Frage von Cristes, 60

Streitwert Arbeitsrecht?

Hallo, Bei meinen letzten Arbeitgeber erhielt ich nach 2 Wochen eine Kündigung mit der Aussage es würde nicht passen. Demnach bemühte ich mich sofort um eine neue Arbeit das wiederum glückte auch sofort. Nach 6 Wochen (nach meinen letzten arbeitstag) erhielt ich ein schreiben mit einer vorderung von 600 Euro durch mangelnder Arbeitsleistung zudem wurde ein teil von meinem lohn einbehalten. Selbstverständlich wendete ich mich an meinem Anwalt, der wiederum sagte das ich auf den schreiben nicht eingehen sollte sondern den jüristischen weg einschlagen soll. Mitlerweile wurde aus 600 € knapp 4000... Nun steht demnächst eine hauptverhandlung an. Kommt es dort schon zu einem Urteil und was ist wenn ich verurteilt werde für schuldig muss ich dann sofort das geforderte zahlen oder läuft das alles über die rechtschutzversicherung? Wie ihr wahrscheinlich erahnen könnt hat man keine Unmengen an Geld zuhause rum liegen.

Ich würde mich auf Antworten freuen

Lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von elektromeister, 15

nachdem ich alle Antworten und Kommentare gelesen habe nur einen Antwort von mir: Dein Anwalt hat Dir mit Sicherheit erklärt, dass Du als Arbeitnehmer nur dann hafen must, wenn Du wissentlich oder aus grober fahrlässigkeit einen Schaden verursachst. Den Rest kann sich der Arbeitgeber "an die Backe" schmieren.

Sollte also Das Gericht grobe Fahrlässigkeit feststellen und einen Schadenbetrag als Anspruch des AG mittels Urteil ermitteln, ist der Betrag mit dem "rechtskräftig werden" Fällig. Also nicht unmittelbar nach dem Urteil!.

In dem Uteil kann auch der Zahlungstermin festgelegt werden. Was ebenfalls möglich ist, ist eine Vereinbarung über Ratenzahlung mit dem Ex AG.

Gruß Uli

Kommentar von Cristes ,

Danke Ulli, wenn das wirklich so hinhaut wie du es geschrieben hast dann stehen die Chancen nicht schlecht das ich das gewinnen könnte. Jetzt liegt nur die Frage in den Raum wie könnte man das beweisen das dass grob fahrlässig war denn genau das hatte mir mein Anwalt auch gesagt das es erst bewiesen werden muss.

Kommentar von elektromeister ,

Grob Fahrlässig ist: Wenn man die für die Tätigkeit gebotene Sorfalt, außer Acht lässt, obwohl man weis oder zumindest wissen müßte, das das, was man gerade tut falsch ist.

z.B.

Grobe Fahrlässigkeit

Grobe Fahrlässigkeit liegt dann vor, wenn der Handelnde die in einer Situation notwendige Sorgfalt in besonders hohem Maß missachtet.

Quelle: http://www.toptarif.de/kfz-versicherung/wissen/grobe-fahrlaessigkeit/

Kommentar von Cristes ,

Ok das kann ich mit Sicherheit behaupten das ich so nicht gehandelt habe. Ich denke aber das es dort auf die Qualität des Anwalts drauf ankommt

Kommentar von elektromeister ,

Danke für das Sternchen

Antwort
von Samika68, 35

Es wurde Lohn einbehalten UND eine Forderung von 600€ gestellt?

"Wegen mangelnder Arbeitsleistung" ist ein strittiger Begriff.

Lohnkürzungen sind in diesem Fall nur bei einem leistungsbezogenen Lohn möglich.

Wurde dies in Deinem Fall ausdrücklich vereinbart?

Für was genau werden denn die 600€ verlangt? Hast Du dem Unternehmen einen nachgewiesenen, finanziellen Verlust eingefahren, oder anderweitig geschadet?

Wie kann in kurzer Zeit aus der ursprünglichen Forderung nun ein Betrag von 4.000€ angewachsen sein?

Sorry - aber ich denke, Du gibst nicht alle Fakten preis...

Da kann man nicht sicher beurteilen, ob Du ein Gerichtsverfahren gewinnen könntest.

Kommentar von brummitga ,

da bleibt nur ein guter Anwalt.

Kommentar von Cristes ,

Ich kann es dir so erklären Ich bin Handwerker und wurde eben nach 2 Wochen gekündigt weil es nicht passte oder ich ihr nicht passt weil ich 2 Tage mehr auf diese baustelle musste als üblicherweise geplant aufgrund das was ich oben beschrieb ( nacharbeiten)... Als ich dann weg war wollte sie die Zeit die von mir dort nachträglich investiert wurde zurückhaben... Durch den Schaden den ich verursacht habe hatte sie schonmal bis zur gesetzlichen pfändungsgrenze einbehalten die ja 1100 Euro beträgt das sind knapp 500 gewesen. Damit ist es nicht genug sie musste wohl nachdem ich weg war erneut hin. Sie wirft mir ruf schaden zu und kosten anderer Firmen z.b Reinigung und co. Das was dann am Ende eben diese 4000 betragen soll. Jetzt weißt du alles mehr kann ich dir nicht sagen. Die Art des Handwerks kann ich dir beschreiben (anonym) ich gehöre zum Handwerk die z.b Wände verschönern. Bitte da nicht weiter drauf eingehen

Kommentar von Samika68 ,

Dank für diesen ausführlichen Kommentar! 

Der Grund für die Verzögerung sollte nicht außer acht gelassen werden. War es alleine Deine Schuld?

Der Arbeitgeber kann das - wie ich schon in einem anderen Kommentar erwähnt habe - als mittlere bis grobe Fahrlässigkeit einstufen und von der Arbeitnehmerhaftung Gebrauch machen.

Dass der Ruf des Unternehmens unter Deiner schlechten Arbeitsleistung leidet, sollte erst nachgewiesen werden.

Allerdings - um ganz ehrlich zu sein - wenn schon einmal wegen diesem Patzer Geld einbehalten worden ist, also Lohn gepfändet und Du dagegen nicht gleich vorgegangen bist, hat der gegnerische Anwalt einen Trumpf in der Hand, denn dies könnte als Eingeständnis der Schuld an dem Schaden Deinerseits ausgelegt werden.

Suche Dir einen sehr, sehr guten Anwalt.

Viel Glück!

Kommentar von Cristes ,

zu derzeit war ich schon bei meinem Anwalt er sagte mir das ich auf eine Klage warten solle um das Geld einzufordern da meine selbstbeteiligung nur ab 500€ greifen würde. Was mache ich wenn ich verliere?

Kommentar von Samika68 ,

Auf eine Klage warten? Echt jetzt - das hat der Anwalt geraten?

Hättest Du nicht besser sofort Widerspruch gegen die Lohnpfändung einlegen sollen? Dadurch, dass Du "die Füße still gehalten hast", war dem AG klar, dass Du die Schuld und die Kosten anerkennst - aber ich bin kein Jurist, Dein Anwalt wird sich schon was dabei gedacht haben, als er Dir diesen Rat gegeben hat.

Glaubst Du, es macht Sinn, nochmal ein ruhiges und klärendes Gespräch mit dem ehemaligen Chef zu suchen? Vielleicht könnt Ihr Euch außergerichtlich einigen.

Wenn auf die Zahlung bestanden wird und die Klage des Arbeitgebers u. U. vor Gericht durchgesetzt wird, bleibt Dir nur, eine angemessene Ratenvereinbarung zu treffen. Ich wünsche Dir viel Glück!!

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