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Stimmt es, dass Kartoffelschalen schädlich sind?

gefragt von belabela am 04.12.2007 um 17:05 Uhr

Ich dachte bisher immer, dass genau unter der Schale die gesamten Vitamine sind und nun sagte mir eine Freundin, dass das ein jahrelanger Irrtum gewesen sei. Wisst ihr mehr darüber?

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Ernährung x 15.036 Vitamine x 454 Kartoffeln x 322

anonym
beantwortet von Lissa am 4. Dezember 2007 17:11
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"Die Vitamine sitzen direkt unter der Haut. Deshalb isst man Kartoffeln am besten mit der Schale": Wer diesem populären Irrglauben folgt, landet im schlimmsten Fall direkt im nächsten Krankenhaus. stern TV erklärt, was die Kartoffel giftig macht.

Sie ist der Deutschen liebste Knolle: die Kartoffel. Doch die wenigsten wissen, dass Linda, Sieglinde & Co. in ihrer Schale natürliche Gifte enthalten. Diese sogenannten Alkaloide können besonders für Kinder gefährlich werden.

Kartoffeln bilden von Natur aus sogenannte Alkaloide, um sich vor Schädlingen und Fressfeinden zu schützen. Diese Gifte, die bekanntesten unter ihnen sind Solanin und Chaconin, befinden sich größtenteils in der Schale der Knollen. Konzentriert sind sie in den Augen und Keimen zu finden. Grünlich gefärbte Stellen an der Frucht deuten auf einen hohen Alkaloidgehalt hin.

Vergiftungserscheinungen

Junge oder kühl und dunkel gelagerte Kartoffeln tragen meist nur kleine Mengen Alkaloide in sich, die für den Menschen nicht schädlich sind. Unter bestimmten Umständen jedoch kann die Alkaloidkonzentration in der Schale so sehr ansteigen, dass der Verzehr für den Menschen üble Folgen haben kann: Von leichten Magenbeschwerden über Nierenentzündungen bis hin zu Schädigung des zentralen Nervensystems können die Vergiftungserscheinungen reichen. Noch im vergangenen Jahrhundert führten extrem alkaloidhaltige Kartoffeln sogar zu Todesfällen. Da die Vergiftungsgefahr abhängig vom Körpergewicht ist, sind Kinder am ehesten gefährdet.

Was früher jeder wusste, scheint heute nicht mehr selbstverständlich: Kartoffeln sollten dunkel, kühl und trocken gelagert werden. Doch nicht jeder hat einen Keller - und im Supermarkt werden die Knollen oft in Netzen angeboten und zudem mit Neonlicht bestrahlt. Solche Bedingungen können den Anstieg des Alkaloidgehalts in den Kartoffelschalen fördern.

Keine offiziellen Grenzwerte

Offizielle Grenzwerte für den Alkaloidgehalt der Knollen gibt es bislang nicht. Und auch wenn die kartoffelverarbeitende Industrie beteuert, sich selbst "strenge Vorschriften und Qualitätsmaßnahmen" aufzuerlegen, wollte stern TV es genau wissen - und ließ anerkannte Lebensmittelexperten im Handel erhältliche Kartoffeln und Kartoffelprodukte auf deren Solanin und Chaconingehalt testen.

http://www.stern.de/tv/sterntv/:Gef%E4hrliche-Schale-Was-Kartoffel/602279.html


Minax
beantwortet von Minax am 4. Dezember 2007 20:02
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Tja, ich war auch geschockt, als SternTV dieses Thema brachte.

Ich esse seit Jahren Biokartoffeln mit Schale (im Dampfkochtopf gegart), weil sie mir so zubereitet zunächst sehr gut schmecken, aber auch, weil ich glaubte, es wäre okay und zudem gesund (Vitamine direkt unter der Schale etc.).

Solanin in den Augen/ Verhärtungen/ grünen Stellen kennt jeder, doch dass Solanin auch in einer gesunden, jungen Schale enthalten sein soll, machte mich stutzig.

Letztlich klingt es plausibel, da viele Pflanzen "natürliche Abwehrstoffe" gegen Fressfeinde haben, diese sind für uns Menschen jedoch meistens von Vorteil gewesen (sekundäre Pflanzenstoffe, Senföle etc.).

Mich wundert nur, dass erst JETZT damit hausieren gegangen wird. Das kann mir doch keiner erzählen, dass es nicht schon längst analysiert wurde. Irgendetwas muss dahinter stecken...

Und mich würde interessieren, wie schädlich genau bzw. in welcher Menge es schädlich wäre.

Man sollte schon auf seine Ernährung achten, denn wenn von allem ein bisschen hinzu kommt, dann summiert sich das schon. Wir gehören zu den Staaten mit dem besten Gesundheitssystem und dennoch sind die Zivilisationskrankheiten, Immunschwächen, Allergien etc. auf dem Vormarsch.

Wir müssen diesen Infos wohl erstmal Glauben schenken?!?

Ich werde dann auch öfter mal wieder die Schale pellen... aber ich hoffe auf weitere Infos zu diesem Thema.

