Frage von SweatTechnique, 44

Studentenbafög Höchstsatz?

Ich stehe vor einem Problem. Ich bin vollzeit Student. :-)

Ich lebe mit einem Elternteil in einer WG. Der bekommt nur eine geringe Rente. Nach Prüfung meiner Daten entschied das Bafög Amt, das ich berechtigt bin elternunabhägiges Bafög zu beziehen. Im Bescheid steht nun 495 Euro gesamt.

Soweit ich weiß, liegt der Höchstsatz für Bafög bei 670 Euro. Begründet wird die Summe damit, das ich mit einem Elternteil zusammen in einer Wohnung wohne.

Das Problem an der Sache ist nur, dass ich damit nicht in der Lage bin den fundamentalsten Grundbedarf zu decken, der da wäre Miete und Krankenkassenbeitrag. Denn der liegt im Vergleich deutlich höher, es sei denn, meine KK ist so kulant und entscheidet, nach der Ausnahmeregelung, nach der es möglich ist trotz überschreiten der Altersgrenze zum Studententarif versichert zu werden, dann hätte ich zumindest noch rund 50 Euro über.

Da dies nun wirklich nicht reicht frage ich mich, was ich für Möglichkeiten habe um doch den Höchtssatz an Förderung zu erhalten? Und wenn es gar keine Option mehr gibt an den Baföghöchstsatz heranzukommen (klingt etwas blöd, mir fiel aber gerade keine bessere Formulierung ein) gibt es die Möglichkeit eventuell vom Jobcenter zumindet den Grundbedarf decken zu lassen, bis ich eine bessere Möglichkeit gefunden habe? Anderenfalls wird es nicht mehr lange dauern und ich stehe auf der Straße und reiße mein Elternteil mit in die Obdachtlosigkeit. (Klingt dramatisch, aber ist leider so)

Antwort
von Manni1024, 25

Erstmal Danke für die vielen Informationen (Viele Fragen hier enthalten viel zu wenig Infos, so dass Sie schlicht weg nicht beantwortbar sind)

Zu deinen Fragen: Solange ein Elternteil bei dir wohnt bekommst du keinen Zuschuss zur Miete (was zu meiner Zeit 170 Eur waren).

Solange du Bafög beziehst, hast du auch kein Anspruch auf Gelder vom Jobcenter (in Form von ALG II), nur wenn du nicht studierst (z.B. Krankheitssemester) dann bekommst du von dort Gelder, aber kein Bafög.

Aber interessant ist, dass dein Elternteil ggf Anspruch auf ALG II (oder Grundsicherung) haben könnte (du hast leider nicht näher geschrieben welche Art von Rente dein Elternteil bezieht).

Ansonsten könntest du (oder auch dein Elternteil) noch Wohngeld beantragen (wird aber in vielen Fällen abgelehnt, wäre aber trotzdem ein Versuch wert)

Ein was allgemeines: Jede Uni hat Sozialarbeiter, die kennen sich gut mit solchen Problemen aus.Such mal den Sozialarbeiter deiner Uni auf und besprich das Thema mit ihm. Vllt. hat er eine komplett andere (bessere) Lösung parat.

Kommentar von SweatTechnique ,

Das mit dem Wohngeld werde ich mal versuchen. Das ist ja nochmal etwas anderes, wie ALG II. Da habe ich nicht dran gedacht. Vielen dank.

Zum Thema Elternteil und Rente. Das Geld liegt marginal bzw. nur sehr geringfügig über dem Grundbedarf. Betrachtet man, dass ich einen Bruder habe der in Betreuung leben muss und da geht eine Menge des Geldes hin, weshalb für mich nichts über bleibt. Da ist es nicht möglich auch noch mich durchzufüttern.

Außerdem zahlen wir relativ hohe Mietkosten. Ein Umzug in eine günstigere Wohnung war bisher nicht möglich, außer man
verzichtet auf die eigene Gesundheit (Schimmelbefallene Wohnungen). Das wir das nicht wollen ist selbstredend.

Was die Art der Rente ist - so weit ich weiß -  eine normale Rente; nur halt zu wenig und wegen des am Anfang dieses Kommentars erwähnten hat der Elternteil kein Anspruch. Das wurde schon mal geprüft, war halt wirklich nur ein lächerlicher Betrag zu viel. Aber so ist es nun mal mit Grenzen.

