Frage von Franz577, 153

Stöpsel im Ohr beim Joggen erlaubt oder nicht?

In letzter Zeit greift eine, wie ich meine, immer stärker werdende Unsitte um sich.

Und zwar das Joggen oder Radfahren mit Stöpseln im Ohr, mit welchen man sich dann mit Musik aus dem Player beschallt.

Von den anderen Geräuschen bekommt man so natürlich nichts mit und wenn man sich als Jogger dann auch noch mitten auf dem gemeinsamen Fuß- und Radweg breit macht, dann kann sich ein von hinten kommender Radfahrer natürlich die Finger wund klingeln.

Frage also, ist das erlaubt oder nicht und mit welchem Bußgeld ist das bedroht?

Und wer hat Schuld, wenn es dann zu einer Kollision kommt?

Klar, auch der Radfahrer kann nicht einfach wie wild heranpreschen und darauf hoffen, daß jeder auf sein Klingeln hin zur Seite springt, aber Stöpsel im Ohr sind, wenn man sich im öffentlichen Raum bewegt, ein Unding.

Gerade bei den angeblich ach so naturverbundenen Joggern wundert mich das oft, warum sie bei ihrem Sport nicht lieber die Stille genießen und dem Vogelgezwitscher lauschen, anstatt sich von irgendwelcher Mucke beschallen zu lassen.

Wenn sie nichts von dem mitbekommen wollen, was um sie herum geschieht und in ihrer eigenen kleinen Welt bleiben wollen, dann sollen sie daheim im Garten joggen oder, falls nicht vorhanden, sich auf dem Balkon oder bei offenem Fenster aufs Laufband oder auf den Stepper stellen.

Alles andere halte ich für rücksichtslos.

Antwort
von LiselotteHerz, 72

Jeder Verkehrsteilnehmer, auch ein Jogger auf dem Radweg, hat dafür Sorge zu tragen, dass er immer noch mitbekommt, was um ihn herum vorgeht.

Sollte es durch das bewußte "Nichthören können" zu einem Unfall kommen, ist der Betreffende schuld.

Ohrstöpsel in einem Ohr ist übrigens erlaubt. lg Lilo

 Meine persönliche Meinung zu diesen Leuten: Die haben einen Knall, was soll daran gesund sein, in einer Stadt inmitten vom Verkehr und Abgase, zu laufen und diesen Mief dabei tief einzuatmen? Es ist mir zwar bewußt, dass nicht jede Stadt von Wald umgeben ist, aber dann muss man eben in verkehrsberuhigten Zonen "ohne Musikberieselung" laufen.


Kommentar von Franz577 ,

Das ist doch dann aber ein Widerspruch, wenn es erlaubt ist, aber man trotzdem alles mitbekommen soll.

Beides geht ja kaum.

Kommentar von vierfarbeimer ,

Widersprüche in der Rechtssprechung sind nicht unüblich.

Die deutsche Drogenpolitik ist vergleichbar widersprüchlich. Der Konsum von Drogen ist erlaubt, der Besitz von Drogen jedoch strafbar.

Drogen zu konmsumieren ohne sie zu besitzen geht in der Praxis auch kaum.

Kommentar von Marcel89GE ,

Wieso ist das ein Widerspruch ? Man sagt dir auch nicht, wie du dich zu kleiden hast. Sorgt ein Schal oder ein Hut dafür, dass deine Sicht behindert ist und du deshalb einen Unfall verursachst, bist du Schuld. Man kann ja schlecht sämtliche potenzielle Gefahren gesetzlich verbieten.

Ich jogge auch mit Musik im Ohr, sowie Runtastic was mir Entfernung, Zeit, Geschwindigkeit etc. ins Ohr flüstert. Die Musik muss ja nicht sooo laut sein, dass ich sonst nichts mehr mitbekomme.

Antwort
von Wuestenamazone, 31

Da muß ich BlauerSitzsack rechtgeben. Soweit kommts noch, dass ich mir vorschreiben lasse wann ich Musik höre. Außerdem kann man das auch so einstellen, dass man das mitbekommt was um einem rum passiert. Das wird immer besser

Kommentar von Franz577 ,

Wenn man die Lautstärke so einstellt, daß man von der Umgebung noch was mitbekommt, spricht auch für mich nichts dagegen.

