stockholmer am 28.04.2008 um 8:27 Uhr
Hallo, ich lebe jetzt ein halbes Jahr mit meiner Partnerin zusammen. Sie hat ein Kind, das aber beim Vater wohnt und alle zwei Wochen am Wochenende bei uns ist. Das Kind ist 6 Jahre alt und man könnte es als hyperaktiv bezeichnen. Wenn ich zu ihm was sage bzw will dass es was machen oder nicht machen soll, macht es meist (prinziell) das Gegenteil. Wenn seine Mutter was sagt, klappt das wie am Schnürchen. Ich kenne das aus meiner eigenen Kindheit - Mutter hat noch mal geheiratet und man war als Kind in gewisser Opposition gegen den "Neuen". Er war ja nicht der Vater und hatte einem also nix zu sagen. Nun sind die Psychologen gefragt: Was tun um mehr Zugang zum Kind zu bekommen???

Versuche dem Jungen doch so entgegenzukommen, daß er nicht denkt:"der hat mir nichts zu sagen!" sondern:"Das ist ja ein netter Kumpel!" Verhalte Dich wie ein Freund, beschäftige dich mit ihm. Sachen, die seine Mutter nicht macht (machen will oder kann) wie Fußball (spielen und gucken), neues Spiel im Internet oder auf der PS oder so, Angeln gehen.. Natürlich nicht alles auf einmal und nicht immer. Aber so, daß er eben merkt, daß du dazu gehörst und dies für ihn nicht unbedingt von Nachteil ist. Nach und nach wird er merken, daß du ja doch "ganz in Ordnung" bist. Und wenn du wieder sagst:"Mach dies nicht!" also wo er dann immer das gegenteil tut, dann schlag ihm gleich etwas vor. Wenn er zum Beispiel Ball in der Wohnung spielt, dann sagst du nein und schlage ihm vor, mit ihm Ball spielen zu gehen. Dann kommt das nicht wie meckern rüber. Viel Glück!
Versuche einen Zugang zu dem kleinen zu finden. unternehme was mit ihm. Überlege was ihn so interessiert. oder geh mit ihm raus...finde erstmal vertrauen zu ihm bevor du ihm regeln oder sowas vorsetzt. ich selber kenne das von meinem Sohn. Da hat es auch fast 1 Jahr gedauert bis er meinen Freund 100% akzeptiert hat...aber mittlerweile klappt es perfekt. Verlangt nicht zu viel von dem kleinen. Immerhin muss er schon damit klar kommen das er seine Mama jetzt teilen muss...und das ist schon hart für die kinder.ich hoffe ich konnte dir helfen
Wieso sprechen hier alle von einem Jungen? Könnte auch ein Mädchen sein, oder? Na jedenfalls wenn Du das aus Deiner Kindheit kennst - versuche Dich zurückzudenken - was hättest Du von Deinem Stiefvater erwartet?
Hier kommt auch noch dazu dass das Kind beim Vater wohnt, dieser also immer präsent ist. Versuche nur nicht als Vater zu agieren - Freund ist hier die bessere Variante - da sind die Tipps ja schon gekommen. UNd sprich mit dem Kind auch darüber - frag nach wie er/sie sich das wünschen würde - Kinder mit 6 Jahren haben dazu schon ganz gute Ideen. Viel Erfolg dabei - und nie die Geduld verlieren - irgendwann kommt Deine Mühe zurück.
Hummelchen28 am 28. April 2008 09:08 hast recht ich weiß nicht, wie oder warum ich auf nen jungen kam... ;-)
Hummelchen28 am 28. April 2008 09:11 halt! doch, er hat "er" geschrieben, deswegen also...