Noch eine Info zum Mietvertrag. Ich bin mit als Mieter im Mietvertrag aufgelistet. Also der Mietvertrag läuft auf uns beide. Wir sind vollständig gleichberechtigt in der Wohnung.

Zum Schluss noch eine allgemeine Anmerkung. Ich finde an dieser Stelle sollte die Gesetzgebung nach einer fairen Alternative suchen. Denn meiner Ansicht nach ist DAS jetzt totaler Unsinn bzw völlig unfair.

Der Umstand das ich bzw. Andere, die genauso leben müssen/wollen/dürfen, wie auch immer, belasten dadurch doch auch den Wohnungsmarkt weniger was nicht zuletzt auch positive Auswirkungen auf die Stadt bzw. Allgemeinheit. Zumindest laut Statistiken. Und da ist es doch kurzsichtig, diese Personen dafür unverhältnismäßig zu bestrafen. NUR, weil "wir" mit einem Elternteil zusammenwohnen kann man doch nicht prinzipiell davon ausgehen, das man von diesem profitiere. Zumal andere Stellen (ehemals Arbeitsamt/Jobcenter) festgestellt haben, das es nicht so ist.

Also rein aus dem Gedanken heraus, könnte jemand auch in einer eigenen Wohnung leben, hätte bzw. würde dann regulär mehr Anspruch haben, und könnte - rein spekuliert - trotzdem die unterstellte Hilfe bekommen. Was dann hieße, das er bevorzugt leben würde. Oder Schlupfloch oder wie man es auch sehen will. Jemand der aber eben nicht auf diese Hilfe zurückgreifen kann UND dazu noch zuhause wohnt ist doppelt gearscht. Denn der finanzielle Unterschied zwischen 495 und 670 Euro ist ein gewaltiger Unterschied. Entschuldige, falls es etwas konfus ist, bin sehr müde.

Kommentar von Manni1024 ,

Wenn du als Hauptmieter im Mietvertrag stehst (und das hoffentlich schon eine längere Zeit, zB. 1-2 Jahre) ist es unter Umständen möglich (Einzelfallentscheidung bei Härtefällen) den Mietzuschuss zu bekommen, dazu musst du aber mal mit deinem Bafögamt sprechen und die Situation genau darlegen. Und je nachdem wie genervt der Sachbearbeiter ist, könnte das ein langer steiniger Weg werden.

Wohngeld lohnt sich in jedem Fall, da es kein Kredit ist und sich an deiner Miete orientiert (nicht wie Bafög fest 175 EUR)

Kommentar von SweatTechnique ,

Ja, ich bin mit Hauptmieter. Also wir beide sind als Hauptmieter eingetragen und der Vertrag ist schon fast 3 oder 4 Jahre alt.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Jobcenter, 20

Wie alt bist du denn ?

Unter 25 hättest du noch Anspruch auf Kindergeld.

Deine Mutter sollte erst mal prüfen lassen ob sie Wohngeld beantragen kann,wenn das nicht in Betracht kommen würde ( vorrangige Leistung ),kannst du beim Jobcenter einen Antrag auf einen Mietzuschuss zu deinen ungedeckten KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) nach § 27 Abs. 3 SGB - ll - stellen evtl.bekommst du da etwas.

Dabei wird aber unter Umständen auch die Rente deiner Mutter berücksichtigt,wenn nach Abzug ihres Bedarfes vom anrechenbaren Einkommen noch was übrig wäre,dass dürfte aber nicht der Fall sein wenn du schon über 25 bist.

Es wird aber dann max.dein Kopfanteil der KDU - berücksichtigt,also von der Warmmiete dann 50 %,wenn du mit deiner Mutter alleine wohnst und davon wird dann noch die Pauschale abgezogen die im Bafög - für die Miete vorgesehen ist.

Kommentar von SweatTechnique ,

Ü35. KG ist also nicht mehr möglich.

Zum WG für meine Mutter siehts schlecht aus. Sie hatte das mal in der Vergangenheit geprüft und wegen wenigen Cents wurde es abgelehnt. Aber eventuell versuche "ich" mein "Glück".

Wenn ich richtig liege ist KDU und WG etwas unterschiedliches, richtig? Wenn ja, werde ich die beiden Dinge mal checken. Vielen dank!

