Frage von Matrjoshka, 52

Studiengang verwählt - lohnt es sich, noch zu wechseln?

Hey Leute, ich sitze gerade in einem Studiengang, der allgemein nicht zu mir passt... Ich verstehe gar nichts, ich kann bei den Vorlesungen nicht mitkommen, obwohl ich die Sachen zu Hause nacharbeite, ich finde einfach alles, was wir machen, sinnlos und unnötig. Ich meine, den STudiengang (mathe) habe ich nur durch Zwang meiner Eltern gewählt, weil das, was ich studieren wollte, in einer anderen Stadt ist und meine Eltern es nicht leisten konnten.

Ich habe während der Ausbildung (habe eine nach dem Abi gemacht) versucht, ein nebenjob zu kriegen, aber bekamm auf alle meine Bewrbungen (50) nur Absagen, sogar als ich mich als Kassiererin beworben habe. Ich meine, ich kann alles außer schwerer körperlicher Arbeit (habe nach einer Krankheit Schwerzen wenn ich auch nur 30-40 Minuten spaziere) alles machen , nur kriege ich Absagen! Egal wo ich mich bewerbe!

Hinzu kommt eine schwere Beziehung, besonders mit meiner Mutter, die mich einfach n ur hasst (zweifele auch daran, das ich das Wunschkind damals war)... Klar, ich kriege von denen die wirtschaftlichen Sachen, wie Smartphone, gutes Laptop, früher Nachhilfe - aber sie waren nie für mich da! Nie! Als ich in meiner GS in Deutschland, später auf der OS und 2 Jahre auf Gymi gemobbt und geschlagen wurde - sie haben sich für mich nur einmal eingesetzt.... Als ich mich zum ersten Mal verliebt habe, als ich Streitereien mit Freunden hatte, als ich ihnen allgemein was aus meinem Leben oder über meine Schule (Ausbildung etc) erzählt habe - es war ihnen egal! Immer bekamm ich - Sorry, wir kamen nach der Arbeit, sind müde und wollen deine Probleme nicht anhören! Aber gegenüber meiner jungerer Schwester sind sie immer offen, sie darf imemr mit ihnen reden, egal ob nach der Arbeit, oder sonst wann... Sie wurde im vergleich zu mir nie angeschriehen, bekamm nie eine Ohrfeige, wird in der Zukunft ausgehen dürfen... Sprich, alles was ich nie durfte.

Auf jeden Fall, ich bin im 1. Semester, unglücklich, und würde liebend gerne aus der Stadt ausziehen und was anderes machen - aber lohnt sich das? Mit fast 24? Soll ich lieber doch hier bleiben und einfach erst vonzu Hause ausziehen und gucken, ob sich die Lage bessert?

Antwort
von DFgen, 11

Du könntest zum nächsten Semester in einen anderen Studiengang wechseln oder dich an einer anderen Einrichtung bewerben und dort studieren.

Deine Studienberatung wird dir da am besten Auskunft geben können.

Da du bereits eine abgeschlossene Ausbildung hast, sind dir deine Eltern nicht mehr zum Unterhalt verpflichtet, du hättest somit auch keinen Anspruch auf "normales" BAföG.

Anspruch auf Kindergeld bestünde - wenn überhaupt - nur noch bis zu deinem 25. Geburtstag.

Wenn du auch (noch) keinen Anspruch auf "elternunabhängiges BAföG" hast, könntest du zur Finanzierung deines Lebensunterhaltes während des Studiums ggf. einen Studienkredit aufnehmen oder dir einen Nebenjob suchen....

Antwort
von Nadelwald75, 21

Hall Matrjoshka,

du bist also 24, hast Abitur und eine Ausbildung und jetzt studierst du.

Das heißt: Du bist reif, volljährig, mündig, deine Eltern sind nicht mehr unterhaltspflichtig.

Solannge du der Aufassung bist, dass deine früheren Erlebnisse und Schwierigkeiten für alles Unglück verantwortlich sind, und so lange du meinst, wenn die Verhälnisse sich ändern, dann würde es klappen, schaffst du es nie.

Denn damit machst du dich von anderen restlos abhängig. Die Lage bessert sich nicht - nur du kannst die Lage bessern.

Wem gegenüber bist du überhaupt zu irgendetwas verpflichtet? Und was passiert schlimmstenfalls, wenn du dich von zu Hause völlig unabhängig machst und studierst oder an Berufstätigkeit genau das übernimmst, was du willst?

Kommentar von Matrjoshka ,

Ich weiß das nur ich mein Leben ändern kann und ich entscheide, was ich machen will....

Wovor ich Angst habe sind Verurteilungen von der Seite meiner Familie und allgemein von der Gesellschaft .... Ich wurde so oft von der Familie kristisiert das ich nicht sicher bin, was wirklich richtig und falsch für mich wäre.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Matrjoshka,

damit kannst du leben.

Denke mal daran, dass du selbst (wie du es ja in deiner Fragestellung geschrieben hast) mit manchem Verhalten aus deiner Familie und der Gesellschaft nicht einverstanden bist und das auch kritisieren darfst.

Genau so kannst du nicht erwarten, dass alle mit dem einverstanden sind, was du tust. Lass sie kritisieren und verurteilen. Du brauchst dich auch nicht zu verteidigen und das zu begründen.

Es wird voraussichtlich sogar viele geben, die deine Entscheidungen für gut halten und dir dann Hochachtung entgegenbringen.

Kommentar von Matrjoshka ,

Danke für die Antwort.... Nur, bis jetzt bekam ich von niemanden Unterstützung bei meiner Entscheidungen, sondern wurde eher von allen dermaßen niedergemacht, das ich es langsam bereute, das zu tun, was ich und nicht die Familie wollte.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Matrjoshka,

wenn man ein Ziel erreichen will, gehört es einfach dazu, dass man es eigenständig und unabhängig von jedem anderen erreichen will.

