Ich bin Führungskraft in einer Bank mit Verantwortung für 20 Mitarbeitern. Mit einer Kollegin gab es in der Vergangenheit viele Probleme und das gesamte Team war sehr froh, als diese Kollegin in eine andere Abteilung versetzt wurde. Nun verläßt sie das Unternehmen und spielt mir persönlich übel mit, indem Sie unserem Personalchef und Vorstand sowie div. Kolleginnen und Kollegen berichtet, ich hätte ein Alkoholproblem, was definitiv die Unwahrheit ist. Klar ist, das sie mir damit zum Abschied schaden möchte und, nachdem ich auch politisch aktiv bin, mich nachhaltig belastet. Was kann ich hier tun? Macht eine Strafanzeige Sinn?

Wirksamer ist eine Unterlassungsklage, mit der Du der scheidenden Mitarbeiterin die Behauptung für die Zukunft verbieten lassen kannst. In diesem Prozess müsste die Mitarbeiterin die Richtigkeit ihrer Behauptung beweisen, was sie nicht kann; nicht Du mußt beweisen, dass die Behauptung falsch ist. Du kannst sie aber zuerst auch außergerichtlich aufordern eine Unterlassungserklärung abzugeben, diese Behauptung zu unterlassen, verbunden mit der Verpflichtung, eine Vertragsstrafe für jeden Fall der Zuwiderhandlung zu bezahlen (strafbewehrte Unterlassungserklärung). Das ist schon etwas spziell, sodass sich die Einschaltung eines Anwaltes lohnt.
Behalte Deinen klaren Kopf! Es hat ja seinen Grund, dass *Du für 20 Mitarbeiter verantwortlich bist und nicht jemand anderes aus dem Team und nicht die Dame. Alkoholproblem an den Kopf geworfen zu bekommen ist schon heftig. Gab es vielleicht Anlaß dazu, dass sie Dir das unterstellen könnte? Vielleicht eine Weihnachtsfeier, auf der Du vielleicht zwei Gläser Wein getrunken hast? Horch in Dich hinein, ob nicht doch irgendwer Anlaß hätte, dieser Dame zu glauben. Wenn, dann wird es Dir ein Lehre sein: never ever again als Vorgesetzte/r jemals einen Tropfen Alkohol in der Firma! Am Sektglas nur nippen und wieder wegstellen. Das hat nichts damit zu tun, dass Du ein Alkoholproblem haben könntest (das schließe ich eher aus), sondern, dass Du als Vorgesetzte/r einfach generell viel mehr unter Beschuß stehst und selbst dafür verantwortlich bist, diesen Beschuß zu vermeiden. Wie ich weiter oben schon schrieb: keine persönliche Konfrontation mit dieser Dame suchen. Das wird überhaupt nichts bringen. Wie lang ist sie nun noch in der Firma? Wenn es nur noch zwei Wochen sind, bewahre die Haltung und die Ruhe und laß sie einfach machen. NICHT reagieren (sie zu ignorieren) ist eine viel höhere Strafe! Ausserdem wirft es defintiv ein schlechtes Bild auf die Dame, nicht auf Dich! Und es wird sie auch wieder selbst einholen, da kannst Du Dir sicher sein. Nicht grundlos hat sie in der Vergangenheit Probleme gehabt und wird diese auch zukünftig haben - unabhängig davon, ob Du oder jemand anderes der / die Vorgesetzte ist. Hat der Personalchef Dir persönlich berichtet, dass sie solche Gerüchte versucht in die Welt zu setzen? Oder hast Du das vom Hören sagen? Wenn letzteres zutrifft, laß es auf sich beruhen, wenn Du Dir wirklich nichts hast zu schulden kommen lassen. Wer sich verteidigt, der klagt sich an! Wenn er es Dir persönlich gesagt hat, so bitte ihn nochmal um ein Gespräch und frage ihn, ob er auch diesen Eindruck hat. und wenn ja, woran er das festmacht und sag ihm ruhig Deine Erschütterung darüber. Wenn er mit einem klaren nein antwortet: dann ist alles in Ordnung! Du mußt Dich nicht verteidigen für eine Sache, die nicht stimmt. Mach Dich nicht selbst verrückt, dass ein so kleiner Wicht Dir wirklich schaden kann. Lehn Dich zurück und blicke über den Gartenzaun: Du hast bis hier schon sehr viel erreicht, die Dame kann Dir nicht ansatzweise das Wasser reichen. Das weißt nicht nur Du, sondern das wissen auch andere. Wer ihr glauben will, tut es sowieso. Ihre Gleichgesinnten wirst Du nicht auf deine Seite ziehen können, davon abgeshen, dass ich mir sicher bin, dass Du das auch nicht willst. Ich würde auf die Unterlassungsklage möglichst verzichten, das widerum könnte nämlich auch ein schlechtes Bild auf Dich werfen. Berichte statt dessen lieber dem Personaler, welche Unruhe sie auf ihre letzten Tage stiftet und bitte ihn, die Dame für den Rest ihrer Zeit freizustellen. Wenn das klappt, bist Du das Problem umgehend los, aber auf keinen Fall, indem Du selbst und dann noch auf ihre Sticheleien reagierst. Good Luck!

