Frage von Zischelmann, 98

Stimmt es ,das es christliche Glaubensgemeinschaften gibt die NICHT an die Dreieinigkeit Gottes glauben?

Wenn ja,welche sind das?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von josef050153, 27

Es gibt christliche Glaubensgemeinschaften, die nicht an die Dreeinigkeit glauben.

Das ist wohl auf mehrere Gründe zurückzuführen:

Erstmals kommt das Wort Dreieinigkeit in der Bibel überhaupt nicht vor. Die Lehre selbst wurde erst ab dem Konzil von Nicäa (325) bis zum Konzil von Toledo (675) festgeschrieben.

Zweitens ist in der Bibel zu lesen, dass Jesus Christus Gott ist, aber vom Heiligen Geist steht so etwas nicht.

Drittens wird in alten christlichen Glaubensbekenntnissen (z.B Nicäa) die Dreieinigkeit nicht gefordert. Auch das Nicäno-Konstantinopolitanum (381) fordert  das nicht und selbst das heute gültige Apostolische Glaubensbekenntnis spricht nicht direkt davon.

Aus dem ganzen ist wohl abzuleiten, dass der Glaube an die Trinität nicht heilsnotwendig ist. Schon allein aus dem Grund, dass mir bis heute - trotz kilometerweisen theologischen Abhandlungen mit viel Geseiere - niemand LETZTENDLICH erklären konnte, was Trinität ist.

Man muss sich halt in vielen (besonders in der katholischen) Kirche davon verabschieden, dass es einen einzigen wahren Glauben gibt. Schon allein deshalb, weil die Bibel das Gegenteil bezeugt.

Die meisten 'christlichen' Gemeinschaften, die sich dezitiert gegen die Dreieinigkeit wenden, sind hauptsächlich im extremen Spektrum bis zum Sektentum hin anzusiedeln (Raven-Brüder, Church of God Bewegung, Christadelphians, Iglesia ni Cristo, Polnische Brüder, The Way, Neuapostolische Kirche, Duchoborzen, United Pentecostal Church, Two by Twos ...). Zeugen Jehovas, Mormonen, Christliche Wissenschaft, Vereinigungskirche, Church of the Almighty God, Shinchonji, Holofeeling, Branham-Bewegung, Church of Bible Understanding ... würde ich aber nicht einmal dem Christentum zuordnen.

Antwort
von Eselspur, 63

Es gibt welche, die sich als christlich bezeichnen. Im Allgemeinen lehnen aber andere Christen das ab, da sie meinen es gibt christliche Grunderfahrungen, die in der Dreieinigkeitslehre zusammengefasst werden. Wer das ablehnt, begibt sich außerhalb des christlichen Glaubens. 

Kommentar von Apfelwerfer ,

Vielleicht wäre es besser zu überlegen, ob sich nicht diejenigen "Christen", die einer völlig unbiblischen und heidnischen Lehre wie der Dreieinigkeit anhängen, sich außerhalb des christlichen Glaubens befinden.

Kommentar von Mark1616 ,

Vielleicht wäre es besser zu überlegen, ob sich nicht diejenigen "Christen", die einer völlig unbiblischen und heidnischen Lehre wie Weihnachten anhängen, sich außerhalb des christlichen Glaubens befinden.

Man könnte die Dreieinigkeit, oder Weihnachten, durch mindestens noch ein dutzend anderer heidnischer Bräuche ersetzen, von welchen beinahe jede christliche Abspaltung den einen oder anderen Brauch übernommen und / oder abgewandelt hat.

Kommentar von Eselspur ,

Apfelwerfer, es gibt so unglaublich viel Literatur, die dich leicht von dem Irrtum deiner Behauptung aufklären kann, dass ich auf weitere Kommentare dazu verzichte.

Kommentar von Apfelwerfer ,

Literatur gibt es über alles. Das sagt noch gar nichts über die Tatsachen aus.

Antwort
von Fred4u2, 62

Ja, diese gibt s und Du wirst sie nicht unter den großen Glaubensgemeinschaften finden, denn sie wurden in der Geschichte stets Ihres Glaubens wegen verfolgt oder zu mindestens diskriminiert. Du findest sie in vielen Denominationen von Adventisten bis Zeugen Jehovas, und viele andere dazwischen wie Bibelforscher, Gemeinde Gottes, Universelles Leben und Vereinigte Kirche Gottes etc. Auch gibt es viele ernsthafte Christen, die keiner Kirche angehören, ausgetreten sind oder wurden, weil sie den Trinitätslehre eingehend untersucht haben und mangels biblischer Grundlage verwarfen.  http://www.monotheismus.ch    

Kommentar von Stachelkaktus ,

Eine sehr umfassende Antwort. 👍 Die Geistchristen würde ich noch dazu nennen bzw alle, die sich aufs Urchristentum berufen. 

