Buchfink am 26.03.2009 um 19:42 Uhr
Jeden Donnerstagnachmittag arbeite ich ehrenamtlich in einem örtlichen Seniorenheim und helfe dabei die Bewohner zu beschäftigen. In diesem Moment spiele ich gerade mit Herrn Jansen (77) "dieses neumodische Kreuzworträtselbrettspiel zum Selberlegen".
Der gute Herr meint nun, dass er an mein gelegtes Wort ARZT - für das ich immerhin den doppelten Wortwert erhielt - das Wort KAMM anhängen dürfe. Auf meinen Einwand, dass dieses Wort nicht existiere, entgegnete er damit, dass ARZTKAMM doch die Einzahl von ÄRZTEKAMMER sei.
Nun weiß ich nur zugut, dass dies nicht der Wahrheit entspricht und eine gewisse Alterssturheit bei seinem Beharren eine Rolle spielt und ich eigentlich nachgeben sollte. Aber ich habe ihn schon ein M herumdrehen lassen, damit er das Wort WOMBAT legen konnte, wofür ihm nämlich ein W fehlte.
Der gute Mann ist nicht chronisch krank, es sieht nicht so aus, als ob er in absehbarer Zeit diese Erde verlassen würde, er ist ein feiner Kerl, jedoch neigt er zum Mogeln und legt eine gewisse Dickköpfigkeit an den Tag.
In ein paar Minuten kommt er vom Abendessen zurück, bis dahin brauchte ich einen Rat. Sollte ich ihm alles durchgehen lassen oder kann ich mich durchaus von meiner unnachgiebigen Seite zeigen?
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Wie heißt's so schön: "Auge um Auge, Zahn um Zahn"? Legste als nächstes halt ein Selbsterfundenes und fragst dann ganz erstaunt: "Wie? Kennen Sie nicht?" lach

Ihm zu diesem wunderbaren neuen Wort gratulieren! Obwohl ich Dir von der Geschichte kein Wort glaube...
Ich habe gerade wilde Visionen von sich kämmenden Ärzten - und muss immer an Loriot denken: "Hundenase, Tante Mechthild, Hundenase!"
Buchfink am 27. März 2009 15:38 Seine Kreativität möchte ich ihm ja nicht streitig machen.
Nächsten Donnerstag läuft Google nebenbei.

beharr nicht auf dein Recht, lass ihn legen wie es ihm gefällt, du kannst es doch ebenso machen, so habt ihr beide euren Spass :))
Buchfink am 27. März 2009 15:40 Aber mich verbessert er, wenn ich etwas Falsches lege.
Aus seiner BURG durfte ich nur mit viel Überredungskunst FLENSBURG machen.
moon73 am 28. März 2009 17:49 Alte Menschen sind manchmal wie kleine Kinder, dickköpfig und haben immer Recht ;-)
sehe ich auch so!! D.H.