Aber bei einem Jogger mit Stöpseln in den Ohren, der mittig auf einem Fuß- und Radweg joggt und trotz Klingeln nicht zur Seite geht, kann man davon nicht mehr ausgehen.

Antwort
von tekkey, 28

Als Jogger läuft man nicht auf dem Radweg und umgekehr fährt man als Radfahrer auf der Straße, ich frage mich wie es da zu der geschilderten Situation kommen sollte?

Natürlich ist es erlaubt beim Joggen Kopfhöhrer zu tragen, das soll auch so bleiben.

Kommentar von Franz577 ,

Daß es aber auch Wege gibt, die für Radfahrer und Fußgänger gleichermaßen freigegeben sind und somit auch von beiden gemeinsam benutzt werden, ist dir entgangen, oder?

Antwort
von HellasPlanitia, 50

Längst nicht jeder, der draussen Musik hört, tut das in einer Lautstärke, bei der er nichts mehr mitkriegt. Klar gibt es solche Leute, aber die allermeisten hören trotz "Stöpseln in den Ohren" durchaus, wenn ein Radfahrer klingelt. Ein Verbot wäre da völlig übertrieben.

Kommentar von BlauerSitzsack ,

Vorallem da man einen Fußgäner meiner Meinung nach nicht mit einem Autofahrer vergleichen kann.

Kommentar von Franz577 ,

Stimmt, das kann man nicht. Aber es ändert trotzdem nichts an der Tatsache, daß Fußgänger, die von ihren Umgebungsgeräuschen nichts mitbekommen, sowohl ein Hindernis als auch ein erhöhtes Gefahrenpotential darstellen können (sowohl für sich selbst als auch für andere).

Kommentar von HellasPlanitia ,

Richtig, und deshalb sind auch Fussgänger verpflichtet, im Strassenverkehr aufmerksam zu sein. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Kopfhörer verboten sind.

Antwort
von fitnesshase, 17

Ob es erlaubt ist???
Was erlaubst du dir eigentlich, dies verbieten zu wollen? Wenn "Joggen mit Musik" meine Definition von Erholung ist und mir Spaß macht, dann jogge ich auch mit Musik! Ich jogge allerdings auch am rechten Rand, wenn es darum geht.

Kommentar von Franz577 ,

Gut, dann hast du ja scheinbar verstanden, worum es mir dabei geht.

Antwort
von Sylon00, 62

Ich höre nie Musik beim Fahrradfahren oder joggen. Einfach aus dem Grund ich bin recht paranoid und stelle mir vor das schnell was passiert da ich weniger höre.
Aber solange die Musik nicht laut ist und nur auf einem Ohr klappt es bestimmt.

Antwort
von AlexBurner83, 65

Steht nirgends geschrieben, dass es verboten wäre.

Theoretisch könnte irgendwann bei Verkehrsteilnehmern ein Kopfhörerverbot kommen, keinesfalls jedoch bei Fußgängern, ist verfassungsrechtlich nicht möglich.

Kommentar von LiselotteHerz ,

Ein Fußgänger ist ein Verkehrsteilnehmer. Er muss in der Lage sein, ein Martinshorn zu hören und ein Klingeln eines Fahrradfahrers (bei gemeinsamem Wegerecht)

Kommentar von siggibayr ,

Ich gebe dir Recht. Ein Fußgänger ist auch Verkehrsteilnehmer. Allerdings wurde im Gesetz nur der Fahrzeugführer in die Pflicht genommen, keine Gehörbeeinträchtigung zu haben. siehe hierzu: § 23 StVO

Ein Fußgänger könnte deshalb nur nach § 1 Abs. 2 StVO belangt werden, denn hierin wird jeder Verkehrsteilnehmer angesprochen..

Kommentar von Marcel89GE ,

Und taube Menschen müssen dann zu Hause bleiben ?

Kommentar von AlexBurner83 ,

anscheinend ;)

Kommentar von Franz577 ,

Jemand, der komplett taub ist, wird kein Fahrzeug mehr führen dürfen, nehme ich an.

Und ansonsten wissen diese Personen ja um ihren Zustand und werden sich in der Öffentlichkeit vermutlich umsichtiger bewegen als Hörende, die ihren Hörsinn in Bezug auf Umgebungsgeräusche selbst einschränken.

