Frage von Bjoern360 24.08.2012

Strom und Gasanbieterwechsel bei Hauskauf

  • Antwort von hsbgefragt 25.08.2012

    Hallo Bjoern360!

    Nach Deinen Schilderungen gehe ich davon aus, dass kein Sonderkündigungsrecht (wie hier schon angesprochen) besteht. Alle von Dir angedachten Szenarien helfen Dir nicht. Auch ist es sehr unwahrscheinlich, auf anderen Wegen aus dem bestehenden Liefervertrag zu kommen. Solche Versuche, auch die geschilderte Variante unter Einbeziehung Deiner Frau, bringen letztlich nur zusätzliche Kosten, weil Du den laufenden Vertrag erfüllen musst und somit zumindest die Grundgebühren bis Vertragsende, parallel zum neuen Liefervertrag, zahlen müsstest.

    Ich empfehle, den bestehenden Vertrag zu erfüllen. D.h., dem Lieferanten auch die Erstversorgung im Haus (vertragsgemäß) zuzugestehen. Bei der Übertragung aber darauf achten, dass kein Neuvertrag abgeschlossen wird, sondern nur "ein Wechsel der Abnahmestelle" (Umzug) erfolgt! Vielleicht ergibt sich hierbei ein Entgegenkommen des Anbieters bezüglich der Grundgebühren oder, wenn die Versorgung an neuer Stelle nicht klappt, dann eine Möglichkeit zur vorzeitigen Beendigung der Belieferung.

    Wenn nicht, fristgerecht kündigen um ohne zusätzliche Kosten (s.o.) zum Vertragsende den Anbieter zu wechseln. Alles andere wird, leider, nicht funktionieren.

    Meine Empfehlung für die Suche:

    http://www.energieverbraucherportal.de/vergleichsrechner_strom.html

    Von Vorkasse-Angeboten ist aus Gründen der Insolvenzgefahr abzuraten. Ähnlich kritisch sehe ich Paketangebote. Diese sind nur bei genauester Kenntnis des eigenen Stromverbrauchs der Beachtung wert. Ansonsten geht der Schuss immer nach hinten los.

    Tarife mit Neukundenbonus können manchmal eine legitime Möglichkeit sein, günstig an Strom zu kommen. Hier sind aber vor Abschluss die AGB genau zu studieren und abzuwägen, ob man die dort festgelegten Bedingungen sicher erfüllen kann. Sonst wird es auch mit solchen Tarifen teurer als mit dem preiswertesten Tarif ohne Bonus. Überdies wird der Bonus fast immer während der Vertragslaufzeit vom Kunden, durch hohe Abschläge (vom Versorger festgelegt), vorfinanziert (Summe der angegebenen Bezugskosten + Bonus durch 12 Monate = Höhe des monatlichen Abschlages).

    Meiner Erfahrung nach bleiben, nach dem Einrechnen dessen, was ich an Abschlägen über das gesamte Jahr vorab zahle, nur 20 % bis 30 % des BONUSBETRGAGES gegenüber dem günstigsten Tarif ohne Bonus, als Ersparnis. Fällt der Bonus aus irgendeinem Grund weg, zahlt man entsprechend bis zu 80 % mehr. Außerdem muss zum Ende des mit Bonus belegten Zeitraumes erneut gewechselt werden, da diese Tarife ohne Boni i.d.R. teuer sind.

    Hier noch einge grundlegende Tipps für den Wechsel, welche natürlich auch für die empfohlene Website gelten.

    • Stets die Auswahl der Suchkriterien manuell festlegen!
    • Keine Vorkasse!
    • Bevorzugt maximal 12 Monate Vertragslaufzeit.
    • Abschläge möglichst monatlich (siehe Vorkasse).
    • Mehrere Vergleichsportale nutzen.
    • Sieht man Einsparpotenzial, bringt ein hoher Arbeitspreis die größte Kostensenkung (eingesparte kWh x Arbeitspreis). Umgekehrt verhält es sich, wenn kein Einsparpotenzial vorhanden, oder sogar ein Mehrverbrauch zu erwarten ist (hoher Grundpreis, niedriger Arbeitspreis = geringere Kostensteigerung [Mehr-kWh x Arbeitspreis]).
    • Angebote der Vergleichsportale immer direkt auf den Seiten der Lieferanten mittels Arbeitspreis, Grundpreis und Verbrauch rechnerisch prüfen.
    • 2-4 günstige Anbieter auswählen und die genauen Vertragskonditionen auf den Homepages der jeweiligen Anbieter gegenlesen. Ggf. im Internet nach Kundenmeinungen suchen, um anschließend eine Entscheidung zu treffen.
    • Ich empfehle, den Vertragsabschluss direkt auf der HP des ausgewählten Lieferanten zu tätigen. Dort gibt es manchmal noch Vorteile, welche ansonsten zugunsten der Vergleichsportale (Vermittlungsprovision) wegfallen. Außerdem minimiert dies Übertagungsfehler.

    Alles Gute im neuen Heim! :-)

    hsb

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