Frage von CamelWolf, 237

Stimmt es, dass es in den neuen Bundesländern Menschen gibt, die sich das alte DDR-System wieder zurückwünschen?

Wenn ja, warum ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PeVau, Community-Experte für Geschichte & Politik, 73

Nein, das stimmt so (!) nicht.

Ich bin in der DDR geboren, aufgewachsen, habe dort studiert, habe die Wende erlebt mit allen ihren Auswirkungen und lebe immer noch hier. Ich sehe unseren jetzigen Staat mit dem jetzigen System mehr als kritisch. Trotzdem kenne ich niemanden, der sich ernsthaft die alte DDR wieder zurückwünscht.

Natürlich gibt es immer wieder Menschen, die sich in ihrer arg begrenzten Phantasie und in ihrem noch ärger begrenzten Wissen über die DDR es sich nicht erklären können, wieso ehemalige DDR-Bürger es wagen, Kritik an der Bundesrepublik und ihrem Gesellschaftssystem zu üben. Für simpel gestrickte Gemüter gibt's dann dafür nur eine "Erklärung": ewiggestrige DDR-Nostalgiker oder ehemalige "Nutznießer" des DDR-Systems. Als ob es keine anderen Gründe gäbe, Kritik an der Bundesrepublik und ihrer Gesellschaft zu üben und die Systemfrage zu stellen.

Seit 25 Jahren erleben wir in der Bundesrepublik den neoliberalen Umbau der Gesellschaft, den Abbau des Sozialstaates und die Erosion der Demokratie, die nebenbei gesagt noch nie so demokratisch war, dass sie diesen Namen auch wirklich verdient hätte. Die Welt ist seit Ende des Kalten Krieges nicht sicherer geworden, sondern unsicherer. Das hat nichts mit schlechter Politik oder irgendwelchen Fehlern zu tun, das hat etwas mit Kapitalismus zu tun. Das ist systemimmanent.

Da bekommt die Erinnerung an die soziale Sicherheit der DDR, ihre Friedenspolitik - die NVA hat im Gegensatz zur Bundeswehr nie einen Krieg geführt und schon gar keinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg - wieder Bedeutung. Die Erkenntnis, dass der Kapitalismus nicht die Antworten auf die Zukunft hat, wächst.

Deshalb werden Kritiker nach allen Regeln der Kunst diskreditiert, diffamiert und denunziert. Dazu gehört es unter anderem auch, ihnen zu unterstellen, sie würden die DDR wieder zurückhaben wollen.

Wer hier die Systemfrage stellt, will nicht die DDR wiederhaben, der will einfach bloß eine demokratischere und gerechtere Gesellschaft.

Kommentar von Lazarius ,

DH!

Kommentar von amdros ,

Lazarius..dir stimme ich zu!

Kommentar von beangato ,

Schade, dass es keine DHs mehr gibt - Du verdienst gleich mehrere :)

Kommentar von Kitharea ,

Schöner Beitrag und verständlich. Ich schätze nur man darf nicht davon ausgehen dass alle Bürger deinen IQ haben und so drüber nachdenken wie du das vielleicht tust. Es gibt sie halt doch - die Bürger die einfach nur in Ruhe ihr Leben leben wollen. Dass wir alle ein gerechteres und demokratischeres Land wollen denke ich ist bereits angekommen. Es ändert nur nichts daran dass in beiden Staaten Dinge waren/sind die gut und schlecht waren. Ich frage mich eher warum man aus dem aktuellen System  nicht eines machen kann was nur die Vorteile beinhaltet. Solange es nur um Geld geht ist dies allerdings unmöglich.

Kommentar von PeVau ,

Danke für den Stern!

Antwort
von 2012infrage, 14

Ich antworte mal mit Katarina Witt. Sie findet es anstrengend, immer wieder nach der DDR gefragt zu werden: "Mit Ostdeutschen kann man über den Osten lästern. Das ist was anderes. Das ist okay. Mit Westdeutschen ist es nicht okay", sagte sie der "Welt am Sonntag" (29. November).
Auch ärgere sie sich manchmal über sich selbst, dass sie etwas verteidige, dem sie in Wahrheit nicht nachtrauere. Sie tue es für die Menschen aus der Generation ihrer Eltern. "Die dürfen der DDR nachtrauern", sagte sie weiter. "Weil der Zusammenbruch des Ostens für die meisten kein Aufbruch war, sondern der Zusammenbruch ihres Lebens."

LG

Kommentar von CamelWolf ,

Deine Antwort hat mich sehr nachdenklich gemacht. Danke.

Antwort
von Kitharea, 142

Ich kenne ein paar davon. Gibt mehrere Gründe.
Einerseits wurden natürlich nicht alle von der Regierung unterdrückt - es gibt genug die einfach mitmachen ohne sich Gedanken zu machen. Viele Menschen hatten es auch gut damals.
Arbeit zb. Jeder konnte das machen was ihm Spaß machte weil ohnehin jeder quasi gleich verdiente. Das Bildungssystem war gut soweit ich das mitbekommen habe und man wurde gut gefördert.
Davon abgesehen ist es mitunter menschlich sich gerne "führen" zu lassen. Nicht umsonst haben auch Religionen guten Zulauf zur Zeit.
Die Kinder waren IMMER versorgt - Kindergartenplätze oder Horte wie das dort hieß waren selbstverständlich und kosteten auch quasi nichts.
Man musste zwar auch vieles was wir heute für selbstverständlich halten ewig warten - TV ect. aber das Leben selbst war (für diejenigen welche sich nicht gegen das Regime stellten) einfach und sorgenfrei.
Ich selbst weiß davon nichts. Ich kenne nur ein paar Leute aus damaliger DDR. Das ist das was die erzählen heute.

Kommentar von Kitharea ,

Die Verbrechensrate ging gegen Null was auch klar sein sollte warum.
Jeder hatte sein Zu Hause und musste sich nicht um so etwas wie Essen, Leben, Arbeit Gedanken machen. Arbeitslosigkeit gab es nicht.
Ich kann mir gut vorstellen dass einem diese Vorstellung gefallen könnte. Die Probleme mit denen sich unsere "moderne Welt" größtenteils herumschlägt - gerade Einzelpersonen oder Alleinerziehende - gab es dort nicht. Solange man nicht gegen das Regime war - hatte man einfach keine gröberen Lebenssorgen.

Kommentar von CamelWolf ,

OK, so betrachtet hat es der Sklave immer besser. Er wird versorgt, muss sich um nichts selber Gedanken machen und das bisschen Ungerechtigkeit und Willkür - das schluckt man eben als die kleinere Krotte runter. 

