Frage von Mutter005, 44

Student, 450 Euro Job im Lebensmittelmarkt, soll Auflösungsvertrag rückwirkend unterschreiben. Brauchen dringend Rat?

Guten Tag, mein Sohn ist Student und hat einen 450 Euro Job im Lebensmittelmarkt. Er hat diesen Job zum Ende Oktober gekündigt. Sein Chef akzeptiert diese Kündigung nicht und zwingt ihn quasi, rückwirkend für mitte August einen Auflösungsvertrag zu unterschreiben. Hintergrund: Mein Sohn hat den Job seit November 2015. Anfangs war alles gut, solange er alles so mitgemacht hat wie der Chef es wollte/forderte. Jetzt wollte mein Sohn für mitte August 1 Woche Urlaub, da er mit Freunden verreisen wollte.Hat diesen Urlaub nicht bekommen. Ein paar Tage, bevor sein eigentlicher Urlaub begonnen hätte, erkrankte mein Sohn. Die Krankheit ging 4 Wochen, er hatte /hat eine schwere Sehnenscheidenentzündung, trägt noch eine Bandage. Jetzt wirft sein Chef ihm vor, dass er mit den Freunden verreist wäre, er hätte angeblich Beweise. Das kann definitiv nicht sein, da mein Sohn nicht verreist ist. Er unterstellt ihm auch, dass seine AU eine Gefälligkeits- Krankschreibung sei und er nicht wirklich krank wäre. Mein Sohn soll jetzt rückwirkend den Auflösungsvertrag zum Beginn seiner Erkrankung unterschreiben. Der Chef begründet es damit, er wäre in Urlaub gefahren und sei nicht krank gewesen. 4 Wochen AU wären eine Gefälligkeit seitens des Arztes. Unterschreibt er nicht, hat er ihm mit Gericht gedroht und mit den Worten....er würde ihn zerrupfen wie einen Hahn......eingeschüchtert. Leider haben wir keine Rechtsschutzversicherung. Mein Sohn wäre mit dem Auflösungsvertrag für Ende August einverstanden, aber nicht mit dem Datum seiner Erkrankung. Er soll dem Chef für den Zeitraum der Erkrankung das Gehalt zurück überweisen. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Antwort
von michi57319, 25

Ich würde auf stur schalten. Der Arbeitgeber droht mit einem Gerichtsverfahren? Das ist hochgradig lächerlich!

Er ist dann in der Beweispflicht und vor allem der Vorwurf der Gefälligkeit, wenn es um die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung geht, ist die Unverschämtheit schlechthin.

Da weiß ich jetzt schon, wer da vom Gericht wie ein Hahn gerupft wird. Der Arbeitgeber und sonst keiner!

Der will sich ungesetzlich vor der Zahlung der Lohnersatzleistung drücken. Das würde ich mir nicht bieten lassen.

Kommentar von Mutter005 ,

Ich finde es auch mehr als eine dreistheit, wie dort mit den jungen Leuten umgegangen wird. Da er aber sehr kollerisch ist, werden die jungen Aushilfskräfte ziemlich eingeschüchtert. Mein Sohn soll am Mittwoch Abend ALLEINE kommen, um den Auflösungsvertrag rückwirkend zu unterschreiben und das halbe Augustgehalt zurück zahlen. Aussage des Chefs.......solche Krankschreibungen zahle ich nicht........

Kommentar von michi57319 ,

Kommt ja gar nicht in Frage! Geh mit und wasch dem Typen den Kopf.