Vielleicht magst du auch hier mal nachlesen: www.unicon-stiftung.de

Kommentar von Wilfri ,

Bei den Zeugen Jehova bin ich mir im klaren. Aber was soll das mit den Adventisten. Es mag ja sein, dass es da einzelne Personen gibt, die nicht an den Vater den Sohn und/oder den Heiligen Geist glauben, aber das ist nicht die Lehre, die Adventisten vertreten. Da ich selbst dazu gehöre, weiß ich das ganz genau.

Im Gegensatz zu den Zeugen Jehova sind wird überzeugt, dass wir den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist anbeten sollen. Das haben ja auch Jesu Jünger getan und in der Offenbarung wird am Ende der Zeiten der Vater, der Sohn auf einem Thron zur Anbetung sitzen und die Geister Gottes befinden sich ebenfalls dort. Und vor dem Thron fallen alle Erlösten nieder. Außerdem durfte Jesus Sünden vergeben. Das darf nach seinen Worten kein Mensch. Ich habe noch niemanden getroffen, der vor dem Thron Gottes erscheinen könnte, ohne ihn anzubeten.

Kommentar von Fred4u2 ,

Adventisten und Zeugen Jehovas haben eigentlich den selben Ursprung gingen aber schon früh in ihrer Entwicklung eigene Wege. Alle adventistischen Pioniere einschließlich Ellen Gould White lehnten die Dreieinigkeit ab.  

Es gibt nur zwei göttliche Wesen

„Christus, das Wort, der eingeborene Sohn Gottes, war eins mit dem ewigen Vater – eins in Natur, eins in seinem Wesen und eins in seinem Vorhaben – das einzige Wesen im ganzen Weltall, das mit allen Ratschlüssen und Absichten Gottes vertraut war.“(Ellen White - Der große Kampf, S. 496)

Der heilige Geist ist das Leben Christi

„Das Innewohnen des Geistes. – Der Einfluss des heiligen Geistes ist das Leben Christi in der Seele. Wir sehen Christus nicht und sprechen mit ihm, doch sein heiliger Geist ist uns genauso nahe an einem Ort, wie an einem anderen. Er arbeitet in und durch jeden, der Christus empfängt.“ (Ellen White - MS 41, 1897, zitiert im The SDA Bible Commentary, Band 6, S. 1112)

„Alle, die Leib, Seele und Geist dem Herrn weihen, erhalten ständig neue geistige und körperliche Kraft. Die unerschöpflichen Reichtümer des Himmels stehen ihnen zur Verfügung. Christus gibt ihnen den Odem seines Geistes und Leben von seinem Leben. Mit äußerster Kraftentfaltung wirkt der heilige Geist an Herz und Sinn.“ (Ellen White - Das Leben Jesu, S.832)

Der heilige Geist ist Christus selbst

“Mit Menschlichkeit belastet, konnte Christus nicht an jedem Ort persönlich anwesend sein; deshalb war es für alle von Nutzen, dass er sie verlassen sollte, um zu seinem Vater zu gehen und den heiligen Geist, als seinen Stellvertreter auf Erden zu senden. Der heilige Geist ist er selbst, entkleidet von der Personalität der Menschlichkeit und deshalb unabhängig davon. Er ist überall anwesend durch seinen heiligen Geist.“ (Ellen White - Manuscript Release, Band 14, S. 23 )

John N. Loughborough sprach sich entschieden gegen die Trinität aus: „Es gibt viele Einwände, doch wir möchten uns nur auf die drei wichtigsten beschränken:

