Frage von Bomanye, 77

Eine Frage zum Strafrecht wegen "wie in Trance" versuchten Raubes.

Hallo. - Wie siehts aus, wenn man einen Lieferdienst bestellt, via einer Unbekannten Nummer und dann plant auszurauben, wärend der tat aber aufwacht und ohne beute einfach davon rennt?

Er sagte, bei ihm hat sich alles gedreht, bevor er die tat begang, er hat keine Arbeit, seine Mutter hatte Gebutstag und es nargte sehr an ihm das er ihr nichtmal ein Geburtstagsgeschenk kaufen konnte, er war nicht er selber, es war wie ein kurzschluss wo er einfach nurnoch gehandelt hat, er meinte auch er hätte ganzezeit so ein komisches gefühl gehabt, und hat wie in Trance gehandelt.

Sein Alter ist anfang 20, hat keine vorstrafen und ist sonst auch ein echt lieber junge, der immer höfflich und korrekt ist, nur zur tat war er halt komplett ausgetauscht, es wurde ihm alles zuviel - Er hat auch vor eine Ausbildung zumachen, eine stelle ist auch gefunden.

Meine Frage also, wie siehts aus, wie soll er sich verhalten?

(Er hat noch keine Anzeige gekriegt, Polizei war auch noch nicht da, aber er schämt sich so für die tat, war halt auch wie ausgewechselt, das er sich selber anzeigen möchte, hat aber angst vor den konsequenzen.)

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Antwort
von skyfly71, 45

War die Tat noch im Versuchsstadium und ist der Täter selbst vom Versuch zurück getreten, bleibt er straffrei. In jedem Fall fällt die Strafe bei einem nur versuchten Raub geringer aus.

https://dejure.org/gesetze/StGB/23.html

Bis zum 21. Geburtstag kann Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen, da würde es noch einigermaßen glimpflich ausgehen. Im Erwachsenenstrafrecht hingegen beträgt für einen vollendeten Raub die Mindeststrafe 1 Jahr. War auch noch eine Waffe im Spiel, sind wir schon bei 3 Jahren Mindeststrafe....

Das mit der Selbstanzeige würde ich mal hübsch lassen. Wir sind hier nicht im Steuerrecht, wo eine Selbstanzeige zu Straflosigkeit führt. Entgegen dem weit verbreiteten Irrglauben macht es rechtlich keinen Unterschied, ob man sich selbst anzeigt oder angezeigt wird. Er kann ja immer noch die Tat gestehen, wenn er unter Tatverdacht steht.


Kommentar von Bomanye ,

Okay Danke. Was kannst du uns jetz empfehlen? Sollen wir warten bis was kommt? Darf ich deine Email haben damit ich dich bei warten Fragen nochmal fragen kann?

Kommentar von skyfly71 ,

Ja, ihr solltet einfach warten, bis was kommt. WENN denn was kommt... Man kann mich hier auch anschreiben, dazu brauchts keine eMail.

Kommentar von Bomanye ,

Okay Danke dir. Es wurde Unbekannt angerufen, kann das nicht zurückverfolgt werden? - Soll er denn sofort die Warheit sagen wenn sie kommen? Oder garnichts sagen? Weil einen Anwalt können wir uns leider nicht leisten, wir sind in einer gegend wo keiner unbedingt gut bestückt ist, so siehts auch mit dem Geld aus.

Kommentar von skyfly71 ,

Per Ferndiagnose kann man hier keinen vernünftigen Rat geben, ob und wie er sich äußern sollte. Rücksprache mit einem Anwalt wäre hier in jedem Fall zu empfehlen. Kommt es zu einer Anklage, wäre ihm aber sowieso ein Pflichtverteidiger zu bestellen, der erst mal von der Staatskasse bezahlt wird, ihm dann aber über die Gerichtskosten in Rechnung gestellt wird. Den bekommt er dann aber auch, wenn er den gar nicht will, weil es zwingend vorgeschrieben ist.

Kommentar von Philippus1990 ,

"Entgegen dem weit verbreiteten Irrglauben macht es rechtlich keinen Unterschied, ob man sich selbst anzeigt oder angezeigt wird."

