Frage von tysignx, 56

Stimmt es dass man sich gegen Gebärmutterhalskrebs nur impfen kann/soll wenn man Jungfrau ist?

Ich sollte mich eigentlich schon gestern impfen lassen aber meine FA meinte dass einer meiner erziehungsberichtigten dabei sein muss weil ich unter 18 bin, dabei weiß mein FA dass ich keine JF mehr bin. Kann dass sein dass die meine Mutter mich deswegen nur ruft um mit ihr das zu klären dass ich keine JF mehr bin und irgendwie desw die Bestätigung haben will dass ich mich impfen darf? Ist das nicht alles eigentlich Quatsch? Außerdem möchte ich nicht dass mein FA erwähnt dass ich keine JF bin

Antwort
von realfacepalm, 3

Nein, stimmt nicht.

Die HPV-Impfung soll vor einer Infektion mit mehreren Arten der Humanen Papilom-Viren (HPV) schützen, die Gebärmutterhalskrebs u.a. durch Gewebe-Veränderungen und Feigwarzen auslösen können.

Daher ist nicht der erste Sex entscheidend, sondern der erste Kontakt mit diesen HP-Viren. Da diese Viren oft (aber eben nicht nur!) beim Sex übertragen werden, wird halt vereinfachend gesagt, dass eine Impfung vor dem ersten Sex am erfolgversprechendsten ist - denn wenn bereits ein Ansteckung mit einem der entsprechenden Virustypen erfolgte, bringt die Impfung gegen diesen einen Virustypen nichts mehr.

Auch wenn man vor Abschluss der Impfungen Sex hat, muss man sich ja nicht zwingend mit allen der HPV-Typen, gegen die die Impfung wirken soll, angesteckt haben - ist oder war es z.B. für beide das "erste Mal", ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung gering.

Und selbst wenn man bereits mit einem der HPV-Typen angesteckt ist: dann schützt die Impfung immer noch vor einer zusätzlichen Infektion mit den anderen Typen.

Am besten, bzw. sichersten ist es allerdings, wenn die komplette Impfung bereits vor einer möglichen Ansteckung erfolgt - also am besten noch vor dem ersten Sex. Doch auch danach ist diese Impfung noch sinnvoll.

Und übrigens: ein Kondom schützt nicht völlig vor einer HPV-Ansteckung!

Studien aus Australien haben bereits einen Rückgang der durch HPV verursachten Gewebeveränderungen bei geimpften Mädchen nachgewiesen:


... drei Jahre nach Einführung eines flächendeckenden
Impfprogramms gegen HPV wurden in Australien 60 % weniger behandlungsbedürftige Krebsvorstufen bei Mädchen unter 18 Jahren festgestellt


http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_1149_weniger-krebsvorstufen-dur...

Diese Impfung (wenn vollständig) kann Dich vor einer Ansteckung mit HP-Viren schützen, nicht vor allen anderen Usrachen von GMH-Krebs. Deshalb sollte man auch mit Impfung später regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen.

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Erlaubnis des Erziehungberechtigten oder eigene Entscheidungsfähigkeit:

Damit sichert sich Dein FA rechtlich ab - allerdings ist bei Impfungen ab dem 15 Lebensjahr eher davon auszugehen, dass Du die Folgen und Risiken einer Impfung bereits verstehst. Die Entscheidung des Arzetes ist dabei nicht nur vom Alter abhängig, sondern auch von seiner Einschätzung über Deine "verstandesmäßige Reife".  https://www.gutefrage.net/frage/wieso-muss-bei-einer-impfung-beim-frauenarzt-die...

Solltest Du bereits17 sein, wäre das Hinzuziehen Deiner Mutter m.E. ein Misstrauensvotum des FA gegen Dich.

PS: Sollte der FA dann beim Gespräch die Risiken überbetonen und damit eher gegen die Impfung Stimmung machen: klarer Fall von Arztwechsel. Impfverweigerer unter den Ärzten gibt es halt auch.

Antwort
von Kleckerfrau, 33

Nein, das ist Quatsch. Dafür muss man keine Jungfrau sein. Und die Ärztin hat Schweigepflicht. Sie darf deiner Mutter ohne deine Zustimmung nicht sagen ob du noch Jungfrau bist oder nicht.

Sie hat deine Mutter mit einbestellt, damit sie die Unterschrift für die Impfung gibt, weiter nichts.

Kommentar von dandy100 ,

Das kommt darauf an, wie alt das Mädchen ist - unter 15 Jahren hat ein Arzt keine Schweigepflicht und kann selbst entscheiden, ob er es angebracht hält, die Eltern zu informieren oder nicht

Kommentar von Kleckerfrau ,

Den letzten Fragen nach ist sie bereits über 15 Jahre alt.

Antwort
von Gigama, 5

Es geht dabei nicht um deine Jungfräulichkeit  sondern nur darum das , idealerweise, VOR dem ersten GV geimpft werden sollte.  (insgesamt sind es 3 Impfungen )

Gründe:     Das humane Papillomvirus ist durch Genitalkontakt von einem Menschen auf den anderen übertragbar. 

Wenn du also eine intime Beziehung zu einem Träger dieser Viren hast, kannst du dich infizieren und  ▶ ▶dafür ist nicht mal der GV notwendig !◀◀

Dieses Virus ist weit verbreitet, kann sehr leicht übertragen werden und unerkannt bleiben. D.h. das die Wahrscheinlichkeit besteht, irgendwann unbemerkt, mit dem Virus in Berührung zu kommen.

Da es verschiedene Typen von diesem Virus gibt,können , ausser Gebärmutterhalskrebs, noch weitere Erkrankungen verursacht werden. 

Das deine Mutter dabei sein muss ,ist einfach aus rechtlichen Gründen notwendig. Da du noch nicht volljährig bist ,muss dein/e Erziehungsberechtigte/r dieser Impfung zustimmen weil deine Gesundheit noch in ihrer Verantwortung liegt. 

LG

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