Kommentar von siggibayr ,

Lest doch bitte einfach den § 2 der Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (FeV). Dort geht es um körperliche oder geistige Beeinträchtigungen und zwar für alle Verkehrsteilnehmer, nicht nur bei Fahrzeugführern.

Im Gegensatz hierzu geht es in unserer Anfrage um die wissentliche Beeinträchtigung des Gehörs durch Benutzung von "Stöpseln".

Das sind zwei gegensätzliche Beeinträchtigungen. Und nein, für taube Menschen gibt es keine gesetzliche Regelung, dass sie sich nicht im öffentlichen Verkehrsraum bewegen dürfen.



Kommentar von Franz577 ,

Und nein, für taube Menschen gibt es keine gesetzliche Regelung, dass sie sich nicht im öffentlichen Verkehrsraum bewegen dürfen

Das hab ich so auch nicht gesagt. Ich dachte nur, daß ein komplett tauber Mensch evtl. kein KFZ mehr führen darf, was ja eigentlich auch Sinn machen würde, da er die Geräusche seiner Umgebung nicht mehr wahrnehmen kann, also z.B. auch ein Martinshorn nicht.

Denn welchen Sinn macht es, den hörenden Autofahrern vorzuschreiben, ihr Radio nur so laut zu machen, daß sie Umgebungsgeräusche noch mitbekommen, wenn man Taube fahren läßt?

Antwort
von Paguangare, 37

Für Fußgänger, die sich auf dem Fußweg bewegen, gibt es keine weiteren speziellen Verkehrsregeln. Für sie gilt lediglich, wie für alle Verkehrsteilnehmer § 1 StVO:

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein
Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen
unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Aus einem derartigen Gummiparagraphen ein Musikhörverbot für Fußgänger herzuleiten, wäre etwas weitgehend, formallogisch durchaus möglich, aber ich denke eher, dass man nicht darauf pochen kann, weil es nicht explizit genug ist.

Die §§ 25 und 26 StVO beziehen sich zwar auf Fußgänger, aber nur auf Situationen, wo es keinen Fußweg gibt oder es gilt, die Fahrbahn zu überqueren.

Kommentar von 1Woodkid ,

Bitte Quellangabe machen !!!!!!!

Kommentar von Paguangare ,

Die StVO kann man z.B. nachlesen in:

https://dejure.org/gesetze/StVO/1.html

Oder meinst du, ich solle jetzt beweisen, dass es keine "Fußgängerverordnung" gibt?

Das überschreitet meine juristische Kompetenz. Aber es wäre auch eine ziemlich unglückliche Rechtslage, wenn es eine Fußgänger-VO gäbe, und über 99 % der Betroffenen (alle Fußgänger, also ca. 79 Millionen Einwohner Deutschlands) nichts davon wüssten.

Kommentar von 1Woodkid ,

Der Link ist schon OK.

Antwort
von Manuplayz0305, 11

Hahahahahahha ohne Musik Joggen.

Dann schaff ich ja die 10km nie unter 40 min. Der Jogger läuft auf dem Gehweg oder im Wald. Der Radfahrer fährt auf der Straße!!! (Es sind meistens die Radfahrer die den Jogger eher stressen als andersrum.

Klar gibt es Strecken wo Radfahrer auch auf dem Gehweg fahren/müssen.

Aber die sind meist gegenzeichnet und wenn nicht, dann sind die breit genug. Ich fahr auch jeden Tag Rad und bin noch nie von einem Jogger aufgehalten worden. Ich weiß nicht wie es zu so einer Situation kommen sollte.

Taube dürfen übrigends auch Joggen und Radfahren.

Und gesetzlich darf man Joggen mit Kopfhörern

und Radfahren glaub nicht. (Obwohl ich bei beiden immer Kopfhörer aufhab) Meine haben auch ein eingebautes Mikro, sodass ich noch die Nebengeräusche hör. Aber auch ohne das würde ich fahren.

Ich mein, wenn ich in einem Auto sitz, hört man doch auch keine Außengeräusche.

Aufjedenfall zu deiner Frage, ich denke man kann es schaffen.

Ich weiß nicht wie du in so eine Situation geraten solltest.


Mfg

Kommentar von Franz577 ,

Naja, dann bist du halt ein vorbildlicher Jogger, der immer schön am Rand und nicht mittig auf dem Weg läuft und du bist bisher immer nur solchen Joggern begegnet.

Das heißt aber nicht, daß es keine rücksichtslosen Vertreter dieser Spezies geben kann.

