Frage von BabyBo01, 273

Stottern macht mir das Leben schwer, was soll ich tun ich weiß nicht mehr weiter?

Hallo liebe Leute. Ich bin 16, weiblich und ich stottere. Ich hab das alles so satt. Ich will nicht mehr stottern, ich will normal sein. Jedes Mal wenn ich in der Familie anfange zu stottern oder überhaupt zu sprechen sehe ich deren genervten Gesichter oder Sätze wie "komm mal zum Punkt", "Boah" .... In der Schule wurde ich deshalb gemobbt, niemand nahm mich ernst und wie schon erwähnt jeder ist genervt davon. Sogar ich selber. Ich hasse mich dafür. Grad eben wo ich mit meiner Mutter ganz normal sprach fing ich wieder an zu stottern und sie schrie mich sofort an und machte mir sogar nach wie ich stottere. Sie sagte das ich nerve. Und das macht sie jedes Mal. Von ihr aus soll ich weder mit ihr sprechen, noch überhaupt mich sehen lassen. Ich tue so als würde mich das nicht verletzen, ich bleibe stark, doch innerlich bin ich einfach so sehr verletzt, ich kann das alles nicht mehr ertragen. Ich habe keine Freunde, niemand in der Familie nimmt mich ernst. Ich gehe seit 2 Jahren nicht mehr in die Schule. Ich spreche kaum, bis gar nicht, weil ich niemanden Nerven möchte. bin 24/7 Zuhause, In meinem Zimmer, eingesperrt. Es interessiert irgendwie keinen und irgendwie ist das meiner Mutter viel lieber wenn ich nicht von Zimmer rauskomme und sie "nerve".. Ich habe mir am Anfang eingeredet "du brauchst keine Freunde, du brauchst niemanden, denn dann wirst du auch nicht verletzt" aber dann habe ich selber bemerkt wie traurig mein Leben eigentlich ist. Weder Logopädie, noch Therapie hat mir da geholfen. Leute was soll ich tun? Irgendwann nehme ich mir das Leben, ich hasse es einfach. Ich hasse mein Leben und mich selber.

Antwort
von wicki2002, 123

Hallo,

Ich finde es gerade unfassbar, was du schreibst. Ich selber bin Logopädin aber Stottern ist leider nicht mein Fachgebiet. Von vielen Kollegen weiß ich aber von guten Therapieerfolgen mit Stotterern. Leider ist es nicht heilbar in dem Sinne, dass man es wie durch Zauberhand wegbekommt. Aber man kann Techniken erlernen, sowohl mit der Atmung als auch beim Sprechen, die es ermöglichen, annähernd stotterfrei zu sprechen. Such dir auf jeden Fall Hilfe. Doktor nicht alleine vor dich hin. Geh raus! Schön, dass sich deine Lehrerin kümmert. Aber was zum Teufel ist mit deiner Mutter los?!? Von der eigenen Familie kann man doch Hilfe, Liebe, Respekt und Unterstützung erwarten! 

Bitte kümmere dich um deine weitere Ausbildung! Es kann nicht angehen, dass du dich mit 16 zu Hause verkriechst.

Vielleicht weißt du es nicht, aber sehr berühmte Leute waren/sind Stotterer, z. B. Marylin Monroe, Bruce Willis und der Sänger von Unheilig 'der Graf ' um nur mal ein paar zu erwähnen. Schau dich mal nach einer Stottererselbsthilfegruppe um. Im Netz gibt es Infos dazu. Geh zu einem Treffen und hör zu, was andere zu sagen haben. Es ist immer gut zu wissen, dass man nicht der einzige auf der Welt mit diesem Problem ist. Es gibt sicher Infomaterial und gute Adressen, an die du dich wenden kannst. Sei nicht verzweifelt. Auch Berater vom Jugendamt oder Psychologen könnten gute Ansprechpartner für dich sein. Und die könnten sich mal deine Mutter auf Erwachsenenebene gehörig zur Brust nehmen.

Wenn du mal für einen Moment stotterfrei sein willst, dann sing mal laut deinen Lieblingssong. Ich wette mit dir, dass du dabei kein einziges mal stottern wirst 😊

Kopf hoch, Hilfe suchen und anfangen!