Kommentar von FreundGottes ,

OK, so betrachtet hat es der Sklave immer besser.

Sklave und Herr unterscheiden sich vor allem durch die Arbeitszeit und ihre Macht. Hast du denn den Eindruck in unserem System müsstest du weniger arbeiten, als man im Sozialismus gearbeitet hat? Hast du denn den Eindruck in unserem System hättest du auf die Politik mehr Einfluss, als man im Sozialismus gehabt hat?

Kommentar von Huckebein ,

Als Sklave hat sich in der DDR niemand gefühlt. Wir wurden auch nicht "versorgt", denn das haben wir selber getan, indem wir unseren Lebensunterhalt erarbeitet haben und auch davon leben konnten.
Die DDR war keine Überflussgesellschaft, die sich auf Kosten armer Länder gesund gestoßen hat, sondern musste mit dem auskommen, was "man" ihr durch Boykott, z. B. die Hallstein-Doktrin,   zugestanden hat, ebenso mit den Erzeugnissen aus eigener Produktion und der anderer sozialistischer Länder.
Ungerechtigkeit und Willkür haben ehemalige Ostler erst im neuen Deutschland so richtig kennengelernt und sind tagtäglich damit konfrontiert...

Antwort
von soissesPDF, 3

Ostalgie nennt sich das, klar gibt es die aus mehr als einem Grund.
Die DDR war 40 Jahre Realität der Menschen.

Die Mieten waren günstig, Strom auch, Uralub gabs im FDGB-Ferienheim, an Ostsee, im Erzgebirge, gar in Ungarn.
Arbeitslosigkeit kannte man nicht, eine Straßenbahnfahrkarte koste 15 Pfennig, für die ganze Fahrt.
Noch ,mehr?
In der Kneipe kostete ein Bier 42 Pfennig, für 10 Mark die ganze Party, Frauen hatten ihren Haushaltstag im Monat, es gab Kita und Hort und Ausbildungsplätze für alle.
S'war schon zu und zu schön... gut dies und jenes gab es nicht zu kaufen, alles Gute ist selten beieinander, oder.

Dann kam es zum Mauerfall, endlich in den Westen, go, go the way...der Duft der Freiheit...und es kam die Plünderung und mit ihr die Massenarbeitslosigkeit.
Und der Altkanzler Kohl (CDU) mit seinen blühenden Landschaften.
Das einzige was blüte waren die Rapsfelder in McPomm und sonstig das blaue Wunder.

Hach was es noch schön damals, als man alles hatte.
Dann gingen die Kinder in den Westen und der Altkanzler Schröder (SPD) kam mit seinem HartzIV.
Darauf hat man gerade noch gewartet, kaum ist man die Stasi los kommt die Stasi 2.0 als Arbeitsamt (Jobcenter) daher.
Arbeiten konnten wir im Osten auch, da brauchte uns niemand fragen oder auffordern.
Nun kommen die daher und wollen uns erklären wie Arbeit geht?

Aber ja, es gibt diese Ostalgie "lasst uns die Mauer wieder errichten. Nur 5 Meter höher und mit Glasbausteinen, damit die Wessis gucken können wie gut es uns geht."

Antwort
von voayager, 85

Klar gibt es die, jene die sich eine soziale Absicherung wünschen und jene die einen schönen beruflichen Posten hatten und ihn nach der Wende verloren.

Antwort
von FreundGottes, 133

Ja, es gibt SEHR viele DDR-Bürger, die sich das alte System zurückwünschen, ganz einfach weil sie da weniger Arbeit bei mehr Wohlstand hatten. 

Aber diese Menschen stellen die falsche Frage. Sie fragen: "War es früher hier besser?" Ihre Antwort ist: "Ja." Aber die Menschen müssten eigentlich fragen: "Würde es uns HEUTE besser gehen, wenn wir das System nicht gewechselt hätten?

Und diese Frage kann kein Mensch beantworten. Die ganzen Märkte der DDR im Osten sind bekanntlich weggebrochen. Auch im Westen bröckelt der Wohlstand immer mehr. Wir leben eben in einer schwierigen Zeit, weil der Kapitalismus immer schlechter funktioniert; ja schlechter funktionieren muss, weil das Bevölkerungswachstum nicht mehr so groß ist wie früher.

Die Welt ist voll. Es gibt immer mehr Verteilungskämpfe um begrenzte Ressourcen. Die Menschheit kann nicht weiter wachsen und braucht ein neues Wirtschaftssystem, jenseits von Sozialismus und Kapitalismus. Die Geburtswehen dieses neuen Systems sind schmerzhaft.

Kommentar von voayager ,

jenseits von Kapitalismus und Sozialismus gibt es aber nichts, noch nicht mal einen entsprechenden theoretischen Erguß, also bleibt all das nur frommer Wunsch

Kommentar von FreundGottes ,

Doch, da gibt es was. Wenn die Wähler wollten könnte man den Karren weltweit aus dem Dreck ziehen.

Der Mix ist immer am erfolgreichsten. Der Staat muss sich als Unternehmer engagieren, das spart die Kapitalrendite und verhindert den Abfluss von Kapital und Know-How ins Ausland. Aber der Staat sollte private Produktionsmittel nicht grundsätzlich verbieten. Diese können Lücken schließen. 

Die Banken müssen verstaatlicht werden. Auf alles Geld was ins nicht EU-Ausland fließt, gehört eine Steuer. 

Soviel kurz zusammen gefasst.

Kommentar von whabifan ,

Und wieviel % Steuern zahlt man in solch einem System? Wieso sind staatliche Unternehmen besser als Privatunternehmen?

Kommentar von eleteroj ,

Privatunternehmen dienen ausschliesslich dem eigenen Segen. Es gibt für sie nur eine Logik, eine Moral und eine Wahrheit: die Maximierung ihres eigenen Profits.

Das Gegenteil sind nicht unbedingt Staatsunternehmen; es gibt genossenschaftliches Eigentum und auch noch viele andere Eigentumsformen, die nicht auf privater Profitgier beruhen.

Kommentar von whabifan ,

Und der eigene Profit ist ein Anreiz wirtschaftlich lukrativ zu arbeiten. Staatliche Unternehmen im Gegenzug haben nahezu kein Interesse dass das Unternehmen profitabel ist. Unabhängig davon wieviel Verlust man schreibt, der Steuerzahler gleicht es ja immer aus. Deshalb sind staatliche Dienstleistungen oft auf den ersten Blick günstiger. Weil das staatliche Unternehmen nuneinmal, in der Regel Dienstleistungen, sehr günstig anbieten kann. Dass der reale Preis eines Dienstes aber an sich teurer ist fällt kaum auf. Es ist einfach nur der Steuerzahler der jedes Jahr das Defizit ausgleicht. Und damit wir alle.

