Frage von pRiot,

Strafrecht Fahrerflucht

Die Situation ist folgende: Nach einer mutmaßlichen Fahrerflucht (beim einparken ein Auto beschädigt), kommt nun der Strafbefehl:

Geldstrafe 25 Tagessätze a 40,00€. sprich 1000€ Strafe. Ich werde diese Strafe wohl oder übel bezahlen müssen. Soviel dazu.
Meine Frage: Der Berechnung des Tagessatzes liegt meines Wissens das (potenzielle oder tatsächliche) Nettoeinkommen zugrunde. Als Student bekomme ich BaföG von knapp 240€, ich lebe also ums mal so zu sagen: spatanisch, gebe außer Miete und Essen nicht viel aus.

Wie kommt dann so ein hoher Tagesatz zustande? (und was könnte ich dagegen tun, bzw wie hoch sind meine Chancen bei einem Widerspruch? Oder kostet der mich letztlich nur noch mehr Geld durch Prozesskosten?

Die nächste Frage: Mir wird angeboten, in Raten von 200€ beginnend ab dem nächsten Monat zu zahlen. Das ist zwar besser, nur bleibt nix für meine Miete übrig.

Kann ich die Tilgung auch 2-3Monate später beginnen? Und bei wem beantrage ich das?

(im Sommer habe ich einen Job in Aussicht der zumindest die Miete zahlen würde...) -Wäre toll, wenn mir ein paar nette Menschen einen Rat für mich hätten! Danke

Fazit: Das eingedellte Nummernschild am anderen Auto zu ignorieren war der größte Fehler meines bisherigen Lebens.... kann ich jedem nur von abraten ;)

Hilfreichste Antwort von juergen04,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Offenbar ist dein Einkommen einfach geschätzt worden.... ohne nähere Grundlage.

Mein Rat: Fristgerecht Einspruch einlegen. Den kann man sogar beschränken auf die Höhe des Tagessatzes. Du solltest darlegen, welches Einkommmen du hast, am besten mit Belegen. Du kannst auch dazu gleich beantragen, ohne mündliche Verhandlung über eine reduzierte Tagessatzhöhe zu entscheiden. Das geht dann so am einfachsten.

Dafür brauchst du keinen Anwalt. Der kostet dich sonst genau das Geld, daß du bei der Reduzierung einsparen wolltest.

Kommentar von juergen04,

Ergänzung: Bei Herabsetzung des Tagessatzes im schriftlichen Beschlußverfahren fallen keine besonderen weiteren Kosten mehr an.

Nach Rechtskraft des Strafbefehls bekommst du eine Zahlungsaufforderung durch die Vollstreckungsabteilung der zuständigen Staatsanwaltschaft. Dort kannst du dann Ratenzahlung beantragen. Das wird meiner Erfahrung nach problemlos gewährt.

Kommentar von skyfly71,

Jupp. Genau so!

Antwort von twmueller,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Prinzipiell ist in einer derartigen Situation anzuraten, einen Rechtsanwalt für Verkehrsrecht zu konsultieren. Nur der kann wirklich sinnvolle und angemessene Ratschläge geben. Und bei einem Studenten auch gleich noch Beratungs- oder Prozesskostenhilfe beantragen. Wenn Du Dich gar nicht durchringen kannst, zum Rechtsanwalt zu gehen, würde ich am besten persönlich, zur Not telefonisch mit dem zuständigen Staatsanwalt Kontakt aufnehmen und ggf. einen (Teil-)Einspruch zu Protokoll geben. Die Staatsanwaltschaft ist nicht nur dazu da, zu verfolgen, sie muss auch informieren. Und alles, was sonst als Schriftsatz einzureichen ist, kann auch mündlich zu Protokoll gegeben werden. Und in einem freundlichen Gespräch kann man vielleicht einiges gerade rücken und sinnvolle Anträge formulieren.

Und an Alle in ähnlicher Situation: Unbedingt AUF DIE FRISTEN ACHTEN !!!

Kommentar von juergen04,

Der Staatsanwalt ist hier überhaupt nicht (mehr) zuständig.

Antwort von freede,

Haste einen Strafbefehl erhalten? Wurde dein Gehalt geschätzt? Warst wohl nicht bei der Vernehmung der Polizei, bzw. hast da keine Angaben gemacht... sehr gute Idee. Solltest du unbedingt anderen weiterempfehlen.

Wenigstens weiß ich jetzt dass ich mit meiner Einschätzung richtig lag und mit einem jungen Menschen ohne Berufs- und Lebenserfahrung zu haben... oder doch ein Langzeitstudent?

Kommentar von pRiot,

dat lässt dich nicht los, was?

Antwort von Freddy01,

Ja soweit richtig,aber wenn Du einen Schaden so oder so von fast 1000Euro angerichtet hast, wird Dir keiner nur 200 Euro aufbrummen. Wenn Du eine Rechtschutzvers. hast,nutze diese. Sonst wirds eng.

Antwort von Szintilator,

Das soll ein Strafbefehl sein, Gerichte verhängen Strafen mit Tagessätzen a.) soundsoviel und bei einer Gerichtsverhandlung ist doch der Angeklagte dabei, zur Rechtfertigung! ⪨〖⫵〗⪩

Antwort von Freddy01,

Die Höhe der Strafe richtet sich normalerweise nach dem verursachten Schaden.Also ein Kratzer am Nummernschild war es dann wohl nicht? Aber frag beim Bearbeiter nach ob Du die Monatszahlungen strecken kannst.

Kommentar von pRiot,

Der Schaden bestimmt nur die Anzahl der Tagessätze, die Höhe des tagessatz sollte sich an den wirtschaftlichen verhältnissen des täters orientieren - und das stelle ich in Frage.

btw: der Schaden betrug über 900€ - da war wohl noch Elektronik und aufwendige lackarbeiten im Spiel, anders kann ichs mir nicht erklären, denn alles was ich gesehen habe, war ein eingedrücktes Nummernschild, das ist schon so gemeint, deshalb würde ich jetzt jedem raten auch bei noch so klein-erscheinenden Dingen meinen Fehler nicht zu wiederholen...

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