Antwort
von Roxanyra, 151

ich frag mich gerade was mit den menschen los ist.. ich kenne ein paar leute die manchmal auch anfangen zu stottern, aber für mich war das nie ein problem. ich kann überhaupt nicht nachvollziehen wie man so bescheuert damit umgehen kann. 
ich weiß zwar nicht, was du gegen das stottern tun kannst, aber falls du mal jemanden brauchst, der dir zuhört bzw. dem du schreiben kannst, dann melde dich ruhig bei mir :) 
(ich weiß diese antwort bringt dir eigentlich gar nichts, aber ich wollte dir einfach anbieten, in kontakt zu kommen) 

Kommentar von BabyBo01 ,

Das ist sehr nett von dir Dankeschön :) 

Antwort
von Laurena94, 139

Hallo 

Nimm dir deswegen nicht das Leben, den dafür ist es viel zu kostbar. 

Jeder mag etwas an sich nicht. Bei manchen ist es nur eine Kleinigkeit bei anderen eben mehr. Die Frage ist nur wie man damit umgeht. 

Gib nicht auf. Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Und das stottern scheint für dich ein Problem zu sein. Aber vielleicht betrachtest du es falsch. Wenn du so wie du bist angenommen werden würdest, wäre das stottern für dich dann immer noch ein Problem? Vielleicht ist also doch nicht das stottern dein Problem, sondern dein Umfeld? 

Suche dir neue Freunde. Löse dich vielleicht etwas von deiner Familie. Nimm dir eine Wohnung sobald du volljährig bist. Es gibt Menschen die dich so mögen wie du bist. Du musst sie nur finden. 

Was machst du den gerne? Versuche Leute mit den gleichen Hobby zu finden. Da findet man gleich ein gemeinsames Thema. Oder lerne Leute übers Internet kennen. Aber sei vorsichtig. Im Internet gibt es auch viele Gauner. 

Es gibt sicher auch andere Menschen mit ähnlichen Problemen. Versuche andere kennenzulernen und frag sie wie sie damit umgehen. 

Aber gib nicht auf. 

Ich wünsche dir alles gute und wenn du magst kannst du mir auch gerne schreiben ;b 

Kommentar von BabyBo01 ,

Ich kann sehr gut zeichnen, und ich liebe es auch. Wenn es mir nicht gut geht, zeichne ich meistens. Schon im Alter von 10 haben mich sehr viele für mein Talent bewundert. Ich liebe einfach Kunst, egal in welchem Sinne, sei es Schauspielerei, tanzen, zeichnen, Gedichte schreiben etc ... Und ich kann Klavier spielen. Aber ka ich glaub niemand würde so eine Freundin wollen. Nicht mal ich selbst kann mich akzeptieren.

Kommentar von Laurena94 ,

Ich glaube sehr viele würden so eine Freundin wollen. 

Expertenantwort
von Andreas Starke, Experte für Stottern, 2

Liebe BabyBo01:

Ich schreibe Dir dies als fast 73-jähriger Mann, der bis zu seinem 32. Lj. stark gestottert hat und als 16-Jähriger auch ernsthaft überlegt hat, sich umzubringen, aber nicht deswegen, weil ich einsam war, gemobbt wurde und mich unverstanden gefühlt habe (auch das könnten Gründe genug sein, nicht es zu tun, sondern daran zu denken). Bei mir war es so, dass ich mir ein Leben mit diesem starken Stottern gar nicht vorstellen konnte. Ich konnte mir nicht vorstellen, damit Abitur zu machen, damit eine Frau zu finden, damit zu studieren, damit eine Arbeitsstelle zu finden, damit zu arbeiten ... Es war alles ganz unvorstellbar. Wie man sieht, habe ich es dann nicht gemacht. Das führe ich vor allem darauf zurück, dass ich ziemlich intelligent bin. Dafür gibt es sogar einen objektiven Beweis (IQ-Test). Bei mir hat die Vernunft gesiegt. Die sagte mir nämlich, dass es keinen guten Grund gibt, es jetzt (gemeint ist: als ich 16 war) zu machen. Ich hatte keine akuten unerträglichen Schmerzen (auch keine seelischen), sondern das, was mich an den Suizid denken ließ, waren ja nur meine Vorstellungen, Vorstellungen ohne jede Beweiskraft. Es könnte ja auch alles ganz anders kommen (mußte / konnte ich mir vernünftigerweise sagen).