Kommentar von FreundGottes ,

Private Unternehmen müssen eine hinreichend große Kapitalrendite
erwirtschaften, sonst gehen sie ins Ausland oder müssen Konkurs anmelden. Staatliche Unternehmen dagegen rentieren sich bereits, wenn sie ihre Produkte zum Selbstkostenpreis verkaufen können.

Bei privaten Unternehmen fließt der Unternehmensgewinn oft ins
Ausland, sofern dort die Aktionäre sitzen. Bei staatlichen Unternehmen bleibt der Unternehmensgewinn im Staat und belebt den Binnenmarkt. 

Private Unternehmen versuchen immer die Löhne und Gehälter so weit zu drücken, wie es ihnen der Staat und die Situation erlauben, so dass z.B. viele Arbeiter in Deutschland offiziell Arbeit haben, aber mit staatlichen Transferleistungen bezuschusst werden müssen. Richtig betrachtet ist das aber eine Bezuschussung des Unternehmens die von allen Steuerzahlern getragen werden
muss. Der Staat zahlt da eher angemessene Löhne und Gehälter.  

Private Unternehmen lassen sich gerne vom Staat alimentieren. Der
Staat verspricht sich davon einen Transfer von Kapital und Know-How mittels des Unternehmens von dessen letztem Standort zu dem neuen Standort. Bei staatlichen Unternehmen bleiben das erwirtschaftete Kapital und Know-How in dem Staat, in
dem es erwirtschaftet worden war. 

Private Unternehmen entziehen sich oft der Besteuerung durch
Tricks und undurchsichtige Buchungen ins Ausland. Staatliche Unternehmen machen das nicht, weil sie davon keinen Vorteil hätten. 

Private Unternehmen entlassen gerne Arbeitnehmer, deren temporäre Arbeitslosigkeit dann vom Staat finanziert werden muss. Da der Staat arbeitslose Arbeiter ohnehin bezahlen muss, kann ein staatliches Unternehmen da besser kalkulieren, wann sich eine Entlassung des Arbeiters für den Staat rentiert und wann nicht. 

Private Unternehmen verschleißen ihre Arbeiter oft gesundheitlich.
Da der Staat Frührentner ohnehin bezahlen muss, rentiert sich das für ein staatliches Unternehmen nicht.

Private Unternehmen versuchen immer möglichst viele ihrer Unkosten zu externalisieren, d.h. auf den Staat abzuwälzen. Haben sie z.B. Wasser verschmutzt oder radioaktive Abfälle erzeugt, wird gerade so viel in die Reinigung und/oder Lagerung investiert, bis die staatlichen Auflagen erfüllt sind. Die restliche Reinigung/Entsorgung/Lagerung entfällt dann an den Staat. Für
ein staatliches Unternehmen macht dieses Vorgehen keinen Sinn.

Große private Unternehmen beeinflussen die Politik durch Lobbyarbeit und kaufen ganze Gerichte. Z.B. wenn ein Versicherungsunternehmen einen größeren Betrag zahlen müsste, stellen sich die Richter sofort dumm. Deshalb muss ein Unternehmen umso weniger Steuern zahlen, je größer und mächtiger es ist. Dafür werden die kleinen und mittelständischen Unternehmen umso mehr beansprucht. Für staatliche Unternehmen macht es keinen Sinn, sich nicht an die Gesetze zu  halten.

Private Unternehmen investieren in den „Sozialen Frieden“ nur
exakt so viel, wie sie es gerade für notwendig halten, um den Profit zu optimieren. Staatliche Unternehmen können dagegen den Sozialen Frieden als Gesamtaufgabe von Staat und Unternehmen betrachten.

Deshalb sind private Unternehmen oberflächlich betrachtet oft günstiger, in der sorgfältigen Gesamtbilanz aber schlechter, weil es der Steuerzahler ist, also wir alle, der die externalisierten Unkosten der großen Privatunternehmen finanzieren muss, und weil
deren  Gewinne dem Binnenmarkt fehlen.

Dies gilt jedoch nur sehr bedingt für die kleinen und mittelständischen
Unternehmen. Deshalb sollten private Produktionsmittel nicht generell verboten werden, denn der eigene Profit ist ein Anreiz wirtschaftlich lukrativ zu arbeiten.

Mit TTIP wird exakt der falsche Weg eingeschlagen. Wenn das Volk nicht endlich ENERGISCH auf die Straße geht, dann wird es immer weiter bergab gehen, weil die Multis immer Macht bekommen. Deshalb auch der Medienhype um die angebliche Flüchtlingskrise. Diese ist nur inszeniert, um von TTIP und Konsorten abzulenken.

Kommentar von Kitharea ,

Eines der schlimmsten Dinge war es die verstaatlichten Unternehmen zu verkaufen. Schnell Geld machen - nach mir die Sintflut. Ich kann mich an Fälle erinnern, wo Wartungsarbeiten an Abflusssystemen aufgrund von Gewinnmaximierung einfach nicht oder nur unzulänglich durchgeführt wurden. Im Moment hat man Gewinn davon und wenn man durch die Reparatur Schulden machen muss ist es auch egal weil ohnehin der Staat einspringen wird. Spätestens dann wenn die Mitarbeiter gekündigt werden müssen.
Es gibt auch keinen echten Wettbewerb mehr weil der Staat keinen Preis vorgibt wo es nicht um Gewinnmaximierung geht. Nicht umsonst steigen die Preise seitdem immer weiter obwohl die großen Unternehmen Rekordgewinne einfahren.
Ein Staat ist kein Unternehmen. Ein Staat ist ausschließlich dafür da, die Seite der Mitbürger zu vertreten - vor anderen Staaten und vor Unternehmen. Er sollte uns schützen. Er ist bzw. sollte unsere Lobby sein. Zur Zeit macht er seine Arbeit nicht und ich hoffe inständig irgendwer schickt ihm eine Jobbeschreibung. Ein Staat darf auch nicht anfangen zu sparen wenn er kein Geld mehr hat weil er Geld NUR durch Steuern bekommt. Und Steuern bekommt er nur wenn die Leute Geld ausgeben - und das können sie nur wenn sie welches haben. Ich denke nicht das man einen Staatshaushalt mit einer Hausfrauenkasse vergleichen kann. Auch wenn das eine so schön einfache Erklärung für uns Mitbürger darstellt.
Ich meine - wenn ein Staat seine Dinge verkauft - sein Land - seine Unternehmen - seine wasauchimmer. Was hat er denn dann noch ? Gar nichts. Was ist er dann noch wert ? Nichts. Ein Staat der sich selbst für Gewinnmaximierung verkauft ist nicht mehr und nicht weniger als dumm.

