Frage von bomboi, 116

stimmt es, dass es in thailand so viele ladyboys gibt und warum ist das so?

in deutschland hab ich noch nie welche gesehen, aber ein kumpel von mir hat mir viele auf seinen urlaubsfotos gezeigt und auch in dokus hab ich das oft gesehen. da muss doch was dran sein.

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von Libertinaer, 28

Intersexuelle ("Hermaphroditen"/"Zwitter"), also Menschen mit zweierlei Geschlechtsmerkmalen, gibt es überall gleich oft. Ca. 1 von 10.000 betrifft das. So ist halt die Natur.

Aber das hier verbreitete Christentum ist, wie auch die anderen beiden Buchreligionen des "Alten Testaments", nicht nur sexualfeindlich, sondern darüber hinaus auch lustfeindlich (Stichwort: "christliche Leidensethik", weil "der Sohn Gottes für uns unter Qualen gestorben (blablub) ...") - nicht ohne Grund ist der einzige Beitrag der christlichen Welt zum internationalen Kanon der Sexualität der Sado-Masochismus).

Jede Form der "unproduktiven" Sexualität wurde im Christentum verachtet. Nur der Sex für die Zeugung von Kindern in einer vor Gott geschlossenen monogamen, lebenslangen Ehe war akzeptabel (zur Erinnerung: vor rund 100 Jahren nannte man jede Form der nicht-reproduktiven Form der Sexualität "pervers" - daher auch Freuds "Kinder sind polymorph pervers" - und bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts bestand die Sexualität der Frau einzig darin, ihrem Mann zu Willen zu sein - erst zur Jahrtausendwende wurde es, gegen den Willen sehr vieler männlicher Unionsabgeordneter, strafbar, wenn ein Mann seine Ehefrau vergewaltigt). Die Christen waren es dann auch, die erstmalig anfingen, Homosexuelle auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen (unter Theodosius I.).

Andere Religionen, die nicht auf dem Alten Testament beruhen, haben zur Sexualität und auch zum Menschen eine andere Einstellung (man denke z.B. an das "Kamasutra" oder das "Tao der Liebe"). Auch gibt es dort eine stärker positive Sicht auf das Weibliche - nicht diese Frauenfeindlichkeit des ATs. Weibliche und männliche Eigenschaften sollen in Harmonie zueinander stehen, nicht in Unterdrückung. Halt das Yin-Yang-Prinzip.

Im Buddhismus steht z.B. der Mensch selbst im Mittelpunkt. Nicht seine angeblichen Pflichten und Gebote vor "Gott". Das umfasst auch eine vollkommen andere Sichtweise auf Sexualität. Auch auf eine Sexualität, die von der Mehrheit abweicht. Hier die Sexualität als etwas betrachtet, was die beiden (oder mehr) Beteiligten untereinander vereinbaren. Ist es für den/die Menschen gut, ist es für den Buddhismus okay.

Im Buddhismus mit seinem Prinzip der Wiedergeburt werden Intersexuelle eher bedauert, weil man glaubt, ihr Dasein sei eine "Strafe" für Fehler in einem vergangenen Leben (die Strafe: keine Heirat). Man betrachtet diese Menschen aber nicht als "böse Außenseiter".

Sie sind normaler Teil der Kultur/des Lebens. Es gilt sogar als glücksbringend, ihnen Essen zu geben/sie zu versorgen.

In Thailand ist diese Kultur des Miteinanders allerdings noch mal um einiges stärker, als in anderen asiatischen Ländern.

Und mit dem Erstarken des dortigen Sextourismus (Stichworte: "zu bespaßende US-Soldaten während des Vietnamkrieges", sowie "im Vergleich zum prüden Christentum unverklemmte Sexualität") rücken einfach auch die Lady Boys stärker in den Fokus - zumal diese für uns eben exotische Form der Sexualität dort nicht problematisch ist. Eben anders als bei den prüden,. monogamen, heterosexuellen, homophoben Christen ...