1. Sie [die Dreieinigkeit] ist mit dem gewöhnlichen Verstand unvereinbar.
2. Sie ist mit der Schrift unvereinbar. Das Wort Trinität erscheint nirgends in der Schrift. Hauptsächlich wird der Text 1. Johannes 5,7 angeführt, welcher ein Einschub ist. Clarke sagt: ‚Von einhundertdreizehn Manuskripten fehlt der Text in einhundertzwölf. Er erscheint in keinem Manuskript vor dem zehnten Jahrhundert. Und das erste Mal, wo der Text im Griechischen erscheint, ist es nur eine griechische Übersetzung der Beschlüsse des Konzils von Lateran, das 1215 stattfand.
3. Ihr Ursprung ist heidnisch und erdichtet. Anstatt uns auf die Schrift hinzuweisen, um die Trinität zu beweisen, werden wir auf den Dreizack der Perser hingewiesen. […] Die Trinitätslehre wurde ungefähr zur gleichen Zeit in die Kirche hineingebracht wie die Bilderanbetung und das Halten des Tages der Sonne, sie ist aber nur eine Neuformulierung der persischen Lehre. Nach ihrer Einführung vergingen ungefähr dreihundert Jahre, bis die Lehre zu dem gemacht wurde, was sie heute ist. Sie wurde um 325 eingeführt …In Spanien wurde sie 589 angenommen, in England 596 und in Afrika 534.“

„Viele Adventisten sind wahrscheinlich noch nie auf den Gedanken gekommen, dass sich die Glaubenslehren der Gemeinschaft im Laufe der Zeit verändert haben. Die meisten gehen wohl davon aus, dass die Gründer der Adventbewegung dasselbe glaubten wie die Adventisten des 21. Jahrhunderts.“
Die meisten Pioniere der Adventbewegung könnten heute nicht Mitglied einer Adventgemeinde werden, jedenfalls nicht, wenn sie zuvor allen 28 Glaubensüberzeugungen der Gemeinschaft zustimmen müssten. Sie würden beispielsweise den Punkt 2. „Die Dreieinigkeit“, ablehnen … Die Glaubensväter und –mütter hätten auch Schwierigkeiten mit der Glaubensüberzeugung Nummer 4. „Der Sohn“.. Dort heißt es nämlich, dass Jesus Christus auch „ewig wahrer Gott“ war … Auch glaubten die meisten leitenden Brüder nicht, dass der heilige Geist eine Person ist. (Punkt 5)“

Die Entwicklung von der Ablehnung zur Zustimmung der Dreieinigkeit erfolgte Schritt für Schritt bei den Adventisten ab 1930, als Ellen Gould White und andere Glaubenspioniere bereits nicht mehr lebten, wie die Einführung unbiblische Lehren in das Christentum auch schrittweise in den frühen Jahrhunderten erfolgte, nach den Tod der Apostel. Heute ist die offizielle evangelische Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten trinitarisch, auch wenn ursprünglich antitrinitarisch. Daneben gibt es noch etliche adventistische Gemeinschaften, die nahegehend an die ursprünglich adventistische und biblische Lehre festhalten, also antitrinitarisch sind. Diese sind wie ich in meiner Antwort bereits betonte nicht in der Großkirche zu finden, es sind und bleiben aber trotzdem Adventisten

http://www.heart4truth.de/pdf/adventistreview.pdf

Antwort
von Philipp59, 16

Hallo Zischelmann,

ja, die gibt es, z.B. die Zeugen Jehovas. Sie haben hohe Achtung vor der Bibel und entnehmen aus ihr sämtliche ihrer Glaubenslehren. Da die Dreieinigkeit in der Bibel nicht zu finden ist, glauben sie folglich auch nicht daran. Das möchte ich auch kurz begründen.

Jesus z.B. hat niemals behauptet, er sei wesensgleich mit dem Vater. Das geht aus folgender Aussage hervor, die Jesus mit Blick auf seinen himmlischen Vater macht: "Der Vater ist größer als ich“ (Johannes 14:28). Bei einer anderen Gelegenheit sagte er: „Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott“ (Johannes 20:17). Hätte Jesus wohl seinen Vater im Himmel als "seinen Gott" Gott bezeichnet, wenn er doch selbst Gott wäre? Außerdem gibt es nirgendwo in der Bibel die Aussage, dass Gott seinen Sohn als "meinen Gott" bezeichnet.

Außerdem: Welchen Sinn würde es machen, wenn Jesus seine Beziehung zu Gott mit dem Verwandtschaftsverhältnis eines Sohnes zu seinem Vater beschreibt, wenn sie beide doch auf der gleichen Stufe ständen, wie es die Dreieinigkeitslehre beschreibt?

