Frage von Kunzoc, 32

Student und Partnerin m. Hartz IV in einer BG. Wie verrechnet sich alles?

Hallo Zusammen!

Ich habe eine Frage bezüglich einer mir bevorstehenden Bedarfgsgemeinschaft.

Meine Freundin (bedürftig) ihr Kurzer und ich werden bald zusammenziehen. Sie erhält Unterhaltsvorschuss als auch Kindergeld (für sich und den Kleinen).

Ich bin derzeit Student ohne BAFöG-Anspruch (Regelstudienzeit überschritten) und muss nebenbei noch arbeiten. Ich verdiene ca. 1060€ Netto ohne Urlaubsgeld, mit ca. 1141€. Dazu zahle ich noch eine private Krankenversicherung von ca. 93€/Monat.

Die Frage ist nun, wie man das zu verrechnen hat, bzw. wie sich der Leistungsanspruch berechnet?

Als Student, denke ich nämlich, dass ich einen Freibetrag habe, der nicht in die Berechnung mit einfließen darf, als auch, dass die Krankenversicherung eine Rolle spielt, da sie privat ist.

Grund ist der, dass Leistungsbescheid eingegangen ist und die Kürzung fûr den Monat, wo wir die Besarfsgemeinschaft eingehen uns sehr drastisch erscheint. Wir haben mit einem Einschnitt gerechnet, jedoch nicht, dass er so hoch ist und wollten das mal selbst nachrechnen, bzw. errechnen und uns Infos einholen. Ich bin dankbar für Infos.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz IV, 11

Als Student hast du selber keinen Leistungsanspruch,dass sagt zumindest der § 7 Abs. 5 SGB - ll,es sei denn eine Ausnahme des § 7 Abs. 6 SGB - ll würde auf dich zutreffen !

Du musst also mit deinem anrechenbaren Einkommen erst mal deinen eigenen Bedarf decken können,bevor dann der Überschuss auf die restliche BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) verteilt werden dürfte.

Normalerweise hat ein Student mit Bafög - einen Freibetrag von 20 %,dieser berechnet sich vom möglichen Bafög - Höchstsatz und dieser sollte auch bei dir berücksichtigt werden,auch wenn du kein Bafög - bekommst,du hast ja aber trotzdem Aufwendungen wegen deinem Studium,nur musst du das dann eben nachweisen.

Aber auf jeden Fall kannst du erst mal dein KK - Beitrag von 93 € zusätzlich zu deinem Freibetrag auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll abziehen.

Da ihr dann eine BG - bildet und in dieser min. 1 minderjähriges Kind lebt,könntest du bis zu 330 € an Freibetrag geltend machen,dazu müsste dein Bruttoeinkommen allerdings bei min. 1500 € liegen.

Du hast also vom Brutto erst mal 100 € Grundfreibetrag,dann von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und bei euch dann von 1000 € - 1500 € ( sonst bis 1200 € Brutto ) noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch vom Netto abgezogen und das ergibt dann das anrechenbare Erwerbseinkommen,dass dann auf euren Bedarf mit dem übrigen sonstigen anrechenbaren Einkommen wie Kindergeld / Unterhalt / Unterhaltsvorschuss / Elterngeld angerechnet wird.

Wenn du also angenommen 1400 € Brutto hast,dann stehen dir 100 € Grundfreibetrag zu,von 100 € - 1000 € Brutto ( 900 € Differenz ) 20 % Freibetrag zu ( 180 € ) und von 1000 € - 1500 € Brutto ( 400 € Differenz ) 10 % Freibetrag ( 40 € ) zu.

Dann würde der gesamte Freibetrag bei 320 € liegen + deine 93 € KK - Beitrag würden wird dann schon bei min. 413 € sein,die du von deinem Netto abziehen könntest.

Du müsstest dann ggf. noch Nachweise über Studiengebühren usw.erbringen,dann würden ggf.auch diese noch berücksichtigt.

Mal angenommen du hättest 600 € anrechenbares Einkommen und es würde nicht noch eigenes Kindergeld ( bis 25 ) dazu kommen,dann würden davon erst mal dein Regelsatz für den Lebensunterhalt von 364 € abgehen und dann vor der Geburt 1 / 3 der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),nach der Geburt dann 1 / 4 der KDU - und ein evtl.Überschuss würde dann auf die restliche BG - angerechnet.

Kommentar von Kunzoc ,

Vielen Dank für die Antwort. Hab mir doch gedacht, dass da Freibeträge sind. Kindergeld erhalte ich nicht mehr. Ich werde mal mein Bruttoeikommen zusammenrechnen und mich melden. Aber das kann schon hinkommen. Die Studiengebühren liegen bei 508€ im Jahr. Werden die dann auf 12 Monate verteilt oder rechnen die das eh für's Jahr hoch? Wie verhält sich das mit den KDU? Das habe ich nicht ganz verstanden. 1/3 der Warmmiete wären 164€. Die sind ebenfalls abzuziehen?

Kommentar von isomatte ,

Die Studiengebühren werden dann in der Regel durch 12 Monate geteilt,es kann aber auch passieren das sie erst berücksichtigt werden wenn sie tatsächlich anfallen,aber das ist dann aus dem Bescheid zu entnehmen !

Mit dem Kopfanteil ist der Anteil gemeint,der dann nach dem Teilen der Warmmiete durch die Anzahl der Personen im Haushalt raus kommt.

Wenn die Warmmiete also angenommen 492 € beträgt ( ohne den Abschlag für den Haushaltsstrom,der muss aus dem Regelsatz bzw.Einkommen gezahlt werden ),dann würden das bei 3 Personen 164 € Kopfanteil ergeben.

Nach der Geburt geht dann die KDU - von 492 € durch 4 Personen,dann läge der Kopfanteil dann nur noch bei 123 € pro Monat.

Antwort
von DerHans, 21

Wenn es nicht euer gemeinsames Kind ist, hättet ihr für das erste Jahr eine reine Wohngemeinschaft bilden können. Dann wären die Kosten der Unterkunft auf drei Personen verteilt worden.

Auch der Unterhaltsvorschuss könnte entfallen, wenn du für die neue "Familie" unterhaltspflichtig bist. Aber der wird ja sowieso auf die Hartz IV Leistung verrechnet.

Kommentar von Kunzoc ,

Es ist nicht unser gemeinsames Kind, aber wir erwarten ein gemeinsames, weswegen die Bildung einer WG wegfällt.

Kommentar von DerHans ,

Bis zur Geburt des gemeinsamen Kindes könnt ihr die BG verneinnen.

Kommentar von isomatte ,

Das ist doch Blödsinn !

Erstens könnten sie das nicht bis zur Geburt machen,weil sie spätestens ab der 6 Woche vor dem errechneten Geburtstermin im Mutterschutz ist und der Kindsvater da ihr zum Unterhalt verpflichtet wäre und zweitens wird man wohl kaum zusammen ziehen,wenn man nicht vor hat für einander einzustehen,auch schon vor dieser Zeit.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community