Kommentar von whabifan ,

Private Unternehmen müssen eine hinreichend große Kapitalrendite
erwirtschaften, sonst gehen sie ins Ausland oder müssen Konkurs anmelden. Staatliche Unternehmen dagegen rentieren sich bereits, wenn sie ihre Produkte zum Selbstkostenpreis verkaufen können.

Sie müssen also wirtschaftlich nicht lukrativ arbeiten. Ausserdem haben solche Unternehmen oft Monopole. Privatfirmen kommen gegen staatliche Firmen die hunderte von Millionen an Defizit an den Steuer abwälzen einfach nicht an. 

Bei privaten Unternehmen fließt der Unternehmensgewinn oft ins Ausland, sofern dort die Aktionäre sitzen. Bei staatlichen Unternehmen bleibt der Unternehmensgewinn im Staat und belebt den Binnenmarkt. 

Zu dem ersten Punkt, wo ist das Problem dass ein ausländischer Aktionär Geld in Deutschland investiert, hier Arbeitsstellen schafft, Steuern zahlt und dann halt mit dem Gewinn ins Ausland verschwindet. Ich denke mal letzteres kann man tollerieren, ohne den ausländischen Aktionär gäbe es nämlich keinen Gewinn (und keine Arbeitsstellen). 

Zum zweiten Punkt, dies kannst du prinzipiell nicht so behaupten, der Staat gibt auch haufenweise Geld im Ausland aus. 

Private Unternehmen versuchen immer die Löhne und Gehälter so weit zu drücken, wie es ihnen der Staat und die Situation erlauben

Quatsch. Gehälter werden verhandelt zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer. Nur werden bei staatlichen Unternehmen oft so hohe Gehälter gezahlt dass sich die Arbeitskraft gar nicht mehr lohnt. Ist aber nicht schlimm, kann der Steuerzahler ja ausgleichen.

 viele Arbeiter in Deutschland offiziell Arbeit haben, aber mit staatlichen Transferleistungen bezuschusst werden müssen. Richtig betrachtet ist das aber eine Bezuschussung des Unternehmens die von allen Steuerzahlern getragen werden
muss. Der Staat zahlt da eher angemessene Löhne und Gehälter.  

Okay hier wird es nun grotestk. Wieso ist dies eine Bezuschussung der privaten Firma? Wenn ein Arbeitnehmer seine Arbeitskraft an den Arbeitgeber verkauft, für einen Preis dass er selber nicht über die Runden kommt, dann ist das doch wohl kaum die Schuld des Arbeitgebers. Ein Arbeitnehmer und ein Arbeitgeber einigen sich auf einen Lohn, den beide als angemessen empfinden. Niemand verpflichtet den Arbeitnehmer für einen gewissen Lohn arbeiten zu geben. Wenn der Arbeitnehmer mit dem Lohn nicht zufrieden ist, na dann soll er kündigen und sich einen neuen Job suchen. Es ist nicht an der Firma Verantwortung für den Arbeitnehmer zu übernehmen und ihm sein Händchen zu halten.

Private Unternehmen entlassen gerne Arbeitnehmer, deren temporäre Arbeitslosigkeit dann vom Staat finanziert werden muss. Da der Staat arbeitslose Arbeiter ohnehin bezahlen muss, kann ein staatliches Unternehmen da besser kalkulieren, wann sich eine Entlassung des Arbeiters für den Staat rentiert und wann nicht. 

Müsste der Staat ja theoretisch nicht. Dass man beim Staat nicht rausgeworfen wird hat auch Nachteile. Wo bleibt denn die Motivation für die Arbeitnehmer, wenn sie sowieo nicht rausgeworfen werden. 

Große private Unternehmen beeinflussen die Politik durch Lobbyarbeit und kaufen ganze Gerichte. Z.B. wenn ein Versicherungsunternehmen einen größeren Betrag zahlen müsste, stellen sich die Richter sofort dumm. Deshalb muss ein Unternehmen umso weniger Steuern zahlen, je größer und mächtiger es ist. Dafür werden die kleinen und mittelständischen Unternehmen umso mehr beansprucht. Für staatliche Unternehmen macht es keinen Sinn, sich nicht an die Gesetze zu  halten.
Sie kaufen Gerichte? Die Judikative kommt vom Staat. Wieso lässt sich der Staat denn kaufen? Die Richter stellen sich dumm? Wieso, sind sie alle korrupt? Dann hast du hier ja ein richtig gutes Beispiel gegeben dass staatlich nicht gleich besser ist. Privatisieren wir also die Gerichte! 

Bei deinem letzten Satz musste ich lachen. 

Ich wollte eigentlich noch auf deine weiteren Punkte eingehen, als ich dann aber das gelesen habe, konnte ich nicht mehr:

die angebliche Flüchtlingskrise. Diese ist nur inszeniert, um von TTIP und Konsorten abzulenken.
Sag mal gehts noch? Der Krieg in Syrien ist inszeniert? Die ganzen Flüchtlinge, wer sind die denn? Werden da Schauspieler mit Bussen von Stadt zu Stadt gefahren um Asylanträge zu stellen? Also ich habe ja schon viele komische Theorien über Flüchtlinge gehört, aber dass es die Flüchtlinge gar nicht gibt, das ist ja mal was ganz neues.

Ich verstehe sowieso nicht was alle gegen TTIP haben. Wieso gegen TTIP? Es gibt hunderte Freihandelsabkommen wo niemand ein Problem mit hatte. Aber bei TTIP reisst jeder das Maul auf noch bevor die Inhalte publik sind. 