Ist doch nicht lebensnotwendig dass es korrekt ist, wenn er Spaß dran hat ist es doch okay. Außerdem hat ein Arzt bestimmt auch einen Kamm und dann ist es halt ein Arztkamm :-))))
Buchfink am 27. März 2009 15:41 Und in einem asiatischen Bordell wird Puffreis serviert.
Ist schon klar.
Meine Frau und ich spielen auch manchmal Scrabble. Aus Spaß.
(Und wir sind noch nicht im Altersheim.)
Gewiß, es gibt bestimmte Grundregeln, die auch wir einhalten (keine Namen, keine geographischen Bezeichnungen),
aber wir erlauben jedes (zusammengesetzte) Wort, das sich einigermaßen plausibel erklären läßt.
Man muß die Regeln nicht so bierernst auslegen.
Artzkamm ist eben ein Kamm eines Arztes. Logisch.
Wir hatten auch mal ein Wort, das entstand durch Anlegen: Sex-Gast-Ei.
Sex, ist klar, Sexgast ist eben ein anders Wort für "Freier". Und wenn es dann ein männlicher Sexgast ist ... - na, Du verstehst schon.......
Und wenn Du das jetzt als Alterssturheit bezeichnest, frage ich mich, ob Du da wirklich an der richtigen Stelle bist.
Laß doch den alten Leuten und auch Dir ihren Spaß!!
Buchfink am 27. März 2009 16:03 Erst einmal gratuliere ich Euch beiden,
zu dieser kreativen Auslegung dieses Gesellschaftsspieles.
Eine erotische Komponente müsste ich zuhause auch einmal einführen,
wenn es um Brettspiele geht.
Es gibt aber klare Anweisungen zum Umgang mit den Bewohnern.
Dame, Mühle, Schach, Backgammon etc. sollten alle nach den Standardregeln gespielt werden.
Die Klinikleitung verspricht sich dadurch, dass die Bewohner lernen sich an Vorgaben zu halten.
Deswegen werden die ehrenamtlichen Zeitvertreiber ausgefordert,
die Bewohner nicht als schwache Mitglieder der Gesellschaft anzusehen,
die Sonderrechte in Anspruch nehmen dürfen,
sondern als vollwertige Menschen, die sich an Regeln und Pflichten zu halten haben.
Naja - "erotische Komponente" - lassen wir mal die Kirche im Dorf.
War vorhin nur ein Beispiel, das mir eingefallen ist, ich könnte noch mehr hevorkramen.
Standardregel - jedes deutsche Wort in jeder geneigten und gebeugten Form, und zusammengesetzte Wörter. Das sind die Standardregeln.
Es steht n i c h t geschrieben, daß man keine Wörter legen darf, die man in seinem Sprachgebrauch hat ... ;-) ... und erklären kann.
Das Spiel ist schon schwer genug, auch für uns noch nicht ganz so alte...,
es spielt sich leichter, und man kann auch mal lachen, wenn man diese "Sonderregel" zuläßt.
Meiner Mutter selig hat mit 78 Jahren das Spiel auch Spaß gemacht, wie wir es spielen, sie konnte drüber lachen, was für Worte dabei rauskamen.
Wie gesagt, nur plausibel erklären können muß man sie ...
Ich denke, daß die Klinikleitung a) nichts merken würde und b) auch gar nichts dagegen hätte.
Buchfink am 28. März 2009 12:39 Naja - "erotische Komponente" - lassen wir mal die Kirche im Dorf.
Unabhängig davon, wie es gemeint war, wäre das allerdings tatsächlich eine interessante Scrabble-Variante:
Es dürfen nur Begriffe gelegt werden, die man in einem erotischen Kontext erklären kann.
Um mich gegen die Klinikleitung zu stellen, bin ich zwar noch nicht lang genug dabei, aber ich werde ich es mal versuchen.
Die Kreativität der Bewohner soll ja nicht zu kurz kommen.
Du stellst Dich doch damit nicht gegen die Klinikleitung.
Du machst einfach einen netten Vorschlag.
Wichtig ist nur, daß Du es als Win-Win-Situation darstellst, bei der alle was von haben.
Du als Zeitvertreiber (die Spiele werden kürzer, Du kannst Dich in der gleichen Zeit mit mehr Leuten beschäftigen), die alten Leutchen (sie haben mehr Spaß, und mit der Zeit läßt ja nun mal tatsächlich die Konzentrationsfähigkeit nach - und ein verbissen gespieltes Scrabble kommt locker auf 2 - 2 1/2 Stunden), und nicht zuletzt die Klinikleitung (zufriedene und gut gelaunte Bewohner, Kosteneinsparung - da mußte allerdings noch ein bißchen denken, wie Du da die Kurve kriegst ...)
Mit der Ärztekammer ist´s ein Prob, denn das ist eine Institution, Aber eine Schachtel als Kammer, zwei Männchen als Ärzte und zwei Kämme, das lege ihm vor und er soll jetzt nochmal entscheiden. Der gute Mann dürfte min 1 stunde wenn nicht mehr mit diesem Problem beschäftigt sein. Korrigiere nur wenn falsch, zeige nur, aber nur den WEG zu richtig.

Arztkamm?! LoL?
Buchfink am 27. März 2009 15:44 Dachte ich mir auch.
LOL darf ich übrigens nicht mehr legen,
da wird er sauer.

Wirf das Spielbrett um,
schmeiss dich auf den Boden,
und tu beleidigt.
Buchfink am 2. April 2009 00:18 Ob ich dann weiterhin als Ehrenamtlicher dort tätig sein darf?
Immerhin wird von uns "Beschäftigern" ein starkes Nervenkostüm erwartet und
als pädagogische Maßnahme kann ich das niemandem verkaufen.

Ich komme einfach das nächste Mal vorbei/mit. Wenn er dann sieht, dass es tatsächlich Feen gibt, guckt der erstmal ganz schön wirr aus der Wäsche und wird sich darauf endlich mal von dir zurechtweisen lassen ;)
Buchfink am 23. Mai 2009 04:34 Das würdest Du für mich tun?
vollheftigvondergrünenfeeabschwärm

ich mag die Farbe grün deshalb meine Antwort!





