Frage von Sommerbild, 100

Streit mit Gesellschafter eskaliert. Wie sollte man vorgehen(GmbH)?

Guten Morgen,

In einer 2 Personen GmbH haben beide Gesellschafter 50% Anteil.

Gesellschafter A ist Geschäftsführer.

Gesellschafter B arbeitet im Unternehmen.

Jetzt stehen beide Gesellschafter dauerhaft im Streit. Beide haben eine andere Vorstellung wie das Unternehmen geführt werden soll. A möchte auf Qualität und eine gute Geschäftsbeziehung zu den Kunden setzen. B ist auf schnelle Fertigung und Profitmaximierung aus.

Beispiel: Ein Kunde aus Südkorea hat einen Auftrag in Wert von 5000€ aufgegeben. Der Kunde möchte aber das die Lieferungen in kleinen Mengen erfolgt, damit Steuern gespart werden können. A hat alles mit dem Kunden abgesprochen, es wurde sich darauf geeinigt, dass die Lieferung in kleinen Mengen erfolgt. B möchte aber nun das die Lieferung in einer Lieferung erfolgt, um Kosten von 70€ zu sparen. B steht in keinem Kontakt zu den Kunden. Er hilft nur bei der Produktion bei den Gütern. A sieht sich damit im Konflikt, zum einen den Kunden zufrieden zustellen und zum anderen seinem Geschäftspartner. B ist grundsätzlich gegen jede Entscheidung von A - A fühlt sich förmlich Handlungsunfähig. A hat sich schon überlegt ein neues Unternehmen zu gründen, doch das dürfte sich als zu schwer erweisen. Was kann A also machen um sich gegen B durchzusetzen. Wie weit darf B die Entscheidungen des Geschäftsführers beeinflussen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 60

Der Geschäftsführer bestimmt wie die Geschäfte geführt werden. Daher die Bezeichnung Geschäftsführer (andernfalls hieße es ja wohl Geschäftsverhinderer oder ähnlich).

B kann zetern wie er will, bei 50:50 hat er kaum Chance was durchzusetzen, weil es ja immer an den Mehrheitsverhältnissen scheitert.

Auch Dein Kommentar zieht nicht. Ein vorhandener Geschäftsführer muss nicht neu gewählt werden, sondern umgekehrt, abberufen werden.

Also kann ja B den Antrag in der Gesellschafterversammlung stellen B als Geschäftsführer abzuberufen udn dafür B, oder X als Geschäftsführer zu berufen. Wird nicht klappen, weil 50 % dazu nicht ausreichen.

Trotzdem ist die Situation Mist. Also sollen die beiden sich einigen. Am besten kauft A dem B dessen Anteile ab.

Kommentar von Sommerbild ,

Vielen Dank für deine Antwort. Wir werden wohl erstmal einen Juristen konsultieren müssen, um weitere Pläne für die Zukunft planen zu können. Ob eine Einigung erfolgen kann, bleibt fraglich. 

Antwort
von habakuk63, 53

Der Geschäftsführer bestimmt. Wenn der zweite Gesellschafter kein Geschäftsführer ist (das gibt es ) dann muss er sich raushalten, weil er nix zu sagen hat. Als Gesellschafter kann er seine Anteile aus der Firma nehmen.

Kommentar von Sommerbild ,

Vielen Dank für deine Antwort. Was könnte der zweite Gesellschafter den machen um seine Interessen durchzusetzen? Er könnte z.B. doch die Wahl zum Gesellschaftsführer am Ende des Jahres verhindern. Für welche Entscheidungen bräuchte der Geschäftsführer das Einverständnis des Gesellschafters ?

Kommentar von Realisti ,

Das Risiko besteht immer. Aber wenn man die besseren Argumente hat, muß man zu seinem Handeln und seinem Gewissen stehen. Vielleicht könnte man bei der nächsten Versammlung das Thema gleich mitregeln. Am besten schriftlich! So gibt es im nächsten Jahr eine klare Regelung und die kräftebindenden Diskussionen entfallen.

Antwort
von Jako1385, 46

Servus, also meiner Meinung nach sollte man sich als Gesellschafter einer GmbH mit den anderen Gesellschaftern gut verstehen. Das ist das a. und o. einer jeden gutgeführten Unternehmung. Da die Geschäftsanteile mit jeweils 50 % ausgeglichen sind, müssten sie sich mal zusammensetzen und das Problem besprechen. Geschäftsführer B, sowie Geschäftsführer A müssen gemeinsame Entscheidungen treffen. Vielleicht sollten sie sich erst einmal im klaren sein welcher Unternehmens-Philosophie sie verfolgen. Gewinnmaximierung und gute Geschäftsbeziehungen sind beide wichtige Bestandteile zum Erfolg. Gruß

Kommentar von Sommerbild ,

Hallo, vielen Dank erstmal für deine Antwort. Dem sehe ich genauso, trotzdem gibt es einige Punkte wo die Meinungen zu unterschiedlich sind. Das eine Einigung erfolgen muss, ist mittlerweile klar. Wie sie ausfallen wird, ist unklar. 

Kommentar von Ifm001 ,

Es gibt laut det Beschreibung des OP keinen Geschäftsführer B. Der alleinige Geschäftsführer hat das Sagen. Die Gesellschafter-Mehrheit kann beschliessen, ihn auszutauschen.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Na toll bei 50/50 - das hilft bei der Frage nicht wirklich weiter.

Kommentar von Ifm001 ,

Doch ... der Geschäftsführer kann quasi durchregieren, es sei denn, im Gesellschaftervertrag gibt es dazu eine anderslautende Regelung.

Antwort
von Realisti, 54

Es wird gemacht was der Kunde will. Sonst gibt es den bald nicht mehr.

Der zeichnungsbefugte Gesellschafter hält seinen Kopf hin im Fall des Falles. Daher muß sich der andere fügen.

Kommentar von Sommerbild ,

Danke. Das ist natürlich klar. Aber wie weit kann der Gesellschafter in die Unternehmen eingreifen. Er könnte z.B. die Wiederwahl des Geschäftsführers verhindern. Ect. So eine Situation ist unvorteilhaft für den Gesellschaftsführer. 

Kommentar von Realisti ,

Wie weit seid ihr finanziert? Wenn es hart auf hart geht mischt sich die Bank auch noch ein. Die Macht des Geldes ist nicht zu unterschätzen.

Ein befreundetem Unternehmer wurde klar gesagt, wenn das nicht eindeutig geregelt wird, drehen wir den Hahn zu. (Der Fall lag ähnlich.)

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