Frage von TierVentilator, 46

Strafe bei Selbsverteidigung?

Mit welcher Strafe müsste man rechnen, wenn man als Jugendlicher auf offener Straße mit z.B. einem Messer angegriffen wird und dann z.B. selber ein Messer zückt und den angreifer "Kampfunfähig" macht. Das zählt ja theoretisch als selbt verteidigung. Mit was für einer Strafe musste man hier in Deutschland also rechnen ?

PS: Frage nur aus Interesse

Antwort
von Dragonloard, 46

Es gibt die sogennante Notwehr. Wenn du also angemessene Gewalt anwendest um Gefahr für Leib und Leben abzuwenden ist das straffrei. Es muss aber wie gesagt unmittelbar und verhältnissmäsig sein. Heisst, weil jemand mit nem Stock auf dich zurennt darfst du ihn nicht erschiessen, in aber mit Gewalt (Faustschlag) aufhalten kann angemessen sein und würde nicht bestraft werden.

Hier der entsprechende Paragraf;

"Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis
Strafgesetzbuch (StGB)

§ 32 Notwehr

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.

(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden."

Kommentar von furbo ,

Es gibt die sogennante Notwehr.

Nein, die gibt es nicht. Es gibt nur die genannte Notwehr

Es muss aber wie gesagt unmittelbar und verhältnissmäsig sein

Du hast das Gesetz zitiert. Ich lese nur "erforderlich", wo steht da was von verhältnismäßig drin?

Kommentar von Dragonloard ,

Uups schreibfehler, danke fürs korrigieren;)

Erforderlich meint genau das. Die Gewalt die erforderlich ist nicht mehr. Juristendeutsch halt.

Kommentar von furbo ,

Erforderlich bedeutet verhältnismäßig?

Kommentar von Dragonloard ,

In diesem Zusammenhang ja. Der genannte Artikel bietet eben nur die Grundlage es gibt noch einige zusätzliche Texte dazu was erforderlich meint und auch ein paar BGH Urteile die das nochmal unterstreichen. Beispielsweise das hier (passt auch vom Fall her ganz gut zur Messerfrage hier):

https://www.jurion.de/Urteile/BGH/1992-08-25/5-StR-266_92

Kommentar von furbo ,

Das Urteil passt überhaupt nicht. Hast du es überhaupt durchgelesen und weisst, um was es sich dreht?

Es ist übrigens von 1992, 2012 hat der BGH bezüglich einer Androhung ganz andere Maßstäbe gesetzt. 

Erforderlich bedeutet nicht verhältnismäßig. Die Notwehr kennt keine Verhältnismäßigkeit. 

Kommentar von Dragonloard ,

Ich weiss nicht wo du den Mist her hasst. Selbstverständlich setzt die Notwehr Verhältnismässigkeit voraus. Nur weil dich jemand verprügeln will darfst du ihn noch lange nicht abknallrnn.

Antwort
von furbo, 19

Du darfst dich mit dem erforderlichen Mittel, auch einem Messer, verteidigen. Die Verteidigung wäre dann rechtmäßig und kann nicht bestraft werden. 

Antwort
von Konzulweyer, 39

Wenn die Sachlage eindeutig geklärt ist und vielleicht Zeugen vorhanden sind, war es deiner Schilderung nach Notwehr. Wenn keine Zeugen kann der Angreifer den Spieß umdrehen und dich beschuldigen. Also Aussage gegen Aussage. Aber wenn der Angreifer diesbezüglich ein Vorstrafenregister hat, wird man dir wohl eher glauben.

Kommentar von Hideaway ,

Der Richter und der Staatsanwalt werden sich aber genau so Gedanken machen, weshalb der Angegriffene ein Messer bei sich führte, das außerdem sofort einsatzbereit war.

Kommentar von ES1956 ,

@Hidaway: Ja und, ist nicht verboten.

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