Frage von Linapau9, 54

Studentin & nebenbei selbstständig: Fahrtkosten unklar & wie teuer wäre ein Steuerberater?

Hallo, ich bin Studentin, nebenbei selbstständig und nehme insgesamt ca 5000€ im Jahr ein. Darunter sind auch Fahrkosten i.H.v. 0,25€/km (hin- & zurück), die ich erstattet bekomme. 2015 war ich immer an demselben Einsatzort, das ergibt für mich 20€ Fahrtgeld pro Schicht. Ich habe weder Tankbelege noch ein Fahrtenbuch. Damit mir beim BAföG nichts angerechnet wird, darf ich nicht mehr als 3880€ Gewinn/Jahr machen.

Meine Fragen zur Gewinnermittlung:

  1. Als Einnahmen zählt alles was mir überwiesen wird, also auch das Fahrtgeld?

  2. Darf ich für den Weg nur noch die Entfernungspauschale von 0,30€ pro einfache Entfernung nutzen (wodurch mein Gewinn höher wäre, als erwartet) ?

  3. Besteht die Möglichkeit die 0,25€/km oder 0,30€ Kilometerpauschale für den gesamten Weg anzusetzen? Zur Kilometerpauschale habe ich gelesen, dass ich sie nur für 3 Monate nutzen kann, wenn es sich immer um denselben Einsatzort handelt.

Und zu guter Letzt: Gibt es für mich eine günstige Möglichkeit mich bei einem Steuerberater zu informieren? Mich wenigstens kurz beraten zu lassen, ohne, dass er die Steuererklärung macht. Wie teuer könnte so etwas in meinem Fall werden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 32

1. Ja, bei einem Selbständigen sind alle Einnahmen, die Einnahmen aus seiner Tätigkeit.

2. Die Entfernungspauschale gilt bei einem Selbständigen für die Fahrt von Daheim zum Betrieb, aber nicht für die Fahrten zum Kunden. Für die Fahrten zum Kunden gelten die 30 Cent für jeden gefahrenen Kilometer.

3. Du wirfst die Vorschriften für Arbeitnehmer und Unternehmer durcheinander.

Um in den Bafög unschädlichen Bereich zu kommen, müssen ja nur 1.120,- Euro Kosten gefunden werden. 25 Ct./km mit 20 Euro als Betrag deutet auf 80 gefahrene Kilometer hin. Also pro Einsatztag 24,- Euro Kosten. Bei 30 Tagen an denen Du gearbeitet hättest schon 720,- Euro Kosten. Dann Deine Kosten für Telefon z. B. 1/2 Deiner Telefonkosten. 

An jedem einsatztag an dem Du für mehr als 8 Stunden von Daheim weg bis 12,- Euro Verpflegungsmehraufwand. also 30 Tage (Annahme) 360,- Euro.

Wenn Du jetzt mal zusammen zählst wären wir bestimmt schon bei den benötigten 1.120,- Euro Kosten.

Wenn Du zu einem Berufskollegen von mir gehst, würden für eine solche Beratung zwischen 50,- Es gibt keine "Einkommensgrenze" in Deutschland. Jeder kann soviel verdienen wie er will, sonst wären HeleneFischer und die Fußballer von Bayern längst im Gefängnis.
Es gibt lediglich Grenzen für den Bezug von Transferleistungen (z. B. werden Einkünfte ab einem bestimmten Betrag auf Bafög angerechnet, oder eben besteuert.
Die Steuer ist das kleinste Problem. wenn man als Arbeitnehmer z. B. 11.500,- Brutto im Jahr überschreitet, werden die ersten 100,- Euro mit 14,- Euro Steuer belastet. Was ist als Student besser, 76,- Euro cash in der Tasche (14,- Euro Steuer udn ca. 10,- Euro Rentenversicherung), oder eben nichts zu haben, weil man 14,- Euro Steuer verhindern will? 100,- Euro fällig.

Die Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung würde wohl so ca. 108,- bis 130,- euro kosten + USt. 

Ich vermute ein Gespräch mit einem StB würde Dir einiges an Vorteilen bringen, denn vermutlich nutzt Du die Kleinunternehmerregelung und hast die Vorteile einer Option auf Regelbesteuerung noch nicht erkannt.

Kommentar von Linapau9 ,

Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mir zu antworten. Das ist sehr hilfreich!

Antwort
von schleudermaxe, 22

Ein Selbständiger, der wenige Stunden am Tag diesen Job ausführt, hat ja sein Gewerbe angemeldet und kann alle Kosten und Lasten (nicht nur tageweise) entsprechend in die Steuer packen. Probleme gibt es vielleicht mit der studentischen KV,  aber danach wird ja nicht gefragt.

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