Mein Bruder ist ein sehr ambitionierter, guter Segler. Nun möchte er sich ein Jahr Auszeit nehmen und alleine die Welt umsegeln. Bei meinen Eltern liegen die Nerven blank. Die haben totale Panik davor, dass er von Piraten überfallen, ausgeraubt und weiß ich was wird. Die haben wohl irgendwo einen Artikel darüber gelesen. Ist das wirklich eine Gefahr oder nur Panikmache?

Nein, Panikmache ist es mit Sicherheit nicht. Immer wieder werden Motorjachten, sogar große Seeschiffe überfallen. Seeschiffe in den gefährdeten Gebieten werden zum Teil schon mit Waffen ausgerüstet, oder es ist zusätzliches -dafür ausgebildetes- Personal für die Abwehr an Bord. Das Gebiet der Piratenüberfälle hat sich sogar schon auf Bereiche der Nordsee ausgeweitet.
Auch wenn ich nicht weiß, ob ein Segelboot ebenfalls davon betroffen sein könnte: Die Sorgen der Eltern sind leider nicht unberechtigt.

Piraterie heute
Das 21. Jahrhundert: Die Piraten haben Säbel und Kanonen gegen modernste Waffentechnologie getauscht. Mit Schnellbooten durchkämmen sie die küstennahen Gebiete. Bei Übergriffen zählt das Überraschungsmoment. Oft kommen sie als Küstenwache oder Hafenpolizei getarnt an Bord ihrer ahnungslosen Opfer. Die modernen Piraten agieren sowohl in Häfen als auch auf offener See. Die Bandbreite der Verbrechen reicht vom einfachen Diebstahl bis zu Schiffsraub, Entführung und Mord.
Neue Trends
In letzter Zeit ereignen sich immer häufiger Überfälle auf Bargen und Schleppverbände. Denn diese Schiffsgespanne kann man schnell äußerlich verändern, außerdem führen sie meistens Waren, die leicht umzuschlagen sind.
Vor allem Schiffsentführungen mit Lösegeldforderungen nehmen drastisch zu. Als besonders gefährlich gilt hier die Küste vor Somalia. Abseits der üblichen Routen der kommerziellen Schifffahrt überfallen Piraten auch Privatyachten. Traditionell gefährliche Gebiete sind die Karibik, die Philippinen, das Chinesische Meer, die Küste Somalias und der Golf von Aden.
(munichre.com - Hervorhebungen meinerseits)
Ich könnte mit vorstellen, dass die Piraten einen Segler, unberücksichtigt weiter segeln lassen.
Leider ist das ganze nicht so harmlos wie es viele denken... Im Spiegel stand ein Artikel, hier ein Auszug: Die Zahl der Überfälle auf Yachten hat nach Ansicht von Experten in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In Europa gelten die Meere mit Ausnahme der Küste Albaniens als sicher für Freizeitsegler. Gebiete, aus denen verstärkt über Piraterie berichtet wird, sind die Philippinen, das Chinesische Meer und Indonesien. Gefährdet sind Yachten ebenfalls am Horn von Afrika, im Jemen und am Südeingang zum Roten Meer. In jüngster Zeit häufen sich Angriffe von Seeräubern in Brasilien, Venezuela, Nicaragua, Guatemala, Honduras und Equador. Informationen finden Segler auf der Internetseite www.yachtpiracy.org. Und hier die Worte eines Seglers: SPIEGEL : Haben Sie die Nase voll von gefährlichen Abenteuern?
Gintner: Absolut. Bis dieser Überfall kam, habe ich es geliebt, einsam zu segeln und Neues zu entdecken. Ich bin 14-mal meist allein über den Atlantik gesegelt. Jetzt habe ich Hemmungen. Ich werde schon noch wieder segeln, nur nicht mehr mit dem eigenen Boot. Ich habe nicht mehr das Bedürfnis nach neuen Paradiesen. Außerdem habe ich sie alle schon gefunden. Was soll noch kommen? Die Luft ist raus.

Kann passieren; je nach Gewässer. Aber das sollte ihn nicht davon abhalten. Eine Weltumseglung ist sicher ein Erlebnis, von dem man sein Leben lang zehren kann. Wenn man immer nur die Gefahren sieht, verpasst man das beste im Leben.
Ich möchte also dem "ratlosenRudi" beipflichten!!! Welches Interesse sollen Piraten an einem einsamen Segler haben, die sind doch auf große Beute aus !!!

in der regel werden segelschiffe nicht überfallen sondern eigentlich nur frachter dein bruder sollte sich immer da aufhalten wo andere segelyachten ankern und übernachten denn da wo viele sind kommen keine piraten
ich selbst kenne ein weltumsegler der 11 jahre um die welt gesegelt ist ausser viel sturm und ein verlorenen finger ist ihm nix besonderes passiert
ich bin 17 und denke auch schon drüber nach mit 18 eine weltumseglung zu machen mit einer wibo 835 dann narürlich ein bissel umgebaut den weltumsegler den ich kenne der hat eine wibo 11 meter gehabt und hat sie verkauft nun isser irgendwo im blaumeer und hat sich dort ein cat bauen lassen die 11 meter wibo wollten meine eltern kaufen war aber leider zu teuer
Gruss Alex

Lies das mal und urteile selbst: http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,530782,00.html

Das Problem sind weniger die Piraten. In einem Jahr kann man nicht um die Welt segeln. Minimum 20 Monate, dann muß man sich aber schon echt beeilen. Ansonsten ist das Risiko einen Autounfall zu haben in dem selben >Zeitraum mit Sicherheit größer
Also ganz so dramatisch wie das hier dargestellt wird ist es meiner meinung nach nicht... Eine Nacht in Frankfurt ist bestimmt nicht minder gefährliche. Die Gefahr eines Raubüberfalls, in bestimmten Vierteln, ist hier bestimmt höher. Es kommt, denke ich, auch auf das Verhalten der jeweiligen Segler an. Einige Diebstähle werden, nachweislich, auch von Seglern begangen. Also nicht soviel Pessimismus verbreiten und alles so negativ sehen. Ich habe in den letzten 5 Jahren mind. 10 Yachten auf ihrer Reise um den Globus begleitet und keine davon ist in Bedrängnis geraten.
Beste Grüße
Oliver
Oh, Gott. Danke für die Info.
Es gibt gezielte Infos über ganz besonders gefährdete Bereiche. Aber leider kann ich Dir nicht sagen, wo Du sie bekommen kannst. Wende Dich einfach mal an Reedereien oder Motor/Segeljachtverbände.