Sag´ ihm, Du hättest bei der Ärztekammer angerufen und wenn er nicht aufhört, Dich für dumm zu verkaufen, würden die von der Ärztebereitschaft für Psychiatrie eine vorbeischicken. Ob er das riskieren wolle?
Buchfink am 27. März 2009 15:46 Nun ja, eine gewisse Drohkulisse mag ja sehr wirksam sein.
Aber mein Ehrenamt wollte ich schon gerne etwas länger inne haben.


lass ihn machen und schummel selber bei jeder sich bietenen gelegenheit. und dann beharre darauf dass du recht hast etc. wenns geht lege auch mal ein M zu einem W dann kannst du ihn ausstehen weil du ja den "gegenebweis" hast. das zeigt ihm mal wie nervig das ist, er ist ja nun keine 6 mehr
Buchfink am 27. März 2009 15:48 Meine Mogeleien werden sofort beanstandet und ausdiskutiert,
da habe ich keine Chance.
Selbst dann nicht, wenn es nur ein versehentliches Falschlegen war.
Wenns ihn doch glücklich macht.
Buchfink am 27. März 2009 15:50 Ob ich das Recht dazu habe, es zuzulassen,
dass seine Synapsen Mogeln mit Glücksgefühlen in Verbindung bringen,
möchte ich doch vehement abstreiten.

wenn er schummelt kannst du doch auch mal schummeln, siehs nicht so eng,ist ja nur ein Spiel..oder verlang dass er wenigstens einen Ärztekamm draus macht :-)
Buchfink am 27. März 2009 15:51 Also ich werde jedes Mal verbessert.
Da kennt er kein Pardon.

Ich liebe scrabble! Aber es kommt zwangsweise immer wieder zu Kabbeleien. Ich persönlich bleibe stur, und spiele dieses Spiel auch nur mit Wörterbuch. Alles, was da nicht drin steht, kann nicht gelegt werden.
Buchfink am 27. März 2009 15:53 Ein Wörterbuch ist eine feine Sache.
Vielleicht finde ich auch ein Online-Wörterbuch,
welches ich ihm mittels W-LAN vorsetze.
Vielen Dank.
..versuch mal "grüne Fee erwischt" zu ergänzen."scharfsinnige ( oder "freche", je nachdem, was für Steinchen Du hast) grüne Fee erwischt Rentner beim Mogeln". Ich bin sicher, er bezieht das schon aus Prinzip nicht auf sich; die Rentner von heute sind schwer erziehbar, aber es wäre vielleicht eine gewisse Genugtuung, die Wahrheit auf den Tisch gebracht zu haben! ;-))
Buchfink am 27. März 2009 15:54 Die Wahrheit auf dem Tisch im doppelten Sinne sozusagen?
Nun ja ob es damals ein Leichtes war, greise Mitmenschen mit Pädagogik anzukommen,
bezweifle ich allerdings.

ihm klarmachen, dass es doch völliger quark ist, was er behauptet, den du ihm aber "augenzwinkernd" durchgehen läßt: trotz hohen alters ungeheuer kreativ usw.
Buchfink am 27. März 2009 15:57 Und wenn er daraufhin versucht kreativ zu sein,
um an ein eher zweifelhaftes Ergebnis zu gelangen, mit der Gewissheit,
dass man nur dreist genug sein muss, um etwas zu erreichen?
Zieht er aus seinem Verhalten beim Scrabble,
das ich ihm durchgehen lasse,
dann nicht die völlig falschen Schlüsse für sein übriges Leben?
ist ja nur ein spiel
Buchfink am 27. März 2009 16:04 Es gibt aber klare Anweisungen zum Umgang mit den Bewohnern.
Dame, Mühle, Schach, Backgammon etc. sollten alle nach den Standardregeln gespielt werden.
Die Klinikleitung verspricht sich dadurch, dass die Bewohner lernen sich an Vorgaben zu halten.
Deswegen werden die ehrenamtlichen Zeitvertreiber ausgefordert,
die Bewohner nicht als schwache Mitglieder der Gesellschaft anzusehen,
die Sonderrechte in Anspruch nehmen dürfen,
sondern als vollwertige Menschen, die sich an Regeln und Pflichten zu halten haben.



Also ich werde jedes Mal verbessert.
Da kennt er kein Pardon.
Aber Du konntest lachen, oder? Hat er auch gelacht??? Dann habt ihr wenigstens keine verbissenen Gesichtszüge beim Spielen mehr (macht so häßliche Falten später!!!)- also war's das wert, oder? Außerdem trainiert es seine Aufmerksamkeit;)