wo das Geld gelandet ist.
Fazit: Studiengebühren ja, aber nur wenn das Geld wirklich bei den Studenten ankommt und sie mitbestimmen können, wofür es verwendet wird, und wenn es ein sozial verträglicheres Modell gibt. Auch wenn von politischer Seite oft gesagt wird, dass man keinen vom Studium abschrecken will, rechnet bspw. meine Uni konkret mit weniger Studenten wegen der Studiengebührem...

Zumindest nicht in der Form. Leute die kein Geld haben sollen auch die möglichkeit bekommen zu studieren! Zumindest sollten sie weniger zahlen oder so, denn ein studium ist auch keine garantie mehr für eine anstellung. Bin übrigen selbst noch schülerin, Gymnasium.
Heisses Thema, wohl alle Meinungen irgendwie richtig. Legt natürlich auch jeder auf seine persönliche Art aus. Wenn ich studieren würde, wäre ich auch gegen Gebühren. Aber die Professoren und die Universitäten müssen nun halt auch mal unterhalten sein. Das immer alles aus Steuergelden finanziert wird geht nicht, übrigens auch nicht die neu geplanten Kindertagestätten unserer Familienministerin. Das müssen dann die bezahlen, die ihre Kinder schon ohne diese Möglichkeiten gross gekriegt haben. Aber das ist ein anderes Thema, aber vielleicht vergleichbar. Wer studieren will, oder seine Kinder in eine ganztägige Betreuungsmöglichkeit unterbringen will, um selber arbeiten zu können ( Geld zu verdienen.) kann diese Kosten nicht alle dem Steuerzahler aufbürden. Das ist wohl doch allen Nicht Studierenden, und Kinderlosen gegenüber ungerecht, oder. ? Vielleicht ist der Vergleich etwas drastisch, aber durchaus nicht unangebracht. Deshalb auf jeden Fall angemessene Studiengebühren.
PatBo am 5. Mai 2007 22:09 Steht in keinster Weise zur Debatte, KITAplätze kostenlos. Keine Gerüchte in die Welt setzen!

Und die Proffessoren nach "Anwesenheit" bezahlen. Das spart!

Mein Mann und ich haben beide studiert, mein Mann aus "armer" Familie mit Bafög. Wir sind sehr dankbar, dass es bei uns keine Studiengebühren kostet, so etwas wie Bafög gibt und so arme und reiche Studenten gleich gefördert werden. Ich bin trotzdem für diese kleine Gebühr:
Wir leben momentan in USA, da ist jegliche Berufsausbildung sehr sehr teuer, es gibt sowas wie Lehrstellen nicht, man schreibt sich in Colleges und Universitäten ein, sogar ein Automechaniker muss aufs College und sich selber sein Werkzeug kaufen, Semestergebühren bezahlen usw. Durchschnittlich hat ein Student (Uni) nach dem Studium zwischen 80.000 und 130.000 US$ Schulden, obwohl Eltern schon Sparverträge bei der Geburt abschließen und die Studenten während des Studiums arbeiten. Die Studiengebühr ist ca. um die 15.000 US$ + 13.000 US$ Wohnung und Essen.
Bei uns kosten Kindergartenplätze, Schulausflüge und Volkshochschulkurse auch was und viele Studenten immatrikulieren sich noch nach dem Studium weiter um einen Studentenausweis zu haben und in kleine Vergünstigungen zu kommen. Ich kenne einen Studenten persönlich, ein sehr netter Mensch, der 20 Semester studiert hat, der durch das gemächliche Studentenleben erstens dem Erwerb erst mal fern geblieben ist und meines Erachtens auch eine Lebenseinstellung entwickelt hat, die nichts mit Brotverdienen für das Überleben zu tun hat. Die Ernsthaftigkeit für das spätere Arbeitsleben wird durch so ein Verhalten nicht besonders gestärkt. Sicher ist der eine Ausnahme, aber in den Zwischenräumen zwischen 8 Semestern (so haben wir das gemacht, das war schon stressig und wir würden heute wahrscheinlich 1 - 2 Semester drauflegen) und 20 Semestern finden sich viele, aber ab 14 Semestern wird es bei den meisten Studienzweigen dann schon kritisch, da frage ich mich, ob man dadurch nicht für das spätere Arbeitsleben verdorben wird. Mit der Studiengebühr wird ein kleines bisschen Ernsthaftigkeit eingeführt, die Hemmschwelle ein kleines bisschen höher.
Ich würde die Studiengebühren für einen schnellen Studenten mit dem Bafög erstatten, aber ab der Regelstudienzeit kontinuierlich erhöhen, auf Antrag Leuten, die während des Studiums arbeiten müssen und ihre Abrechnungen vorlegen, die Studiengebühr ganz erlassen.
Wurden deine Bekannte und Familienangehörige durch deren Verwandte unterstützt? Sei es durch Essen, Fahrtkosten, Unterhalt, Telefon, Intern usw.?
Ich sehe in meinem Kreis nur folgendes Bild. Die Jungs und Mädels die früher auf keine familiäre Stütze zurückgreifen konnten, hatten es hart genug und haben brav in den Ferien gearbeitet. Andere, die Hilfe durch Wohnen etc. erhielten, erging es hingegen schon sehr viel einfacher. Mit der Studiengebühr werden nun die bestraft, denen es meißt eh nicht gut geht. Und die, die auf Kosten der Eltern haligali-Auslandsurlaub-plus-4-Semester-wegen-Partyzeit-inkl.-Wohnung-in-der-Innenstadt genießen dürfen, wird das nur ein kleiner Dorn im Auge sein.
Ja, die wurden teils sogar recht heftig unterstützt. Aber nicht von reichen Eltern. Der Alte (Facharbeiter)war immer ganz stolz auf seinen Sohn, daß er studiert und was wird. Allerdings ohne Erfolg, und den hätte "Herr Sohnemann" selbst in der Hand gehabt. Tut mir leid, aber Fleiß entspringt aus einem selbst und nicht aus nem reichen oder armen Elternhaus. Übrigens kenn ich auch jemanden der mangels Geld sein Studium bei der Bundeswehr gemacht hat.