Frage von lubbeldibatsch, 64

Stimmt es, dass sich die Stimmbänder je nach Muttersprache anders entwickeln?

Ist es wahr, dass beispielsweise die Stimmbänder eines Menschen mit Englisch als Muttersprache anders ausgebildet sind als die eines deutschen Muttersprachlers? (trifft auch auf jede andere Sprache zu).

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von quopiam, 41

So weit ich weiß, trifft das nicht zu. Am Kehlkopf und den stimmbildenden Strukturen kann man im Umkehrschluß nicht erkennen, welche Muttersprache jemand sprach.

Was entwickelt werden kann ist der Umgang mit den physischen Strukturen. Afrikanische Sprachen z. B. haben Klicklaute, die Europäer oder Amerikaner kaum nachmachen können. Aber das liegt nicht an der Anatomie sondern an der Übung, die nicht gegeben ist. Gruß, q.

Kommentar von eccojohn ,

Na, ich weiß nicht , das könnte, muß aber nicht so sein - > :)  <  - probier doch mal ein x-beliebiger Europäer folgendes: der Holländer sagt z.B. " graag gedaan" was so viel heißt wie " gern geschehen"

Wer das schafft, auch noch mit der richtigen Betonung, der ist wohl eine anatomische Ausnahme - chinesisch ist wohl ein Kinderspiel dagegen.

Sogar im deutschen gibt´s da Niedlichkeiten. Man ziehe z.B. als Kind nach Zwickau, und versuche lediglich die Aussprache des Ortsnamens in traditioneller Art zu erlernen - unmöglich - jeder Einheimische merkt´s sofort - auch wenn aus dem Kind ein Tattergreis geworden ist !!


Kommentar von lubbeldibatsch ,

Ich stelle die Frage, weil ich ein youtube-Video einer Amerikanerin geschaut habe, die nach Deutschland ausgewandert ist. Die Amerikanerin hatte irgendeine bakterielle Entzündung im Kehlkopf und durfte dann für ein paar Wochen gar nicht sprechen. Im Anschluss ist sie zu einer Logopädin gegangen, die ihr erklärt hat, dass sie für den Anfang jetzt erstmal wieder nur Englisch sprechen soll, weil es ihre Stimmbänder zusätzlich belasten würde, wenn sie Deutsch spräche. Als Erklärung kam dann das mit der unterschiedlichen Entwicklung. ... Aber dann hat diese Logopädin wohl Quatsch erzählt.

Kommentar von quopiam ,

Muß nicht sein, daß eine Fachfrau Blech redet... *g* Unterschiedliche Entwicklung kann ja ganz verschiedene Bedeutungen haben. Rein anatomisch sind alle Kehlköpfe beim Menschen so ziemlich gleich, denke ich. Aber dann kommt eben das Lernen dazu und das Gehirn als Zentralnervensystem steuert den Prozeß des Übens. Die Muskeln "lernen" dann, entsprechend zu reagieren.

Ich denke, ein guter Vergleich ist Radfahren oder Tippen mit 10 Fingern (blind). Die Anatomie ist immer dieselbe. Aber dann lernst Du, wie es geht, Deine Muskeln entwickeln sich so, wie es gebraucht wird und schließlich sorgt das Gehirn dafür, daß alles "automatisch" geht. Soll heißen, Du denkst beim Radeln nicht darüber nach, wie Du die Füße bewegen mußt - es geht von allein.

Und so ist das mit den Stimmbändern auch. Was Du von Geburt an lernst, kannst Du "wie von allein", eine fremde Sprache - Aussprache ja vor allem, also die Laute zu bilden - mußt Du lernen und üben. 

Gesetzt den Fall, Du brichst Dir jetzt ein Bein, wird Dir der Arzt auch sagen, Du sollst erst mal beim Radeln bleiben, bevor Du eine heftige Bergtour machst.

An alle Logopäden hier: Bitte nicht beleidigt sein, ich pfusche Euch natürlich nicht ins Handwerk! Gruß, q.

Antwort
von ItalyGirlx, 1

Meine Logopädin hat damals zu mir gesagt, dass der Stimmsitz unterschiedlich ist. Aber an den Stimmbändern kann es eigentlich nicht liegen.

Antwort
von kordely, 21

Das mit den Stimmbänder ist nicht richtig, aber mit dem einem Teil vom Nervensystem schon. Zum Beispiel fremde Lauten kannst du auch nicht ganz gut hören und auch aussprachen.

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