Frage von GermanMuslima95, 115

Stimmt es, dass Shia Ali anbeten?

Assalam Aleikum warahmatAllah

Ich würde gerne mal Wissen von den Shia hier (oder auch Aleviten oder sowas), ob es stimmt, dass die Shia Ali (ra) anbeten und alle Sahaba (ra) hassen und wenn ja warum?

Und warum sie denken (falls es so ist), dass der Khalifa unbedingt von der Blutlinie Mohammeds (saw) stammen muss.

Antwort
von 1988Ritter, 88

Das ist eine Fehlinformation.

Die Shia sieht keine Anbetung von Ali vor.

Kommentar von GermanMuslima95 ,

Deswegen habe ich ja gefragt. Ich will wissen was denn nun das Problem ist, wegen der ganzen Streiterei und ich will sicher gehen, nicht falsch informiert zu sein.

Kommentar von 1988Ritter ,
Antwort
von DottorePsycho, 65

Eine Anbetung von Ali existiert nur in den Köpfen von fundamentalistischen Sunniten oder solchen Sunniten, die - ohne Prüfung - übernehmen, was ihnen ihr Iman oder Hodscha "vorbetet". Die vermeintliche Anbetung Ali's wird dafür missbraucht, den Schiiten shirk vorwerfen zu können, was völliger Unsinn ist.

Die Beurteilung der Prophetengefährten ist bei Sunniten und Schiiten sehr gegensätzlich. Während die Sunniten die Verdienste der Prophetengefährten hervorheben und es als Pflicht ansehen, dass bei Nennung eines Prophetengefährten die tarḍiya gesprochen wird, wird von schiitischer Seite
missbilligt, dass sich die Sahāba in ihrer großen Mehrheit weigerten,
die Ansprüche von ʿAlī ibn Abī Tālib auf die Nachfolge des Propheten zu unterstützen und sich einige von ihnen im Kampf offen gegen ihn gewandt hatten. Damit hatten sie nach schiitischer Sicht den Islam verlassen.

Die „Verfluchung der Prophetengefährten“  war eine innerhalb der imamitischen Schia lange geübte Praxis, die auch heute noch nicht völlig überwunden ist. Im Bereich des sunnitischen Islams wurde diese Praxis als Sünde betrachtet und zum Teil mit dem Tode bestraft. Im 20. Jahrhundert schrieb die streng sunnitische Salafīya-Bewegung die Verteidigung der Prophetengefährten auf ihre Fahnen. Die Verteidigung bestimmter Sahāba wie zum Beispiel Muʿāwiya I. war vor allem das Anliegen des Salafīya-Publizisten Muhibb ad-Dīn al-Chatīb (1886–1969). Er forderte das „Bekenntnis zur Tugend und gleichwertigen Frömmigkeit aller Prophetengefährten". 

Kommentar von GermanMuslima95 ,

Danke für die ausführliche Antwort, die hat mir nur leider nicht wirklich weitergeholfen. Ich wollte eigentlich wissen, warum die Shia denken, dass der Khalifa UNBEDINGT aus der Familie von Mohammed stammen muss und warum es Streit gibt, weil Ali nicht der erste K´halifa war. Ich meine, die Disskussion ist da doch eigentlich politisch und nicht religiös.

Kommentar von saidJ ,

@Dottorepsycho
Was ist dann dran an der Sache das die Schiiten Aisha r.a die Unzucht unterstellen ?
Es hört nicht da auf die Schiiten erachten die Sunnah des Propheten s.a.w.s nicht als Pflicht .
Somit beten Schiiten völlig anders als der Prophet s.a.w.s .
Und zahlreiche andere Gründe die sich daraus ergeben das die Schiiten nicht der Sunnah folgen .
Dies wär für mich trotzdem kein Grund Menschen zu töten deswegen aber sie können sich nicht Muslime nennen wenn sie die Sunnah leugnen .

Kommentar von DottorePsycho ,

Schade, dass sie Dir nicht wirklich weitergeholfen hat, habe ich doch all Deine Fragen - abgesehen von der letzten - beantwortet.

"Und warum sie denken (falls es so ist), dass der Khalifa unbedingt von der Blutlinie Mohammeds (saw) stammen muss."

Diesen Teil Deiner Frage hatte ich bewusst nicht beantwortet. Ich weiss nämlich nicht, was all die Millionen von Schiiten so denken. Wie auch bei den Sunniten gibt es auch bei den Schiiten unterschiedliche Ansichten. ABER: Womöglich kamen die Schiiten darauf, dass die Blutlinie gewahrt werden solle, weil Muhammad noch zu Lebzeiten Ali als seinen Nachfolger bestimmt hat.

Umar ibn al Chattāb hat jedoch in einer einem Putsch ähnelden Aktion Abu Bakr das Zepter in die Hand gespielt, um schon zwei Jahre später selbst die Führungsrolle zu übernehmen.

Und wenn Muhammad es als richtig ansah, die Führung innerhalb der Blutlinie weiterzugeben, dann könnte man daraus schon schlussfolgern, dass dies als Richtschnur/Maßstab gelten dürfe. Diese Art der Schlussfolgerung ist ja auch den Sunniten nicht fremd.

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Meine persönliche Meinung: Selbstverständlich ist das eher Macht-politisch als religiös begründet GEWESEN. Seitdem wurde hinter jeden Strauch geschaut, was man den anderen anlasten könne. Mittlerweile ist jedoch soviel passiert, dass eine Wiedervereinigung unvorstellbar erscheint.

Weiterführendes dazu erspar ich uns, da wir da sicherlich auf keinen gemeinsamen Nenner kommen.

Antwort
von josef050153, 15

Ich weiß, dass so etwas von vielen Sunniten verbreitet wird, aber es ist falsch.

Im Islam geht es vordergründig um Geld und Macht. Jeder will eben ein Stück vom Kuchen haben und deshalb schießt man auf einander.

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