Des weiteren sagt die Bibel nicht, der heilige Geist sei eine Person. Die ersten Christen „wurden mit heiligem Geist erfüllt“, und Gott sagte: „Ich [werde] etwas von meinem Geist auf Fleisch von jeder Art ausgießen“ (Apostelgeschichte 2:1-4, 17). Das, was hier vom heiligen Geist gesagt wird, kann man ja wohl kaum mit einer Person tun. Der heilige Geist ist somit kein Teil einer Dreieinigkeit, sondern Gottes wirksame Kraft.

Es gibt Bibeltexte, die erwecken den Anschein, als sei der heilige Geist eine Person. Zum Beispiel sagte einmal Jesus Christus folgendes über den heiligen Geist: "Der Helfer aber, der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, dieser wird euch alle Dinge lehren und euch an alle Dinge erinnern, die ich euch gesagt habe" (Johannes 14:26). Da es in diesem Text ja heißt, der heilige Geist sei ein "Helfer", haben manche daraus geschlossen, dass es sich demnach um eine Person handeln müsse.

Dass Jesus hier jedoch ein Wortbild gebraucht hat, zeigt folgender Textvergleich. Jesus sagte einmal im Hinblick auf die Weisheit: "Dennoch erweist sich die Weisheit durch alle ihre Kinder als gerecht" (Lukas 7:35). Würde jemand aus dieser Aussage schließen, die Weisheit sei ein Person, die Kinder hervorbringt? Wohl kaum! Jesus gebrauchte auch hier ein Wortbild, das zum Ausdruck bringen sollte, dass man wahre Weisheit an dem erkennen kann, was sie bewirkt. In der Bibel kommen viele bildhaften Ausdrücke vor und manches wird personifiziert oder vermenschlicht.

Wenn die Trinitätslehre nicht aus der Bibel stammt, wo hat sie dann ihren Ursprung? Darüber wird in zwei bedeutenden Enzyklopädien folgendes gesagt:

„Es könnte der Eindruck entstehen, das Dreieinigkeitsdogma sei im Endeffekt eine Erfindung des späten 4.  Jahrhunderts. In gewissem Sinne ist das auch wahr .  .  . Der Begriff ‚ein Gott in drei Personen‘ hatte sich vor dem Ende des 4.  Jahrhunderts noch nicht durchgesetzt; auf keinen Fall war er schon völlig in das christliche Leben und in das christliche Glaubensbekenntnis integriert worden“ (New Catholic Encyclopedia, 1967, Band  14, Seite  299).

„Am 20.  Mai 325 trat das Konzil von Nizäa zusammen. Konstantin führte persönlich den Vorsitz, steuerte die Verhandlungen und schlug selbst .  .  . die entscheidende Formel vor, die das Verhältnis Christi zu Gott im Nizäischen Glaubensbekenntnis ausdrückt, nämlich ‚wesenseins mit dem Vater‘ .  .  . Vom Kaiser eingeschüchtert unterschrieben alle Bischöfe außer zweien das Bekenntnis  — viele von ihnen entgegen ihrer eigenen Überzeugung“ (Encyclopædia Britannica, 1970, Band  6, Seite  386).

Die Dreieinigkeitslehre ist daher eher ein Mythos, als eine christliche Lehre und sollte daher von allen, die Achtung vor der Bibel haben, abgelehnt werden.

LG Philipp

Kommentar von Mark1616 ,

Sie haben hohe Achtung vor der Bibel und entnehmen aus ihr sämtliche ihrer Glaubenslehren.

Ach, wirklich? Haben sie deswegen bereits so viele gescheiterte Weltuntergangspropheten hervorgebracht?

Antwort
von JTKirk2000, 5

Klar gibt es Religionen, die sich auf die christliche Lehre beziehen, die in der Bibel enthalten ist, und dabei ablehnen, dass der Vater, der Sohn und der Heilige Geist ein einziger Gott seien, weil eben dies nicht so in der Bibel steht.

Zumindest eine dieser Religionen kenne ich und bin auch dieser beigetreten, aber nicht unbedingt deshalb, sondern primär deshalb, weil ich nicht glauben kann, dass ein liebender Gott zulässt, dass man sich im Leben nach dem Tod an das Schönste im Leben (die Liebe) erinnern kann, aber die Ewigkeit allein verbringen muss.

Antwort
von telemann2000, 46

Sämtliche Glaubensgemeinschaften die sich als unitarisch bezeichnen, lehnen die Dreieinigkeit ab.... 

Antwort
von nowka20, 11

die zeugen jehovas

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