Eine Strafanzeige macht nur noch mehr Wirbel und schadet Deiner Karriere. Ich würde ein Gespräch mit dem Personalchef führen und die Sachlage schildern, wenn es weiter Unruhe gibt. Dann möglichst nicht mehr daran rühren. Wenn es irgendwie geht alles tun, damit über die Sache Gras wächst. Und wenn Du 10 x im Recht bist, Du hast den Schaden. Vielleicht kann Du ja mit der Frau auch Frieden und Ruhe schliessen.

Ein Gespräch mit dem Vorstand oder dem Personalchef sollte vorbeugend wirken können, solange sie Dich nicht auch auf dem Kicker haben.

ja, genau das, was du in der Frage schon stellst, ist der richtige Weg. Du mußt den Strafantrag stellen und wenn du willst, kannst du sie sie über dies auch noch zivil verklagen und Schadensersatz vordern. Aber die Strafanzeig ist vermutlich das abschreckendere und zu dem auch das, was deinen Ruf wieder gerade biegen kann.

Kommt auf den Umfang drauf an. Kannst du beweisen, das nichts dran ist, ja. Hast du dadurch sogar noch berufliche Nachteile, dann kannst du sogar Schadensersatz geltend machen (nicht Strafrecht mit Zivilrecht verwechseln)

Das Problem kenne ich. Am besten gehst Du zu Deinem Arzt und lässt anhand Deiner Leberwerte fetstellen, dass Du keineswegs ein Alkoholproblem hast. Dann hast Du Deine Ruhe.

Die Dame höchstpersönlich und zusammen mit einem Zeugen zur Seite nehmen und ihr es eindringlich nahebringen, das es so nicht geht. Eine Strafanzeige macht im Moment keinen Sinn....erst die Dame von der Möglichkeit einer "Verleumdungsklage" überzeugen.
Auf gar keinen Fall würde ich ein einziges Wort mit dieser Dame wechseln und schon überhaupt gar nicht versuchen Überzeugungsarbeit zu leisten! Sie wird sich - wie bisher - auch danach weiterhin im recht und eher noch weiter angestachelt fühlen bzw. womöglich ein hämisches Grinsen aufsetzen, dass sie ihr Ziel erreicht hat! Der Versuch wird ungefähr so erfolgreich sein, wie verschüttete Milch aus dem Gulli zurück holen zu wollen!
sunpoint am 2. Juli 2008 21:49 Das glaube ich nicht... persönlich und "Auge in Auge" wirst Du mehr erreichen als mit irgendeiner Klage..... es kommt immer darauf an "wie man es rüberbringt".

Ich verstehe die Frage nicht. Der Vorstand kennt Dich doch sicher persönlich und kann Dich einschätzen! Durch Meetings, Weiterbildungen, Veranstaltungen, perönliche Kontakte usw. Da hat doch eine "kleine" Mitarbeiterin keine Chancen gegen Dich!