Kommentar von Kitharea ,

Bei allem Respekt Whabifan - du bist blind. Da helfen auch keine Argumente. Nur das zu sehen, was du sehen willst hat nichts mit Intelligenz zu tun.
1) Verstaatlichung war nicht dazu gedacht dem Staat Geld zu bringen sondern den Markt stabil zu halten und vor allem die Preise. Damals steckte man halt Geld in die Staatsfirmen jetzt kaufen Unternehmer diese Firmen, erwirtschaften mit hohen Preisen viel Geld und sacken das selbst ein. Aber WEHE die schreiben rote Zahlen dann darf der Staat dafür in die Bresche springen. Sprich: Der Staat zahlt so oder so - kriegen tut er aber nichts dafür.
2) Wenn du Familie hast MUSST du arbeiten gehen - klar legt man selbst den Preis fest und klar - würde keiner für nen EUR die Stunde arbeiten gehen müssten die den Preis erhöhen - aber den Staat der da früher regulierend eingegriffen hat gibt es nicht mehr. Die Unternehmer jammern und sacken Millionengewinne ein - und die Menschen die für diese arbeiten können sich nicht einmal leisten normalen Standard zu leben. Und mal angenommen jemand würde gut verdienen - sobald auch nur einem in der Familie was passiert springt das Sozialsystem nur so unzulänglich ein dass auch nicht mehr viel übrigbleibt. Das Sicherheitsnetz ist zu lasch um den Bürgern so viel Rückhalt zu geben dass sie es sich leisten KÖNNTEN für das arbeiten zu gehen was sie eigentlich verdienen müssten.
3) Motivation für den Arbeitnehmer - bist du auch einer der Personen die der Meinung sind es würde sowieso keiner arbeiten gehen wenn er fürs rumsitzen Geld bekommen würde ? Sitz mal bitte ein paar Monate arbeitslos rum und tu nichts. Viel Spaß dabei. Gerade wenn man Familie hat und schon älter ist - ist es mitunter gar nicht einfach was zu finden - schon gar nicht dann wenn man deiner Meinung nach auch noch mehr Geld verlangen will als die zahlen wollen. Weils doch sowieso 2000 Leute gibt die für die paar Euro in die Bresche springen - wesentlich jünger sind und noch keine Probleme haben.
4) TTIP... uninformiert aber labern. Hast du überhaupt ne Ahnung wie es mitunter in den Staaten zugeht umwelttechnisch pp. wo ein Freihandelsabkommen dieser Art beschlossen wurde ? Hast du dich mal erkundigt was Dinge wie Fracking und so weiter mit der Umwelt anrichten? Hast du dich mal informiert wie hilflos du als Bürger dann dastehst wenn die vor deiner Nase ein Chemiewerk hinbauen - lauter Mist in die Luft blasen und du dich nicht wehren kannst weil sonst der Staat verklagt wird ? Willst du Genmanipuliertes Essen OHNE davon zu wissen weil es geschäftsschädigend wäre das drauf zu schreiben ? Willst du Werbung in der Schule ? TTIP = absolute Hilflosigkeit der Mitbürger UND des Staates gegenüber Unternehmern. Willst du ? Really ? Und erzähl mir nicht DU entscheidest was du kaufst - der Markt wird überschwemmt mit Mülllebensmitteln und du wirst dir über kurz oder lang nichts mehr aussuchen KÖNNEN was auch nur halbwegs das ist was du haben willst. Weil es zu teuer wird - es keiner mehr kaufen kann - und es letztendlich irgendwo in den Tiefen des Unwissens verschwindet.
Wenn du jemand bist der FREI sein will - solltest du niemals ein Argument für TTIP finden weil es nichts anderes ist als die absolute Macht der Unternehmen über den Staat, den Bürger darin und den Preis. Nein danke. Und ich rede hier noch gar nicht davon was für eine bodenlose Frechheit es ist einen Staat als Unternehmen verklagen zu dürfen ... nur weil dieser Gesetze beschließen will die geschäftsschädigend sind. Ich frage mich was in unsere Politiker gefahren ist dass die überhaupt drüber nachdenken so einen Mist zuzulassen. Lieber begebe ich mich einem dummen, schwachen und armen Staat in die Hände als einem gewinnorientiertem Unternehmen mit einem schönen Logo und einer teuren Werbung. Weiß nicht was bei dir abgeht. Informier dich mal. Informier dich vielleicht auch mal über beide Seiten und nicht nur die die du hören willst...... Dazu kann ich dir als Tip nur geben nicht Google zu verwenden weil du da oft nur das findest was du lesen willst. Google sortiert nicht nur Seiten aus sondern auch Meinungen... Sobald sie halbwegs wissen was du für eine Meinung hast - kriegst du nur mehr das vorgelegt auf den ersten Treffern - viel Spaß dabei. Sich blind manipulieren zu lassen ist ja auch sooo anstrengend.

Kommentar von FreundGottes ,

Ich glaube whabifan will nur ein bisschen herumalbern und provozieren. Wenn er/sie z.B. schreibt:

Zu dem ersten Punkt, wo ist das Problem dass ein ausländischer Aktionär Geld in Deutschland investiert, hier Arbeitsstellen schafft, Steuern zahlt und dann halt mit dem Gewinn ins Ausland verschwindet.

 Ich hatte bereits darauf hingewiesen, dass das Geld dann dem Binnenmarkt fehlt.

Ich denke mal letzteres kann man tollerieren, ohne den ausländischen Aktionär gäbe es nämlich keinen Gewinn (und keine Arbeitsstellen). 

Ich hatte bereits darauf hingewiesen, dass ein staatliches Unternehmen immer die Kapitalrendite spart. Es wäre also nicht nur besser, wenn die Arbeitsstellen von einem ortsansässigen Unternehmer geschaffen worden wären (investiert die erzielten Gewinne wieder vor Ort), sondern natürlich wesentlich besser, wenn dieses ortsansässige Unternehmen staatlich wäre (spart auch noch die Kapitalrendite). 

Zum zweiten Punkt, dies kannst du prinzipiell nicht so behaupten, der Staat gibt auch haufenweise Geld im Ausland aus.

Wenn der Staat oder sonst jemand etwas aus dem Ausland kauft, dann fließt nicht nur Geld ins Ausland, sondern zugleich auch ein materieller Gegenwert ins Inland. Diesen materiellen Gegenwert gibt es dagegen nicht, wenn Unternehmensgewinne ins Ausland fließen.

Kommentar von FreundGottes ,

Und wieviel % Steuern zahlt man in solch einem System? 

So wie bisher auch.

Wieso sind staatliche Unternehmen besser als Privatunternehmen?

Es gibt eine Vielzahl von Gründen. Oben habe ich doch schon drei genannt. Wenn du dich wie ein Schulkind benimmst, dann musst du auch so behandelt werden: Finde die oben genannten Gründe und unterstreiche sie. Nenne mindestens 3 weitere Gründe, warum staatliche Unternehmen für einen Staat besser sind als private Unternehmen.

Antwort
von ThorbenHeiler, 106

Es ist die letzten drei Jahrzehnte ÜBERALL schlechter geworden. Klar ist es in der DDR bergab gegangen, aber auch hier im Westen waren die Lebensverhältnisse früher viel besser. 