Kommentar von Szintilator am 4. Dezember 2007 20:20

Durch kochen wird das Solanin zerstört, ebenso bei grünen Tomaten, wenn sie gekocht oder gebraten werden. Grüne Stellen an Kartoffeln sind unansehnlich und sollten vorher herausgeschnitten werden!

Kommentar von 4ea81da45faf16ff21374dafe79f8409smallMinax am 4. Dezember 2007 21:01

Na ja, laut den neuesten Kenntnissen wird das Solanin eben nicht durch das Kochen zerstört. Sonst hätten wir diese Debatte nicht...

Kommentar von Szintilator am 4. Dezember 2007 21:09

Dann wäre ich aber schon tot!

Kommentar von 4ea81da45faf16ff21374dafe79f8409smallMinax am 4. Dezember 2007 21:31

Die Dosis macht eben das Gift. Genau deswegen schrieb ich, dass mich genaue Daten bzw. Konzentrationen interessieren würden.

Dass Zigaretten Gift sind, wissen wir auch alle. Es schadet nachweislich der Gesundheit. Sterben muss man deshalb jedoch nicht (sofort) daran... ;-)


anonym
beantwortet von oldpaed am 4. Dezember 2007 17:12
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Das ist mir nicht bekannt; Du kannst Kartoffen mit Schale (vom Grill, aus dem Feuer, aus der Alufolie, aus der Pfanne...) bedenkenlos essen. Nur der Verzehr von Kartoffel k e i m e n ist gesundheitsschädlich sowie die Blätter der Kartoffeln. Das ist seit dem "Alten Fritz" bekannt, der die Kartoffel in Preußen einführen ließ.

Kommentar von 1079a100179c7e88556a9448df89ed3dsmallKabark am 4. Dezember 2007 17:19

Ich hab' das Gefühl, das gilt nur für die "Alten". ;-)

Kommentar von oldpaed am 4. Dezember 2007 17:45

Da ich als "alter Knabe" ohnehin keine hohe Lebenserwartung mehr habe, werde ich die Kartoffel -natürlich nicht im Übermaße - wie in meiner Antwort beschrieben trotz wikipedia oder stern-tv weiter so verzehren. Man/frau kann sich auch selbst Probleme schaffen - von anderen (versteckten) Giften und falscher Ernährung ganz zu schweigen...

Kommentar von 40069492edf050d1360aa1dcfc6d09b3smallBrigitta am 4. Dezember 2007 17:23

Super Antwort. DH

Kommentar von C44e62b40c01c004f0b5e471450598fesmallkiramarie am 4. Dezember 2007 18:29

Sehe ich genauso. Dann müsste meine Jüngste schon des öfteren Vergiftungserscheinungen gehabt haben.Sie ist nämlich für ihr Leben gerne Kartoffeln-am liebsten ohne irgendeine Beilage-einfach nur mit ein bischen Margarine o.Butter.Man sollte sich nur nicht von den Medien ständig verrückt machen lassen. Dann dürften wir garnichts mehr essen. Siehe auch meine Antwort dazu.


kiramarie
beantwortet von kiramarie am 4. Dezember 2007 18:25
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Ja, das stimmt. War vor 1 oder 2 Wochen in Stern TV. Grad diese Westernkartoffeln sollen nicht so besonders gesund sein. Kann dir jetzt aber leider nicht mehr sagen, welcher Wert da stark erhöht ist. Auf jeden Fall sollte man auch die Finger von Kartoffeln lassen, die bereits keimen u. deren Schale (stellenweise)grün ist.Allerdings: Die Generation meiner Eltern hat sich während des Krieges so oft von Pellkartoffeln ernährt, wenn dies wirklich so schädlich wäre, hätten wir wohl kaum heute so viele über 70 u. 80 Jährige, oder? Ich denke, das ist auch oft Panikmache. Machen wir uns doch nichts vor:kaum ein Jahr vergeht, indem man nicht wenigstens ein Nahrungsmittel findet, dass irgendwie belastet und/oder ungesund ist. Dann waren´s die Nudeln, die Eier,Mayo,Pommes, Chips, gepanschter Wein, Olivenöl,Schweine-,Rind-,und Geflügelfleisch,ach ja, im Fisch hat man auch mal was gefunden.Also ich denk, wenn man nicht alles im Übermaß zu sich nimmt ist das schon ok. Nur nicht verrückt machen lassen.

Kommentar von Simple_avatar5smallMismid am 4. Dezember 2007 18:36

bei Pellkartoffeln ist man doch die Schale nicht mit! Sonst hieße sie ja kaum "Pell"-Kartoffel

Kommentar von C44e62b40c01c004f0b5e471450598fesmallkiramarie am 4. Dezember 2007 19:04

Ja, stimmt-du hast recht. Bin manchmal auch dusselig. Aber trotzdem, man zieht die Schale ja dann recht dünn ab,darunter ist die Kartoffel ja auch manchmal grün.Beim richtigen Schälen schneidet man ja dicker,dann ist´s weg.Und meine Mutter erzählt immer,dass sie manchmal ganz grüne Kartoffeln gegessen haben,meist die, die nach der Ernte noch auf dem Feld lagen u. die sie als Kinder aufgesammelt haben.


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