Mir reicht es total wenn ich zumindest den Grundbedarf gedeckt habe. Und mein Studium auch erfolgreich absolvieren kann, und nicht wie viele meiner Freunde wegen finanzieller Probleme entweder zwischen Obdachtlosigkeit oder Studiumsabbruch wählen muss, sondern auch beenden kann. Ich wäre echt mental zerstört, wenn ich nach all der Leistung, das Abitur nachzuholen, das begonnene Studium jetzt noch abbrechen müsste, weil ich sonst vor der Obdachtlosigkeit stehen würde. Das wäre echt der Horror.

Kommentar von isomatte ,

Ja das sind verschiedene Leistungen,dass Wohngeld wäre dann eine vorrangige Leistung,wenn deine Mutter das schon mal beantragt hat weiß sie ja wo es ist !

Das Wohngeld hat sich auch 2016 erhöht,also ein Versuch ist es alle mal wert.

Den Mietzuschuss musst du da beantragen wo man bei euch ALG - 2 oder besser Hartz - lV beantragt,in der Regel ist das beim Jobcenter.

Deinen Grundbedarf wirst du aber mit dem evtl.Mietzuschuss auch nicht decken.

Von deinen 465 € Bafög - musst du ja nicht nur erst mal die Pauschale für die Miete abziehen,sondern auch KK - Beitrag usw.zahlen,vom Rest musst du dann deinen Lebensunterhalt bestreiten.

Solltest du einen Nebenjob annehmen,dann bleiben dir nur 100 € Grundfreibetrag,alles was dann über diesen 100 € liegt wird dann auf deinen evtl.Mietzuschuss vom Jobcenter angerechnet,nach dem du mit deinem anrechenbaren Bafög - und deinem anrechenbaren Erwerbseinkommen deinen Regelsatz ( 404 ) gedeckt hättest.

Dir stehen dann von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag zu,diese würden dir dann von deinem Brutto / Nettoeinkommen theoretisch abgezogen und das anrechenbare Einkommen angerechnet.

Wenn du also angenommen 49 € im Bafög - als Pauschale hättest und dein Kopfanteil 249 € betragen würde,dann stünde dir ggf.200 € als Mietzuschuss vom Jobcenter zu.

Würdest du dann angenommen 300 € Brutto wie Netto monatlich dazu verdienen,dann würden dir erst mal die 100 € Grundfreibetrag zustehen und von den 200 € Überschuss stünden dir 20 %,also noch mal 40 € als Freibetrag zu.

Dein Freibetrag läge dann bei 140 € und das anrechenbare Einkommen normalerweise bei 160 €.

Es wird aber von dem anrechenbaren Erwerbseinkommen erst etwas auf den evtl.Mietzuschuss angerechnet,wenn du deinen Regelsatz von derzeit 404 € gedeckt hättest.

Vom Bafög - zieht das Jobcenter aber theoretisch eine Pauschale von 20 % des möglichen Höchstsatzes ab,es verringert sich also das anrechenbare Bafög - und dein Beitrag für die KV - kannst du dann auf jeden Fall auch noch abziehen,ich denke mal Gebühren / Aufwendungen für das Studium auch.

So würde dann ggf.von dem zuvor anrechenbaren Erwerbseinkommen nichts mehr übrig bleiben,welches dann auf den Mietzuschuss angerechnet werden könnte.

Kommentar von SweatTechnique ,

Oh, vielen dank für die ausführliche Erklärung.

Antwort
von Carlystern, 11

Wie wäre es mit nebenher arbeiten wie andere Studenten auch? Solange du mit Eltern zusammenwohnst bekommst du auch nur gewisse Unterkunftskosten, aber nicht soviele wie wenn du alleine leben würdest.


Kommentar von SweatTechnique ,

Weißt du; ich finde, dass du ganz schön unverschämt bist. Scheinbar braucht es nur ein paar deiner Schlagwörter, um anderen gegenüber anmaßend zu werden. Aber vielleicht bist du auch nur charakterlich ungehobelt.

Wie ich bereits erwähnte war der Gedanke "Jobcenter" nur bedingt, "bis ich eine bessere Möglichkeit gefunden habe?". Und daran gibt es auch nichts unverschämtes bzw. etwas wofür es einer Rechtfertigung bedarf.

Daher empfinde ich nicht die Tatsache selbst sondern nur die Art und Weise, wie du mich auf das neben dem Studium her arbeiten aufmerksam gemacht hast, für sehr überheblich und herablassend! Zumal ich daran natürlich selbst nicht nur gedacht habe sondern dran arbeite.

Und dann lies dir mal die anderen Kommentare durch. Die haben Substanz. Da liegen Ebenen dazwischen. Das hättest du uns beiden ruhig ersparen können.

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