Antwort
von TheApfeluhr, 132

Nicht nur in den neuen Bundesländern überall. Viele haben meist positive Erinnerungen an diese Zeiten und wollen dies zurück! Nicht jeder war mit der Wiedervereinigung einverstanden und es gab viele Menschen die in der DDR sehr engagiert gewesen sind

Kommentar von Kitharea ,

Viele heute verstehen das nicht. Man wird sofort als Kommunist abgestempelt. Es gibt trotz allem Dinge die besser waren als hier. Freiheit über alles sollte klar sein. Aber lieber warte ich ein Jahr auf einen Fernseher als dass ich ständig Angst habe meine Kreditschulden nicht zahlen zu können, meine Kinder betreuungslos sind oder meine Arbeit zu verlieren. Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Unser Geld-Machtsystem - und was anderes ist es im Moment nicht - ist auch nicht das Beste. Es gaukelt Freiheit vor, wo es absolute Abhängigkeit schafft.

Kommentar von TheApfeluhr ,

Es steht jedem frei einen Kredit zu beantragen.

Kommentar von Kitharea ,

denke wir reden aneinander vorbei

Kommentar von TheApfeluhr ,

Sicher hat es vor und Nachteile aber dieses Argument mit den Kredit verstehe ich nicht ganz. Außerdem bin ich der Meinung, dass vieles in der DDR mit echten Kommunismus (deswegen finde ich Kommunist ist keine Beleidigung) herzlich wenig zu tun hatte.

Kommentar von Kitharea ,

Wie oben erwähnt - ich war nicht selbst dort und kenne das Thema nur aus Erzählungen einiger anderer.
Das mit dem Kredit ist genau das was uns irgendwann das Genick bricht also keine Lösung - sondern die Abhängigkeit von der ich sprach. Es ist nur Fakt dass wir gerade in dem System leben wie wir es tun. Genauso wie die Leute damals dort.

Kommentar von Kitharea ,

Und wegen dem Kredit. Was versteht man daran nicht - man kauft sich eine Wohnung was auch immer - wird vielleicht krank - kann die Schulden nicht mehr tilgen - verliert sein Einkommen - was auch immer auf einen zukommen "kann" - hier bist du nie abgesichert dagegen und wenn nur minimal. Dort waren solche Sorgen nicht nötig.

Kommentar von caladan01 ,

Diese Sorgen gab es auch. Nur bist du nicht gleich ins Bodenlose abgestürzt wenn was schief ging.

Kommentar von Kitharea ,

Wie auch immer - nicht ins Bodenlose zu stürzen wenn alles schief geht macht einen schon immens ruhiger.

Kommentar von whabifan ,

Das Problem ist denke ich heute eher die Gesellschaft als das System. Leute nehmen Kredite auf die sie sich nicht leisten können. Dies hat man an der Finanzkrise 2008 gesehen. Zwar wird immer den Banken die Schuld in die Schuhe geschoben, wenn ich dann aber Leute sehe die heute ihren Bankkaufmann anmotzen oder beleidigen weil sie keinen Kredit bekommen, dann muss man sich trotzdem die Frage stellen wie realitätsfern manche Menschen sind. In der DDR hat halt auch niemand einen Kredit aufgenommen um sich einen Porsche zu kaufen...weil man keinen Porsche kaufen konnte. Aber auch heute in Deutschland hast du das gute Recht keinen Porsche zu kaufen, dir keine Wohnung auf Kredit zu kaufen die du dir nicht leisten kanns usw. In einem freien Regime wird Verantwortung vom Bürger erwartet. In der DDR hat der Staat sozusagen die Verantwortung übernommen, in dem er für die Absicherung der Menschen sorgte. Dies muss man heute in Deutschland selber machen und wenn man abstürzt ist man in der ganz grossen Mehrheit der Fälle selber verantwortlich (es gibt auch Ausnahmen, aber viele Menschen stellen sich gerne als Opfer des Systems dar, da sie somit keine Verantwortung übernehmen müssen). 

Kommentar von voayager ,

das ist mir einfach zu einfach, was du da sagst, weil nicht aus dem realen Leben geschöpft

Kommentar von whabifan ,

voayager, wenn du deine traurige, bittere und unfaire Lebensgeschichte teilen willst, in der Hoffnung ein bisschen Mitleid geschenkt zu bekommen, fühl dich frei dies zu tun. Immerhin sind wir in einem freien Land. Oder wäre dies auch einfach zu einfach? Oder vielleicht sogar zu kompliziert, denn an sich ist es doch immer einfacher den Fehler bei den Anderen zu suchen...

Kommentar von Kitharea ,

Du übersiehst, dass die Banken und die Wirtschaft wesentliches Interesse daran haben dass JEDER einzelne von uns einen offenen Kredit hat. Du übersiehst dass wir dazu getrimmt werden, Schulden heutzutage als normal zu empfinden. Du übersiehst, dass es einem zu einfach gemacht wird Schulden zu machen.
Und NATÜRLICH ist die Bank Schuld wenn sie Kredite vergibt an Leute die sie höchstwahrscheinlich NIE WIEDER zurückzahlen können werden. Wer sollte denn sonst schuld sein? NATÜRLICH ist die Bank schuld wenn jeder x-beliebige Mensch eine Kreditkarte bekommt WEIL viele Unternehmen das heutzutage schon als Standard sehen. Unsere mediale Welt ZWINGT uns dazu - oder versucht uns einzureden - dass Schulden normal sind und "eh jeder welche hat". Wir sind mediengesteuerte Sklaven - nicht mehr und nicht weniger.

Freiheit ist NICHT die Wahl zu haben zwischen Kredit oder nicht Kredit - sondern die Wahl zu haben zwischen dem Gedanken - trau ich mich noch auf die Straße weil ich vielleicht Putzfrau oder hässlich bin oder nicht.

Dinge die man heute angeblich haben MUSS um Anerkennung zu finden waren früher egal. Mensch sein war genug. Heute hat man mitunter echt Probleme überhaupt noch als Mensch gesehen zu werden. Man ist eine Zahl unter vielen. Ein Kreditnehmer unter vielen. Ein Medienopfer mehr. Wir rennen immer blinder durch die Welt und denken es ist Freiheit. Und unsere Kinder stellen immer weniger Fragen nach dem Warum und Wieso. Wir hinterfragen nicht mehr weil wir MUTMASSLICH sowieso alle Antworten auf dem Silbertablett serviert bekommen.
"Wie nimmt man ab" "Wie verdient man Geld" "Welche Marken muss ich einkaufen" "Was ist gesund" ... Du findest Ratgeber zu jedem Mist. Ich hab nur noch keinen gesehen zum einfach Mensch sein. Maximal einige psychotherapeutische oder geistige Schriften - aber die interessieren ja keinen weil sie einem nicht beim 1. Hinsehen eine Zahl hinschmeißen.