Das ist Unsinn. Eine Selbstanzeige wird als Nachtatverhalten sehr wohl strafmildernd berücksichtigt. Und wenn es ihm dadurch psychisch besser geht, kann er das natürlich auch machen. Das ist möglicherweise besser als die Angst, dass einem jederzeit die Polizei die Bude stürmen könnte. Eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung wird es dafür wohl kaum geben.

Kommentar von Philippus1990 ,

"Entgegen dem weit verbreiteten Irrglauben macht es rechtlich keinen Unterschied, ob man sich selbst anzeigt oder angezeigt wird."

Das ist Unsinn. Eine Selbstanzeige wird als Nachtatverhalten sehr wohl strafmildernd berücksichtigt. Und wenn es ihm dadurch psychisch besser geht, kann er das natürlich auch machen. Das ist möglicherweise besser als die Angst, dass einem jederzeit die Polizei die Bude stürmen könnte. Eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung wird es dafür wohl kaum geben.

Kommentar von skyfly71 ,

Eine Selbstanzeige wird als Nachtatverhalten sehr wohl strafmildernd berücksichtigt.

Da gebe ich Dir natürlich vollkommen recht. Das ist aber trotzdem mal ganz was anderes als die Straflosigkeit im Steuerrecht. Und Milderungsgründe sind ja nun bis zu einem gewissen Punkt  in Art und Umfang auch immer dem Ermessen eines Richters ausgesetzt.

Schließlich ist auch eine Freiheitsstrafe auf Bewährung ein Damoklesschwert, das man sich ersparen sollte, wenn es dafür keine zwingende Notwendigkeit gibt.

Antwort
von Mignon4, 49

Du mußt lernen, die Konsequenzen deines Handelns zu tragen. Wieso hast du überhaupt Angst vor den Konsequenzen? Du warst doch sehr mutig, als du den Lieferdienst ausrauben wolltest.

Kommentar von Bomanye ,

geht um meinen Sohn. Wie gesagt, hat er wie in Trance gehandelt und ist als ihm klar wurde, was er da überhaubt macht aufgewacht und ist abgehauen. Er hat auch nie über sein Leben nachgedacht, doch an diesem Tag hat er es das erste mal gemacht, er hatte keine ahnung was er werden wollte, aber aufjedenfall kein Krimineller. Er ist sich auch das erste mal sicher wie es mit seiner Berufswahl weitergeht. Es war wie sein eigener Weckruf, er sagte auch, er wäre ein teil froh, das es passiert ist. Ein teil auch nicht. Wie gesagt, er schämt sich zutiefst, so eine schreuetat begangen zuhaben. Aber so ist er aufgewacht, und hat über alles nachgedacht, das er so nicht leben will. Darüber bin ich schon echt froh, denn vorher war ja nichts von ihm zusehen, jetz aber hat er sich schon um eine Ausbildungsstelle bemüht.

Kommentar von MeLi2413 ,

jeder muss für das was er macht gerade stehen, egal ob es unüberlegt war oder nicht! nur so kannst du oder dein Sohn wie du sagst aus der Sache lernen! ich hoffe er bekommt so eine Strafe das es fruchtet!!!

Kommentar von Bomanye ,

nunja, ich meine jeder macht mal Fehler. Die neue Generation wächst in Gewalt auf, mein Sohn erzählt mir täglich von Schlägereien auf dem Schulhof, von überfällen mit Messern auf Drogendealern auf der Schule, es wurden bereits mehrere mit einem Messer angestochen, was auch bereits in der Klassenbesprechung drankam.... Ebenfalls ist alles teuer, keiner hat mehr Geld, es entseht so ein hoher druck, und mein Sohn ist damit nicht mehr klar gekommen und hat einen kurzschluss gehabt, den er auch bereut. Klar, er will ja nicht ungeschorren davon, er will eine Strafe. Nur möchte er nicht ins Gefängnis, wo er zu einem Kriminellen Ausgebildet wird, sondern will eine richtige Lehre anfangen.

Antwort
von hunos, 14

Nach Schilderung könnte es ein sog. Rücktritt vom Versuch sein. Er würde zur Straflosigkeit führen.

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