... und wenn eine Nachfrage besteht, und die Möglichkeit, sie problemlos zu decken, dann wird das eben gemacht. Guter, christlicher Kapitalismus. Ein Exporterfolg in die ganze Welt. ^^

PS: Anzumerken wäre noch, dass hierzulande Intersexuelle früher durch Operation und/oder Medikamente zwangsweise "passend" gemacht wurden. Es gab also offiziell nur "Mann" und "Frau" - mit verheerenden Folgen für die Betroffenen. Erst seit kurzem gibt es offiziell die Möglichkeit, bei der Geburt auch "unbestimmt" anzugeben.

Antwort
von Kaesebrot20, 59

Also ich glaube das war so:
Nach und während des Vietnamkriegs waren viele Amerikanische Soldaten unter anderem auch in Thailand und mussten ja irgendwie "bespaßt" werden. Deshalb wurden eben prostituierte angeheuert. Weil es sich dann vielleicht irgendwann als Land mit starkem Sex-tourismus etabliert hatte, kamen nach und nach immer mehr Urlauber um genau das zu bekommen. Da es mehr Kunden wurden hat sich vielleicht auch die Nachfrage nach einem größerem Spektrum des Angebots gebildet. So sind diese "Angebote" vielleicht entstanden und bekommen Zuwachs von armen jungen Mädchen, die aus dem Norden des Landes meistens in die Hauptstadt transportiert werden, um "Geld zu verdienen". Also soweit ist das das, das ich weiß...
Ich hoffe ich konnte weiterhelfen ;-)

Kommentar von HallivanGallix ,

Wow ! Da hab ich mal wieder was dazu gelernt.Ich hab doch wirklich geglaubt Transexualität wäre eine genetische Veranlagung , wie z.B Homosexualität , die in Thailand einfach leichter auszuleben ist , weil im Gegensatz zu Ländern mit christlicher Geschichte  im buddhistischen Thailand keine Homosexuellen/ Transsexuellen  auf den christlichen Scheiterhaufen des Mittelalters verbrannt wurden.

Mmmmm...ich hab nur ein Problem mit Deinem Kommentar.Fakt ist....Schon bevor die Amis während des Vietnamkriegs nach Thailand kammen , gab es in der thailändischen Öffentlichkeit flächendeckend Transsexuelle in großer Zahl  zu bestaunen.

Wie ist denn das zu erklären ?

Kommentar von Kaesebrot20 ,

mmmm...okay das wusste ich auch noch nicht ;-) Keine Ahnung, tut mir leid...

Antwort
von Gernotshagen96, 61

genau das hab ich mich auch gefragt. Die antwort war nicht so eindeutig, vorallem weil viele von ihnen dort sexuell anders orientiert sind. Ich hab da echt keine antwort gefunden. Ich kann dir nur sagen, dass dieses Ladyboy sein diesen menschen viele nachteile bringt. Oft werden sie nur deshalb gefeuert. Manche chefs sagen, entweder frau oder mann. Auch in nachtclubs haben sie probleme, denn rein äußerlich sehen sie aus wie frauen, aber wenn der personalausweis verlangt wird steht männlich drauf, dann wird man nicht reingelassen. Sie werden "toleriert", aber keineswegs "akzeptiert". Viele prostituieren sich nur, weil sie das geld für die hormontabletten oder geschlechtsumwandlung zusammenkriegen wollen. Vlt ist das genetisch veranlagt in dem genpool dort, kein scherz ich weiß nicht:D. aber ungerecht ist das trotzdem.

Kommentar von HallivanGallix ,

Die Antwort ist ganz einfach.Unsere Gesellschaften  haben sich duch den Einfluss des Christentums in Deutschland  bzw. des Buddhismus in Thailand ,geschichtlich einfach anders entwickelt. ( Moralvorstellungen , Ethik , Toleranz etc.). Mit den Genen hat das gar nichts zu tun.

Antwort
von Rosswurscht, 53

Hier steht bissl was warum es in Thailand so ist wie es ist:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kathoey

Antwort
von IchFahrJaguar, 63

Weil es dort viele Sex-Touristen (vor allem ältere Herren aus Deutschland) gibt, die auf so etwas stehen. Die Ladyboys stehen auf das Geld der alten Säcke. Eine Win-Win-Situation.

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