Ich habe dann mit Ach und Krach im zweiten Versuch das Abitur gemacht und habe auch das Mathematikstudium geschafft, und zwar sogar "sehr gut". Das war alles kein Zuckerschlecken, aber "besser als der Tod war es allemal" (Bremer Stadtmusikanten). Eine junge Frau, von der ich völlig begeistert war, war zu einer Partnerschaft und späteren Heirat (und jetzt 46-jährigen Ehe) bereit. Sie hielt mich für tüchtig und tapfer. Das reichte ihr, gottlob.

Auch eine passende Arbeitsstelle fand ich bei einer Beratungsfirma für EDV, das, was man heute IT nennt. Ich musste mit Kollegen und Kunden sprechen, alles mehr recht als schlecht, aber irgendwie ging es.

Erst mit 32 Jahren bin ich auf die Idee gestoßen worden, doch eine Therapie zu machen. Einzelheiten dazu kannst Du in einem Video hören, dass Du auf Youtube findest. Suchwort "Heldentaten". Jedenfalls habe ich in der Therapie entdeckt, dass die Sprechstörung Stottern entgegen meiner Erwartung doch ziemlich gut behandelbar ist. Das hat mich so fasziniert, dass ich mich mit anderen Stotterern zusammengetan habe, um gemeinsam etwas zu machen, woraus dann die BVSS (Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe) entstanden ist.

Ich wollte dann noch einen Schritt weitergehen und habe mit 36 bis 38 in den USA Logopädie studiert mit der Absicht, mich auf die Behandlung des Stotterns zu spezialisieren. Jetzt habe ich im Laufe der Jahre rund 70 Gruppentherapien mit rund 700 Teilnehmern durchgeführt und gehöre sicher zu den erfahrensten Stottertherapeuten in Deutschland.

  • Ich will nicht mehr stottern, ich will normal sein. Das ist normal und gerecht. Aber leider kommt in dem unsichtbaren Vertrag, den wir mit dem Leben schließen (von höheren Mächten will ich gar nicht reden), das Wort "Gerechtigkeit" nicht vor. Du bist begabt für Kunst und Musik, andere sind das nicht. Ist das gerecht? Viele haben verständnisvolle Eltern, Du hast solche nicht. Ist das gerecht? An dieser Stelle fällt mir das Gebet der Gelassenheit (prayer of serenity) ein:

Gib mir die Kraft, zu ändern, was ich ändern kann. / Gib mir die Geduld zu ertragen, was ich nicht ändern kann. / Und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Der Clou liegt natürlich in der dritten Zeile. Die Unterscheidung zwischen dem "ändern können" und "nicht ändern können" ist nämlich schwierig. Daran, dass etwas nicht gelingt, kannst Du natürlich nicht erkennen, dass oder ob es unmöglich ist. Vor der Erkenntnis, dass etwas "nicht geht", steht nämlich der ernsthafte Versuch unter Benutzung aller Dir zur Verfügung stehenden Ressourcen (Handlungsmittel).

Das Verhalten Deiner Mutter ist natürlich ein großes Hemmnis auf dem Weg zu einer Verbesserung. Nach dem, was Du schreibst, scheint es mir, dass sie es eigentlich ist, die eine Psychotherapie braucht, nicht wegen Deines Stotterns, sondern wegen ihrer offenbaren Unfähigkeit, damit einigermaßen angemessen umzugehen.

Ich weiß es, auch von meiner eigenen Mutter, wie schwierig es für einen Elternteil sein kann, ein schwer stotterndes Kind zu erleben. Ich habe als Kind nur die Schulferien zu Hause verbracht, weil ich im Internat zur Schule ging. Wenn ich dann wieder ins Internat fuhr, hat meine Mutter oft ein Gefühl der Erleichterung erlebt und sich dafür schuldig gefühlt. Mich hat sie das nicht fühlen lassen, aber meiner Frau hat sie das viele Jahre später erzählt. Es muss für sie schlimm gewesen sein. Vielleicht geht es Deiner Mutter auch so. Ihr sollte vielleicht auch geholfen werden.

Ein Grund mehr für Dich, die Sache jetzt mit professioneller Hilfe anzugehen. Was immer Deine anderen Probleme und Deine Probleme mit Deiner Mutter sein mögen, Dein Stotterproblem ist lösbar. Stottern ist, wie ich schon oben gesagt habe, eine gut behandelbare Störung. Wenn Du sagst, dass "weder Logopädie noch Therapie" Dir geholfen habe, kann das nur bedeuten, dass der/die betreffende Logopädin/e Dir nicht helfen konnte. Das liegt nicht "an der Logopädie" grundsätzlich. Es gibt auf Stottern spezialisierte Logopäden, einer davon bin ich. Schau Dir mal mein Interview auf Youtube an (Suchwort: Heldentaten) und mache Dir ein Bild.