Einfaches Beispiel:

Ziel: "Ich will in München wohnen." - Das Ziel ist vermutlich nicht erreichbar, denn das hängt von vielen Leuten, Möglichkeiten und Vorbedingungen ab.

Erreichbares Ziel: "Morgen suche ich im Internet nach Münchener Wohnungen und rufe ein Möbetransportunternehmen wegen eines Kostenvoranschlags an...." - Das ist unabhängig von jedem anderen selbstständig erreichbar. Und dann geht es weiter: "Morgen gehe ich zum Sekretariat der Uni und wechsle den Studiengang....

Mach dich also unabhängig von der Unterstützung anderer und auch vom Rat oder der Zustimmung anderer. Du kannst bei einem Rat oder Vorschlag jederzeit sagen: "Danke! Ich werde das in meine Entscheidung einbeziehen. Aber ich bin nicht dazu da, nach deinen Vorstellungen zu leben."

Antwort
von wictor, 28

Was möchtest du denn lieber studieren? Ein Wechsel zum Semesterende ist möglich und umso leichter, je ähnlicher die beiden Studienrichtungen sind.

Kommentar von Matrjoshka ,

Informatik würd eich gerne machen... Man hat zwar da auch Mathe, aber es ist kein reines Mathe und man hat viel interessantere Sachen wie Bertiebsysteme etc... Meine Ausbildung habe ich auch in dem Bereich abgeschloßen :)

Kommentar von wictor ,

Ja, ein Mathestudium ist nicht jedermanns Sache. Die Entscheidung was man studiert finde ich sehr wichtig. Wenn dir das aktuelle Studium absolut nicht zusagt, dann solltest du keine Zeit verlieren und einen Weg finden deinem Wunschfach nachzugehen. Allerdings ist es oft so, dass man am Anfang des Studiums unzufrieden ist. Du musst dir überlegen, was deine Motivation ist. Für manche ist es Geld, für andere Selbstverwirklichung oder Spaß an der Arbeit. Überdenke das ganze gründlich und versuche deinem Herzen zu folgen. Jedenfalls solltest du dich von keinem zu einem Studium drängen lassen, das du nicht möchtest - auch nicht von deinen Eltern. Bafög und Minijob sollten für eine eigene Wohnung vollkommen ausreichen!

Kommentar von Matrjoshka ,

Bei mir ist das Problem in angewandter Mathematik das ich den Sinn nicht verstehe.

Als Beispiel - ein Programmierer programmiert ein Programm, das später andere Menschen nutzen - sprich es ist was sinnvolles.

Ein Arzt heilt Menschen, ein Bäcker bäckt...

Und was nutzt den Menschen der Beweis des Satzes von Pythagoras? Was bringen den Menschen die Beweise? Ich will was nützliches machen für die Gesellschaft - wovon die Menschen profitieren können - und das sehe ich in Mathestudium nicht.

Klar, ich mag Mathe eigentlich, mir wurde auch von Mathelehrern geraten, Mathe zu studieren - nur würde ich es als ein Lösung für ein Problem einsetzen, aber ich will nicht 3 Jahre sinnfreie Beweise aufstellen, die eh niemanden nützlich sind.... Verstehst du was ich meine?

Kommentar von wictor ,

Ich weiß genau, was du meinst. Ich habe bei Höherer Mathematik 1-3 genau das gleiche gedacht. Sinnlose Beweise und Ansätze, die Probleme lösen sollen, die weit von der Realität entfernt zu sein scheinen. Z.B. Vollständige Induktion bei einer n x n Matrix mit n-> unendlich - wer braucht sowas?. Aber Mathematik ist an sich ziemlich spannend. Es ist ein Feld, bei dem man noch unendlich viel Forschen kann. Ich persönlich finde z.B. mathematische Modelle für Voraussagen im Bereich der Wirtschaft ganz interessant. Ich habe gehört, dass viele Mathematiker dort erfolgreich Karriere machen. Der Sinn von der tiefgehenden Mathematik (und der reinen Naturwissenschaften im Allgemeinen) ist nicht ganz so offensichtlich, wie der von anderen Studiengängen, aber hat durchaus seine Daseinsberechtigung. Außerdem spielt Höhere Mathematik vor allem in Informatik eine große Rolle, falls es dich doch in diese Richtung verschlägt. Frage ist nun, ob du dir sowas in Zukunft als Beruf vorstellen kannst.

Kommentar von Matrjoshka ,

Hmm :) Was studierst du denn wo du so viel Mathe hast?

Also, an sich würde ich gerne im IT-Bereich tätig sein, finde aber an sich das IT-Studium interessanter da man da unter anderem solche Sachen wie Betriebsysteme oder Netzwerke behandelt, das hatten wir im Mathestudium gar nicht - sondern nur Mathe, später Wirtschaft und die Programmiersprachen C und Java...
Gegen Wechsel spricht nur die negative Darstellung in der Familie - ich bin 24 und studiere immer noch anstatt zu arbeiten :/

Kommentar von wictor ,

Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen FR Maschinenbau im 7. Semester (RWTH Aachen).

Du schwärmst ja fast vom Informatikstudium, deswegen denke ich, dass du zumindest versuchen solltest einen Platz an der entsprechenden Uni zu bekommen. Auch wenn der Umzug und Familienstress im Weg stehen, wird es das vermutlich wert sein. Und wenn du dich doch entschließt Mathe durchzuziehen, gibt es sicherlich noch die Möglichkeit einen Master in Informatik dranzuhängen.

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