Frage von 18463644, 100

Streit mit nachbar, er mischt sich in Private angelegenheiten ein, betrügt mich um 2 monatmieten

Guten Abend.

Der Mieter meiner Wohnung hatte einen Betrugsversuch in der Miete versucht, der mir auch nur so auffiel, als ich meine Kontoauszüge checkte. Er und Ich hatten Vertraglich festgelegt, dass er die Miete am 1. jedes Monats zu zahlen hat. Er zahlte jedoch über 4 Monate hinweg einmal am 15, den nächsten Monat am 30. den nächsten wiederrum am 15 und im Anschluss wieder am 30. Hätte ich die die Miete 4 Monate lang nicht zusammen gerechnet und die Miete, die ich überwiesen bekam, kam ich auf die hälfte der eigentlichen Miete. So lebte er 2 Monate quasi umsonst. Ich sprach ihn natürlich direkt darauf hin an und habe es vorgerechnet was ich eigentlich hätte bekommen sollen und was ich bekommen habe. Wir machten aus, dass er die 2 Monatsmieten in kleinen Beträgen zurückzahlt, zusätzlich zu seiner Miete. Davon stehen aber noch ein nicht allzu niedriger Betrag von etwa 600€ aus. Diese Beträge sind noch vom Juni & Oktober 2015.

Ab da an, als ich ihm seine Masche zeigte mischt er sich mehr und mehr in mein Privatleben ein und beeinflusst meinen guten Kontakt zu den Nachbarn.

Ich habe meinen Garten Renoviert, meinen Privaten, eigenen, versteht sich. Ich habe auch vom Vorbesitzer des Hauses Rasen "Stücke" auf der Rasenfläche gehabt, die natürlich nicht sonderlich schön waren. Also ging ich in den Baumarkt, ließ mich Beraten und kaufte das Produkt Roundup mit dem chemischem Inhalt Glyphosat. Natürlich sagte ich vor Ort, dass ich etwas haben möchte, was der Umwelt, Tiere usw. außerhalb meines Gartens in keinster weise schadet, sondern nur die Flecken des Rasens abtötet, weil ich rücksicht auf die Bienen meines Nachbarn nehmen wollte. Es steht auch ganz groß auf der Verpackung, dass es NICHT Bienen schädlich ist. Ca 2 Tage nach dem Sprühen des Giftes kam mein Nachbar wutentbrannt zu mir und beschwerte sich wegen des Sprays auf meinem Rasen. Wenige Stunden später bekam ich besuch von meinem Bienen züchtenden Nachbarn, dass ich angeblich seine Bienen getötet hätte, unter anderem auch ein Kaninchen, welches NICHT frei herumläuft sondern nur in seinem Käfig, in seinem ca 70m entfernten Garten.

Da es sich ja zuerst um einen Betrugsversuch seinerseits handelt, und er sich unter anderem in mein Privatleben einmischt, unter anderem meine Nachbarn gegen mich aufhetzt und Gerüchte über unsere Familie verbreitet, dass wir angeblich absichtlich tödliches Spray gekauft hätten, kann ich den Mieter Kündigen ?

ich bitte um konkrete Antworten, ob ich ihn aus der Wohnung raus bekomme.

Vielen Dank und liebe Grüße :)

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete, Mietrecht, Vermieter, ..., 38

Er und Ich hatten Vertraglich festgelegt, dass er die Miete am 1. jedes Monats zu zahlen hat.

Was man vereinbart  ist manchmal nicht das was geltendes Recht ist

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

§ 556b Fälligkeit der Miete, Aufrechnungs- und Zurückbehaltungsrecht

(1) Die Miete ist zu Beginn, spätestens bis zum dritten Werktag der einzelnen Zeitabschnitte zu entrichten

, nach denen sie bemessen ist.

(2) Der Mieter kann entgegen einer vertraglichen Bestimmung gegen eine Mietforderung mit einer Forderung auf Grund der §§ 536a, 539 oder aus ungerechtfertigter Bereicherung wegen zu viel gezahlter Miete aufrechnen oder wegen einer solchen Forderung ein Zurückbehaltungsrecht ausüben, wenn er seine Absicht dem Vermieter mindestens einen Monat vor der Fälligkeit der Miete in Textform.

Auch mal als Hinweis:

Die Mietkaution darf laut BGB auch in drei Raten gezahlt werden, leider gibt es viele Vermieter die das nicht wissen oder beachten.

Übrigens ich bin Vermieter.  :-)

kann ich den Mieter Kündigen ?

Wenn er wirklich zwei Mieten im Rückstand ist, ja.

Jetzt was ganz wichtiges!

Neben der fristlosen Kündigung wegen zweier offener Mieten hilfsweise fristgerecht kündigen!

Das hat den Vorteil, dass der Mieter durch Zahlung der Rückstände die fristlose Kündigung abwenden kann, aber nicht die fristgerechte Kündigung.

Zudem würde ich auch einer stillschweigenden Verlängerung des Mietvertrages nach §545 BGB in der Kündigung schon vorab widersprechen.