Dein Leben solltest Du Dir auf keinen Fall nehmen. Du hast noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, Deine Lage zu verbessern!

Alles Gute wünsche ich Dir!

Antwort
von Kleckerfrau, 118

Wende dich doch mal an das Jugendamt. Scheinbar ist das nicht das einzige Problem, welches du mit deiner Mutter hast. Vielleicht können sie dir ja helfen dort herauszukommen. Und das du schon seit 2 Jahren nicht zur Schule gehst, muss die Schulbehörde doch längst gemerkt haben ? Deine Mutter muss doch Strafe zahlen, wenn du nicht gehst.

Kommentar von BabyBo01 ,

Ja ich werde mit Therapie wieder anfangen, aber dieses Mal gehe ich mit meiner Lehrerin. Ich bin ihr echt dankbar, sie ist zurzeit die einzige die sich um mich kümmert bzw die sich für meine Probleme interessiert. Ich werde dort alles erzählen, ist mir dann egal ob ich ins Kinderheim oder sowas kommen muss, ich kann das alles nicht mehr ertragen. 

Kommentar von Kleckerfrau ,

So ist es richtig. Lass dich nicht unterkriegen

Antwort
von stottboy, 82

Hallo, BabyBo01,

vielleicht können Dir diese kostenlosen Übungen helfen, Dein Stottern besser in den Griff zu bekommen: http://www.stop-stottern.de/5-uebungen-gegen-stottern-bestellen.html

Du spielst Klavier und machst andere künstlerische Dinge. Das ist toll.

Mit Freunden und Teilnehmern des Stotterer-Trainings habe ich eine Revue aufgeführt, die "SprachLos?" heißt und die Gefühle und Erlebnisse von Stotterern künstlerisch auf die Bühne bringt.

Wenn wir sie noch mal aufführen, lade ich Dich ein. Zum Mitmachen. Musik, Theater und Comedy wäre doch was? O.K.?

Liebe Grüße,

Hans


Antwort
von mariannelund, 101

denke mal das Du sobald Du redest aufgeregt wirst und dann verkrampfst Du,

lerne zu entspannen und am besten auch Atemtraining, oder Lachyoga

und Du solltest sehr viele Massagen genießen um Dich zu entspannen.

Außerdem mußt Du oft nicht reden, denn reden ist Silber und schweigen ist Gold

viele Worte sind unwichtig und wenn Du im Fernsehen oder auch in Deiner Umgebung Leute beobachtest wirst Du feststellen das die sich immer wiederholen und sehr viele Worte gebrauchen obwohl schon alles gesagt ist

also viel zu viel Gerede

Mach Dich nicht verrückt, Du bist wie Du bist und Du bist einzigartig auf dieser Welt

Schön dass es Dich gibt

Kommentar von BabyBo01 ,

Ja das habe ich selber bemerkt in den letzten Jahren. Auch wenn ich nicht stottern sollte, ich würde trotzdem nicht viel sprechen, ich war eh nie so eine. Ich rede nur dann wenn ich was wichtiges zu sagen hab. 

Kommentar von BabyBo01 ,

Ach ja, wo finde ich denn Infos bzw Übungen über atemtraining? Hab mal so recherchiert früher, aber nichts richtiges gefunden. Und Lachyoga höre ich zum ersten mal, hilft das denn?

Antwort
von mariannelund, 51

richtiges Atmen findest Du bestimmt bei Yogakursen

ansonsten hilft auch Yoga schon.

Lachyoga Kurse mußt Du suchen, die gibt es

Yoga Kurse und auch Lachyoga Kurse kannst Du auch bei der Volkshochschule  (VHS) machen und die Kosten dafür kannst Du bei der Krankenkasse einreichen, da gibt es Zuschuß

Ebenso für Thai Chi Kurse oder Chi gong Kurse, die würden Dir sicherlich auch weiterhelfen

Antwort
von Typausulm, 61

Meine Antwort ist weg. Ich wollte nochmal way ergänzen. Naja. Lad dir am besten noch die stopstottern app runter. Da gibt es zwerchfelltra

Kommentar von Typausulm ,

ining. Das erklär ich dir morgen per PN. Ist bißchen kompliziert. :-)

Kommentar von BabyBo01 ,

Ok geht klar danke sehr :) 

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