Frage von QuallusX, 57

Stromverbrauch von Lautsprechern laut/leise?

Hi, wie steigt der Verbrauch von Lautsprechern wenn man sie lauter stellt? (Proportional??)

Dankeschön QuallusX

Antwort
von Roderic, 41

Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, weil...

...doppelt so laut nicht das gleiche ist wie doppelte Leistung (im physikalischen Sinne). Da spielt das subjektive Lautheitsempfinden des menschlichen Gehörsinnes eine nicht ganz unerhebliche Rolle dabei.

Bleiben wir also bei der Physik: Doppelte Spannung bedeutet auch doppelter Strom. Die Leistung vervierfacht sich. Das würde also trivial gesehen einen quadratischen Zusammenhang bedeuten.

Der Zusammenhang von Lautstärke mit der dazu nötigen Leistung wird aber in der Akustik als ein exponentieller gesehen. Gluglu hat das in seiner Antwort angedeutet.

Lies dazu mal in der Wikipedia die Erläuterungen zu dem Begriff der Einheit deziBel:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bel\_%28Einheit%29

Antwort
von atoemlein, 36

Sicher ist nur eines: nicht proportional. Zu gar nichts.

Meinst du aber

  • bezogen auf die empfundene Lautstärke?
  • bezogen auf die Poti-Stellung?
  • bezogen auf die am Ausgang des Verstärkers abgegebene Leistung?
  • bezogen auf die aus dem Netz bezogene Leistung?
Kommentar von QuallusX ,

Ich meine wie sich der Stromverbrauch zur Lautstärke verhält. Zum Beispiel bei den Bose Soundlink II wegen des Akkus.

Kommentar von atoemlein ,

Ach so, mit Akku.

Bei Akku ist nicht nur der eigentliche Verbrauch wichtig, sondern auch die Toleranz des Verstärkers gegenüber einbrechender Versorgungsspannung. Wenn du z.B. einen fetten Bass hast, zieht es dir die Spannung gehörig zu Boden, so dass der Lautsprecher bei grösserer Lautstärke eher zu scheppern beginnt.

Zum Verbrauch:

  • Um eine doppelte Lautstärke zu empfinden, muss der Schalldruckpegel um ca. 10dB erhöht werden.
  • 10dB entspricht beim Schalldruck etwas mehr als Faktor 3
  • um 3-fachen Schalldruck zu erzeugen, braucht es 3-fache Spannung (U) auf die Lautsprechermembran
  • Somit steigt auch der Strom (I) auf gut das 3-fache
  • Die benötigte Leistung P also ca. auf das 10-fache (P=U*I) und damit die Lebensdauer des Akkus auf einen Zehntel.


Krass, nicht?

Kommentar von Roderic ,

Na endlich hats ma einer auf den Punkt gebracht.

Ich renke mir hier gerade einen ab, um eine Signalverarbeitungskette mit mindestens 5 Kenngrößenübergängen hintereinander geschaltet.

(Potistellung -->Spannung --> Strom --> Feldstärke --> Schalldruck --> Ohr --> Gehirn)

zusammengestückelt zu kriegen, wobei kein einziger davon eine lineare Kennlinie hat.

Und Du machst es klar.

Krass. In der Tat.

Danke Atömchen.

Antwort
von weckmannu, 29

Die Lautsprecher selbst verbrauchen um so mehr Energie, je lauter es ist. Der zugehörige Verstärker verbraucht bei modernen Konstruktionen ebenfalls mit zunehmender Lautstärke mehr Energie. Es bleibt jedoch eine Grundlast schon im Leerlauf. Früher gab es Klasse A-Verstärker, bei denen der Verbrauch konstant ist unabhängig von der Lautstärke.

Kommentar von weckmannu ,

Da unser Ohr logarithmisch empfindet, steigt bei Verdoppelung der Lautstärke die elektrische Leistung um das 10fache.

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektronik & Strom, 24

den stromverbrauch der lautsprecher selbst zu bestimmen wird schwierig. aber was den stromvebrauch des vestärkers, oder auch der gesamten anlage betrifft, der verhält sich mit nichten proportional. du hast einen grundverbrauch und so weiter...

lg, Anna

Antwort
von Gluglu, 47

Die aufgenommene Leistung steigt proportional zur Potistellung wobei aber das Poti selbst logarithmisch und nicht linear ist. Das kommt daher dass das Ohr logarithmisch hört.

Mfg

Kommentar von weckmannu ,

Widerspruch in sich: Wenn ein Poti "logarithmisch" ist, dann ändert sich das Signal logarithmisch mit der Stellung. Das Ohr hört aber eine proportionale Zunahme.

Kommentar von enthalten ,

Wo ist da ein Widerspruch zu erkennen?

Kommentar von Roderic ,

Weckmannu & Gluglu: Da ist tatsächlich kein Widerspruch

Ihr meint beide dasselbe, ihr habt nur beide den eigentlich selben Sachverhalt auf verschiedene Weise ausgedrückt.

Kommentar von Gluglu ,

Dann versuche ich es noch mal anders: Das menschliche Ohr hört logarithmisch. Das poti selbst gibt seine Änderung nur 1:1, also proportional, weiter. Proportional muß nicht zwangsläufig linear bedeuten!

Das ist irgendwo blöd zu formulieren... aber ich hoffe, soweit verstanden.

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