Antwort
von Ri229, 25

Also ich würde das so definitiv nicht akzeptieren. Wenn wirklich eine AU bestand und Ihr Sohn nicht in den Urlaub gefahren ist, kann der Chef gar keine Beweise haben. Spätestens die Freunde werden jawohl aussagen, dass sie nicht gefahren sind bzw. nicht mit Ihrem Sohn. Die Drohung mit dem Gericht werden wohl nichts weiter als ein Bluff sein um Ihren Sohn einzuschüchtern. Daher würde ich es einfach darauf ankommen lassen und zur Not selber klagen, wenn z.B. kein Lohn mehr gezahlt wird und sowas. Abgesehen davon, schreibt kein Arzt aus Gefälligkeit einen Patienten krank. Das wäre Betrug. Wenn der Chef das so vor Gericht oder anderen behauptet, könnte der Arzt wegen Verleumdung klagen.

Kommentar von Mutter005 ,

Ja, er hatte für 4 Wochen eine AU.Die Freunde würden es bestätigen, einer arbeitet auch dort in diesem Lebensmittelmarkt. Wenn es vor Gericht käme, würde dieser Freund auch aussagen, dass der Chef sie bei Gefälligkeiten schwarz bezahlt, er keine Ausländer und Flüchtlinge in seinem Laden haben möchte usw. Dann artet so etwas aus. Mein Sohn müsste normalerweise diese Woche wieder arbeiten, ist aber nicht mehr eingeteilt worden. Er möchte dort auch nicht mehr hin. Zum Ende August wäre er mit dem Auflösungsvertrag einverstanden, aber nicht für mitte August. Er soll am Mittwoch Abend alleine zum Chef kommen, er hat sich angeblich alles ausgerechnet und dann soll er seine Unterschrift leisten und für den halben Monat Geld zurück zahlen. Wie dort mit den jungen Leuten umgegangen wird, ist wirklich nicht schön.

Kommentar von Ri229 ,

Das ist wahr. So einen Chef braucht wirklich niemand. An der Stelle Ihres Sohnes würde ich nicht alleine zu diesem Termin gehen. Am besten sollten Sie mitkommen, alleine damit er einen Zeugen hat. Sollte sich der Chef darauf nicht einlassen ist das sein Problem und nicht das Ihres Sohnes. Wenn der Chef weiter mit Gericht droht, kann er das gerne machen, Sie wären immerhin im Recht. Mit dem Gedanken sollten Sie in das Gespräch gehen und ihr Sohn sollte den Vorschlag unterbreiten den Aufhebungsvertrag zum 31.08.2016 zu unterschreiben. Alle Anschuldigungen sollte er von sich weisen. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Sohn, dass Sie schnell zu einer Einigung gelangen und bald nichts mehr mit diesem Menschen zu tun haben müssen.

Kommentar von Mutter005 ,

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich werde am Mittwoch mit ihm gehen, alleine ist es niemandem zuzumuten. Es ist nur sehr enttäuschend, solche Erfahrungen zu machen. Mein Sohn ist immer angerufen worden, wenn Leute krank waren oder so nicht erschienen sind. Samstags morgens um 8.00 Uhr sowie auch abends um 19.00 Uhr.......immer mit den Worten......aus Sie ist weningstens Verlass.......und er ist auch immer hin, auch Samstags morgens wenn er noch im Bett lag ist er immer sofort aufgestanden. Deshalb findet er es jetzt auch so enttäuschend , weil er immer zur Stelle war........

Antwort
von Hemerocallista, 22

wenn dein sohn sich nix vorzuwerfen hat - wenngleich diese krankheit so kurz vorm versagten urlaub schon "komisch" ist - kann er sich doch entspannt zurücklehnen?

Kommentar von Mutter005 ,

Vielen Dank, dass stimmt, sieht natürlich wirklich komisch aus, so kurzfristig vor dem eigentlichen Urlaub zu erkranken. Da er aber definitiv zu Hause war, hat er nichts zu verbergen. Wir haben etwas bedenken, dass sein Chef versucht, ihn schlecht zu machen , wenn er den Vertrag nicht rückwirkend unterschreibt. Er hat ihm schon so etwas angedroht, und da wir in einem kleinen Dorf wohnen, hat man etwas Sorge.

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