Das Problem habe ich seit Jahren mit der Tochter (heute 11) meines Mannes. Bei uns kommt jedoch die Schwierigkeit dazu, daß sich die Ex meines Mannes sehr querstellt und das Kind aufhetzt. Ich habe mich eigentlich immer eher rausgehalten, habe dem Kind eben keine Anweisungen gegeben, habe dies dem Vater überlassen. Es ging auch streckenweise gut, zehrt aber SEHR an den Nerven, wenn man jahrelang von dem Kind im eigenen Haus ignoriert wird. Ich hab dann auch weitgehend was anderes gemacht, hab mir nicht jedesmal ein Bein ausgerissen, das Kind war immerhin nicht bei mir zu Besuch, sondern bei seinem Vater. Sie hat nicht gemacht, was ich gesagt habe, hat mich nicht begrüßt, hat nichts gegessen, was ich gekocht habe, hat pampige Antworten gegeben. Wobei ich mit ihr gut klarkam, als sie kleiner war, und auch, wenn ich mit ihr alleine war. Da hatte sie wohl kein Publikum.... Irgendwann letztes Jahr habe ich der Tochter gesagt, daß es zwar schön wäre, wenn sie mich wenigstens zur Kenntnis nehmen würde, sie das aber nicht für mich sondern eben für ihren Vater tun sollte, denn es müsse ihr klar sein, daß sie mich mit ihrem schlechten Verhalten nicht loswerden würde; ich wäre mit ihrem Vater zusammen, ob ihr das nun paßt oder nicht. Mir würde sie nicht weh tun - ihrem Vater hingegen schon. Der hätte nämlich uns beide lieb. Mag kinderpsychologisch nicht die feinfühligste Art gewesen sein - aber es hat geholfen. Die Tochter ist nun immer noch nicht sehr locker wenn sie bei uns ist, aber sie fängt an, mich ernst zu nehmen / und das nach nunmehr 7 Jahren.... Man muß geduldig sein.... Das hört sich sehr leicht und sehr klug an: durch das ganze Theater hier ist aber auch fast unsere Beziehung kaputtgegangen. Ich gebe auch ehrlich zu, daß ich immer noch eher froh bin, wenn das Mädchen nicht da ist oder sie wieder weg ist. Man stellt sich das leichter vor, als es ist...
Ich denke, daß es ganz wichtig ist, daß du mal mit der Mutter des Jungen besprechen solltest, wie in solchen Situationen zu verfahren ist. Wenn der Junge merkt, daß er gegen dich nicht mehr einfach so angehen kann, sonndern, daß seine Mutter und du eine Einheit seid, wird es anders. Finde doch mal heraus, in wieweit vielleicht der Vater daran beteiligt ist. Vielleicht ist er eifersüchtig und sorgt mit Bemerkungen wie: "der hat dir aber nichts zu sagen" für dieses Verhalten.
Hallo, bin Mami von einem 11 jährigen Sohn, alleinerziehend. Was meint eigentlich die Mutter zu dem Verhalten ihres Sohnes? Meiner Meinung nach kann sie da sehr viel vermitteln in dem sie dann auch dir Recht gibt vor ihrem Sohn. Ist schwer für dich das glaube ich. Bestimmt aber auch für den Jungen der ja, wie du sagst einen Vater hat und sich dann denkt warum soll er dir gehochen. Braucht bestimmt sehr viel Verständnis und Zeit. Versuche doch mal mehr über die Kumpeltour an ihn ran zu kommen. Mal was zusammen machen nur ihr beide. Wünsche dir bzw. euch viel Glück dass es klappt.

Mein Vorschlag, denn du vielleicht in Erwägung ziehen solltest, wenn alles andere an gutgemeinten Anbiederungsversuchen gescheitert ist: Sprich dich mit der Mutter ab und ignoriere ihn. Sag Hallo und Auf Wiedersehen. Mehr nicht. Es muss auf dich zukommen, nur so hast du eine Chance. Nimm teil an den Unternehmungen, die ihr mit dem Kind macht, aber halte dich zurück, was das Kind betrifft. Das Kind deiner Frau ist im Moment voller widerstreitender Gefühle. Es ist eifersüchtig und hat deswegen ein schlechtes Gewissen der Mama gegenüber. Es ist neugierig auf dich und hat dem Papa gegenüber ein schlechtes Gewissen. Es kennt dich nicht, weiß nicht, ob es dir vertrauen kann, aber Anweisungen soll es von dir entgegennehmen. Es fängt gerade in der Schule an, festzustellen, dass nicht nur Mami und Papi was wissen, sondern es lernt nun unabhängig. Also braucht es auch neue Grenzen. Die kannst du ihm aber nicht stecken. Du kannst nur eines tun: Präsenz zeigen und dein Terretorium "verteidigen". Das ist die Grenze. Und wer sich darüber hinaus in dein Terretorium wagt... was mit Sicherheit dann irgendwann passieren wird, wenn das Kind über Mama lernt, dass du ja ganz ok bist, Humor hast und auch mal kluge Ideen hast.... der muss sich an dein Gesetz halten. Dann wird das Kind das auch akzeptieren.