Dazu mal ein Link:

http://www.gevestor.de/details/wenn-ihr-mieter-nach-beendigung-des-mietvertrags-...

Falls Du als Vermieter zusammen mit dem Mieter in einem Zweifamilienhaus wohnst geht auch Folgendes:

§ 573a BGB

Erleichterte Kündigung des Vermieters

(1) Ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom
Vermieter selbst bewohnten Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen kann der
Vermieter auch kündigen, ohne dass es eines berechtigten Interesses im Sinne
des § 573 bedarf. Die Kündigungsfrist verlängert sich
in diesem Fall um drei Monate.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für Wohnraum innerhalb der
vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung, sofern der Wohnraum nicht nach § 549 Abs. 2 Nr. 2 vom Mieterschutz ausgenommen
ist.

(3) In dem Kündigungsschreiben ist anzugeben, dass die
Kündigung auf die Voraussetzungen des Absatzes 1 oder 2 gestützt wird.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam

LG

johnnymcmuff

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 19

Zu den Mietrückständen hat Dir vor allem johnnymcmuff ausreichend und sehr gut Auskunft gegeben.

Zum Glyphosat:

Da ist es richtig, dass Dir die Nachbarn den Kopf richtig "gewaschen" haben. So etwas gehört nicht in den Garten. Wenn Du wirklich dort nach einem Mittel gefragt hast, dass "unschädlich" für Tiere und Menschen ist, hätte man Dir das Roundup nicht verkaufen dürfen.

Roundup ist das Wundermittel von Monsanto, das alle Pflanzen
auf einem Acker radikal abtötet, sodass am Ende nur noch das entsprechend gentechnisch behandelte Saatgut von Monsanto spriessen und gedeihen kann.

Dass das nicht schädlich für Bienen, Kaninchen und letztlich auch den Menschen sein soll, ist ein Märchen.

Google mal zu "Glyphosat" im Internet und Du wirst etwas darüber erfahren, was dieses Mittel anrichten kann. Derzeit besteht Hoffnung, dass es zumindest in Europa verboten wird. Was es aber im Rest der Welt schon alles angerichtet hat, darüber kannst Du dann auch bestimmt viel erfahren.

Antwort
von schelm1, 29

Sie können rückständige Mieten unter Vorlage einer nachvollziehbaren Aufstellung, aus der sich der Gesamtrückstand zweifelsfrei erkennen läßt, fordern.

Übersteigt diese Summe einen Betrag von mehr als zwei Monatsmieten, können Sie fristlos und sicherheitshalber fristgerecht mit dem Hinweis kündigen, dass bereits jetzt einer stillschweigenden Fortsetzung des Mietverhältnisses widersprochen wird.

Mahnen Sie die nicht mietvertragskonforme Mietzahlungsweise formal ab und drohen Sie in dieser Abmahnung für den Fall des wiederholten Verstoßes gegen den Abmahngrund die fristlose Kündigung des Mietverhältnisses an.

So haben Sei zwei "Eisen im Feuer".

Legen Sie die Forderungsaufstellung einem Anwalt vor und beauftragen Sie ihn, einen Mahnbescheid zu beantragen, indem er auch die Kosten seiner Inanspruchnahme mit einfließen läßt.

Greift nach der Auffassung des Anwaltes nach entsprechender Würdigung des Ssachverhaltes  die fristlose Kündigung bereits jetzt, dann sollte auch schon eine Räumungsklage bei Gericht eingereicht werden.

Fühlen seis sich mit den schritlichen Formulierungen überfordert, lassen Sie die Schreiben an den Mieter vom Anwalt rechtssichder verfassen.

Die Bienekinkerlitzchen  können Sie mal getrost vergessen. Ist der Störer erstmal weg, bleibt Ihnen immer noch reichlich Gelegenheit, den "Spieß" nachbarschaftlich gegen ihn zu kehren.

Sie sollten künftig unverdächtige biologische Mittel zur Bekämpfung Ihrer Gartenprobleme verwenden.

Antwort
von regex9, 36

Du kannst ihm höchstens wegen der verspäteten Zahlungen kündigen (siehe hier, mögliche Kündigungsgründe: http://www.immonet.de/umzug/wissenswertes-rechtliches-mietvertrag-kuendigung-ver...).

Seine üble Nachrede dagegen hat nichts mit dem Vertrag zu tun.

Antwort
von TrudiMeier, 22

Dauerhaft verspätete Mietzahlungen muss kein Vermieter hinnehmen. Auch wenn er den 1. jeden Monats als Zahlungsziel missachtet, laut BGH ist die Miete am 3. Werktag jeden Monats fällig.  Der 15. oder gar der 20. eines Monats ist damit weit überschritten. Du kannst ihn wegen der verpäteten Mietzahlungen abmahnen. Zahlt er wiederum zu spät kannst du fristlos kündigen, hilfweise fristgerecht.

Ansonsten schließe ich mich der Antwort von johnnymcmuff an.

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