Mir hat kürzlich jemand gesagt, dass man bei Katastrophen in Entwicklungsländern besser keine Sachspenden leisten sollte. Wie ist das zu erklären bzw. stimmt es und was dann? Nur reine Geldspenden?
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Weil ein Butterbrot auf dem Weg nach Afrika verdirbt.
Oder anders ausgedrückt: weil Sachspenden erst teuer transportiert und gelagert werden müssten und durch den Erwerb der Sachspenden in der Region die lokale Wirtschaft gefördert wird.
Ein Übermaß an Altkleidern zum Beispiel behindern den Aufbau der Textilindustrie in den Entwicklungsländern. Das ist dann kontraproduktiv.
Smash am 17. Juli 2008 22:30 Das stimmt so nicht. Im Gegenteil schafft der Verkauf von Altkleidung Arbeitsplätze in solchen Ländern. Dann müsste man ja den Export von allen Waren verbieten wenn es "kontraproduktiv" ist. Auch der Export von Autos, Fahrrädern, Kühlschränken, Fernsehern behindert den Aufbau der Produktion solcher Industrien in den "Entwicklungsländern". Viele Europäer bilden sich ein, sie müssten die ganze Welt bevormunden.

Ein andere Aspekt gegen Sachspenden, auch im Nicht-katastrophenfall, soll sein, dass man durch diese Sachen, die da gespendet werden, den Verkauf und die Herstellung dieser Waren im Land, das diese Sachspenden bekommt behindert/unterdrückt und somit diejenigen, die diese Dinge in dem Land herstellen arbeitslos macht bezw. sie nicht ermutigt, selber zu arbeiten.
Smash am 17. Juli 2008 22:47 Stell Dir mal vor Du lebst in Benin und darfst Dir keine Jeans kaufen, kein Moped, kein Auto. Sollst Du einen Strohrock tragen und Barfuss zum Markt gehen. Leute mit solchen Ansichten wie Du sind völlig weltfremd und gegen freie Martwirtschaft. Man muß auch mal zu Ende denken, was man meint äußern zu müssen.
RolfHoegemann am 17. Juli 2008 23:42 Ich habe nicht behauptet, das das meine volle Ansicht ist - diesen Aspekt habe ich auch nur gehört - er entbiert aber nicht ganz aller Logik: Wenn z.B. Altkleider nach Afrika gehen und da verteilt werden, warum sollen da noch afrikanische Scheider selber Kleidung nähen, wenn das alles viel billiger aus den "wohlhabenden" Ländern kommt?
Und - ich bin garantiert nicht "weltfremd", lies Dir doch bitte mal meine vielen Antworten hier bei GF durch... ;-)
Smash am 18. Juli 2008 10:28 Es hat sich aber immer wieder als richtig erwiesen, einen freien Handel zuzulassen. Da muß sich der afrikanische Schneider eben bemühen konkurrenzfähige Produkte herzustellen.
Die Organisationen rufen entweder zu Geld.- oder Sachspenden auf. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich.
Lloyds am 17. Juli 2008 22:06 Das ist wohl die beste erklärung
DH!!!

Eher andersrum da ein großer teil (über 30% an) die Organisationen geht.Deswegen sind Sachspenden lieber.

nicht selten kommen die hilfsgüter nicht dort an, wo man sie braucht.sondern werden vorher abgefangen und verscherpelt.
Was willst Du denn für Sachspenden in ein Entwicklungsland schicken? Was soll der Transport kosten? Wer soll das Zeug vor Ort sortieren und verteilen? Effektiver ist eine Geldspende an eine internationale Hilfsorganisation. Die können damit auch tatsächlich helfen, wissen wer wann wo was wie bekommen muss und können Konvois mit Gütern zusammenstellen, die den Anforderungen der Zielgebiete entsprechen. Bedenke, dass in den betroffenen Gebieten meistens der normale Warenverkehr zusammengebrochen ist und Post-Express-Päckchen innerhalb der nächsten Monaten dort nicht ausgeliefert werden.

geldspenden machen letztendlich auch keinen sinn, da es bei den bedürftigen eh nicht ankommt