Also ... Banken sollten Kontrollorgane sein. Und kontrollieren ob jemand einen Kredit zurückzahlen kann. Früher war das zumindest so. Heute geht es um Gewinnmaximierung und NATÜRLICH gewinnt eine Bank mehr wenn sie nicht nur die Zinsen bekommt und einen Teil des Kredites sondern darüberhinaus auch noch das Haus/die Wohnung selbst irgendwann...

Und von wegen Opfer des Systemes: Du kannst nicht alle über einen Kamm scheren nur weil du vielleicht viele kennst die selbst Schuld sind. Ich kenne viele die nicht selbst Schuld sind. Unser Staat hat damals ein Sozialsystem eingeführt weil dies unabdingbar notwendig ist um ihn am Laufen zu halten. Ein schlimmer Krankheitsfall in einer Familie kann unter Umständen dazu führen dass mehrere Menschen - ohne Sozialsystem - dazu gezwungen sind ihre Arbeit aufzugeben. Dazu ist so ein System da und dazu sollte es verwendet werden. Es sollte aber - wie es im Moment von vielen breitgetreten wird keine "Strafe" darstellen für Leute die scheinbar "ohnehin nix können und zu faul sind etwas zu tun".
Wenn sich jemand wirklich komplett querstellt und nicht "mithelfen" will - wie es ein Sozialstaat auch benötigt von jedem - bin ich dafür die Strafen zu erhöhen. Aber ich kann nicht ALLE strafen nur weil eine Minderheit denkt nichts für den Staat tun zu müssen. Hier fehlt es etwas an der Denkweise die ursprünglich unser System groß gemacht hat. Einer für alle und alle für einen. Derzeit arbeiten wir nur alle für andere. Für die Wirtschaft und die Banken...

Kommentar von whabifan ,

Natürlich haben die Banken Interesse daran. Nein es ist nicht die Schuld der Bank. Die Bank bietet ein Produkt an. Wenn der Kunde dieses Produkt kauft, dann muss der Kunde schauen ob er sich das leisten kann. Es ist auch nicht die Schuld der Tabakindustrie wenn ich vom Rauchen Krebs kriege. Es ist meine Schuld!

Wenn du dich nicht auf die Strasse traust wegen deinem Beruf, na dann Pech. Wessen Schuld ist das? Putzfrau ist ein Job wie ein anderer auch. Ausserdem ein harter Job. Wieso sollte man sich da nicht auf die Strasse trauen (habe als Student selber übrigens mal für einen Gebäudereinigerbetrieb gearbeitet).

Doch solche Bücher gibt es. Ich empfehle das Buch "Anleitung zum unglücklich sein". Ich glaube es heisst so, Autor habe ich vergessen. Solche Bücher gibt es haufenweise. 

Nein, die Bank leiht Geld. Das ist ihre Aufgabe. Weiterhin berät die Bank auch. Sorry, aber jemand der sich etwas von einem Bankberater andrehen lässt, ist doch einfach naiiv. Ich frag doch nicht die Frau im Kleiderladen ob die Hose die niemand kaufen will mir passt? Wer ist so blöd? Bei Banken gibt es eine Regel. "Buy what you know". "Kauf was du kennst". Kauf bei der Bank kein Produkt was du nicht verstehst. Wenn du nicht weisst obs du dir den Kredit leisten kannst oder leisten willst, nimm keinen. Man kann sein Leben ganz gut ohne Kredite machen. Aber in Deutschland will ja jeder eine Eigentumswohnung und eine Ferienwohnung auf Sylt oder ander Cote d'Azur. Da musste dann schon gut verdienen um das bar zu zahlen.

Was Kankheitsfälle angeht, Deutschland hat Krankenversicherungen. Sicher sind das Dinge die nicht leicht sind, aber das muss man bedenken. Es ist immer möglich dass man krank wird. Gut, ein Bekannter von mir hat mit 29 Krebs bekommen. Das ist natürlich richtig Pech, damit kann man kaum rechnen dass man so früh krank wird. Auch kann man bis 29 kaum genug Geld sparen um ausgesorgt zu haben, aber das sag ich doch auch nicht. Es ist doch auch gut dass wir ein Sozialsystem haben, Rentenkassen, Krankenversicherung. Aber es ist meiner Meinung nach nicht alleine die aufgabe des Staates jeden Bürger abzusichern. Das muss man auch selber tun!

Nein, du arbeitest für dich und für den Staat. Wenn du dich natürlich verschuldest arbeitest du irgendwann für die Banken. Aber ich versteh das einfach nicht. Wieso nehmen alle Leute Monsterkredite für Eigentumswohnungen plus Kredite für ein Auto? Als wäre beides nötig. Ich habe kein Auto und hatte noch nie eins. Trotzdem kann ich mich auf der Strasse zeigen....

Kommentar von Kitharea ,

Weißt ich finds ja gut dass du scheinbar Verantwortung für dich selbst übernimmst. Aber ich erwähne es noch einmal - nicht jeder denkt über solche Dinge nach. Meine Bank ruft mich auch an und will mich zu Verträgen überreden die ich nicht brauche und tut so als wären sie notwendig. Wollen mir das richtig einreden.

Das Problem ist 95% der Menschen sind nicht wie du. Denken nicht drüber nach. Vertrauen jenen die man eigentlich vertrauen können sollte. Das ist noch aus der Zeit wo das auch so war. Wo Banken beratend waren, wo Staaten sich noch gekümmert haben und Lobby für die Bürger waren. Vertrauen ist eigentlich eine gute Sache. Etwas mehr Vertrauen täte uns allen gut - leider müssen viele von uns lernen dass man nicht allem vertrauen kann was einem gesagt und gezeigt wird. Das man nicht jedem vertrauen kann und erst recht dann nicht wenn es um Geld geht. Viele kennen den Spruch "Bei Geld hört die Freundschaft auf" aber keiner denkt drüber nach dass das auch unser Leben im System betrifft. Das meiste davon will uns manipulieren.
Da die Menge eigentlich jene ist die bestimmen sollte was passiert wäre ich stark dafür mit dieser Tatsache zu leben.
Du hättest lieber eine Welt wo jeder selbstbestimmt ist und auch die Möglichkeit dazu hat dies durchzuziehen. Fakt ist - das ist nicht realistisch. Im Moment noch nicht vielleicht. Vielleicht lernen wir es alle mal den Unterschied zu sehen zwischen: WAS will jemand letztendlich von mir und will ich ihm das geben und habe ich auch etwas davon.