Und es gibt auch mehr gemeinsame Fuß- und Radwege, als du vielleicht denkst.

Aber wie kommst du darauf, daß man im Auto nichts mehr von der Außenwelt mitbekommt? So schalldicht ist kein Auto, daß da nichts mehr nach innen dringen könnte. Eine Hupe und ein Martinshorn hört man also in jedem Fall, außer man hat das Radio extrem laut eingestellt, womit wir wieder beim Thema wären.

Und das ist Autofahrern nämlich nicht erlaubt.

Antwort
von Akecheta, 40

http://www.stvo.de/strassenverkehrsordnung/89-1-grundregeln

Da steht es doch und da steht auch "Jeder Verkehrsteilnehmer".

Also hängt es davon ab, wo sich derjenige mit Stöpsel im Ohr bewegt. Im Bereich der StVo darf er das jedenfalls nicht.

Bei einem Unfall ist das halt so eine Beweissache.

Wenn es solch eine Regelung nicht geben würde, bräuchte man auch keine Klingeln am Fahrrad und keine Hupen am Auto.

Antwort
von 1Woodkid, 29

Der Jogger muss sich genauso im Strassenverkehr verhalten wie alle anderen auch. Passiert etwas,trägt er natürlich mit schuld,denn er hat den Player nur so laut zu stellen,das er seine Umweltgeräusche auch noch mitbekommt.

Antwort
von BlauerSitzsack, 67

Natürlich ist das erlaubt und das ist auch nicht rücksichtslos.

Scheint mir so, als ob dir das ein paar Male passiert ist und du jetzt hier deine Wut rauslassen willst.

Einige Leute hören eben gerne Musik, dann lass sie doch machen.

Außerdem müsste doch noch Platz sein, also links und Rechts und selbst wenn er sich breit macht, dann fahr halt 2 Sekunden auf die Wiese oder auf die Straße neben dir und überhol' ihn, anstatt dich wegen so einer Kleinigkeit aufzuregen.


Kommentar von Franz577 ,

Ja klar, auf die Wiese ausweichen, sonst noch was? Wenn ich hinter ihm klingle und er mich nicht hört, ist das doch nicht mein Problem!

Und ich glaube nicht, daß das erlaubt ist! Denn zu laute Musik ist im Auto ja auch nicht erlaubt, da jeder, der am Straßenverkehr teilnimmt dafür sorgen muß, daß er die Geräusche der Umgebung wahrnimmt! Noch nie was davon gehhört?

Und sofern man sich im öffentlichen Verkehrsraum befindet, gilt das auch für Fußgänger bzw. Jogger!

Musik hören können sie gerne überall sonst, aber nicht da, wo sie andere Leute behindern oder gefährden.

Die Freiheit jedes einzelnen hört da auf, wo die das anderen beginnt.

Kommentar von BlauerSitzsack ,

Bist du dir zu fein, um 2 Sekunden auf die Wiese zu fahren?

Und natürlich weiß ich, dass man als Autofahrer nicht so laut Musik hören darf.

Allerdings ist ein Jogger ungefähr 8 km/h schnell und sollte nicht so schwer zu überwinden sein.

Außerdem würde man auch in ihn hineinrasen, wenn er nicht so laut Musik hören würde, wenn er denn eine Hürde wäre, da du auch erst mal langsamer werden musst, um überhaupt zu klingeln.

Und wenn er dann nicht reagiert, dann überhol ihn doch einfach.

Kommentar von Franz577 ,

Das hat nichts mit "zu fein" zu tun, sondern ein Jogger soll sich, sofern er einen Weg benutzt, den er mit anderen teilt, gefälligst so verhalten, daß er für andere weder ein Hindernis noch eine Gefahr darstellt.

Also wenn er schon Musik hören will, dann soll er zumindest nicht mitten auf dem Weg, sondern am rechten Rand davon joggen und auch dort bleiben. Dann kommt jeder an ihm vorbei, ohne klingeln zu müssen.

Und auch ohne Musik muß er sich ja nicht so breit machen, als wäre er alleine. Wenn ein Radfahrer wegen ihm jedenfalls auf die Straße oder auf eine Wiese ausweichen muß, dann macht er sich eindeutig zu breit.

Kommentar von 1Woodkid ,

Da hast Du vollkommen recht,Franz.

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