LG
Wieselchen

Da das Kind ja nur an den Wochenenden bei euch zu Besuch ist, ist allein dieser Besuch schon ein Sonderstatus. Das Kind lebt ja immer beim Vater und kommt alle 14 Tage die Mutter besuchen, das alleine ist schon etwas Besonderes. Das Kind ist endlich bei Mama. Jetzt bist du plötzlich da, seit einem halben Jahr wohnst du da und teilst dein Leben mit Mama und gehst nicht nach Hause, wie das Kind, sondern bleibst. Das ist eine Sache die das Kind erst mal verdauen muß und es dauert tatsächlich sehr lange, bis Kinder sich an den neuen Partner/IN gewöhnt haben. Ich habe folgende Tipps: Verhalte dich dem Kind gegenüber nicht wie der Vater und versuche nicht es zu erziehen. Denn an den Wochenenden ist nun mal die Mutter Bezugsperson und du sagst ja auch, wenn die Mutter was sagt, klappt das auch. Unternehmt unbedingt immer etwas Schönes zusammen. Biete dem Kind auch Spiele oder Unternehmungen an, die euch näherbringen (basteln, malen, tuschen, werkeln, Lego spielen, Fußball spielen, Fahrrad fahren, schwimmen gehen). Und wenn das Kind dich noch eine Weile ablehnt, dann akzeptiere diesen Zustand, verhalte dich neutral und lass es den ersten Schritt machen. Aber erziehe und maßregel es nicht, dafür ist es noch zu früh und dafür ist die Mutter zuständig. Es ist eine schwierige Zeit , für dich als Partner , aber auch für das Kind. ES ärgert dich nicht mit Absicht ,es hat dich einfach noch nicht als Bezugsperson akzptiert. Eines ist mir aufgefallen und das zeigt mir, daß du anscheinend auch noch keinen Bezug zum Kind aufgebaut hast: Du redest von dem Kind. Wir wissen nicht mal ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Mir selber fiel es gerade sehr schwer immer nur von dem KIND zu schreiben. Du formulierst nicht der Sohn meiner Freundin oder die Tochter , es bleibt das Kind, das Kind ist sehr neutral und anscheinend ist deine Bindung zu ihm auch noch ganz schwach, also sei wieder offen und geh mit kleinen Schritten an die wachsende Beziehung heran , als Freund nicht als Vater. Viel Glück für euch!
Schon komisch, dass nach einem Jahr Beziehung noch keine Akzeptanz vom Kind kommt. Hat der Junge vieleicht ihrgendwelche Interessen? Vieleicht können gemeinsame Aktivitäten in diese Richtung die Situation Auflockern??Meiner ist auch immer skeptisch, aber wenn er mitbekommt dass ein ehrliches Interesse an ihm und seiner Person besteht, dann legt zumindest teilweise sein Proletenverhalten ab. (Sorry aber anders kann selbst ich das gezicke meines Jungen nicht bezeichnen). Vieleicht wird es für dich einfacher wenn das Kind merkt, dass du nicht nur an seiner Mutter sondern auch an ihm interessiert bist???

Ganz einfach! Wenn das Kind bei Ihnen ist, tun Sie so ob das garnichts besonders wäre (Sie dürfen gern das Kind teilweise ignorieren)aber suchen Sie sich ein Hobby oder etwas anders was das Kind sehr interessiert und beschäftigen Sie sich ganz allein damit, nicht das Kind dazu einladen. Das Kind soll allein zu Ihnen kommen und Fragen stellen, u.s.w. Also freiwillig teilnehmen in das was Sie machen. Spielen Sie nicht der VATER, das sind Sie nicht. Das Kind hat schon ein Vater und will auf kein Fall ein Ersatz dafür. Weil genau das befürchtet das Kind, dass sein Vater ersätzt wird durch Ihnen. Sie sind für ihn gewissermaßen eine Bedrohrung! Daher seine negative verhalten Ihnen gegenüber. War das verständlich????
Das find ich gut. Spreche auch aus Erfahrung udn ich habe meinen Stiefvater eher als Großen Bruder gesehen/ akzeptiert als als Vater. Und irgendwann hört man ja aucha uf den großen Bruder.