Ich selbst weigere mich mit jemand anderem bei meiner Bank zu reden als mit meinem Berater - weil ich weiß er hält es aus wenn ich ihm sage dass ich nichts "angedreht" haben will. Wer macht sowas heute schon. Wer stellt sich ernsthaft hin und beschwert sich mal über Leute die einem angeblich ja nur "helfen" wollen? Nur wenige. Um die muss man sich auch nicht kümmern. Aber um den Rest. Um den Rest der noch nicht verstanden hat dass er sich um sich selbst zuerst kümmern muss.

Das Problem für dich ist dass du dich so viel um dich selbst kümmern kannst wie du willst - solange die Menge nicht versteht was abgeht bist auch du ausgeliefert. Also entweder bringst du den Menschen in deiner Umgebung bei anders zu denken - was du nicht schaffen wirst zum Grossteil - oder du plädierst dafür dass diejenigen die ursprünglich dafür geschaffen wurden auf uns aufzupassen (Staat) das auch wieder in alter Form machen. Das ist zwar nicht weniger realistisch aber zumindest ehrlicher. Solange sich weder der Staat (eine Lobby) um uns kümmert oder wir selbst sind wir ausgeliefert. Das ist Fakt. Du - ich und alle anderen auch. Und wenn nicht du dann deine Kinder die in dem System aufwachsen und das als normal empfinden werden.

Kommentar von TheApfeluhr ,

Sehr gut erklärt

Antwort
von whabifan, 109

Die DDR ist seit 25 Jahren Geschichte. Es ist menschlich dass man seine eigene Vergangenheit romantisiert. Das Gehirn behällt eher die guten Seiten als die schlechten Seiten. Auch wenn ich nie in der DDR gelebt habe kann ich es mir nicht vorstellen was besonders reizvoll ist unter einem autoritären Regime zu leben. Für alle Leute die dies aber trotzdem reizt, aus welchen Gründen auch immer, an Diktaturen mangelt es auf der Erde ja nicht gerade, von daher sollte der Wunsch wieder unter einem autoritären Regime zu leben relativ leicht zu erfüllen sein. 

Kommentar von voayager ,

Das sind so bürgerliche "Weisheiten", die eine Geringschätzung der sogwenannten Romantisierer zum Ausdruck bringen. Ich bin mir sicher, dass bei einer Machtübernahme durch den Sozialismus, alle Zurücksehner zum Kapitalismus als vernünftige Leute angesehen werden, während umgekehrt das verächtliche Etikett romantische Verklärung aufgepappt wird. Das kommt meist aus den Hirnen Westdeutscher, die Ostdeutschen erklären wollen, was richtig und was falsch ist, ohne je selbst in der DDR gelebt zu haben. Dass es Ausdruck größter Arroganz ist, sei auch erwähnt, dazu ziemlich flachköpfig.

Kommentar von whabifan ,

Ich denke eher dass deine Einschätzung respektlos gegenüber den Leuten ist, die in der DDR wöchtentlich auf die Strasse gegangen sind und für ihre Freiheit demonstriert und gekämpft haben. Die Frage die sich natürlich dann stellt ist, wieso gibt es heute keine Menschenmassen die überhaupt bzw. mit solch einer Regelmässigkeit für ein Systemwechsel kämpfen. Mal davon abgesehen dass die Unterscheidung zwischen Westdeutschen und Ostdeutschen heute absolut nicht mehr zeitgemäss ist bin ich selber nichteinmal Deutscher. Deine Einschätzung dass ich nie in der DDR gelebt habe ist übrigens absolut korrekt - eine Einschätzung die übrigens nicht schwierig war, da ich es oben selber geschrieben habe. Man kann auch ein Regime kritisieren oder schlecht finden ohne dass man jemals in diesem Regime gelebt hat. Ansonsten implizierst du nämlich dass jeder der das Napoleonregime, Stalinregime, Maoregime oder Hitlerregime nicht selber miterlebt hat und es trotzdem kritisiert arrogant und flachköpfig ist, um deine Worte aufzugreifen. 

Kommentar von Kitharea ,

Also ist meine - zugegeben linke Einstellung fremden Bürgern gegenüber auch respektlos gegenüber den ganzen rechten Mitbürgern ? Sicher dass du eine persönliche Einstellung und persönliches Empfinden (unabhängig von der moralischen Einschätzung jetzt) über den Rest stülpen willst?

Kommentar von Kitharea ,

Es geht hier nicht darum ob jemand das System als gut oder schlecht bewertet, sondern darum wie es für ihn damals war und er es empfunden hat. Das ist sicher sehr individuell. Und keiner hier leugnet was alles schlechtes passiert ist. Dann darf man auch mal sagen dass es gute Dinge hab. Soweit ich weiß ist die Welt noch immer nicht Schwarz-Weiß.

Kommentar von voayager ,

whabifan, soll ich jetzt nen tiefen Respekt gegenüber jenen haben, die voll der Illusionen waren, nichts Besseres im Sinn hatten als den Sozialismus wegzuschmeißen, statt ihn zu verbessern. Verbessert werden war allerdings bitter nötig, aber sich einem reaktionären Staat wie die BRD in die Arme zu werfen, war ja wohl kein Ruhmesblatt, sondern eher das Verhalten von Kindern, die sich im Wald verlaufen haben und nun rasch wieder zu Mami und Papi gehen wollen.

Ein Mensch, der in der DDR aufgewachsen ist, kann nichts destotrotz mehr über sein Land berichten, auch wenn es noch so antisozialistisch ist, so hat er dennoch Erfahrung was sich eigentlich in seinem Lande abspielte, über seine Auswertung läßt sich allerdings streiten.

Die meisten Westdeutschen hingegen was von der DDR eigentlich nur Mauer, Stacheldraht und StaSi, mehr isses leider nicht. sie haben sich seltenst über das BILD-Niveau emporgehoben, mithin ist deren Einstellung dsbzgl. meist nur dumpf. Wer hierzulande über Napoleon, Mao und Stalin schwadroniert, ist gleichfalls meist nicht kompetent, beschränkt seine Weisheiten auf ein paar Rudimente, mehr isses meist nicht. Man kann das auch hier bei gf gut beobachten. Mit der Bildung der Westdeutschen und Gesamtdeutschen ist es nun wahrlich nicht weit her.

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